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Asymmetrische Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt. Instrumente der Unternehmen zur Überbrückung

Titel: Asymmetrische Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt. Instrumente der Unternehmen zur Überbrückung

Hausarbeit , 2015 , 13 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Dustin Lehmann (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf dem Nachhilfemarkt ist davon auszugehen, dass es eine starke asymetrische Informationsverteilung gibt. Sollte dies der Fall sein, müssten es Bestrebungen der Unternehmen geben, diese zu überwinden um Verträge trotzdem abschließen zu können. Diese Arbeit untersucht diese Bestrebungen.

Der Begriff „asymmetrische Informationsverteilung“ stammt aus der neuen “Institutionenökonomik“ und beschreibt Situationen, in denen einer der Vertragspartner mehr relevante Informationen für einen etwaigen Vertragsabschluss besitzt als der andere. Der Nachhilfemarkt dürfte als Markt mit einer klassische nAuftraggeber und Auftragnehmer Rollenverteilung ein Markt sein, auf dem asymmetrische Informationsverteilung besteht.

Durch das Aufkommen von kommerziellen Anbietern mit dem Interesse an langfristigen Verträgen wäre davon auszugehen, dass das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung dazu führen könnte, dass langfristige Verträge nicht abgeschlossen werden. Sollte dieses Problem sich tatsächlich wie beschrieben zu erkennen geben, dann müsste es auch Werkzeuge der Anbieter geben, um dieses Problem zu umgehen, um trotzdem zu Vertragsabschlüssen zu kommen. Ziel der Arbeit soll es daher sein, zu überprüfen ob und in welcher Form asymmetrische Informationsverteilung zwischen dem Nachfrager und den kommerziellen Anbietern auf dem Nachhilfemarkt zu beobachten sind und zu untersuchen, ob die Anbieter Werkzeuge einsetzen um trotzdem zu Vertragsabschlüssen zu gelangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Nachhilfemarkt

3 Das Prinzip der asymmetrischen Informationsverteilung

4 Das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt

5 Werkzeuge und Anbieter

5.1 Studienkreis (ohne Tutoria)

5.2 Schülerhilfe

5.3 Abacus

5.4 Tutoria

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob und in welcher Form asymmetrische Informationsverteilung auf dem kommerziellen Nachhilfemarkt zwischen Nachfragern und Anbietern existiert und welche Instrumente Unternehmen einsetzen, um trotz dieser Informationsasymmetrien langfristige Vertragsabschlüsse zu erzielen.

  • Grundlagen der Institutionenökonomik und asymmetrischer Informationsverteilung
  • Strukturanalyse des deutschen Nachhilfemarktes und seiner Entwicklung
  • Anwendung der Konzepte „Prinzipal-Agent“, „Signaling“ und „Screening“ auf Nachhilfeinstitute
  • Vergleichende Analyse der Qualitätsmanagement- und Werbemaßnahmen führender Anbieter

Auszug aus dem Buch

3 Das Prinzip der asymmetrischen Informationsverteilung

Im Folgenden soll das Prinzip der asymmetrischen Informationsverteilung kurz erläutert werden, um dann zu untersuchen, in wieweit sich dieses im Bereich der Nachhilfe zeigt.

Asymmetrische Informationsverteilung liegt dann vor, wenn ein Marktteilnehmer bei einer geplanten Interaktion mit einem anderen Marktteilnehmer über Informationen, beziehungsweise Informationsvorsprünge verfügt, die der andere nicht hat, beziehungsweise, die der Andere nicht haben kann (Kräkel, 1999, S. 20f.). Die beiden Vertragspartner lassen sich nicht nur nach ihrem Informationsstand, sondern auch nach ihrer Rolle unterscheiden, die ihnen in der zu betrachtenden Marktbeziehung zukommt. Unterschiedet man bei einem Kaufvertrag noch zwischen Käufer und Verkäufer, so nennt man die Interaktionspartner bei einer Auftragsbeziehung Prinzipal und Agent. Hierbei ist davon auszugehen, dass der Agent die besser informierte Person ist (ebd., S. 21). Als Beispiel kann man den Arbeitnehmer (Agent) nennen, der bei einem Bewerbungsverfahren auf eine Arbeitsstelle eine genaue Vorstellung von seinen Qualifikationen besitzt, während der Prinzipal seine Informationen nur ungenau aus etwaigen Zertifikaten und den Aussagen des Agenten ziehen kann. Es gibt unterschiedliche Formen von asymmetrischer Informationsverteilung. Zum einen die hidden action und zum anderen die hidden information. Bei der hidden action hat der Agent Handlungsalternativen, die dem Prinzipal nicht beobachtbar sind. Bei der hidden information hat der Agent Informationen über sich selbst oder entscheidungsrelevanter Zustände, die der Prinzipal nicht hat (ebd., S.22). Wenn der Agent nun nach Vertragsabschluss eine Handlungsalternative wählt, bei der er sich opportunistisch verhält, dann spricht man von moral hazard. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Fußballer nach Vertragsabschluss kein Trainingseinsatz mehr zeigt uns seinen Vertrag „aussitzt“. Ein typisches Folgeproblem von hidden informations ist die sogenannte adverse Selektion. Dies beschreibt den Prozess, dass qualitativ höherwertige Güter nicht gehandelt werden, obwohl es eine beidseitige Tauschbereitschaft gibt, da die Qualitätsunterschiede zum günstigeren Gut nicht im Voraus ersichtlich sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert das Problem asymmetrischer Informationsverteilung im Kontext des Nachhilfemarktes und formuliert das Ziel, die entsprechenden Instrumente der Anbieter zu untersuchen.

2 Der Nachhilfemarkt: Dieses Kapitel beleuchtet das kontinuierliche Marktwachstum und die hohe Bedeutung kommerzieller Anbieter wie Studienkreis und Schülerhilfe innerhalb der letzten Jahrzehnte.

3 Das Prinzip der asymmetrischen Informationsverteilung: Hier werden theoretische Grundlagen wie Prinzipal-Agent-Beziehungen, Hidden Action, Hidden Information, Moral Hazard und Adverse Selektion erläutert.

4 Das Problem der asymmetrischen Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt: Das Kapitel überträgt die theoretischen Modelle auf die Praxis und verdeutlicht den Informationsrückstand der Eltern hinsichtlich der Qualifikation der Nachhilfelehrer.

5 Werkzeuge und Anbieter: Es wird analysiert, welche Signaling- und Screening-Instrumente durch Anbieter wie Studienkreis, Schülerhilfe, Abacus und Tutoria genutzt werden, um Vertrauen zu schaffen.

6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass insbesondere Marktführer intensive Signaling-Maßnahmen betreiben, um langfristige Verträge abzusichern, wobei objektive Qualitätsmerkmale für Lehrkräfte weitgehend fehlen.

Schlüsselwörter

Asymmetrische Informationsverteilung, Nachhilfemarkt, Prinzipal-Agent-Theorie, Signaling, Screening, Hidden Action, Hidden Information, Moral Hazard, Adverse Selektion, Institutionenökonomik, Studienkreis, Schülerhilfe, Qualitätsmanagement, Bildungsökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht das Marktversagen durch Informationsasymmetrien zwischen Anbietern von Nachhilfeunterricht und den zahlenden Kunden (Eltern).

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Die Untersuchung deckt die theoretischen Grundlagen der Informationsökonomik sowie die praktische Marktsituation der führenden deutschen Nachhilfeinstitute ab.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu prüfen, inwieweit Nachhilfeanbieter Werkzeuge einsetzen, um das Informationsgefälle zu überbrücken und Kunden trotz Asymmetrien zum Vertragsschluss zu bewegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es erfolgt eine theoretische Herleitung durch institutionenökonomische Modelle, kombiniert mit einer strukturierten Marktanalyse der Qualitäts- und Werbestrategien bekannter Anbieter.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil analysiert die konkreten Signalmechanismen wie TÜV-Zertifizierungen, Testsiege und kostenlose Probestunden bei Anbietern wie Studienkreis, Schülerhilfe und Abacus.

Welche Begriffe beschreiben die Kernproblematik am besten?

Die zentralen Begriffe sind asymmetrische Informationsverteilung, Signaling, Screening, Moral Hazard und adverse Selektion.

Wie unterscheidet sich die Strategie von Abacus von der der großen Marktführer?

Im Gegensatz zu Studienkreis und Schülerhilfe bietet Abacus Verträge ohne Mindestlaufzeit an, was das Risiko für den Kunden bei Informationsasymmetrien deutlich reduziert.

Welche Rolle spielt die Zertifizierung durch den TÜV in der Argumentation des Autors?

Der Autor führt die TÜV-Zertifizierungen als ein zentrales Signaling-Instrument an, mit dem die großen Anbieter versuchen, ihre Qualität gegenüber den Kunden nachweisbar zu belegen.

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Details

Titel
Asymmetrische Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt. Instrumente der Unternehmen zur Überbrückung
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Sozialökonomie)
Veranstaltung
Ökonomische Aspekte der Bildungspolitik
Note
2,0
Autor
Dustin Lehmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V323103
ISBN (eBook)
9783668222649
ISBN (Buch)
9783668222656
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhilfe Bildungspolitik asymetrische Informationsverteilung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dustin Lehmann (Autor:in), 2015, Asymmetrische Informationsverteilung auf dem Nachhilfemarkt. Instrumente der Unternehmen zur Überbrückung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323103
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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