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Europäische Geldpolitik. Chancen und Risiken der Deflation

Titel: Europäische Geldpolitik. Chancen und Risiken der Deflation

Hausarbeit , 2015 , 14 Seiten

Autor:in: Lisa Friedrich (Autor:in), Karolin Vogt (Autor:in)

VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die 1998 gegründete Europäische Zentralbank (EZB) bildet die zentrale, makropolitische Institution der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Zusammen mit den nationalen Zentralbanken der Staaten, die den Euro als Zahlungsmittel eingeführt haben, bildet sie das Eurosystem. Gemeinsam sind sie für die Geldpolitik im Euroraum zuständig, mit der EZB in der Führungsrolle. Ihr oberstes Ziel ist die Wahrung der Preisstabilität im Euroraum.

Die Wirtschaftskrise seit 2007 offenbarte grundsätzliche Probleme im Aufbau der europäischen Geldpolitik. Relativ schnell waren die konventionellen Maßnahmen der EZB erschöpft. Durch die Einführung von unkonventionellen Maßnahmen versucht die EZB der Krise entgegenzusteuern, doch auch diese sind in ihrer Funktionalität beschränkt und werden teilweise stark kritisiert. Es ist bislang noch nicht gelungen, die Inflationsziele wieder zu erreichen und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone anzukurbeln. Momentan wird auf eine mögliche Deflationsspirale hingewiesen. An der Nullzinsgrenze angekommen, droht der Leitzins ins Negative zu rutschen. Erstmals seit 2009 zeigt sich zu Jahresbeginn 2015 eine Deflation im europäischen Raum. Entstehen daraufhin Deflationserwartungen, werden Ausgaben der Konsumenten und Investitionen der Unternehmen in die Zukunft verschoben, die Produktion wird zurückgefahren und es entsteht ein gefährlicher Teufelskreis, der zu einem Wirtschaftszusammenbruch führen kann.

Neben unterschiedlichen Ansichten über Aufgaben und Vorgehensweise der EZB in der Krise, wurde wiederholt auf architektonische Defizite in der Struktur der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) hingewiesen, die im großen Maße verantwortlich für das suboptimale Vorgehen aller Verantwortlichen während dieser Zeit erscheinen. Diese Defizite sollen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit, in dieser Arbeit aufgezeigt und sogleich alternative Reformvorschläge für Veränderungen dargestellt werden, um ein einheitliches, effizientes Vorgehen während der derzeitigen Krise und in Zukunft gewährleisten zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der EZB in der europäischen Geldpolitik und ihr Vorgehen in der Krise

3. Die EZB als Dreh- und Angelpunkt der Währungsunion

3.1 Fehlender fiskalpolitischer Rückhalt

3.2 EZB als Lender of last Resort für Staaten

3.3 Nicht ausreichende Konjunkturstimulierung

3.4 Vertrauensverlust und Kritik an der EZB

4. Das geld- und wirtschaftspolitische Umfeld der EZB

4.1 Natur des Währungsraumes

4.2 No-Bailout-Klausel

4.3 Maastrichter Defizit-Kriterien

4.4 Reformwillen der Mitgliedsstaaten

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die strukturellen Defizite der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) und deren Auswirkungen auf das Handeln der Europäischen Zentralbank (EZB) während der Finanzkrise. Ziel ist es, die institutionellen Schwachstellen aufzuzeigen und alternative Reformvorschläge zu erarbeiten, um die Handlungsfähigkeit der EZB sowie die Stabilität des Euroraums langfristig zu sichern.

  • Die Rolle der EZB als zentraler, makropolitischer Akteur unter Krisenbedingungen.
  • Die Auswirkungen des fehlenden fiskalpolitischen Rückhalts auf die Geldpolitik.
  • Die Problematik der EZB als "Lender of last Resort" für souveräne Staaten.
  • Strukturelle Mängel wie die No-Bailout-Klausel und die Maastrichter Defizit-Kriterien.
  • Perspektiven für eine institutionelle Weiterentwicklung der Währungsunion.

Auszug aus dem Buch

3.1 Fehlender fiskalpolitischer Rückhalt

Die Euro-Architektur sieht eine strikte Trennung zwischen der Zentralbank und der staatlichen Finanzwirtschaft vor. Das Verbot der monetären Staatsfinanzierung unterstreicht diese Trennung. Im Zuge der Krise sah und sieht sich die EZB, als einer der letzten handlungsfähigen Akteure jedoch gezwungen, Spannungen abzubauen. So übernahm sie zunehmend quasifiskalische Aufgaben. Grund hierfür ist das Fehlen fiskalischen Rückhalts der EZB. Ihr steht keine ebenbürtige, für die Wirtschafts- und Finanzpolitik verantwortliche Institution gegenüber wie es in Nationalstaaten der Fall ist. Der Markt der EWWU basiert auf tiefe Finanzintegration ohne eine explizit koordinierte gemeinsame Finanz- und Finanzkrisenpolitik. Dadurch fehlt der EZB auf europäischer Ebene nicht nur ein Gegenspieler, sondern auch ein wichtiger Partner für die gemeinsame Bewältigung wirtschaftspolitischer Herausforderungen wie es beispielsweise das amerikanische Schatzamt für die Fed ist (Bibow, 2011; Handschuch, 2011).

Daraus resultierende Konsequenzen:

Um dieses strukturelle Defizit zukünftig zu beheben, muss eine stärkere, finanzpolitische Koordinierung auf europäischer Ebene erfolgen. Hierzu muss die bereits verabschiedete Europäische Bankenunion vollständig umgesetzt werden. Außerdem ist die Schaffung einer neuen europäischen Institution notwendig, die die Kompetenz hat, fiskalpolitische Ziele durchzusetzen. Dafür müssen die Maastrichter Verträge geändert werden. Möglichkeiten sind die Schaffung eines europäischen Finanzministeriums oder eines europäischen Finanzkommissars.

Gleichzeitig denkbar ist die Etablierung eines sogenannten Fiskalrats (eng. fiscal council). Dieser soll das Europäische Finanzministerium bzw. den Finanzkommissar beratend unterstützen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Rolle der EZB ein und thematisiert die Herausforderungen durch die Wirtschaftskrise sowie die drohende Deflationsspirale.

2. Die Rolle der EZB in der europäischen Geldpolitik und ihr Vorgehen in der Krise: Dieses Kapitel erörtert das Mandat der EZB, ihre Unabhängigkeit und ihre unkonventionellen Maßnahmen zur Liquiditätsbereitstellung.

3. Die EZB als Dreh- und Angelpunkt der Währungsunion: Hier werden strukturelle Probleme wie der fehlende fiskalpolitische Rückhalt und die Rolle der EZB als Lender of last Resort kritisch beleuchtet.

4. Das geld- und wirtschaftspolitische Umfeld der EZB: Der Abschnitt befasst sich mit den Rahmenbedingungen des Währungsraums, der No-Bailout-Klausel, den Maastrichter Kriterien und dem Reformwillen der Mitgliedsstaaten.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer fiskalpolitischer Integration sowie institutioneller Architekturreformen.

Schlüsselwörter

Europäische Zentralbank, EZB, Eurozone, Geldpolitik, Währungsunion, Fiskalpolitik, Lender of last Resort, Finanzkrise, Deflation, No-Bailout-Klausel, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Bankenunion, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum, Institutionelle Reform.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen architektonischen Defizite der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion und deren Einfluss auf die Krisenbewältigung durch die EZB.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Rolle der EZB, die Abgrenzung von Geld- und Fiskalpolitik, das Handeln als Lender of last Resort und die fiskalpolitische Koordinierung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die systemischen Mängel aufzuzeigen, die zu einem suboptimalen Krisenmanagement führen, und Reformvorschläge für eine stabilere institutionelle Architektur zu unterbreiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse der aktuellen geld- und wirtschaftspolitischen Strukturen sowie der bestehenden Literatur und Reformdebatten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die EZB als Akteur, die Herausforderungen der Euro-Struktur, die No-Bailout-Klausel sowie die Umsetzung der Maastrichter Defizit-Kriterien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Preisstabilität, Lender of last Resort, Fiskalrat, Bankenunion, Deflationsspirale und institutionelle Unabhängigkeit.

Warum wird die Rolle der EZB als Lender of last Resort kontrovers diskutiert?

Da dies rechtlich in einer Grauzone liegt und das Mandat der EZB sowie das Verbot der monetären Staatsfinanzierung tangiert, löst es Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit aus.

Welchen Stellenwert nimmt die Bankenunion in der Argumentation ein?

Sie wird als notwendiges Instrument angesehen, um die fatale Verflechtung zwischen Banken und Staaten zu entkoppeln und die Finanzstabilität langfristig zu gewährleisten.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Europäische Geldpolitik. Chancen und Risiken der Deflation
Autoren
Lisa Friedrich (Autor:in), Karolin Vogt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
14
Katalognummer
V322834
ISBN (eBook)
9783668219595
ISBN (Buch)
9783668219601
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Deflation EZB Geldpolitik Inflation Währungsunion Europäische Zentralbank
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lisa Friedrich (Autor:in), Karolin Vogt (Autor:in), 2015, Europäische Geldpolitik. Chancen und Risiken der Deflation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322834
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Leseprobe aus  14  Seiten
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