Kreativer Umgang mit lyrischen Texten: Zielsetzungen und methodische Möglichkeiten


Hausarbeit, 2004

15 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Zielsetzungen und methodische Möglichkeiten im Umgang mit lyrischen Texten
2.1 Zielsetzungen
2.1.1 Leitziele
2.1.2 Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele
2.1.3 Fachprofil Deutsch
2.1.4 Fachlehrplan der 1. und 2. Jahrgangsstufe
2.1.5 Fachlehrplan der 3. Jahrgangsstufe
2.1.6 Fachlehrplan der 4. Jahrgangsstufe
2.1.7 Ziele des kreativen Umgangs mit lyrischen Texten
2.2 Methodische Varianten innerhalb der kreativen Schreibformen
2.2.1 Assoziative Verfahren
2.2.2 Schreibspiele
2.2.3 Schreiben nach Vorgaben, Regeln und Mustern
2.2.4 Schreiben zu Stimuli
2.2.5 Schreiben zu und nach (literarischen) Texten
2.2.6 Weiterschreiben an kreativen Texten

3. Zusammenfassung und Diskussion der Ergebnisse

4. Literatur

1. Was ist Kinderlyrik?

Kinderlyrik umfasst sowohl gebundene Texte, also in Reimform, als auch freie Prosatexte, die entweder von Erwachsenen oder von Kindern für Kinder geschrieben wurden.

Kinderlyrik wird in

- Kinderreime (Volkspoesie), kurze, meist einstrophige Texte mit Paarreim
- traditionelle Kindergedichte (meist von bekannten Autoren verfasst, komplexer als Kinderreime)
- Kinderlied
- Kinder-Spiellied (gesungene Texte als Bestandteil von Spielen)
- Sprachspiel (meist komisch geprägt, oft durch Wiederholungen gekennzeichnet) und
- Realitätskritische Kindergedichte (alltagsbezogen, modern, kinderspezifische Themen werden besprochen) unterteilt.

Bereits ab dem 13. Jahrhundert lassen sich Belege für Kinderreime finden, die dann mit der Erfindung des Buchdrucks immer mehr zunehmen. Ab 1750 wird Kinderlyrik ganz von der Erwachsenenlyrik abgegrenzt und somit die Basis für die Sammlung volkstümlicher Kinderlyrik geschaffen. Aufgrund dieser Volksliedforschung, die unter Anderem von den Gebrüdern Grimm unternommen wurde, erhielt Kinderlyrik ein gewisses Ansehen. Viele Autoren beginnen durch diese Anregungen nun ebenfalls Kinderlyrik zu schreiben. Während im 19. Jahrhundert Lyrik mitunter zur Anpassung des Volkes missbraucht wurde, galten Anfang des 20. Jahrhunderts, in der Reformpädagogik, jegliche Äußerungen von Kindern als Poesie. Die Folge waren zahlreiche Gedichte von Kindern für Kinder. In der Weimarer Republik fand man wieder reich illustrierte Ausgaben traditioneller Kinderlyrik, in der Nazi-Zeit wurde Kinderlyrik dann volkskundlich und im Sinne des Nationalsozialismus geprägt. Nach dem 2. Weltkrieg versuchte man diese Literatur aus den Lesebüchern zu verbannen. Erst in den 60er/70er Jahren schenkte man der Kinderlyrik wieder vermehrt Aufmerksamkeit. Man kommt dabei ab von traditionellen Themen und wendet sich dem Individuum zu. Thematisiert werden Wohlstand, mitmenschliche Beziehungen, Scheidung, neue Armut, Umweltprobleme und vieles mehr.

Trotz allen Wandlungen bleibt die Intention der erwachsenen Kinderlyrikautoren immer gleich, die Sozialisation der Kinder.

Kinder kommen in der Regel bereits vor dem Schulanfang mit Lyrik in Berührung. In vielen Kinderbüchern findet man traditionelle Abzählreime und Gedichte, wie zum Beispiel „Die kleine Hexe“ (Morgens früh um sieben, ...), oder „Ene meine miste“.

Diese Lyrikformen werden im Alltag der Kinder gebraucht, werden schnell auswendig beherrscht und sind wichtige Grundlage, vor allem zum Spiel mit Sprache. Um an der Alltagswelt der Kinder anzuschließen, müssen diese Formen im Unterricht ebenso Thema werden, wie Lyrik zur Selbstreflexion und Erweiterung des Horizonts.

Im Folgenden sollen an der oben genannten Unterteilungssystematik Zielsetzungen und Methoden für den Einsatz von Lyrik im Unterricht der Grundschule aufgezeigt werden.[1]

2. Zielsetzungen und methodische Möglichkeiten im Umgang mit lyrischen Texten

2.1 Zielsetzungen:

2.1.1 Leitziele:

In der Grundschule sollen Kinder in ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützt werden, soziale Kompetenzen ausbilden und Wertehaltungen aufbauen.[2]

Dies sind nur einige der im Lehrplan genannten Leitziele, die im Unterricht vermittelt werden sollen. Auch die Thematik Kinderlyrik kann meines Erachtens, je nach Inhalt, hier einen wichtigen Beitrag leisten.

2.1.2 Fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele:

In diesem Bereich wird die „Sprachliche Bildung“ angesprochen, die in allen Fächern als Ziel anvisiert werden soll, jedoch ihren Hauptsitz im Deutschunterricht der Grundschule hat.

Besonders herausgehoben wird hier das Sprechen, das geistige Entwicklung fördert, einen wesentlichen Beitrag zur Persönlichkeitserziehung leistet und zu kreativem Sprachverhalten befähigt. Im Zusammenhang mit Kinderlyrik kann dies beim Sprechen über den Text und über eigene Erfahrungen verwirklicht werden.[3]

2.1.3 Fachprofil Deutsch:

Der Fachbereich Deutsch wird in die einzelnen Teilbereiche des Deutschunterrichts unterteilt. Der Umgang mit Lyrik ist dabei in die Bereiche „Lesen und mit Literatur umgehen“, „Für sich und andere schreiben“, sowie in „Sprechen und Gespräche führen“ einzuordnen.

Ziele dabei sind Leseinteresse und –bereitschaft zu entwickeln, Wahrnehmungsfähigkeit für ästhetische und spielerische Gestalt der poetischen Literatur zu fördern, kreativ und gestalterisch mit der Sprache umzugehen und dabei Meinungen, Erfahrungen, etc. festzuhalten, sowie das angemessene sprachliche Ausdrücken von Gedanken und Gefühlen, ebenso wie das Zuhören und das ausdrucksvolle Sprechen.[4]

2.1.4 Fachlehrplan der 1. und 2. Jahrgangsstufe:

Die Schüler sollen Partner- und Gruppengespräche führen, Gefühle zum Ausdruck bringen, die eigene Meinung angemessen ausdrücken, einfache Sprachspiele (Abzählverse, Fingerspiele, etc.) kennen, die Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme erproben, die Lautwahrnehmung verfeinern (Lautgedichte, etc.) und die Artikulation trainieren (Zungenbrecher, Kinderverse, ...).

Weiter sollen Kinder selbständiges Lesen als Bereicherung erfahren und kleine Texte flüssig und sinngestaltend vortragen.

Im Bereich des Schreibens muss den Schülern ansprechendes Material und Gelegenheit zum Schreiben gegeben werden. Dabei sollen passende Ausdrücke gesammelt, mit Sprachformen gespielt, Texte ergänzt und nachgearbeitet werden.[5]

2.1.5 Fachlehrplan der 3. Jahrgangsstufe:

Die Schüler sollen Sprachspiele gestalten, kurze Szenen entwickeln und gestalten, verständlich und ausdrucksvoll sprechen, auf Texte antworten, Texte verändern, gleichartige Texte schreiben und das sinnverstehendes Lesen weiterentwickeln.

[...]


[1] Reger H.: Kinderlyrik in der Grundschule

[2] LP der Grundschule, S.7f

[3] a.a.O. S.16

[4] a.a.O. S.26f

[5] a.a.O. S.77ff

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Kreativer Umgang mit lyrischen Texten: Zielsetzungen und methodische Möglichkeiten
Hochschule
Universität Regensburg
Note
1
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V32298
ISBN (eBook)
9783638330503
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreativer, Umgang, Texten, Zielsetzungen, Möglichkeiten
Arbeit zitieren
Andrea Fischer (Autor:in), 2004, Kreativer Umgang mit lyrischen Texten: Zielsetzungen und methodische Möglichkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32298

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