Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Pädagogik - Erwachsenenbildung

Verlierer der Inklusion? Eine Positionsanalyse zur Lage der Berufsbildungswerke

Titel: Verlierer der Inklusion? Eine Positionsanalyse zur Lage der Berufsbildungswerke

Seminararbeit , 2016 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Markus Bohlen (Autor:in)

Pädagogik - Erwachsenenbildung
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Trends des demografischen Wandels und dem sich daraus ergebenen Fachkräftemangel auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden fortlaufend Ideen und Konzepte entwickelt, um diesem Verlauf zu begegnen. Im Wesentlichen gibt es zwei Grundformen darauf zu reagieren. Zum einen kann versucht werden, die benötigten Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren, zum anderen kann auf dem inländischen Markt versucht werden, die vorhandene Arbeitskraft effektiver zu integrieren.

Abweichend von dem Normalfall der betrieblichen Ausbildung gibt es unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die berufliche (Erst)Ausbildung auch außerbetrieblich zu absolvieren. Diese Möglichkeit kommt vor allem dann zum Tragen, wenn die Auszubildenden einen sonderpädagogischen Förderbedarf haben und eine betriebliche Ausbildung wenig erfolgsversprechend scheint. Die Angebote richten sich vor allem an lern-, körper- und geistig behinderte Menschen, aber auch an diejenigen, die durch ihren familiären und sozialen Hintergrund als benachteiligt gelten. Um dieser Zielgruppe dennoch Möglichkeiten der beruflichen (und darüber auch sozialen) Integration zu bieten, widmen sich u.a. Sondereinrichtungen der beruflichen Rehabilitation dieser Menschen. Im Rahmen der beruflichen Erstausbildung und Ersteingliederung gehen auf Grundlage des III. und IX. Sozialgesetzbuches vor allem Berufsbildungswerke (BBW) diesen Aufgaben nach.

Seit etwa vier Dekaden ist die berufliche Rehabilitation Teil des Berufsbildungssystems, gerät vor dem Hintergrund der andauernden Inklusionsdebatte in Deutschland nun allerdings ins Wanken. Debatten über das „ob“ der Inklusion sind längst passé, sowohl völker- als auch nationalrechtlich ist das Ziel Inklusion beschlossene Sache. Über den Weg dorthin besteht bislang wenig Einigkeit, es gibt im Wesentlichen zwei Lager. Eines sieht die Inklusion als Ziel, das Andere sieht darin Weg und Ziel. Aufgrund dieser unterschiedlichen Ansichten und der bereits fortgeschrittenen rechtlichen Entwicklung und Konkretisierung von Inklusion stellt sich die Frage, ob und inwieweit Berufsbildungswerke noch eine Daseinsberechtigung haben.

Die zu prüfende These der vorliegenden Arbeit lautet, dass die Berufsbildungswerke als Verlierer der Inklusion hervorgehen. Implizit wird damit auch bewusst die Zukunftsfähigkeit dieser Institutionen angezweifelt und dabei auch auf bereits ersichtliche Veränderungen in diesem Umfeld eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Inklusion und berufliche Rehabilitation

2.1 Integration versus Inklusion

2.2 Das System beruflicher Rehabilitation in Deutschland

2.3 Struktur und Angebote der Berufsbildungswerke

3 Auswirkungen der Inklusion auf die Berufsbildungswerke

3.1 Ein Rückblick in die nahe Vergangenheit

3.2 SWOT-Analyse der BBW

4 Schlussbetrachtung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen der Inklusionsdebatte auf Berufsbildungswerke (BBW) in Deutschland, um zu prüfen, ob diese Institutionen durch den angestrebten Wandel in ihrer Existenz bedroht sind und als Verlierer der Inklusion hervorgehen.

  • Bedeutung von Inklusion gegenüber Integration im deutschen Bildungssystem
  • Struktur und Finanzierung des Systems der beruflichen Rehabilitation
  • Analyse der Fördermittelentwicklung und Teilnehmerzahlen der BBW
  • Strategische Positionierung der BBW mittels SWOT-Analyse
  • Zukunftsfähigkeit von Sondereinrichtungen in einem inklusiven Arbeitsmarkt

Auszug aus dem Buch

SWOT-Analyse der BBW

Die SWOT-Analyse ist ein gängiges und verbreitetes betriebswirtschaftliches Instrument zur Situationsanalyse (Position) und Ausrichtung (Strategie) von Unternehmen. Die Ausarbeitung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken aus Sicht der Unternehmung gibt Auskunft über innere und äußere Gegebenheiten und Entwicklungen. Dieses Instrument wird im Folgenden zur Positionsanalyse der BBW und Verdeutlichung bestehender Potenziale eingesetzt.

Stärken

Im Vergleich zu einer Alternative, in der viele Jugendliche ohne Schulabschluss und unter den Gegebenheiten ihrer Behinderung überhaupt keine Chance an der 1. Schwelle hätten, ist die Teilnahme an einer BBW Maßnahme unbestritten sinnvoll. Eine Erstausbildung in einem BBW mit erfolgreichem Abschluss stellt in den meisten Fällen die bessere Möglichkeit gegenüber gar keiner oder ungelernter Tätigkeit dar. Die Abbrecherquoten in BBW liegen langfristig zwischen 20,8 % und 24,7 % und sind mit den Quoten vorzeitiger gelöster Ausbildungsverträge des Dualen Systems (19,8 % - 25,3 %) zu vergleichen. Das kann unter Berücksichtigung ihrer Klientel als (verbesserungsfähiger) Erfolg gedeutet werden. Zudem kann ein Abbruch einer BBW-Ausbildung den Beginn einer regulären Ausbildung bedeuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Fachkräftemangel und die Passungsproblematik am Ausbildungsmarkt und führt in die Rolle der Berufsbildungswerke als Sondereinrichtungen für Menschen mit Förderbedarf ein.

2 Inklusion und berufliche Rehabilitation: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Integration und Inklusion voneinander ab und stellt das gesetzliche sowie institutionelle System der beruflichen Rehabilitation in Deutschland vor.

3 Auswirkungen der Inklusion auf die Berufsbildungswerke: Der Hauptteil analysiert die rückläufigen Förderzahlen, untersucht mittels SWOT-Analyse die strategische Ausgangslage der BBW und hinterfragt deren Zukunftsfähigkeit.

4 Schlussbetrachtung und Ausblick: Das Fazit falsifiziert die anfängliche Hypothese, dass die BBW direkte Verlierer der Inklusion sind, und ordnet die Entwicklungen als finanzielle Umschichtungsversuche der Arbeitsverwaltung ein.

Schlüsselwörter

Berufsbildungswerke, Inklusion, berufliche Rehabilitation, Integration, Sondereinrichtungen, Bundesagentur für Arbeit, Fachkräftemangel, Ausbildung, Teilhabe, SWOT-Analyse, Fördersummen, Duales System, Qualifizierung, Ersteingliederung, Arbeitsmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Existenzberechtigung und Zukunftsfähigkeit von Berufsbildungswerken vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen und rechtlichen Wandels durch die Inklusion in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Inklusionsverständnis, die Struktur der beruflichen Rehabilitation, die Auslastungs- und Finanzierungsentwicklung der BBW sowie die Abgrenzung zur regulären betrieblichen Ausbildung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Prüfung der Hypothese, ob Berufsbildungswerke als Verlierer der Inklusionspolitik anzusehen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer betriebswirtschaftlichen Positionierungsanalyse mittels SWOT-Instrumentarium, gestützt durch Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse historischer Finanzierungsdaten, die kritische Betrachtung von Erfolgsquoten sowie die Bewertung von Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der BBW.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Inklusion, berufliche Rehabilitation, BBW, Teilhabe und arbeitsmarktpolitische Steuerung charakterisiert.

Warum sinken laut Autor die Fördersummen für die BBW?

Der Autor führt die sinkenden Fördersummen primär auf Umschichtungsversuche der Bundesagentur für Arbeit zurück, die das Ziel der Wirtschaftlichkeit unter dem Deckmantel der Inklusionsdebatte verfolgt.

Welche Rolle spielt die "1. Schwelle" für die BBW?

Die 1. Schwelle beschreibt den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung; für viele behinderte Jugendliche stellen BBW hier eine notwendige Alternative dar, wenn sie auf dem regulären Markt keine Chance erhalten.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Verlierer der Inklusion? Eine Positionsanalyse zur Lage der Berufsbildungswerke
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Berufs-, Wirtschafts-, und Sozialpädagogik)
Veranstaltung
Innovieren in der beruflichen Bildung
Note
1,3
Autor
Markus Bohlen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V322738
ISBN (eBook)
9783668218628
ISBN (Buch)
9783668218635
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inklusion Wirtschaftspädagogik Berufsbildungswerke Berufliche Rehabilitation Ausbildungsmarkt Ersteingliederung Integration Inklusion Behindertenrechtskonvention Nationaler Aktionsplan Berufsbildungsgesetz Berufsförderungswerke Fachpraktiker Nachteilsausgleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Markus Bohlen (Autor:in), 2016, Verlierer der Inklusion? Eine Positionsanalyse zur Lage der Berufsbildungswerke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322738
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  19  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum