Die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Eine Einführung


Hausarbeit, 2016

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Bildungssystem in Deutschland im historischen Verlauf

3. Folgen der Bildungsexpansion

4. Entstehung von Bildungsungleichheiten
4.1 Primäre und Sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon(1974)
4.2 Bourdieus Kapitaltheorie
4.2.1 Ökonomisches Kapital
4.2.2 Kulturelles Kapital
4.2.3 Soziales Kapital

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Der Apfel fällt nicht wie vom Stamm“ (allgemeines Sprichwort)

Mit den, in der jüngsten Vergangenheit erhobenen Studien und dem sogenannten „PISA-Schock“ ist die Auseinandersetzung mit den Bildungschancen im Kontext der sozialen Herkunft in der Gesellschaft und damit auch in der Bildungssoziologie wieder in den Fokus gerückt. Die nach der Bildungsexpansion entwickelten theoretischen Ansätze gewinnen in den aktuellen Reformüberlegungen wieder an Bedeutung.

Im ersten Teil der Hausarbeit wird auf die Entwicklung des Bildungssystems in Deutschland im historischen Verlauf eingegangen.

Der zweite Teil der Hausarbeit beschäftigt sich mit der Bildungsexpansion im Kontext der Bildungsungleichheit als Dimension sozialer Ungleichheit.

Darauf aufbauend wird mit Boudons theoretischem Ansatz zur Erklärung von Bildungsungleichheit eine Einführung gegeben, die bildungssoziologischen Überlegungen nachzuvollziehen. Mit Boudons Unterscheidung sozialer Herkunftseffekte ging ein besseres Verständnis einher, wie Bildungsungleichheiten entstehen und wurden somit zur Ausgangslage zahlreicher bildungswissenschaftlicher Studien.

In Boudons Theorie wird oft auf die soziale Herkunft bzw. die sozialen Ressourcen verwiesen, daher wird, in dieser Arbeit auf Bourdies Kapitaltheorie eingegangen und die drei grundlegenden Kapitalformen erläutert.

2. Das Bildungssystem in Deutschland im historischen Verlauf

Mit der Einführung der Schulpflicht in deutschen Herrschaftsgebieten (1763 in Preußen) wurden auch allgemeinbildende Bildungseinrichtungen geschaffen. Diese hatten das Ziel die militärische und wirtschaftliche Situation der Gesellschaft durch die Qualifizierung der Bürger zu verbessern(vgl. Becker 2011, S 142). Im historischen Verlauf hat das Bildungssystem im deutschen Reich eine belebte und kontroverse Geschichte aufzuweisen. Diverse Interessengruppen konnten ihren Einfluss auf die Strukturen und Inhalte des deutschen Bildungswesens geltend machen und so kann man das Bildungswesen eben auch als Spiegel der Gesellschafft sehen. „Die Dreigliedrigkeit des deutschen Bildungssystems etwa, die heute noch überwiegend besteht, ist ein Spiegelbild der Ständegesellschaft am Anfang des 20. Jahrhunderts und auch das Ergebnis bildungsbürgerlicher Bestrebungen, ihren Einfluss- und Bildungsbereich vor aufstrebender Konkurrenz zu schützen.“ (Lutz 1983 zitiert in Becker 2011, S. 142).

Erste Reformbewegungen in der Weimarer Republik konnten die Bildungsbeteiligung von Mädchen und Frauen erhöhen. Im Nationalsozialismus fiel der Bildung allerdings eine geringe Rolle zu, ihr Fokus lag auf der Förderung und Ausbildung der Elite des Dritten Reichs. Nach dem Krieg gelang es den Besatzungsmächten kaum ihre eigenen Vorstellungen von Bildung durchzusetzen und so wurde das dreigliedrige Bildungssystem wieder eingeführt, welches sich vor dem Dritten Reich etabliert hatte (vgl. Becker 2011,S.140-143).

Bis in die 1960er Jahre gab es wenig Veränderungen in der Struktur und Inhalt des deutschen Bildungssystems, parallel Entwickelte sich jedoch ein wirtschaftlicher Aufschwung, welcher neue Reformimpulse frei setzte und die Kritik am deutschen Bildungssystem wachsen ließ. Einer der größten Kritiker war Georg Pich, mit seinem Werk „Die deutsche Bildungskatastrophe“ (1964) dokumentierte er den „Bildungsnotstand“ und warnte davor, dass Bildungsnotstand auch ein wirtschaftlicher Notstand sei. Seine größten Kritikpunkte waren die geringen Lehrerzahlen und die schlechte Ausstattung mit Klassenräumen und Schulen, weitere Defizite waren die zu kurze Schulzeit, die geringe Anzahl an Absolventen mit mittlerer Reife und Abitur und die damit einhergehende geringe Studierendenzahl(Becker 2011, S. 204).

Ein weiterer Kritiker des Bildungssystems war Dahrendorf. Mit seinem Buch „Bildung ist Bürgerrecht“(1965) erweiterte er die Diskussion um die Dimension Chancengleichheit im Bildungssystem. Ausgehend von seiner Überzeugung, dass Bildung ein entscheidender Faktor zur Partizipation in einer demokratischen Gesellschaft sei, forderte er Bildungsangebote allen Teilen der Gesellschaft zugänglich zu machen und herkunfts-, geschlechts-, konfessions- und regionsspezifische Unterschiede zu vermeiden (Becker 2011, S. 208).

Im Zuge der Diskussion kam es Mitte der 1960 zu grundlegenden Veränderungen. Strukturen und Inhalte des deutschen Bildungssystems wurden tiefgründig überdacht und neugestaltet. Die Volksschule wurde in Grund- und Hauptschule gegliedert, später folgte die Realschule.

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Eine Einführung
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Veranstaltung
Soziologie
Note
2,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V323002
ISBN (eBook)
9783668221482
ISBN (Buch)
9783668221499
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bordieu, Boudon, Primäre und sekundäre Herkunftseffekte, ökonomisches Kapital, soziales Kapital, kulturelles Kapital, Bildungsexpansion, deutsches Bildungssystem, Kapitaltheorie
Arbeit zitieren
André Rupp (Autor:in), 2016, Die Entstehung von Bildungsungleichheiten. Eine Einführung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323002

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