Ausbildung und typische Verwendungsbereiche von Personenschützern in Deutschland


Hausarbeit, 2016

19 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzung, Ausbildung, Qualifikation
2.1 Voraussetzungen
2.2 Ausbildung
2.3 Berufliche Qualifikation

3. Verwendungsbereiche und Aufgaben
3.1 Der Kommandoführer
3.1.1 Das Sicherheitskonzept
3.1.2 Das Begleiten der Schutzperson
3.2 Die Personenschutzfachkraft allgemein
3.3 Die Personenschutzfachkraft als Kraftfahrer
3.4 Die Personenschutzfachkraft als Aufklärer

4. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Tätererregungskurve

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Personenschutz ist eine Dienstleistung. Die Berufstätigkeit eines Personenschützers ist breit gefächert und ist viel mehr als das Begleiten einer Schutzperson, was lediglich dem Dienst eines Bodyguards entspricht. Was die meisten Menschen nicht wissen, ist aber, dass es das Berufsbild nicht komplett umfasst bzw. es damit nicht erklärt ist. Zum Personenschutz gehören all die Maßnahmen und Abläufe, welche die Ergreifung beinhalten, die zur Verhinderung oder Abwehr aller Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit sowie die Willens- und Handlungsfreiheit einzelner Personen oder Personengruppen benötigt werden. Personenschutz ist meist für die ausübenden der absolute Traumberuf und dessen Leidenschaft. Doch wenn man sich wiederum in der Situation der Schutzperson befindet, ist genau diese Tätigkeit höchstwahrscheinlich die einzige Möglichkeit seine körperliche Unversehrtheit zu gewahren, sowie die der eigenen Familie und Kinder. Die Berufsdefinition des Personenschutzes besagt, man müsse das eigene Leben zugunsten der Schutzperson opfern können.

In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird folgende Frage beantwortet: Wie wird man in Deutschland privater Personenschützer und was sind dessen typische Verwendungsbereiche? Die Arbeit ist in verschiedene Themenbereiche gegliedert und zur Beantwortung der Frage werden diese im Einzelnen aufgeführt. Das erste Kapitel stellt den Einstieg in die Branche dar. Von den Voraussetzungen bis hin zu den zum Schluss erworbenen Qualifikationen. So ist vor dem Einstieg in die Berufstätigkeit des Personenschützers die rechtliche Voraussetzung zu erwerben, diese ist ein Abschluss des IHK-Zertifikatslehrgangs zur Personenschutzfachkraft (IHK). Um diesen Lehrgang anzugehen, werden zuvor die Voraussetzungen des Anwärters geprüft. Im direkten Anschluss folgt eine mehrmonatige Ausbildung, Lehrinhalt sind beispielsweise gesetzliche Grundlagen, Aufklärungstechniken, welche die meiste Zeit eines berufstätigen Personenschützers beanspruchen, und das Erstellen von Sicherheitsanalysen und Schutzkonzepten, aber auch äußerst spektakuläre Ausbildungsabschnitte, wie Schießausbildungen, Fahrsicherheitstraining und lebensrettende Sofortmaßnahmen mit Praktiken, die man sonst eigentlich nur aus einem Hollywoodstreifen kennt. Ein Beispiel für eine solche Ausbildung ist das Ausbildungskonzept zur Personenschutzfachkraft (IHK) der Sicherheitsakademie Berlin, der Preis des Lehrgangs ist kein geringerer als 6.482,00 Euro zzgl. 19% Umsatzsteuer, die Kostenübernahme ist durch Leistungsträger wie die Arbeitsagentur möglich. Zum Schluss des Kapitels werden die IHK-zertifizierten Qualifikationen dargestellt. Im zweiten Kapitel wird auf das typische Berufsbild des Personenschützers eingegangen. Dieses ist in die vier häufigsten Aufgabenbereiche aufzuteilen. Zwei Bereiche sind durch die Personenschutzfachkraft mit Spezialauftrag „Kommandoführer“ und die der Personenschutzfachkraft „allgemein“ abgedeckt. Diese Bereiche beinhalten zum einen das Begleiten der Schutzperson, welches wiederum einen Prestigefaktor inne trägt, welcher jedoch zugleich in den unmittelbaren Wirkungsraum von Attentätern bzw. Gegnern fällt. Ein weiterer Bereich ist der der Personenschutzfachkraft als Kraftfahrer. Es ist sehr wichtig diesen zu erläutern, da man behaupten kann, dass Personenschutz die meiste Zeit im Fahrzeug durchgeführt wird und hier spezielle Fahrzeuge und Techniken angewandt werden. Der letzte Bereich ist der der Personenschutzfachkraft als „Aufklärer“. Dieser wird meist im Vorfeld praktiziert und ist für Außenstehende nicht ersichtlich. Er dient dazu, ein Gefahrenpotential schon vorbeugend erkannt zu haben, um grundlegend optimale Sicherheit für die Schutzperson zu schaffen. Es gilt in diesem Kapitel die Vita der jeweiligen Personenschutzfachkraft vorzustellen, um somit dessen Nutzen zu verdeutlichen.

Kapitel 2. Voraussetzung, Ausbildung, Qualifikationen

Im folgenden Kapitel wird dargestellt, welche Anforderung eine Person mitbringen muss, um eine Personenschutzausbildung anzugehen. Die Ausbildung an sich und die damit verknüpften Qualifikationen, bei erfolgreichen absolvieren.

2.1. Voraussetzungen

Vor Einstieg in die Branche werden zuvor die Voraussetzungen des Anwärters geprüft, dabei wird Wert auf ein Einwandfreies Führungszeugnis gelegt. Hinzu kommt, dass ein Mindestalter von 18 Jahren vorgeschrieben wird sowie eine notwendige Reife des Einzelnen. Diese kann durch den Grundwehrdienst, Zeiten der Berufstätigkeit oder eine Ausbildung gewährleistet werden. Physische und psychische Leistungsfähigkeit ist von Nöten, aber auch ein angenehmes und gepflegtes Erscheinungsbild.

Die wichtigste zu beachtende Voraussetzung ist jedoch die Motivation bzw. Leistungsbereitschaft, da der Anwärter in den Ausbildungsabschnitten an seine Grenzen gebracht wird und dann immer noch über die Fähigkeit verfügen soll, kühne Endscheidungen zu treffen. Man sagt, eine Grundvoraussetzung ist es, sich über einen längeren Zeitraum konzentrieren zu können, um schließlich auf Angriffe reagieren zu können. So ergibt sich, dass viele Anwärter Kampfsportler sind (Scholzen 2004, S.120). Die Motivation und Leistungsbereitschaft sind als enorm wichtig zu beurteilen, um in der Branche einen Einstieg zu schaffen, denn meist werden nur die Besten an eine Arbeitsstelle weitervermittelt. Um die Ausbildung als Personenschützer anzugehen sind geringe Voraussetzungen nötig. Zertifizierter Personenschützer könnte regelrecht jeder durchschnittliche Bürger werden. Dennoch darf der Faktor nicht außer Acht gelassen werden, dass das Anbieten einer Personenschutzausbildung für Geld einen geschäftlichen Charakter aufweist. Dies ist so zu deuten, dass nicht jeder auch in der Branche Fuß fassen kann, doch hierzu noch folgend mehr.

2.2. Ausbildung

Bei der Wahl einer Personenschutzausbildung sollte man sich Gedanken machen und sich für eine Ausbildung entscheiden, die mindestens IHK zertifiziert ist. Man setzt oft bei einer Personenschutzausbildung auf das Wissen, das von staatlichen Instituten generiert wird. Ein Beispiel dafür ist der Firmenchef von Kötter, ein Sicherheitsdienstleister, welcher sich mit dem Personenschutz befasst. Er bezieht sein Know How1 von einem ehemaligen Kommandeur der GSG 9, Ulrich K. Wegener (Scholzen 2004, S.115). Auch Björn- Michael Birr gehörte dem GSG 9 an. Nach seiner Dienstzeit wechselt er in die freie Wirtschaft und gründet auf der Basis und dem Wissen, welches er bei der Spezialeinheit erlangt hat, ein Unternehmen, das unter dem Namen BSN Akademie GmbH bekannt ist. Dort werden nun erfolgreich Personenschützer IHK- zertifiziert ausgebildet (Scholzen 2004, S.119). Jedoch scheitern die meisten schon beim Eignungstest. Hinzukommt, dass nur jeder Dritte es schafft, die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren und somit ein Zeugnis über die Ausbildung bekommt (Scholzen 2004, S.124).

Nachdem die Grundvoraussetzungen geprüft wurden, folgen die notwendigen Ausbildungsabschnitte um dem Ziel der Ausbildung entgegenzugehen (Sicherheitsakademie Berlin 2013, S.1). Das Ziel sind die rechtlichen Voraussetzungen, die es ermöglichen, in allen Bereichen der Sicherheitsbranche tätig zu sein und darüber hinaus.

Inhaltliche Schwerpunkte der Ausbildung sind:

- Fachkenntnisse für Personenschützer
- Training in waffenloser und waffenbezogener Selbstverteidigung und körperlicher Fitness
- Notfallmaßnahmen
- Rechtskunde
- Waffensachkunde und Schießübungen
- Das Einsatzmittel Kraftfahrzeug
- Sachkundeprüfung gemäß § 34a GewO
- Betriebswirtschaftliche Grundlagen

Das Erwerben dieser Schwerpunkte dauert insgesamt 6 Monate und ist immer mit einem theoretischen Teil sowie einem praktischen Teil verbunden. Dazu kommt, dass zu dem Abschluss eines Themengebietes ein Leistungstest gehört. Nur mit dem erfolgreichen Bestehen dieser Leistungstests kann die Ausbildung abgeschlossen werden und die rechtliche Grundvoraussetzung erworben werden (Sicherheitsakademie Berlin 2013, S.3).

Im Schwerpunkt Fachkenntnisse für Personenschützer wird die Etikette1 und Form2 gelehrt. Dieser Themenbereich ist elementar für den Personenschützer, da es die grundlegende Kenntnis ist, um langfristig als Personenschützer tätig sein zu können (Girg 2008, S.9). Aber vor allem auch aus dem Grund, dass der Personenschützer das Ansehen seiner Schutzperson repräsentiert (Girg 2008, S.8).

2.3. Berufliche Qualifikationen

Nach den schriftlichen Leistungstests, welche den Nachweis der Fachkenntnis mit sich bringt und dem erfolgreichen Absolvieren der praktischen Abschlussübungen, welche die Fähigkeiten auszeichnen Personenschutz bezogene Maßnahmen ausüben zu können, verfügt man über die rechtlichen Grundvoraussetzungen, welche mit folgenden Zertifikaten von der IHK und der jeweiligen Sicherheitsakademie verifiziert werden: Die Personenschutzfachkraft (IHK), die Sachkundeprüfung nach §34a, die gewerbliche Waffensachkundeprüfung gemäß §7 WaffG, einen Nachweis über die Unterweisung zum Betrieblichen Ersthelfer und ein Abschlusszeugnis der Sicherheitsakademie (Sicherheitsakademie Berlin 2013, S. 3).

Hiermit verfügt der Lehrgangsteilnehmer über, wie schon erwähnt, die rechtlichen Voraussetzungen für den Einsatz als Personenschützer, aber auch für weitere Bereiche der Sicherheitsbranche. Da er seine Eignung und seine Fähigkeiten in der Praxis nachgewiesen hat, ist er nun in der Lage, durch die vermittelten betriebswirtschaftlichen Grundkenntnisse, wichtige administrative Tätigkeiten auszuführen, wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen und organisatorische Maßnahmen einzuleiten. Des Weiteren hat der Lehrgangsteilnehmer ein grundlegendes Verständnis für die Anforderungen an eine Führungskraft, kann mit Waffen und den speziellen Fahrzeugen umgehen, kann aber auch die waffenlose Verteidigung anwenden, er verfügt über das Mindestmaß an körperlicher Kondition und kann die Königsdisziplin im Personenschutz: das Führen von Sicherheitsgesprächen und das Begleiten einer Schutzperson. An dieser Stelle ist der Absolvent ausgebildeter Personenschützer.

Um einen Aufstieg anzugehen, ist ferner ein Aufbaulehrgang zum Kommandoführer möglich. Bei der Sicherheitsakademie Berlin sind Inhalte des behördlichen Kommandoführer Lehrgangs involviert. Mit erfolgreicher Beendigung dieses Lehrgangs ist man spezialisierte Führungskraft und in der Lage zur Auswahl, Vorbereitung und Führung eines Personenschutztrupps (o.V., Kommandoführer Personenschutz (IHK)).

[...]


1 Ein Know How ist das Wissen, wie man eine Sache praktisch verwirklicht (Duden)

1 Verhaltensregeln um Umgangsformen innerhalb der Gesellschaft

2 Informationen über die Kleidung

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Ausbildung und typische Verwendungsbereiche von Personenschützern in Deutschland
Hochschule
Northern Business School
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V322829
ISBN (eBook)
9783668226395
ISBN (Buch)
9783668226401
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Personenschutz, Personenschutzausbildung, Verwendungsbereiche, Aufklärung, UPS, EPS, Tätererregungskurve, Prävention, Sicherheitskonzept, Schutzperson, VIP, Kommandoführer, Yerkes-Dodsen-Gesetz, AAS, Allgemeines Adaptionssyndrom, Allgemeines Anpassungssyndrom, Sicherheitsdienst, Sicherheitsgewerbe, Sicherheitsdienstleister
Arbeit zitieren
Bruno Merkel (Autor), 2016, Ausbildung und typische Verwendungsbereiche von Personenschützern in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322829

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