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Kontingenz und Koinzidenz. W.G.Sebalds Kritik an der reinen Vernunft

Titel: Kontingenz und Koinzidenz. W.G.Sebalds Kritik an der reinen Vernunft

Bachelorarbeit , 2006 , 43 Seiten , Note: 8+

Autor:in: Edo Essed (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Bachelorarbeit will die Frage beantworten, wie W.G. Sebald innerhalb einer großen Vernetzung von Texten (Intertextualität) und besonders im Zusammenhang des eigenen Gesamtwerkes gelesen werden sollte. Dabei wird namentlich seinem ersten Prosawerk "Schwindel. Gefühle" Aufmerksamkeit geschenkt.

Sebald hat keine Romane geschrieben, seine literarischen Werke sind nicht immer klar von seinen wissenschaftlichen Publikationen zu trennen und in den fast vierzig Jahren seiner Tätigkeit als Schriftsteller, Wissenschaftler und Dozent hat er sich mit Literatur beschäftigt. Seine Laufbahn hat ihm nicht nur große Kenntnisse der europäischen Literatur gebracht, sondern auch Erfahrung mit literaturwissenschaftlichen und philosophischen Fragen.

In mancher Hinsicht könnte man Sebalds literarisches Oeuvre als Fortsetzung seiner Tätigkeit in Forschung und Lehre betrachten. Dies ließe sich an seinem Gesamtwerk aufzeigen, aber auch am Einzelwerk. Die Gefahr einer solchen Detailstudie liegt jedoch darin, dass sie ungenügend die großen Linien der aufeinander folgenden Publikationen berücksichtigt. Die vorliegende Arbeit analysiert ein Einzelwerk, zieht aber auch viele Veröffentlichungen heran, die die großen Verbindungslinien sichtbar machen. So wurde eine zu große Blickverengung vermieden.

Die vorliegende Arbeit geht davon aus, dass viele Aspekte in Sebalds Oeuvre dem unvorbereiteten Leser entgehen. Einige von diesen Aspekten werden hier im Rahmen der Intertextualität, wie dieser Begriff von Julia Kristeva und Roland Barthes geprägt wurde, behandelt, es wurden aber auch die Verbindungen (Themen, Motive) innerhalb des Gesamtwerkes Sebalds gezeigt. Das Ziel der vorliegenden Arbeit könnte damit folgendermaßen formuliert werden: Sie will die Frage beantworten, wie W.G. Sebald innerhalb dieser großen Vernetzung von Texten und besonders im Zusammenhang des eigenen Gesamtwerkes gelesen werden sollte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Intertextualität

1.1 Stil und Intertextualität

1.2 Eine kurze, historische Übersicht des Begriffs Intertextualität

1.3 Intertextualität nach Barthes

1.4 Literaturwissenschaftliche Anwendung

1.5 Literarische Anwendung

2 Biographie Sebalds

3 Schwindel. Gefühle. Beim Lesen

3.1 Struktur

3.1.1 Beyle – Beyle oder das merckwürdige Faktum der Liebe

3.1.2 Kafka – Dr. K .s Badereise nach Riva

3.1.4 Tryptichon Beyle-Sebald-Kafka

4. Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexe, intertextuelle Vernetzung im Werk des Schriftstellers W.G. Sebald, mit einem besonderen Fokus auf sein erstes Prosawerk "Schwindel. Gefühle". Das primäre Ziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Sebald durch die Einbindung verschiedener literarischer und nicht-literarischer Prätexte sowie eine spezifische Schreibweise beim Leser ein Bewusstsein für die Kontingenz des Daseins und die Vielschichtigkeit von Erinnerungsprozessen erzeugt.

  • Intertextualitätstheorien von Julia Kristeva und Roland Barthes
  • Strukturanalyse von W.G. Sebalds "Schwindel. Gefühle"
  • Die Rolle der Autobiographie und Faktizität in Sebalds Erzählverfahren
  • Die Funktion von Illustrationen und Bildquellen im literarischen Kontext
  • Das Tryptichon Beyle-Sebald-Kafka als Beispiel für thematische Vernetzung

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Beyle – Beyle oder das merckwürdige Faktum der Liebe

Mitte Mai des Jahres 1800 zog Napoleon mit 36000 Mann über den Großen St. Bernhard, ein Unternehmen, das bis zu diesem Zeitpunkt für so gut wie ausgeschlossen gegolten hatte. Fast vierzehn Tage lang bewegte sich ein unabsehbarer Zug von Menschen, Tieren und Material von Martigny aus über Orsières durch das Tal von Entremont und sodann in endlos scheinenden Serpentinen hinauf auf die zweieinhalbtausend Meter über dem Spiegel des Meeres liegende Höhe des Passes, wobei die schweren Kanonenrohre der Truppe in ausgehöhlten Baumstämmen teils über den Schnee und das Eis, teils über die bereits aperen Felsplatten geschleift werden mußten. Zu den wenigen nicht namenlos gebliebenen Teilnehmern an dieser legendären Alpenüberquerung gehörte Henri Beyle.

Er war damals siebzehn Jahre alt, sah das Ende seiner ihm auf das tiefste verhaßten Kindheit und Jugend gekommen und stand mit einiger Begeisterung im Begriff, seine Laufbahn im Dienste des Heeres anzutreten, die ihn, wie wir wissen, noch weit in Europa herumführen sollte. Die Notizen, in denen Beyle im Alter von dreiundfünfzig Jahren—er hielt sich zur Zeit ihrer Niederschrift in Civita Vecchia auf—die Strapazen jener Tage aus dem Gedächtnis herauszuholen versucht, demonstrieren eindringlich verschiedene Schwierigkeiten der Erinnerung [...].

In wenigen Sätzen wird so eine Reise über den St. Bernardpass zusammengefasst, die von Stendhal selbst in Vie de Henri Brulard anders beschrieben wird. Man erkennt da drei Themen, die an mehreren Stellen in Schwindel. Gefühle wiederkehren: die Koinzidenz des Daseins, die Unzuverlässigkeit des menschlichen Gedächtnisses und das Leiden der vielen namenlos Gebliebenen am Lauf der Geschichte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von W.G. Sebald als Schriftsteller ein und begründet die methodische Herangehensweise der Arbeit über die Intertextualität in seinem Werk.

1. Intertextualität: In diesem theoretischen Kapitel werden die Begriffe und Konzepte zur Intertextualität, insbesondere nach Julia Kristeva und Roland Barthes, erläutert und deren Relevanz für eine literaturwissenschaftliche Analyse definiert.

2 Biographie Sebalds: Das Kapitel widmet sich den lebensgeschichtlichen Hintergründen von W.G. Sebald, soweit diese für das Verständnis seiner literarischen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen relevant sind.

3 Schwindel. Gefühle. Beim Lesen: Dieser Teil bietet eine detaillierte Analyse des Werks "Schwindel. Gefühle", wobei die Struktur, das Tryptichon Beyle-Sebald-Kafka und die intertextuellen Bezüge in den einzelnen Erzählteilen untersucht werden.

4. Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Analyse zusammengefasst und Ansätze für zukünftige Forschungen zum Oeuvre von W.G. Sebald aufgezeigt.

Schlüsselwörter

W.G. Sebald, Intertextualität, Schwindel. Gefühle, Literaturwissenschaft, Erinnerung, Identität, Stendhal, Franz Kafka, Prätext, Bildmedien, Fakt und Fiktion, Kontingenz, Bricolage, Narrativik, europäische Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die intertextuellen Verflechtungen in W.G. Sebalds Werk, insbesondere in seinem Buch "Schwindel. Gefühle", um aufzuzeigen, wie der Autor literarische und historische Bezüge nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den zentralen Themen gehören die Unzuverlässigkeit der Erinnerung, die Identitätssuche des Individuums, die Rolle des Holocaust in der Literatur sowie die Darstellung von Geschichte und Zeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Ziel ist es zu beantworten, wie W.G. Sebald innerhalb seines komplexen Geflechts von Verweisen gelesen werden sollte und welche methodischen Ansätze sich für eine Untersuchung seiner Intertextualität eignen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die sich auf poststrukturalistische Konzepte der Intertextualität nach Roland Barthes und Julia Kristeva stützt sowie textanalytische Verfahren nach Jörg Helbig einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Werk "Schwindel. Gefühle", der darin enthaltenen Struktur, dem Tryptichon von Beyle-Sebald-Kafka und der Bedeutung autobiographischer Daten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Intertextualität, Schwindel. Gefühle, Erinnerung, Faktizität, Bild-Text-Beziehung und die Vernetzung innerhalb des Gesamtwerks von W.G. Sebald.

Wie spielt das Thema der "Bricolage" in die Analyse hinein?

Das Konzept der Bricolage nach Claude Lévi-Strauss wird als eine zentrale intertextuelle Verfahrensweise Sebalds interpretiert, durch die heterogene Elemente sinnvoll miteinander verknüpft werden.

Warum spielt die Rolle der Illustrationen eine besondere Rolle in der Arbeit?

Die Illustrationen werden nicht als bloße Dekoration, sondern als integrativer Bestandteil des Textes verstanden, der die intertextuellen Zusammenhänge und die Wahrnehmung des Lesers aktiv mitgestaltet.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kontingenz und Koinzidenz. W.G.Sebalds Kritik an der reinen Vernunft
Hochschule
Radboud Universiteit Nijmegen  (Faculteit der Letteren)
Note
8+
Autor
Edo Essed (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
43
Katalognummer
V323215
ISBN (eBook)
9783668221543
ISBN (Buch)
9783668221550
Sprache
Deutsch
Schlagworte
W.G. Sebald Gesamtwerk Kritik an der reinen Vernunft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Edo Essed (Autor:in), 2006, Kontingenz und Koinzidenz. W.G.Sebalds Kritik an der reinen Vernunft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323215
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Leseprobe aus  43  Seiten
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