Gebrauch des Begriffs Zufall


Seminararbeit, 2011

7 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung... 2

2 Formen des Zufalls... 2
2.1 Mangel an Wissen... 3
2.1.1 Unvorhersehbarkeit aufgrund der Komplexität der Abläufe... 3
Gebrauch von Wahrscheinlichkeiten... 3
a) Frequentistisch... 3
b) Subjektiv... 4
2.1.2 Unvorhersagbarkeit aufgrund mehrerer unabhängiger Ereignisketten... 4
2.2 Ontischer Zufall... 5
2.3 Kontingenz... 5

3 Diskussion... 5

4 Literatur... 7

1. Einleitung

Der Begriff Zufall kann verschiedene Bedeutungen haben. In den meisten Fällen bedeutet er, dass Ereignisse ohne Regel geschehen aber fast nie bedeutet er ohne Ursachen. Vielfach ist er auch mit relativer Häufigkeit verbunden. Wieso Ereignisse geschehen oder auch nicht ist die Frage und das Rätsel unseres Daseins. Ob es den Zufall überhaupt gibt oder ob es ihn nur für uns gibt ist unbekannt. Jeder Beweis für Zufall wäre paradox, weil es dann kein Zufall mehr wäre wenn man ihn beweisen könnte.

Bis zu Heisenberg fanden das ganze Streben der Wissenschaft und die Suche nach einem Urgrund auf deterministischer Grundlage statt. Seit Urzeiten ist der Determinismus in unserem Denken verankert. Schon bei Demokrit heisst es

Nichts geschieht von ungefähr, sondern alles aus einem notwendigen Grunde“[1].

Diese Annahme bildete eine verlässliche Grundlage für ein Weltbild an dem wir unsere Erfahrungen aufbauen und einordnen konnten um uns in der Welt zurechtzufinden. Daher ist uns nichts so suspekt wie der Zufall. Seine Elimination wurde zum Credo und Ziel der neuzeitlichen Wissenschaft. Durch die Quantenphysik kam die Diskussion auf, ob die Welt fundamental deterministisch ist, oder zufälligen Prinzipien in ihrem Innersten gehorcht. Seit Heisenberg müssen wir widerstrebend anerkennen, daß Zufall ein konstitutives Element unseres Daseins ist. Vielleicht ist das Modell des Zufalls nur ein behelfsmäßiges Verständnis nicht verstehbarer Quanteneffekte die möglicherweise nur in der menschlichen Vorstellung existieren.

Die Wahrnehmung des Zufalls unterliegt auch Täuschungen. Zufall scheint für uns auch die Ursache des freien Willens zu sein.

Ich will in dieser Arbeit versuchen den Begriff des Zufalls genauer zu fassen und einige seiner Spielarten und Definitionen darstellen und anschließend einige Überlegungen über die Bedeutung des Zufalls in unserer Lebenswelt diskutieren.

2. Formen des Zufalls

Umgangssprachlich verwenden wir den Begriff Zufall für Ereignisse die wir nicht kausal erklären können. Zufällig ist alles was von niemandem intendiert ist. Er wird gedanklich meist mit Glück, Pech, Unzuverlässigkeit, Bestimmung, Notwendigkeit, Absichtslosigkeit verortet. Fast nie bedeutet Zufall für uns „ohne Ursache“. Zufall nennen wir, wenn bei gleichen Ausgangssituationen unterschiedliche finale Zustände auftreten und es keine Erklärung dafür gibt. Sein Wesen ist das nicht Beabsichtigte, nicht Gesetzmäßige und nicht Vorhersehbare. Ein Ereignis kann passieren oder auch nicht.

Erbrich nennt drei Arten des Zufalls – Zufälligkeit aus praktischer Unvorhersehbarkeit, Gesetzlosigkeit und als Ursachelosigkeit. Er zieht auch einen Vergleich des Zufalls mit dem Übel als dem Fehlen von etwas was sein sollte aber nicht ist, gleichwohl aber sehr wirkmächtig ist. [2]

2.1 Mangel an Wissen

Keinen Grund angeben können“ heisst epistemischer Zufall (bei Monod essentieller Zufall) im Gegensatz zum ontischen Zufall was „ keinen Grund haben“ bedeutet. Hinter jedem epistemischen Zufall steht auch ein ontischer Zufall.

Es gibt zwei Varianten:

2.1.1 Unvorhersehbarkeit aufgrund der Komplexität der Abläufe

Ein Ereignis ist im Prinzip streng kausal aber so komplex, dass wir es nicht erfassen können. Das geschieht z.B. beim Wurf eines Würfels, den Lottozahlen oder den Wetterereignissen. Die Abläufe geschehen nach Naturgesetzen, aber minimale nicht erfassbare Unterschiede in den Randbedingungen führen zum unvorhersehbaren Verlauf eines Prozesses. Geringste Abweichungen wie z.B. ein Staubkorn auf dem Würfel, eine Unregelmäßigkeit der Unterlage, der Flügelschlag eines Schmetterlings, die Gravitation einer anwesenden Person usw. führen zu Abweichungen die sich wiederum in den Folgeereignissen verstärken. Minimale Abweichungen der Ausgangsposition führen zu gänzlich verschiedenen Abläufen. Der Verlauf, ist zwar theoretisch bestimmbar aber praktisch nicht beherrschbar. In diese Abteilung gehört auch die Chaostheorie. Demnach können deterministische Naturgesetze aufgrund minimaler Unterschiede der Anfangsparameter zu indetermistischen Abläufen führen. Bei den Folgeereignissen können sich diese verstärken (auch Rückkopplung ist möglich) und zu unvorhersehbaren Ereignissen führen. Auch in einer deterministischen Welt können unberechenbare und unvorhersehbare Probleme auftreten, weil man die Umwelt niemals vollständig unberücksichtigt lassen kann. Hierbei muss man auch die Heisenbergsche Unschärferelation mit einbeziehen, nach der man kein Ereignis messen kann ohne es zu beeinflussen, weil der Einfluss des Beobachters auf das Objekt prinzipiell nicht zu elimieren ist.

[...]


[1] Demokrit zit. nach Henning und Kutscha aus Eisler, R.: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, S. 163, Berlin 1904

[2] vgl. Erbrich S. 17

Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Gebrauch des Begriffs Zufall
Hochschule
Hochschule für Philosophie München  (Institut für Grenzfragen der Naturwissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar - Die Ordnung des Universums: Schöpfung, Zufall oder Naturgesetz?
Note
2,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
7
Katalognummer
V323003
ISBN (eBook)
9783668221840
ISBN (Buch)
9783668221857
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zufall, Kontingenz, Wahrscheinlichkeit, Bayes Theorem
Arbeit zitieren
Roland Wegscheider (Autor), 2011, Gebrauch des Begriffs Zufall, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323003

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