Die vorliegende Arbeit befasst sich im Rahmen der Ausbildung zum Certified Financial Planner nach österreichischem Recht exemplarisch mit der Finanzplanung für eine fiktive Familie.
Am Anfang der Finanzplanung steht die Ist-Analyse, eine detaillierte Untersuchung Ihrer gegenwärtigen Vermögens- und Finanzsituation. Im Anschluß werden folgende Aspekte im Detail betrachtet:
Eine auf Sie zugeschnittene persönliche Vermögensplanung mit entsprechenden Handlungsempfehlungen für die Zukunft. Die Sicherung ausreichender Liquiditätsreserven aus der Ermittlung Ihrer aktuellen Einnahmen und Ausgaben und deren Hochrechnung für die nächsten Jahre.
Den Aufbau einer fundierten Risiko- und Altersvorsorge mit beispielhaften Szenarien und deren finanzielle Konsequenzen hinsichtlich Unfall und Erwerbsunfähigkeit. Die Auswirkung Ihres Pensionsantrittes und deren Konsequenzen auf die Liquiditätsentwicklung. Die Vermögensstrukturierung bei Vermögensweitergabe und die Folgen bei Eintritt des Erbfalls.
Das Financial Planning ermöglicht Ihnen ein klar strukturiertes Gesamtbild Ihrer persönlichen Finanz- und Vermögenssituation. Im vorliegenden Finanzplan werden Ihnen vorhandene Unstimmigkeiten exakt aufgezeigt und durch diese schriftliche Ausarbeitung wird auch eine Basis für zukünftige Entscheidungen geschaffen. Im Zeitverlauf können sich Ziele und Wünsche durch Veränderungen Ihrer familiären oder finanziellen Situation ergeben, die in zukünftigen Finanzplänen bzw. in unseren Folgegesprächen berücksichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung – Grundlagen Ihrer Vermögensplanung
1.1 Grundsätze ordnungsmäßiger Finanzplanung
1.2 Prämissen und Berechnungsgrundlagen
1.3 Ziele und Vorstellungen im Überblick
2. Ihre Persönliche Situation
3. Vermögens- und Liquiditätsanalyse – Status Quo
3.1 Vermögensstruktur
3.2 Liquiditätsanalyse – Status Quo
4. Liquides Vermögen
4.1 Geldwerte
4.2 Wertpapiervermögen
4.2.1 Portfolioübersicht
4.2.2 Portfoliostrukturanalyse
4.2.2.1 Anleihensegment im Detail
4.2.2.2 Aktiensegment im Detail
4.2.3 Empfehlungen
5. Immobilien und Finanzierungen
5.1 Was ist der Verkehrswert?
5.2 Einfamilienhaus – Griesgasse 7, 2340 Mödling (Eigennutzung)
5.2.1 Immobilienfinanzierung EFH A-2340 Mödling
5.3 Immobilie ETW – Baumgartenstrasse 34, A-1140 Wien
5.3.1 Immobilienfinanzierung ETW – A-1140 Wien
5.4 Immobilie ETW – Prinz-Eugen-Straße 2, D-80804 München
6. Beteiligungen
6.1 Immobilie Neubauprojekt – Gansterergasse 16, A-1160 Wien
6.2 Unternehmensbeteiligung Möbel- & Einrichtungs-Tischlerei Rudolf GmbH
6.2.1 Multiplikatorverfahren
6.2.2 Liquidations- bzw. Substanzwertverfahren
6.2.3 Discounted Cashflow-Methode
6.2.4 Überlegungen zur Nachfolgeplanung des Unternehmens
6.2.5 Unternehmensverkauf
6.3 Geschlossene Beteiligung – Immobilienfonds MPC Holland 66
7. Versicherungen
7.1 Gebäudeversicherung - Wr. Städtische Versicherung
7.2 Familienkrankenversicherung – Uniqa Versicherung
7.3 Kapitalbildende Versicherungen – Altersvorsorge
7.3.1 Kapitallebensversicherung – Standard Life Versicherung
7.3.2 Fondsgebundene Lebensversicherung – Finance Life
7.3.3 Rentenversicherung – Standard Life Freelax
8. Sonstige Vermögenswerte
8.1 Edelmetalle / Münzen
8.2 Weitere Vermögenswerte - Segelboot
8.3 Kunstgegenstände – Sammlungen
9. Prognoserechnung durch Handlungsempfehlungen
10. Pensionsausblick
10.1 Pension – Peter Rudolf
10.2 Pension – Kristina Rudolf
10.2.1 Szenariobetrachtung – Pension 2026
10.3 Erwerbs- bzw. Berufsunfähigkeitspension
10.3.1 Szenariobetrachtung – Berufsunfähigkeit Peter Rudolf
10.4 Witwen- / Witwerpension
10.5 Waisenpension
10.6 Abfertigung – Kristina Rudolf
10.7 Abfertigung – Peter Rudolf
11. Die betriebliche Vorsorge
11.1 Pensionszusage
11.2 Unfallversicherung
11.3 Rechtsschutzversicherung
12. Nachfolgeplanung
12.1 Allgemeines zum Erbrecht in Österreich
12.2 Aktuelle erbrechtliche Situation – Gesetzliche Erbfolge
12.3 Auswirkungen der gesetzlichen Erbfolge – Problemfelder
13. Übersicht der Handlungsempfehlungen
14. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Projektarbeit verfolgt das primäre Ziel, eine ganzheitliche Finanz- und Vermögensplanung für Familie Rudolf zu erstellen, um deren aktuelle finanzielle Situation zu strukturieren, Unstimmigkeiten aufzudecken und durch konkrete Handlungsempfehlungen eine solide Basis für zukünftige Entscheidungen zu schaffen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie die Liquidität optimiert und das Gesamtvermögen langfristig gesichert werden kann, ohne den Lebensstandard zu gefährden.
- Strukturelle Ist-Analyse der privaten Vermögens- und Liquiditätssituation
- Portfolioanalyse und Optimierung der Wertpapierveranlagung
- Bewertung von Immobilienvermögen und Analyse der Finanzierungen
- Unternehmensbewertung und Strategien für die Unternehmensnachfolge
- Vorsorgeplanung inklusive Pensionsausblick und Erbrecht
Auszug aus dem Buch
Was ist ein Bauherrenmodell?
Der Begriff Bauherrenmodell bezeichnet eine spezielle Form der Kapitalanlage im Wohnungsbau. Sie treten als Anleger in diesem Modell nicht als Erwerber der Immobilie, sondern als Bauherr auf. Mehrere Personen erwerben individuelle Anteile an einem Altgebäude und schließen sich zu einer Miteigentümergemeinschaft zusammen, um dieses Objekt abzubrechen und einen Neubau zu errichten. Anschließend erfolgt eine langfristige und nachhaltige Vermietung (keine Eigennutzung!). Seit 2009 gibt es zusätzlich zum klassischen Bauherrenmodell ein neues Beteiligungsmodell – das Neubauherrenmodell. Bei dieser Veranlagungsform werden unter gewissen Voraussetzungen Abbruch/Neubau-Objekte nach dem Wohnhaussanierungsgesetz gefördert. Als Bauherr einer zur Vermietung vorgesehenen Immobilie können Sie als Anleger, im Gegensatz zum Erwerber einer fertigen Immobilie, Fremdkapitalzinsen und Kapitalbeschaffungskosten (Vermittlungs- und Bearbeitungsgebühren) als Werbungskosten geltend machen, die Ihre einkommensteuerpflichtigen Einkünfte verringern. Außerdem wurde Ihnen im Rahmen dieses Projektes die Möglichkeit geboten, einen individuell großen Anteil an einer konkreten Immobilie mit persönlicher Grundbucheintragung zu erwerben. Zur erfolgreichen Umsetzung eines Bauherrenmodells ist spezielles Know How, langjährige Erfahrung und ein koordiniertes Zusammenwirken verschiedener Projektpartner unbedingt erforderlich. Der Grundgedanke einer Beteiligung an einem Bauherrenmodell ist jener, dass Sie sich als Investor ein langfristiges, wertgesichertes und arbeitsfreies Zusatzeinkommen aufbauen. Für die Erreichung dieser Ziele werden jeweils erfahrene Spezialisten beauftragt, womit für Sie als Privatinvestor nahezu kein Aufwand entsteht. Volle Transparenz und Einsicht sollte im Rahmen dieses Projektes absolut gewährleistet sein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung – Grundlagen Ihrer Vermögensplanung: Definition der Leitlinien und methodischen Standards, die der Finanzplanung zugrunde liegen.
2. Ihre Persönliche Situation: Zusammenfassung der familiären Rahmenbedingungen und der persönlichen Ausgangslage der Familie Rudolf.
3. Vermögens- und Liquiditätsanalyse – Status Quo: Detaillierte Darstellung der aktuellen Bilanz sowie der Einnahmen- und Ausgabensituation zur Ermittlung des Liquiditätsstatus.
4. Liquides Vermögen: Analyse der vorhandenen Geldwerte und des Wertpapierportfolios mit Fokus auf Diversifikation und Risikomanagement.
5. Immobilien und Finanzierungen: Ermittlung der Verkehrswerte der Immobilien und Überprüfung der Finanzierungsstrukturen zur Optimierung des Kapitalflusses.
6. Beteiligungen: Untersuchung der Bauherrenmodell-Beteiligung sowie Analyse des Unternehmenswerts und der unternehmerischen Nachfolgeplanung.
7. Versicherungen: Überprüfung des Versicherungsschutzes hinsichtlich Angemessenheit und Effizienz der gewählten Tarife.
8. Sonstige Vermögenswerte: Bewertung von Gold, Segelboot und Kunstgegenständen im Kontext der gesamten Vermögensstruktur.
9. Prognoserechnung durch Handlungsempfehlungen: Ausblick auf die zukünftige Vermögensentwicklung basierend auf den abgeleiteten Optimierungsmaßnahmen.
10. Pensionsausblick: Analyse der voraussichtlichen gesetzlichen Pensionsansprüche und Szenarien zur Berufsunfähigkeit.
11. Die betriebliche Vorsorge: Darstellung betrieblicher Möglichkeiten zur Schließung von Vorsorgelücken durch Pensionszusagen.
12. Nachfolgeplanung: Erläuterung erbrechtlicher Grundlagen und Gestaltungsmöglichkeiten für die geordnete Vermögensübertragung.
13. Übersicht der Handlungsempfehlungen: Zusammenfassende tabellarische Matrix aller vorgeschlagenen Maßnahmen mit Umsetzungszeitpunkten.
14. Literatur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Erstellung des Finanzplans.
Schlüsselwörter
Finanzplanung, Vermögensstruktur, Liquiditätsanalyse, Portfoliomanagement, Immobilienbewertung, Unternehmensbeteiligung, Erbrecht, Pensionsvorsorge, Steueroptimierung, Diversifikation, Risikoanalyse, Vermögensbilanz, Nachfolgeplanung, Bauherrenmodell, Rendite.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit erstellt einen strukturierten Finanzplan für Familie Rudolf, um deren gesamte Vermögens- und Finanzsituation objektiv zu analysieren und für die Zukunft zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Vermögensanalyse, Immobilienbewertung, Unternehmensbewertung (Tischlerei Rudolf GmbH), Versicherungsoptimierung, Altersvorsorgeplanung und die erbrechtliche Nachfolgeplanung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Sicherung des Lebensstandards und die Steigerung des Nettovermögens durch eine Optimierung der Liquidität, gezielte Umschichtungen im Portfolio und eine geordnete Nachfolgeplanung.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurden gängige finanzmathematische Methoden verwendet, darunter das Sachwert- und Ertragswertverfahren für Immobilien, das Discounted Cashflow-Verfahren zur Unternehmensbewertung sowie Szenariobetrachtungen für die Liquiditäts- und Pensionsplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Status-Quo-Analyse des Vermögens, die Detailbetrachtung der verschiedenen Assetklassen (liquides Vermögen, Immobilien, Beteiligungen), die Versicherungsanalyse sowie die Planung für den Ruhestand und die Nachfolge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Vermögensoptimierung, Liquiditätssteuerung, Erbrecht, Unternehmensnachfolge, Anlagestrategie und steuerliche Planung charakterisiert.
Welche spezifische Empfehlung gibt es für das Unternehmen der Familie Rudolf?
Der Autor empfiehlt die Reduktion der Gesamtverbindlichkeiten, ein effizienteres Cash-Management sowie die frühzeitige Regelung einer Unternehmensnachfolge oder eine mögliche Verkaufsstrategie im Jahr 2029.
Wie wird das Immobilienvermögen bewertet?
Die Bewertung erfolgt mittels normierter Verfahren wie dem Sachwertverfahren für das Eigenheim in Mödling und dem Ertragswertverfahren für die vermieteten Eigentumswohnungen in Wien und München, gestützt auf aktuelle Marktpreisspiegel.
Was ist das Ergebnis der Szenarioanalyse für den Fall einer Berufsunfähigkeit?
Die Analyse zeigt, dass eine Berufsunfähigkeit des Hauptverdieners ein existenzbedrohliches Risiko darstellt, weshalb der Abschluss einer Pensionszusage oder Zusatzversicherung als Absicherungsmaßnahme dringend angeraten wird.
- Quote paper
- Christian W. Kainz (Author), 2013, Exemplarischer Finanzplan im Rahmen der Ausbildung zum Certified Financial Planner nach österreichischem Recht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322843