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Sprache und Dialekte

Title: Sprache und Dialekte

Presentation (Elaboration) , 2002 , 18 Pages , Grade: 1.5

Autor:in: Monika Draws-Volk (Author)

German Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Geschichte der deutschen Sprache beginnt mit dem Einsetzen schriftlicher Überlieferungen in deutscher Sprache im 8. Jahrhundert, zu bemerken ist, dass die deutschen Mundarten des 7. und frühen 8. Jahrhundert ausschließlich gesprochene Sprachen waren. Erste volkstümliche Texte, die niedergeschrieben wurden, waren ganz auf die Bedürfnisse der Mission und der religiösen Unterweisung ausgerichtet.
Im christlichen Reich Karls des Großen vollzog sich der sprachsoziologische und sprachliche Übergang von Germanisch zu Deutsch. Karl der Große bestimmte, im Rahmen seiner Kulturpolitik, 789 in der Admonitio generalis, dass die im Mittelpunkt der Glaubenslehre stehenden Texte des Glaubensbekenntnisses und Vaterunsers dem Volk von Priestern vorzutragen und zu erklären sei. Die älteste überlieferte Beichtformel ist bairisch.
Die wichtigsten Stammessprachen, aus denen das Deutsche allmählich entstand, waren das Fränkische, das Bairische, das Alemannische und das Sächsische. Das zunächst zufällige räumliche Nebeneinander von Sprachen unterschiedlicher Dialekte führte durch sprachlichen Austausch und Ausgleich, durch im wesentlichen Erscheinungen übereinstimmende Entwicklungstendenzen sowie kulturelle, wirtschaftliche und soziale Beziehungen und die zumindest formale politische Vereinigung zu Ansätzen, gegen Ende des Zeitraums auch zum sprachlichen Ausdruck der Erkenntnis der Zusammengehörigkeit als Deutsche.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Hier wird Deutsch gesprochen

1.1 Was bedeutet Deutsch?

1.2 Der Weg zur Standardsprache

2. Dialekte versus Hochsprache

2.1 Dialekte & Mundarten

2.2 Die Einheit der Hochsprache

2.3 Der Einfluss regionaler Dialekte auf die Hochsprache

2.4 Höhepunkte der deutschen Literatur

2.5 Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und Entwicklung der deutschen Sprache unter besonderer Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen regionalen Dialekten und der normierten Hochsprache. Ziel ist es, den Ursprung des Begriffs "Deutsch" nachzuvollziehen sowie die soziokulturellen Einflüsse auf die Herausbildung der Standardsprache und den heutigen Stellenwert von Dialekten zu analysieren.

  • Historische Herleitung des Begriffs „Deutsch“ und seiner Bedeutungswandlungen.
  • Die Entwicklung der Standardsprache aus barocken Sprachgesellschaften bis zur Rechtschreibreform.
  • Strukturelle Analyse verschiedener Dialektlandschaften (Bairisch, Schwäbisch-Alemannisch, Hessisch, Niederdeutsch).
  • Soziolinguistische Betrachtung des Dialektgebrauchs in der modernen Gesellschaft und dessen Identitätsfunktion.

Auszug aus dem Buch

1.1 Was bedeutet Deutsch?

Es stellt sich die Frage: „Was bedeutet Deutsch?“ Viele Politiker, Wissenschaftler und Künstler haben versucht, das deutsche Wesen, die deutsche Seele, den deutschen Menschen, mit einem Wort das Deutsche zu ergründen.

Um die Bedeutung von Wörtern zu beschreiben schaut man am besten auf deren Gebrauch. Im Ausdruck „Hier wird Deutsch gesprochen“ bezieht sich Deutsch auf eine Sprache. In der Wendung deutsche Frauen, deutscher Wein und deutscher Sang auf ein Volk. Deutsche Lande bezeichnet ein geographisches Gebiet, deutsche Philosophie und deutsche Musik sind Ausprägungen einer Kultur.

Der Worttyp Deutsch enthält also fünf Bedeutungsgeschichten; sie beziehen sich auf die Sprache, das Volk, das Land, die Kultur und den Staat. Geschichtlich gesehen haben sich die fünf Bedeutungen von Deutsch nacheinander ausgeprägt. Die älteste Bedeutungsgeschichte ist die sprachliche. In der latinisierten Form theodiscus ist Deutsch als Sprachname seit 786 bezeugt, als der päpstliche Nuntius Georg von Ostia dem Papst Hadrian I. über zwei Synoden, die in England stattfanden, berichtete. Dabei wurden die Beschlüsse sowohl lateinisch als auch Volkssprachlich (latine und theodisce) verlesen, damit alle sie verstehen konnten.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Beschreibt die Anfänge der deutschen Sprache im 8. Jahrhundert sowie die religiös geprägten ersten Schriftzeugnisse im Reich Karls des Großen.

1. Hier wird Deutsch gesprochen: Analysiert die semantische Entwicklung des Begriffs "Deutsch" von einer Sprachbezeichnung bis hin zum nationalen Kultur- und Staatsbegriff.

1.1 Was bedeutet Deutsch?: Untersucht die fünf Bedeutungsschichten (Sprache, Volk, Land, Kultur, Staat) und deren historische Ausprägung seit dem Mittelalter.

1.2 Der Weg zur Standardsprache: Erläutert die Normierungsbestrebungen ab dem 17. Jahrhundert und den Weg zur einheitlichen deutschen Rechtschreibung am Ende des 19. Jahrhunderts.

2. Dialekte versus Hochsprache: Setzt den Fokus auf das Verhältnis zwischen der normierten Schriftsprache und den regionalen Varietäten in Deutschland.

2.1 Dialekte & Mundarten: Definiert den Begriff Dialekt sprachwissenschaftlich und thematisiert die Wahrnehmung sowie die Verbreitung von Mundarten.

2.2 Die Einheit der Hochsprache: Reflektiert den Anspruch der hochdeutschen Einheit im Kontrast zur gelebten sprachlichen Vielfalt im Alltag.

2.3 Der Einfluss regionaler Dialekte auf die Hochsprache: Untersucht spezifische Dialekträume wie das Bairische, Schwäbisch-Alemannische, Hessische und Niederdeutsche sowie deren Prägung der Gemeinsprache.

2.4 Höhepunkte der deutschen Literatur: Überträgt exemplarisch klassische literarische Stoffe in die Dialektsprache des Ruhrgebiets, um deren Ausdrucksmöglichkeiten zu demonstrieren.

2.5 Zusammenfassung: Fasst den Wandel der Dialekte in der modernen Gesellschaft durch Medieneinfluss und soziale Anpassung zusammen.

Schlüsselwörter

Deutsche Sprache, Sprachgeschichte, Dialekt, Hochsprache, Standardsprache, Althochdeutsch, Mundart, Sprachnormierung, Sprachgesellschaften, Soziolinguistik, Identität, Niederdeutsch, Sprachwandel, Regionalsprache, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Entstehung, Entwicklung und den soziolinguistischen Status der deutschen Sprache im Kontext ihrer regionalen Vielfalt und der Herausbildung einer Standardsprache.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Bedeutungsgeschichte des Wortes "Deutsch", der Prozess der sprachlichen Normierung, die Charakteristika spezifischer Dialekträume und der Einfluss der Moderne auf regionale Sprechweisen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das komplexe Zusammenspiel zwischen der einheitlichen Hochsprache und der Bewahrung regionaler Identitäten durch Dialekte historisch und sprachwissenschaftlich aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-deskriptive Methode angewandt, die auf Sprachdokumenten, Wörterbuch-Analysen und literarischen Belegen basiert, um Sprachwandelprozesse nachzuvollziehen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsgenese von "Deutsch", die Institutionalisierung der Standardsprache durch Konferenzen und Sprachgesellschaften sowie die detaillierte Beschreibung deutscher Dialektgebiete.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sprachgeschichte, Dialekt, Hochsprache, Identität und Sprachwandel charakterisiert.

Wie hat sich die Einschätzung von Dialekten in der hessischen Region seit den 70er Jahren verändert?

Die abwertende Sichtweise als "minderwertiges Deutsch" hat abgenommen; stattdessen wuchs das Selbstbewusstsein der Sprecher, die den Dialekt nun als Identitätssymbol und Ausdruck regionaler Verbundenheit schätzen.

Warum verlor das Niederdeutsche seine Rolle als weitreichende Handels- und Schriftsprache?

Durch die Neuordnung der Handelswege nach dem Niedergang der Hanse und die Ausrichtung nach Süden im Zuge der Reformation setzten sich hochdeutsche Kanzleisprachen durch, was die Rolle des Niederdeutschen zur Umgangssprache reduzierte.

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Details

Title
Sprache und Dialekte
College
University of Heidelberg  (Germanistisches Institut)
Grade
1.5
Author
Monika Draws-Volk (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V32308
ISBN (eBook)
9783638330596
ISBN (Book)
9783638921565
Language
German
Tags
Sprache Dialekte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Monika Draws-Volk (Author), 2002, Sprache und Dialekte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32308
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