In der vorliegenden Arbeit wird die textile Künstlerin Louise Bourgeois näher betrachtet. Dabei wird neben ihrem Lebenslauf auch ihr Charakter, ihre Ängste und Ziele, sowie zwei ihrer Werke, "Mamman" und "Cell XXV", genauer vorgestellt.
Zunächst möchte ich Bezug zu dem Seminar nehmen und die Bedeutung des Textilen in der Gegenwartskunst beleuchten. Im Anschluss werde ich auf die Thematik der Weiblichkeit zu sprechen kommen. Danach werde ich mit den wichtigsten Daten und Eckpunkten der Biografie von Louise Bourgeois beginnen, mich dann mit ihrer Person, ihren Vorstellungen und Charakterzügen beschäftigen und abschließend einige ihrer Werke vorstellen.
Dabei möchte ich der Frage nachgehen, inwiefern sich ihre Persönlichkeit in ihrer Kunst wiederfinden lässt und wie sehr ihre Werke von ihrem wahren Leben geprägt sind. „Maman“ und „Cells“ sind zwei ihrer bekanntesten Werke, die ich in Bezug zu ihrem Leben setzen möchte. Die 2010 verstorbene Künstlerin hatte ein langes Leben und musste währenddessen viel durchleiden, sie wurde immer wieder von Ängsten und Traumata geplagt.
Daher ist es für das Verstehen ihrer Kunst entscheidend, einen näheren Blick auf ihre Biografie und besonders ihre Kindheit zu werfen. Ihre Familie spielte in ihrem Leben sowie in ihrer Kunst eine Schlüsselrolle. Im Anschluss daran werde ich den Versuch unternehmen, ihre Arbeit einer künstlerischen Strategie unterzuordnen und zum Abschluss ein Fazit ziehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Textile in der Gegenwartskunst
3. Weiblichkeit
4. Die Künstlerin
4a. Biografie
4b. Persönlichkeit
5. Werke
5a. „Maman“, 1999
5b. „Cell XXV“, 2001
6. Strategie
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Werk der Künstlerin Louise Bourgeois vor dem Hintergrund ihrer Biografie, insbesondere ihrer Kindheit, um aufzuzeigen, inwiefern ihre persönlichen Erlebnisse, Ängste und familiären Beziehungen ihre künstlerische Praxis und Ausdrucksweise maßgeblich geprägt und geformt haben.
- Die Bedeutung und Rolle des Textilen in der Gegenwartskunst
- Die Verknüpfung von Weiblichkeit und Handarbeit
- Die biografische Prägung von Louise Bourgeois durch ihre Familie
- Die künstlerische Aufarbeitung von Traumata und Ängsten
- Analyse der Werke „Maman“ und „Cell XXV“
Auszug aus dem Buch
5a. „Maman“, 1999
„Maman“ kommt aus dem französischen und bedeutet Mutter. Die neun Meter hohe Spinnenskulptur steht in neun verschiedenen Städten rund um die Welt und wurde und wird zusätzlich an wechselnden Orten ausgestellt. Bei der Skulptur handelt es sich in der Regel um Bronzegüsse, nur diejenige die in London steht ist aus rostfreiem Stahl. Zu sehen ist eine riesige Spinne mit langen Beinen, die einen Beutel mit 26 Marmoreiern unter ihrem Körper trägt. Die Spinne ist bereits seit den 1940er Jahren ein beliebtes Motiv in Louise Bourgeoise‘ Kunst. Sie thematisiert gerne Ängste in ihren Werken und viele Menschen leiden unter Arachnophobie, der Angst vor Spinnen. Louise selber plagen viele Phobien, diese jedoch nicht13. Denn Louise verbindet mit der Spinne etwas Positives, sie vergleicht ihre Mutter mit einer Spinne: Sie sei „besonnen, klug, geduldig, beruhigend, vernünftig, wählerisch, raffiniert, unentbehrlich, ordentlich und nützlich – wie eine ‚araignée‘.“14 Die Spinne ist ein Wächtertiert, sie beschützt uns vor Insekten, außerdem webt sie ihr Netz, genau wie Bourgeoise‘ Mutter Teppiche gewebt hat. Das Werk ist ihrer Mutter gewidmet, zu der Louise ein sehr enges Verhältnis hatte. Durch ihre Größe wirkt „Maman“ bedrohlich, doch sie ist nur eine Mutter, die ihre Eier beschützen möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Künstlerin Louise Bourgeois vor, erläutert den Entstehungskontext der Arbeit im Rahmen eines Seminars und führt in die zentrale Fragestellung zur autobiografischen Prägung ihrer Kunst ein.
2. Das Textile in der Gegenwartskunst: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die historische Entwicklung der textilen Arbeit, von praktischen Alltagsanwendungen hin zur künstlerischen Verwendung, und benennt wichtige Vertreter der textilen Kunst.
3. Weiblichkeit: Hier wird die historisch gewachsene, oft klischeebehaftete Verknüpfung zwischen Weiblichkeit und textiler Handarbeit beleuchtet und hinterfragt, wie zeitgenössische Künstler damit umgehen.
4. Die Künstlerin: Dieser Abschnitt bietet einen detaillierten Blick auf die Biografie und Persönlichkeit von Louise Bourgeois, wobei insbesondere der Einfluss ihrer Kindheit und ihres schwierigen familiären Umfelds hervorgehoben wird.
5. Werke: Anhand der Skulptur „Maman“ und der Installation „Cell XXV“ wird exemplarisch aufgezeigt, wie die Künstlerin traumatische Erlebnisse und persönliche Ängste in ihre künstlerische Arbeit integriert.
6. Strategie: Das Kapitel ordnet das künstlerische Wirken von Bourgeois in den Kontext theoretischer Strategien der Gegenwartskunst ein, insbesondere durch die Schwerpunkte Provokation und Narration.
7. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und bestätigt die Leitfrage, dass das gesamte Werk von Bourgeois untrennbar mit ihrer persönlichen Lebensgeschichte verbunden ist.
Schlüsselwörter
Louise Bourgeois, Gegenwartskunst, Textile Kunst, Weiblichkeit, Biografie, Skulptur, Installation, Maman, Cell XXV, Mutterschaft, Angst, Trauma, Narration, Autobiografie, Familiengeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der französischen Künstlerin Louise Bourgeois und untersucht, wie sie ihre persönlichen Lebenserfahrungen, insbesondere traumatische Erlebnisse aus der Kindheit, in ihrer künstlerischen Praxis verarbeitet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Rolle des Textilen in der Kunst, die gesellschaftliche Konstruktion von Weiblichkeit sowie die tiefgreifende Bedeutung von Biografie, Ängsten und familiären Beziehungen für das künstlerische Schaffen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu untersuchen, inwiefern sich die Persönlichkeit von Louise Bourgeois in ihrer Kunst widerspiegelt und inwieweit ihre Werke direkt von ihrem wahren Leben und ihren Traumata geprägt sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer biografischen Analyse sowie der Einordnung von Bourgeois’ Kunstwerken in den kunsttheoretischen Kontext, konkret in die „Zehn Strategien der Gegenwartskunst“ nach Till Briegleb.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur textilen Kunst und Weiblichkeit, eine biografische Skizze der Künstlerin, eine detaillierte Analyse spezifischer Hauptwerke sowie eine Einordnung ihrer künstlerischen Strategie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Louise Bourgeois, Biografie, Trauma-Verarbeitung, textile Kunst, Skulptur, Narration und die explizite Auseinandersetzung mit Mutterschaft und Weiblichkeit.
Warum spielt das Thema der Kindheit eine so zentrale Rolle für die Interpretation ihrer Werke?
Louise Bourgeois selbst sah ihre Kindheit als den Ursprung ihres schöpferischen Impulses; da sie ihr gesamtes Leben mit Traumata und den Auswirkungen ihres komplizierten familiären Umfelds zu kämpfen hatte, sind ihre Werke untrennbar mit dieser Phase verknüpft.
Welche spezifische Bedeutung hat das Motiv der Spinne im Werk „Maman“?
Anders als die verbreitete Arachnophobie deutet Bourgeois die Spinne positiv als Wächtertier; sie assoziiert damit Eigenschaften ihrer Mutter wie Klugheit, Geduld und Fürsorge, die wie das Weben von Netzen schützend wirken.
Was verdeutlicht die Werkreihe der „Cells“ über die Arbeitsweise der Künstlerin?
Die „Cells“ sind abgeschlossene, autobiografische Installationen, die verschiedene Schmerzzustände (physisch, emotional, psychologisch) verbildlichen und Bourgeois’ Bedürfnis unterstreichen, Ängste durch künstlerische Rahmung zu verarbeiten.
- Quote paper
- Luisa Dietsch (Author), 2016, Louise Bourgeois. Eine Vorstellung der Künstlerin und ihrer wichtigsten Werke, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322740