In diesem Werk geht es hauptsächlich um die deutsch-polnischen Beziehungen nach 1970, also nach der Unterzeichnung des Warschauer Vertrages.
Zunächst folgt ein historischer Abriss über deutsch-polnischen Beziehungen von 1945 bis 1969. Hier werden vor allem das Schicksal der deutschen Ostgebiete sowie die Ostpolitik der Bundesregierung bis 1969 erläutert.
Anschließend befasst sich das Werk mit den deutsch-polnischen Beziehugnen der 70er und 80er Jahre. Hier wird vor allem der Warschauer Vertrag, die Beziehungen beider Staaten von 1970 bis 1975 sowie ihr Verhältnis seit dem KSZE-Pozess näher beleuchtet.
Darüber hinaus findet man im Anhang wichtige Dokumente, die das deutsch-polnische Verhältnis maßgeblich beeinflusst haben, so das Londoner Protokoll vom 12.09.1944, das Potsdamer Abkommen, den Warschauer Vertrag sowie die "Information der polnischen Regierung" hinsichtlich der Aussiedlung von Deutschen aus Polen.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1945 bis 1969
a) Das Schicksal der deutschen Ostgebiete
b) Die Ostpolitik der Bundesrepublik Deutschland und die deutsch-polnischen Beziehungen bis 1969
III. Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1970 bis in die achtziger Jahre
a) Der Warschauer Vertrag
b) Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1970 bis 1975
c) Die deutsch-polnischen Beziehungen seit der KSZE
IV. Zusammenfassung
V. Anhang
a) Londoner Protokoll
b) Auszüge des Potsdamer Abkommens in Bezug auf Polen und die Umsiedlung der deutschen Bevölkerung aus den deutschen Ostgebieten
c) Warschauer Vertrag
d) Information der Regierung der Volksrepublik Polen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Warschauer Vertrages für die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen ab 1970. Ziel ist es, die Auswirkungen dieses Abkommens auf die Normalisierung der diplomatischen Kontakte und die humanitären Fragen der Aussiedlung vor dem Hintergrund der historischen Belastungen seit 1945 zu analysieren.
- Historische Einordnung der deutsch-polnischen Beziehungen von 1945 bis 1969
- Verhandlungen und Kerninhalte des Warschauer Vertrages
- Analyse der Aussiedlerfrage und diplomatischer Entwicklungen zwischen 1970 und 1975
- Einfluss der KSZE-Prozesse auf das bilaterale Verhältnis
- Umgang mit geschichtlicher Aufarbeitung und innenpolitischen Krisen in Polen
Auszug aus dem Buch
a) Der Warschauer Vertrag
Am 5. Februar 1970 begannen die Verhandlungen über einen deutsch-polnischen Vertrag in Warschau. Dabei ging es um die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens, um die Aussiedlung von Deutschen und Deutschstämmigen aus Polen und um wirtschaftliche Fragen.
Die Bundesrepublik war der Auffassung, den provisorischen Charakter der Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens bis zum Abschluß eines gesamtdeutschen Friedensvertrages anzuerkennen, während Polen seine Westgrenze als „endgültig“ anerkannt haben wollte. Weiterhin sah die Bundesrepublik die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien als Unrecht an, während Polen sie als gedeckte Umsiedlung rechtfertigte. Aus dieser Streitfrage ergaben sich auch unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die in Polen zurückgebliebenen Deutschen.
Ein weiteres Problem war die Aufnahme der diplomatischen Beziehungen. Während Bonn die diplomatischen Beziehungen möglichst bald anstrebte, um noch offene Fragen im deutsch-polnischen Verhältnis zu regeln, wollte Warschau sie erst dann aufnehmen, nachdem die Bundesrepublik die Oder-Neiße-Linie als Westgrenze Polens anerkannt hat.
Trotz dieser vielen Streitpunkte liefen die Verhandlungen mit Warschau, die parallel zu den Verhandlungen mit Moskau liefen, relativ zügig, so daß am 7. Dezember 1970 der Warschauer Vertrag unterzeichnet werden konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in die Thematik der deutsch-polnischen Beziehungen nach 1970 unter besonderer Berücksichtigung rechtlicher Vorbelastungen.
II. Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1945 bis 1969: Analyse der Grenzfragen und der bundesdeutschen Ostpolitik unter der Hallstein-Doktrin.
III. Die deutsch-polnischen Beziehungen von 1970 bis in die achtziger Jahre: Detaillierte Betrachtung des Warschauer Vertrages, der Aussiedlerproblematik und der Einflüsse durch die KSZE sowie innenpolitischer Krisen in Polen.
IV. Zusammenfassung: Resümee über die Bedeutung des Vertrages als Grundlage verbesserter Beziehungen trotz anhaltender historischer Spannungen.
V. Anhang: Dokumentensammlung mit Quelltexten wie dem Londoner Protokoll und dem Warschauer Vertrag.
Schlüsselwörter
Warschauer Vertrag, Ostpolitik, Bundesrepublik Deutschland, Volksrepublik Polen, Oder-Neiße-Linie, Aussiedlung, Deutsche Frage, Diplomatie, KSZE, Potsdamer Abkommen, Hallstein-Doktrin, Normalisierung, Vertreibung, Minderheitenrechte, deutsch-polnische Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die deutsch-polnischen Beziehungen im Kontext des Warschauer Vertrages von 1970 und untersucht dessen Rolle bei der Normalisierung des Verhältnisses zwischen der Bundesrepublik und Polen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze, die Regelung der Aussiedlung von in Polen verbliebenen Deutschen sowie die diplomatische Annäherung im Rahmen der Entspannungspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll herausgestellt werden, welche Bedeutung der Warschauer Vertrag für die Qualität der deutsch-polnischen Beziehungen hatte und welche Hindernisse trotz des Abkommens bestehen blieben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-analytische Untersuchung, die auf der Auswertung diplomatischer Dokumente, Abkommen und relevanter politikwissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung der Ausgangslage nach 1945, die Verhandlungen und Ratifizierung des Warschauer Vertrages sowie die nachfolgenden Entwicklungen bis in die 1980er Jahre.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ostpolitik, Warschauer Vertrag, Oder-Neiße-Linie, Entspannung, Aussiedlung und die Normalisierung der bilateralen diplomatischen Beziehungen.
Welche Rolle spielte der Potsdamer Vertrag für die Verhandlungen?
Er diente als rechtliche Referenz für die Grenzfragen, wobei die verschiedenen Interpretationen der deutschen Ostgebiete ein zentraler Streitpunkt in den Verhandlungen darstellten.
Warum wurde die „Offenhalte-Klausel“ als wichtig eingestuft?
Sie ermöglichte es, auch nach Ablauf der vereinbarten Fristen des Abkommens zur Familienzusammenführung weiterhin Ausreiseanträge zu stellen, da die tatsächliche Anzahl der Ausreisewilligen weit über den ursprünglichen polnischen Schätzungen lag.
- Arbeit zitieren
- Ingo Wupperfeld (Autor:in), 1989, Der Warschauer Vertrag für die Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32293