Im Folgenden soll das Thema der Exilerfahrung im Zusammenhang mit der Biographie der Exilautoren und die Auswirkungen auf die Dichtung im Fokus dieser Arbeit stehen. Zunächst beschäftigt sich diese Arbeit mit den politischen Ereignissen, womit die Dichterinnen und Dichter konfrontiert wurden, um dann einen Blick auf die Exilerfahrungen der Exilanten zu werfen. Im Bezug auf die Exilforschung spielen besonders die Exilerfahrungen der Autoren und die literarischen Strategien, die im Schreibprozess verwendet wurden, eine bedeutende Rolle. Demnach soll untersucht werden, inwieweit das Exil die Gattung und die Sprache der Dichter geprägt hat.
Nach der Beschreibung der Exilbedingungen und der Exilauswirkungen auf die Exilanten, wird auch die geschlechtsspezifische Komponente des Exils näher erläutert, um einen Einblick in die Exilsituation der Dichterinnen zu erlangen. Der Hauptteil dieser Arbeit handelt dann von den eindrucksvollen Werken Else Lasker-Schülers, die auf eine sprachspielerische Weise die Motive der Einsamkeit und der
Entfremdung inszenieren. Mithilfe eines früheren Gedichts sollen die Fremdheitserfahrungen, die Lasker-Schüler bereits vor dem Exil erlebt hat, charakterisiert werden, um
somit die Wurzellosigkeit, die sie in Deutschland erfährt, aufzuzeigen. Schließlich soll das Exilspezifische in ihrem Gedicht Die Verscheuchte analysiert werden, um die
Orientierungslosigkeit und die Entwurzelung, die das Gedicht prägen, auszudrücken.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Das Exil - Politische Vertreibung und poetische Verbannung
- Exillyrik - Begriff und Forschung
- Exilerfahrungen deutscher Autoren
- Die Betrachtung weiblicher Exilbedingungen
- Heimatverlust in Else Lasker-Schülers Die Verscheuchte
- Ein Rückblick auf Else Lasker-Schülers Leben
- Fremdheitserfahrungen in einem früheren Gedicht
- ,,Wo weilt der Odem, der aus meinem Leben wich?“
- Schluss
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema der Exilerfahrung in der deutschsprachigen Lyrik, insbesondere im Kontext der Werke von Else Lasker-Schüler. Sie analysiert die Auswirkungen der politischen Vertreibung und der damit verbundenen Fremdheitserfahrungen auf das Schreiben der Exilanten. Der Fokus liegt dabei auf der Darstellung von Heimatverlust, Einsamkeit und Entfremdung in den Gedichten.
- Die Bedeutung des Exils für die deutsche Literatur
- Die Auswirkungen der politischen Ereignisse auf die Sprache und das Schreiben der Exilanten
- Die Rolle der Exilerfahrungen in der Entwicklung der Exillyrik
- Die spezifischen Herausforderungen und Erfahrungen von weiblichen Exilautoren
- Die Inszenierung von Einsamkeit und Entfremdung in Else Lasker-Schülers Werken
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik der Exilerfahrung in der deutschen Literatur ein und beleuchtet die Besonderheiten des Schreibens im Exil zwischen 1933 und 1945. Sie stellt die Bedeutung des Exils für die literarische Produktion und die prägenden Erfahrungen der Exilanten heraus.
Das zweite Kapitel befasst sich mit dem Exil als einem Phänomen der politischen Vertreibung und poetischen Verbannung. Es beleuchtet die geschichtlichen und politischen Hintergründe des Exils, die Herausforderungen des Schreibens im Exil und die Entwicklung der Exillyrik als literarische Gattung.
Das dritte Kapitel widmet sich dem Thema des Heimatverlustes in Else Lasker-Schülers Gedicht Die Verscheuchte. Es analysiert die Fremdheitserfahrungen der Dichterin und untersucht, wie diese in ihrem Werk zum Ausdruck kommen.
Schlüsselwörter
Exil, Exillyrik, deutsche Literatur, Else Lasker-Schüler, Die Verscheuchte, Heimatverlust, Fremdheit, Einsamkeit, Entfremdung, politische Vertreibung, poetische Verbannung, Identität, Sprache, Schreibprozess, Exilbedingungen, Exilauswirkungen.
Häufig gestellte Fragen
Welche zentralen Motive prägen Else Lasker-Schülers Exillyrik?
Ihre Werke im Exil sind stark von Motiven der Einsamkeit, der Entfremdung, des Heimatverlustes und der tiefen Orientierungslosigkeit geprägt.
Worum geht es in dem Gedicht "Die Verscheuchte"?
Das Gedicht thematisiert die traumatische Erfahrung der Vertreibung und die daraus resultierende Entwurzelung. Es drückt das Gefühl aus, keinen Platz mehr in der Welt zu haben und die eigene Identität durch das Exil zu verlieren.
Hatte Else Lasker-Schüler bereits vor dem Exil Fremdheitserfahrungen?
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass sie bereits vor ihrer Flucht aus Deutschland eine gewisse "Wurzellosigkeit" und Fremdheit empfand, was sich bereits in ihren früheren lyrischen Werken widerspiegelt.
Wie beeinflusste das Exil die Sprache der Dichter?
Das Exil führte oft zu einer Veränderung der literarischen Strategien. Die Sprache wurde zum einzigen verbliebenen "Ort" der Heimat, was sich in experimentellen Formen oder einer verstärkten Auseinandersetzung mit der verlorenen Identität äußerte.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede in der Exilerfahrung?
Die Arbeit untersucht die spezifischen Bedingungen für Dichterinnen im Exil, die oft mit zusätzlichen sozialen und ökonomischen Hürden konfrontiert waren, was ihre literarische Produktion maßgeblich beeinflusste.
Was versteht man unter dem Begriff "Exillyrik"?
Exillyrik umfasst Gedichte, die von Autoren verfasst wurden, die zwischen 1933 und 1945 aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen aus Deutschland fliehen mussten. Sie ist ein wichtiges Zeugnis der Zeitgeschichte und der persönlichen Not der Vertriebenen.
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- Katrin Miel (Author), 2016, Exilerfahrungen Else Lasker-Schülers "Die Verscheuchte", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/322920