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Die Leichenpredigt für Anna Catharina von der Asseburg. Ihre Darstellung als höfische Jungfrau, adlige Hausherrin und wahre Christin

Untersuchung zur Quellenwertung der literarischen Gattung der Leichenpredigt

Title: Die Leichenpredigt für Anna Catharina von der Asseburg. Ihre Darstellung als höfische Jungfrau, adlige Hausherrin und wahre Christin

Seminar Paper , 2014 , 25 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nancy Land (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Summary Excerpt Details

In der vorliegenden Seminararbeit soll das Leben der Anna Catharina von der Asseburg anhand der biographischen Informationen aus der ihr gewidmeten Leichenpredigt beleuchtet werden. Neben der Beschreibung ihres Lebens wird auch ein kritischer Umgang mit der Quelle sowie die Berücksichtigung der Fachliteratur erforderlich sein, um einer verzerrten oder dezimierten Darstellung ihrer Persönlichkeit entgegenzuwirken. Es muss der Frage nachgegangen werden, ob und inwiefern die Intentionen, die sich hinter einer Leichenpredigt verbergen, den Quellenwert für ein biographisches Schreibprojekt einschränken.

Um vorläufige Aussagen über die Möglichkeiten und Grenzen der Leichenprädigt als Quelle der Geschichtswissenschaften oder der biographischen Geschichtsschreibung zu treffen, ist es sinnvoll, die Intention einer solchen Quelle beziehungsweise die Motivation für das Verfassen und Veröffentlichen einer Leichenpredigt zusammenzufassen. Der Quellenwert dieser Literaturgattung soll am konkreten Beispiel überprüft werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anna Catharina von der Asseburg als wahre Christin

2.1 Ein Überblick über ihr christliches Leben

2.2 Die Missionarin am Hof

2.3 Die Ehefrau und Wohltäterin

2.4 Ihr seliger Tod

3. Leben und Sterben der adligen Frau im 17. Jahrhundert

3.1 Das höfische Leben

3.2 Die adlige Frau als Eheweib

3.3 Der ersehnte selige Tod

4. Vermutungen zur Aussagekraft dieser Leichenpredigt

5. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben der Anna Catharina von der Asseburg anhand einer zeitgenössischen Leichenpredigt, um trotz der stilisierenden Natur dieser Gattung ein historisch fundiertes Persönlichkeitsbild zu konstruieren. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die Intentionen des Predigers und die Konventionen der Gattung den Quellenwert für ein biographisches Projekt beeinflussen und ob sich aus dem idealisierten Lebenslauf reale historische Erkenntnisse ableiten lassen.

  • Methodische Analyse von Leichenpredigten als historisches Quellengattung
  • Konstrukt des "idealen" Lebenswandels und Sterbens im 17. Jahrhundert
  • Die Rolle der adligen Frau in der Frühen Neuzeit zwischen höfischem Leben und häuslicher Pflicht
  • Kritische Dekonstruktion hagiographischer Züge in der biographischen Geschichtsschreibung
  • Vergleich der Leichenpredigt mit hofkritischer Literatur und fachwissenschaftlichen Forschungsergebnissen

Auszug aus dem Buch

3.1 Das höfische Leben

Im Verlauf des 17. Jahrhunderts erreichte die Dominanz des Hofes „gegenüber allen anderen sozialen und politischen Gruppierungen und Institutionen“37 ihren Zenit. An den Höfen konzentrierte sich die Macht und diese wurde durch „ein repräsentatives und prätentiöses Erscheinungsbild der Hofgesellschaft gegenüber den Untertanen“38 vorgeführt. Das Leben am Hof war auf die Verherrlichung der Funktion des souveränen Fürsten gegenüber seinen Untertanen sowie auf die Festigung der politisch-sozialen Dominanz der höfischen Gesellschaft ausgerichtet.39

Auf diese höfische Lebensart folgte also die Entstehung von hofkritischem Gedankengut, welches nicht nur über Jahrhunderte beständig, sondern auch regional übergreifend ausgeprägt war. Sowohl der Hof als auch die Hofkultur waren – wenngleich Unterschiede von Land zu Land und von Hof zu Hof existierten – ein gesamteuropäische Angelegenheit. Parallel zur „tendenziellen Einheitlichkeit der höfisch-aristokratischen Umgangsformen und Kultur“41 kann auch die hofkritische Literatur als gesamteuropäisches Phänomen bezeichnet werden. Die Hofkritik beinhaltete in erster Linie die Laster und die strukturellen Defizite des typischen höfischen Lebens sowie die Einflussmöglichkeiten der Höfe auf politische und gesellschaftliche Sphären.42 Anhand der folgenden hofkritischen Beispiele sollen die auffälligsten Kritikpunkte zusammengetragen werden und als Vergleichsmöglichkeit für die Glaubwürdigkeit von Anna Catharinas höfische Lebensphase genutzt werden. Die Auswahl der Quellen erfolgte nach zeitlichen Aspekten, damit diese zumindest ungefähr für die höfische Lebensphase der Anna Catharina von der Asseburg, in diesen Jahren noch von Rothschütz, repräsentativ sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, Anna Catharina von der Asseburg anhand einer Leichenpredigt zu untersuchen, und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die notwendige Quellenkritik.

2. Anna Catharina von der Asseburg als wahre Christin: Dieses Kapitel zeichnet den Lebenslauf der Asseburg nach und beleuchtet ihre Rollen als höfische Jungfrau, Wohltäterin und ihre letzten Tage vor dem Tod auf Basis der Personalia.

3. Leben und Sterben der adligen Frau im 17. Jahrhundert: Hier wird der historische Kontext beleuchtet, wobei das höfische Leben, die rechtliche Situation der Frau als Eheweib und das zeitgenössische Ideal des christlichen Sterbens analysiert werden.

4. Vermutungen zur Aussagekraft dieser Leichenpredigt: In diesem Teil findet eine kritische Reflexion des Quellenwertes statt, bei der die Diskrepanz zwischen idealisierter Darstellung und historischer Realität hinterfragt wird.

5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Quelle trotz ihrer Verzerrungen einen wertvollen Einblick in die religiöse Gedankenwelt des 17. Jahrhunderts bietet.

Schlüsselwörter

Leichenpredigt, Anna Catharina von der Asseburg, Frühe Neuzeit, Biographische Geschichtsschreibung, Hofkritik, Adlige Frau, Frömmigkeit, Ars moriendi, Personalia, Quellenkritik, 17. Jahrhundert, Konfessionalisierung, Sozialgeschichte, Weibliche Erziehung, Tugendideal

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Leben und Wirken der Anna Catharina von der Asseburg mithilfe ihrer Leichenpredigt und bewertet die Aussagekraft dieser Quellengattung für die historische Biographik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Leichenpredigten, der Rolle adliger Frauen im 17. Jahrhundert, zeitgenössischen Vorstellungen vom "seligen Sterben" und einer kritischen Auseinandersetzung mit historischer Hofkultur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein möglichst realistisches Persönlichkeitsbild von Anna Catharina zu konstruieren, indem die in der Quelle enthaltenen hagiographischen Überhöhungen durch den Abgleich mit Sekundärliteratur und zeitgeschichtlichen Kontexten dekonstruiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quellenkritische Methode angewandt, die den Text der Leichenpredigt mit historischer Fachliteratur und hofkritischer Literatur des 17. Jahrhunderts vergleicht, um Verzerrungen und Absichten des Verfassers zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biographische Darstellung anhand der Leichenpredigt (Personalia) und eine kontextuelle Einordnung, die das Leben am Hof, die Rolle der Ehefrau und das Sterbebrauchtum der Zeit analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Leichenpredigt, Frühe Neuzeit, Quellenkritik, adliges Leben und Frömmigkeit.

Wie bewertet der Autor die Glaubwürdigkeit der Leichenpredigt?

Der Autor stuft die Leichenpredigt als eine Quelle ein, die durch soziale Selektion und theologische Zwecke verzerrt ist, jedoch wertvolle Einblicke in die zeitgenössischen Werte, Wahrnehmungen und religiösen Denkweisen gewährt.

Welche besondere Rolle spielte der Dreißigjährige Krieg für die Biographie?

Es wird vermutet, dass der Dreißigjährige Krieg eine späte Heirat der Asseburg im Alter von 32 Jahren maßgeblich mit beeinflusste, da das soziale Gefüge und die Heiratsmärkte in dieser Zeit stark beeinträchtigt waren.

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Details

Title
Die Leichenpredigt für Anna Catharina von der Asseburg. Ihre Darstellung als höfische Jungfrau, adlige Hausherrin und wahre Christin
Subtitle
Untersuchung zur Quellenwertung der literarischen Gattung der Leichenpredigt
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Grade
1,7
Author
Nancy Land (Author)
Publication Year
2014
Pages
25
Catalog Number
V322914
ISBN (eBook)
9783668219892
ISBN (Book)
9783668219908
Language
German
Tags
leichenpredigt anna catharina asseburg ihre darstellung jungfrau hausherrin christin untersuchung quellenwertung gattung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nancy Land (Author), 2014, Die Leichenpredigt für Anna Catharina von der Asseburg. Ihre Darstellung als höfische Jungfrau, adlige Hausherrin und wahre Christin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322914
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