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Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium)

Titel: Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium)

Unterrichtsentwurf , 2014 , 10 Seiten , Note: 2,8

Autor:in: N. H. (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unterrichtsziel: Die SuS urteilen, ob die Befehlsstruktur eine absolute Führerdiktatur oder eine polykratische Anarchie war. Die SuS nennen die miteinander konkurrierenden Institutionen im NS-Herrschaftssystem. Die SuS beschreiben den Begriff Führerprinzip. Die SuS präsentieren ihre Ergebnisse und beurteilen, ob sich die Befehlsstruktur durch Führung oder Chaos ausgezeichnet hat.

Der Zweite Weltkrieg stellt ein komplexes Thema dar, das in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise dem militärischen Aspekt, dem Holocaust oder der Leidenszeit der Zivilbevölkerung erforscht wird. Von Wichtigkeit ist ebenfalls die Frage nach der Person Hitlers. Es ist ein zentraler Schwerpunkt in der Forschung, der gegenwärtig noch nicht beantwortet ist. So wird die Rolle und Funktion Hitlers im nationalsozialistischen Herrschaftsgefüge in der Geschichtswissenschaft weiterhin kontrovers diskutiert.
Im Bezug drauf bestritt der Historiker Mommsen, dass der „Nationalsozialismus ein perfektes System terroristischer Herrschaft und Hitler ein planvoll handelnder Diktator gewesen seien.“ Weiterhin bezeichnet er das Herrschaftssystem als ein Konglomerat vieler konkurrierender Instanzen, sprich als Polykratie. Demgegenüber äußert der Historiker Wehler zu der Problematik des „schwachen Diktators, dass der Nationalsozialismus ohne Hitler nicht diese Machtfülle hätte bekommen können und eher eine autoritär-nationalsozialistische Partei mit unklaren Zielen geblieben wäre.
Untersuchenswert ist dabei die Struktur der Hierarchie, die nur auf den ersten Blick als gut organisiert erscheint. Ungenauigkeiten bei der Regelung von Kompetenzen führten nicht selten zu Machtkämpfen zwischen den Militärbehörden, der Partei (NSDAP), Vertretern der Wirtschaft und der SS. Der Streit um Kompetenzen, die Einmischung von allen Seiten und der Versuch die Gunst des Führers zu erlangen, führen zu einem Chaos in der Befehlskette. Ein Begriff der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die sogenannte „Polykratie“. Also einem Bestehen von mehreren Herrschaftsinstitutionen, die miteinander konkurrieren und keine klar abzugrenzenden Machtstrukturen besitzen.
Aufgrund dieser Aussagen lassen sich die Fragen ableiten: „Wieso Hitler den Machtkampf nicht beendet hatte und eine eindeutige Hierarchie festlegte?“ und „War dieser Machtkampf von SS, Partei und dem Militär, um die Gunst Hitlers zu erwerben, vielleicht sogar Absicht?“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge

1.1 Stunden- und Reihenthema

1.2 Einordnung der Stunde in die Unterrichtsreihe

1.3 Curriculare Legitimation

2. Schriftliche Planung der Unterrichtsreihe

2.1 Angestrebte Lernziele

2.2 Sachanalyse

2.3 Didaktisches Prinzip

2.4 Methodische Analyse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Unterrichtsplanung zielt darauf ab, dass die Schülerinnen und Schüler (SuS) die komplexe Befehlsstruktur im NS-System kritisch hinterfragen und beurteilen können, ob es sich dabei um eine gezielte, absolute Führerdiktatur oder um eine chaotische Polykratie handelte.

  • Analyse der konkurrierenden Machtstrukturen und Institutionen im NS-Staat
  • Erarbeitung und Definition des nationalsozialistischen Führerprinzips
  • Anwendung des Konzepts der Problemorientierung im Geschichtsunterricht
  • Förderung der Urteilskompetenz hinsichtlich der Stärke oder Schwäche der NS-Diktatur

Auszug aus dem Buch

Sachanalyse

Der Zweite Weltkrieg stellt ein komplexes Thema dar, das in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise dem militärischen Aspekt, dem Holocaust oder der Leidenszeit der Zivilbevölkerung erforscht wird. Von Wichtigkeit ist ebenfalls die Frage nach der Person Hitlers. Es ist ein zentraler Schwerpunkt in der Forschung, der gegenwärtig noch nicht beantwortet ist. So wird die Rolle und Funktion Hitlers im nationalsozialistischen Herrschaftsgefüge in der Geschichtswissenschaft weiterhin kontrovers diskutiert.

Im Bezug drauf bestritt der Historiker Mommsen, dass der „Nationalsozialismus ein perfektes System terroristischer Herrschaft und Hitler ein planvoll handelnder Diktator gewesen seien.“ Weiterhin bezeichnet er das Herrschaftssystem als ein Konglomerat vieler konkurrierender Instanzen, sprich als Polykratie. Demgegenüber äußert der Historiker Wehler zu der Problematik des „schwachen Diktators, dass der Nationalsozialismus ohne Hitler nicht diese Machtfülle hätte bekommen können und eher eine autoritär-nationalsozialistische Partei mit unklaren Zielen geblieben wäre.

Untersuchenswert ist dabei die Struktur der Hierarchie, die nur auf den ersten Blick als gut organisiert erscheint. Ungenauigkeiten bei der Regelung von Kompetenzen führten nicht selten zu Machtkämpfen zwischen den Militärbehörden, der Partei (NSDAP), Vertretern der Wirtschaft und der SS. Der Streit um Kompetenzen, die Einmischung von allen Seiten und der Versuch die Gunst des Führers zu erlangen, führen zu einem Chaos in der Befehlskette. Ein Begriff der in diesem Zusammenhang immer wieder auftaucht, ist die sogenannte „Polykratie“. Also einem Bestehen von mehreren Herrschaftsinstitutionen, die miteinander konkurrieren und keine klar abzugrenzenden Machtstrukturen besitzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Darstellung der längerfristigen Unterrichtszusammenhänge: Dieses Kapitel verortet das Stundenthema in der Gesamtreihe zum Nationalsozialismus und begründet die curriculare Relevanz.

2. Schriftliche Planung der Unterrichtsreihe: Hier werden die Lernziele, die fachwissenschaftliche Sachanalyse sowie die methodische und didaktische Konzeption der Unterrichtsstunde detailliert dargelegt.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Führerprinzip, Polykratie, NS-Herrschaftssystem, Geschichtsunterricht, Problemorientierung, Diktatur, Machtkampf, Befehlsstruktur, NSDAP, Historikerstreit, Führung, Chaos

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit liefert einen detaillierten Planungsentwurf für eine Geschichtsstunde in der 9. Klasse, die sich mit der internen Befehlsstruktur des Nationalsozialismus auseinandersetzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Machtverhältnisse im NS-Staat, der Begriff des Führerprinzips sowie die Debatte zwischen den Konzepten einer absoluten Führerdiktatur und einer polykratischen Anarchie.

Was ist das primäre Ziel der Unterrichtsstunde?

Die SuS sollen am Ende der Stunde in der Lage sein, ein begründetes Urteil darüber zu fällen, ob die Befehlsstruktur im NS-Regime ein gewolltes System oder ein chaotisches Konglomerat von Institutionen war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird die Methode des problemorientierten Geschichtsunterrichts (POGU) angewandt, bei der durch einen stummen Impuls eine kognitive Dissonanz erzeugt wird, um historische Fragen selbstständig zu erarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die fachwissenschaftliche Sachanalyse der NS-Herrschaftsstruktur unter Einbeziehung von Historikerpositionen wie denen von Mommsen und Wehler sowie die methodische Gestaltung der Einstiegs- und Erarbeitungsphase.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Polykratie, Nationalsozialismus, Führerprinzip, Diktatur und problemorientierter Geschichtsunterricht charakterisiert.

Warum wird im Anhang der Begriff "Jeder sein eigener Hitler" verwendet?

Dies ist der Titel des stummen Impulses für die Einstiegsphase, der anhand eines internen Vermerks der NSDAP-Gauleitung dazu dienen soll, das Problem der Kompetenzüberschreitungen und des "Chaos" in der Verwaltung aufzuzeigen.

Inwiefern ist das Führerprinzip für die Unterrichtsstunde relevant?

Das Führerprinzip ist zentral, da die Schüler durch dessen Analyse den Kern der nationalsozialistischen Herrschaft verstehen und mit demokratischen Prinzipien vergleichen sollen.

Wie wird mit der Binnendifferenzierung in der Unterrichtsstunde umgegangen?

Die Binnendifferenzierung wird durch eine freiwillige Zusatzaufgabe realisiert, bei der leistungsstärkere SuS die Frage beantworten, ob Hitler als starker oder schwacher Diktator einzustufen ist.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium)
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2,8
Autor
N. H. (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
10
Katalognummer
V323413
ISBN (eBook)
9783668236264
ISBN (Buch)
9783668236271
Sprache
Deutsch
Schlagworte
befehlsstruktur ns-system führung chaos nationalsozialismus geschichte klasse gymnasium
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
N. H. (Autor:in), 2014, Befehlsstruktur im NS-System: Führung oder Chaos im Nationalsozialismus? (Geschichte 9. Klasse Gymnasium), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323413
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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