Im Jahr 1985 erschien im Diogenes Verlag ein Roman eines deutschsprachigen Autors, den es in dieser Form noch nicht gab. Es handelt sich um Patrick Süskinds „Das Parfum - Die Geschichte eines Mörders“. Obwohl weder über den Autor selbst, noch über die genaue Entstehungsgeschichte des Buches viel bekannt ist, wurde der Stoff ein Verkaufsschlager.
Es war wahrscheinlich, dass so ein erfolgreiches Buch verfilmt werden sollte. Süskind wollte am Anfang sein Buch nicht freigeben, obwohl Regisseure wie Steven Spielberg, Tim Burton, Ridley Scott und Bernd Eichinger Interesse zeigten. 2001, 20 Jahre nach Erscheinung des Buches, überließ Patrick Süskind Bernd Eichinger, einem guten Freund die Rechte an “Das Parfum“.
In Zusammenarbeit mit Tom Tykwer, arbeitete Eichinger 5 Jahre an der Produktion des Films bis er 2006 erschien.
Im Folgenden werde ich die Romanvorlage in zwei Punkten mit dessen Verfilmung vergleichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Erzähler
2.1. Süskinds Erzähler
2.2. Tykwers Erzähler
3. Vergleich des Anfangs
3.1. Der Anfang des Buches
3.2. Der Anfang des Films
4. Der Schluss
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit widmet sich dem Vergleich zwischen Patrick Süskinds Roman „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ und der gleichnamigen Verfilmung durch Tom Tykwer, wobei der Fokus insbesondere auf der erzählerischen Gestaltung und der strukturellen Umsetzung des Anfangs sowie des Schlusses liegt.
- Analyse der auktorialen Erzählweise im Roman
- Untersuchung der filmischen Erzählmittel und der Rolle der Voice-over-Stimme
- Vergleich der Exposition und der räumlichen Inszenierung in Buch und Film
- Gegenüberstellung der Charakterdarstellung des Protagonisten Grenouille
- Bewertung der strukturellen Anpassungen für die filmische Adaption
Auszug aus dem Buch
3.1. Der Anfang des Buches
Patrick Süskind beginnt seinen Roman mit der Epocheneinordnung sowie mit der Bestimmung des Ortes. Die Geschichte spielt sich im 18. Jahrhundert in Frankreich ab. Danach führt er erst die Hauptfigur namens Jean-Baptiste Grenouille ein. Letzterer wird als ein Mann beschrieben, “der zu den genialsten und abscheulichsten Gestalten“ gehört “und wenn sein Name [...], heute in Vergessenheit geraten ist,“ dann nur, “weil sein Genie und sein einziger Ehrgeiz auf ein Gebiet beschränkte, welches in der Geschichte keine Spuren hinterlässt: auf das flüchtige Reich der Gerüche“.
Nachdem der Erzähler den Leser in Kenntnis gesetzt hat, beschreibt er bildlich und detailliert das Paris des 18. Jahrhunderts.
Dieser erste Absatz ist laut Frizen gleichzeitig Ouvertüre und Vorgeschichte. Die Ouvertüre soll eine Variation des Gestanks darstellen, die gleichzeitig auf die Lebensgeschichte des “Genie-Parfümeurs“ vorbereiten soll.
Aus der Film-Perspektive betrachtet, verwendet Süskind eine Totale. Die Kamera richtet sich auf das ganze Land im 18. Jahrhundert, dann setzt das Zoomen ein. Der Handlungsort wird somit eingegrenzt. Die Kamera verlässt die “olympische Position“ und nähert sich langsam an den Fischmarkt, “dem allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs“. Die Beschreibung der vereinzelten Gerüche lässt den Leser nicht nur erahnen, wie es damals war, sondern er hat das Gefühl inmitten des Gestanks auf dem Pariser Fischmarkt zu stehen.
Der erste Absatz ist geprägt von expliziten Vorausdeutungen, die die thematische Struktur des Werks vorwegnehmen.
Es entsteht ein Bild von Genialität und Abscheulichkeit welches den Leser auf die bevorstehenden Geschehnisse vorbereitet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte des Romans von Patrick Süskind ein und erläutert die Hintergründe der späteren Verfilmung durch Bernd Eichinger und Tom Tykwer.
2. Der Erzähler: Dieses Kapitel vergleicht die Erzählweise des Romans mit der filmischen Umsetzung und analysiert insbesondere die Funktion und Wirkung des auktorialen Erzählers in beiden Medien.
3. Vergleich des Anfangs: Dieser Abschnitt untersucht, wie Roman und Film in die Geschichte einführen und welche unterschiedlichen dramaturgischen Mittel zur atmosphärischen Etablierung des 18. Jahrhunderts genutzt werden.
4. Der Schluss: Das Kapitel reflektiert die narrative Struktur des Films im Vergleich zur Vorlage und analysiert die Darstellung von Jean-Baptiste Grenouille als tragische Figur am Ende der Handlung.
Schlüsselwörter
Das Parfum, Patrick Süskind, Tom Tykwer, Literaturverfilmung, Erzähler, Jean-Baptiste Grenouille, 18. Jahrhundert, Romananalyse, Film-Adaption, Bernd Eichinger, Erzählperspektive, Duft, Gerüche, Inszenierung, Literaturvergleich.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem Roman „Das Parfum“ von Patrick Süskind und der filmischen Adaption von Tom Tykwer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Erzählstruktur, die Charakterzeichnung des Protagonisten Grenouille sowie die filmische Umsetzung literarischer Beschreibungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Romanvorlage für das Medium Film adaptiert wurde und welche erzählerischen Strategien in beiden Fassungen zum Einsatz kommen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine vergleichende literatur- und filmwissenschaftliche Analyse, die Textpassagen des Romans und ausgewählte Szenen des Films gegenüberstellt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung des Erzählers, einen detaillierten Vergleich der Anfangssequenzen sowie eine Betrachtung der Schlussgestaltung und der Entwicklung des Anti-Helden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturverfilmung, auktorialer Erzähler, Erzählperspektive und der Vergleich zwischen literarischer Vorlage und filmischer Interpretation.
Warum unterscheidet sich der Filmbeginn vom Romananfang?
Der Film beginnt mit einer Schlussszene des Buches, um als Prolog zu fungieren, Spannung aufzubauen und den Zuschauer direkt für die filmische Erzählung zu gewinnen.
Wie unterscheidet sich die Wahrnehmung von Jean-Baptiste Grenouille?
Während Grenouille im Roman als kaltblütiger Mörder erscheint, wird er im Film stärker als tragische, einsame Figur gezeichnet, die nach Anerkennung strebt, was beim Zuschauer mehr Mitleid erzeugt.
- Quote paper
- Tamara Micelli (Author), 2014, Eine vergleichende Analyse von Patrick Süskinds Roman “Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ und Tom Tykwers Verfilmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323398