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Der Mensch als Automat. Die Frauenbilder im Pygmalionmythos und bei E.T.A. Hoffmanns DER SANDMANN

Titel: Der Mensch als Automat. Die Frauenbilder im Pygmalionmythos und bei E.T.A. Hoffmanns DER SANDMANN

Hausarbeit , 2011 , 12 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Gedanke bzw. das Bedürfnis danach, sich einen Menschen so zu gestalten, wie er für einen selbst am besten ist, ist kein neuer. In der Antike lässt schon Homer Hephaistos Automaten aus Gold erschaffen, die ihm gefügig bei der Arbeit zur Seite stehen. Dieses Bestreben ändert sich mit der Zeit nicht, nur die ‚Schöpfer‘ nehmen irdischere Gestalt an: Sind es in der Antike in den meisten Fällen die Götter, denen es vorbehalten ist, Androiden zu erschaffen, übernehmen dies später Künstler und Mechaniker bzw. Naturwissenschaftler.

Allen gemeinsam ist nicht nur der Wunsch nach dem vollkommenen äußeren Abbild des Menschen, sondern auch die Perfektion seines Verhaltens. Der Mensch möchte die Natur unterwerfen und durchaus Ebenbilder von Göttern erschaffen, da die Natur dies nicht fertig zu bringen scheint. In den Vordergrund tritt damit einhergehend auch zunehmend die Frage, wodurch künstlicher & natürlicher Mensch sich noch unterscheiden und was einer dem anderen voraus haben sollte.

Mit dieser Problematik wird sich sowohl in der Pygmalionepisode von Ovids Metamorphosen als auch in E.T.A. Hoffmanns DER SANDMANN befasst. Beiden ist offensichtlich gemeinsam, dass das vollkommene Ebenbild einer Frau durch Menschenhand erschaffen werden soll. Diese Hausarbeit versucht im Folgen-den zu klären, wodurch für die jeweiligen Protagonisten eben jenes zu entstehen scheint. Das Hauptaugenmerk soll hierbei denjenigen gelten, die sich von der vermeintlichen Perfektion täuschen lassen sowie deren generelle Interkation sowohl mit menschlichen als auch den nicht-menschlichen Individuen. Weiterhin wird versucht werden, auf die äußerlichen und ethischen Charakteristika der verschiedenen Frauenbilder einzugehen und mögliche Gleichnisse bzw. Unterschiede zwischen diesen festzustellen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Überdauern mythologischer Motive

2. Frauenbilder im Pygmalionmythos

2.1 Allgemeines zu Pygmalion

2.2 Pygmalion und die Frauen

3. Frauenbilder im Sandmann

3.1 Clara

3.2 Olimpia

3.3 Clara & Olimpia im Vergleich

4. Vergleich und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion weiblicher Identitätsbilder und die Sehnsucht nach technischer sowie ästhetischer Perfektion durch den Vergleich des antiken Pygmalionmythos mit E.T.A. Hoffmanns Erzählung Der Sandmann.

  • Analyse des Pygmalionmythos als Ursprung des Automatengedankens
  • Untersuchung der weiblichen Figuren Clara und Olimpia bei Hoffmann
  • Vergleich von menschlicher Natürlichkeit und künstlicher, mechanischer Perfektion
  • Kritik an patriarchalen Projektionen in der Kunst und Gesellschaft
  • Reflektion über das Streben nach dem perfekten Abbild des Menschen

Auszug aus dem Buch

3.1 Clara

Hoffmann arbeitet zuweilen mit sprechenden Namen. Zunächst scheint Clara hierfür ein Paradebeispiel: Aus dem Lateinischen kommend, bedeutet der Name hell, deutlich, klar. Und immerhin wird Clara im Verlauf der Geschichte immer wieder bescheinigt, dass sie Dinge generell nüchtern betrachtet und versucht, diese ganz unromantisch im Sinne der Aufklärung zu bewerten.

Obwohl sie sich durch ein „tiefes weiblich zartes Gemüt“ auszeichnet, ist Clara eher schweigsamer Natur, sodass Gesprächspartner in ihrer Gegenwart genötigt fühlen müssen, dem entgegen zu wirken, indem sie selbst viel reden und sich dadurch profilieren. Clara begegnet diesen hauptsächlich mit non-verbaler Kommunikation, zum Beispiel mit dem ihr so eigentümlichen „feine[n] ironische[n] Lächeln“ oder einen „helle[n] Blick“.

Da also zu dem Gesagten vonseiten Claras nur gelegentlicher Widerspruch kommt, neigt der Gesprächspartner dazu, dies als stillschweigendes Einvernehmen zu betrachten und so bleiben seine eigenen Vorstellungen, die er von ihr hat, weitgehend unreflektiert und er glaubt, sich in ihr wiedererkennen zu können.

Dies scheint Nathanael zumindest anfänglich durchaus an ihr zu schätzen. Zwar richtet er den Brief, in dem er seine Kindheitsängste und Albträume schildert, nur aus einem Versehen heraus an Clara, schon in dem Wissen, dass er bei ihr auf wenig Mitgefühl für sein darin geschildertes Problem stößt. Dennoch scheint er mit ihrer Antwort zufrieden und beruhigt, da sie, wie es ihrem rationalen Gemüt eigen ist, seine Ängste nur als Hirngespinste abtut und ihm berichtet, dass sie selbst in der Lage war, obwohl von dieser Geschichte durchaus geschockt, problemlos zur Tagesordnung übergehen konnte. Dennoch wird sie für die gleiche Eigenschaft auch als „kalt, gefühllos [und] prosaisch gescholten“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Überdauern mythologischer Motive: Dieses Kapitel führt in die zeitlose Faszination der Erschaffung künstlicher Menschen ein und verknüpft antike Mythen mit dem modernen Streben nach Perfektion.

2. Frauenbilder im Pygmalionmythos: Hier wird die klassische Erzählung von Pygmalion analysiert, wobei besonders die Motivlage des Künstlers und die Rolle des geschaffenen Frauenbildes beleuchtet werden.

3. Frauenbilder im Sandmann: Dieses Kapitel kontrastiert die reale Figur Clara mit der Automatenfigur Olimpia, um Nathanaels Wahrnehmung und Projektionen zu untersuchen.

4. Vergleich und Fazit: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und reflektiert die Gefahren, die aus der Idealisierung künstlicher Konstrukte gegenüber realen Menschen entstehen.

Schlüsselwörter

Pygmalion, Der Sandmann, E.T.A. Hoffmann, Automaten, Frauenbilder, Identität, Perfektion, Aufklärung, Mythologie, Mensch-Maschine-Verhältnis, Konstruktion, Künstliche Intelligenz, Romantik, Psychologie, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung und Konstruktion von Frauenbildern im Kontext des Pygmalionmythos und der Erzählung Der Sandmann von E.T.A. Hoffmann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Automatenmotiven, der Differenz zwischen menschlicher Realität und idealisierter Kunstfigur sowie der Kritik an der Objektifizierung des weiblichen Geschlechts.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie männliche Protagonisten durch die Erschaffung oder Idealisierung von (künstlichen) Frauenfiguren versuchen, sich selbst zu verwirklichen und dabei die Realität verkennen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, um die Parallelen und Unterschiede in der Charakterzeichnung und dem mythologischen Bezugsrahmen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem antiken Pygmalionmythos und einer tiefgehenden Charakteranalyse von Clara und Olimpia in Hoffmanns Werk.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pygmalion, Automaten, Frauenbilder, Perfektion und das Mensch-Maschine-Verhältnis charakterisiert.

Warum spielt der Name der Figur "Clara" eine besondere Rolle im Text?

Die Autorin hebt hervor, dass der Name "Clara" etymologisch für Klarheit steht, was ihre rationale und aufklärerische Art unterstreicht, die oft als Gegensatz zu Nathanaels romantischem Wahnsinn fungiert.

Inwiefern unterscheidet sich die Bewertung von Olimpia durch Nathanael?

Nathanael interpretiert Olimpias Starrheit und ausdruckslose Stille fälschlicherweise als tiefgründige Zurückhaltung, was seine emotionale Distanz zur Realität und seine Fixierung auf das künstliche Ideal verdeutlicht.

Welches Fazit zieht die Arbeit in Bezug auf moderne Technologie?

Die Arbeit spannt den Bogen bis ins 21. Jahrhundert und hinterfragt, ob das Streben nach der technischen Perfektion des Menschen, wie sie in den untersuchten Mythen angelegt ist, ethisch erstrebenswert bleibt.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Mensch als Automat. Die Frauenbilder im Pygmalionmythos und bei E.T.A. Hoffmanns DER SANDMANN
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
Einführung in die Neuere Deutsche Literatur
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
12
Katalognummer
V323305
ISBN (eBook)
9783668223974
ISBN (Buch)
9783668223981
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ovid E.T.A. Hoffmann Pygmalion Sandmann Vergleich Automat Mensch als Maschine Mythos Antike Romantik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2011, Der Mensch als Automat. Die Frauenbilder im Pygmalionmythos und bei E.T.A. Hoffmanns DER SANDMANN, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323305
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Leseprobe aus  12  Seiten
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