Diese Mitschriften des Seminares "Mediensemiotik" an der Universität Passau fassen die Grundlagen und wichtigsten Defintionen der Mediensemiotik zusammen. Sie befassen sich mit den semiotischen Grundlagen, den sekundär semantischen Verfahren, dem Erzählen und der Narration, Text-Bild-Beziehungen, dem kulturellen Wissen und der Medienwirklichkeit. Überwiegend stichpunktartig geschrieben, sollen diese Mitschriften einen Überblick über den Bereich der Mediensemiotik geben.
Inhaltsverzeichnis
Medien, Semiotik und Kommunikation
Semiotische Grundlagen
Semiotische Grundlagen II/Semantik
Sekundär semantische Verfahren I
Sekundär semantische Verfahren II
Tropen
Erzählen
Medialität/Text-Bild-Beziehungen
Kulturelles Wissen – Diskurs – Denksystem
Medienwirklichkeiten
Zielsetzung und Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit dient als strukturierte Mitschrift zu den Grundlagen der Mediensemiotik und untersucht, wie Medien als zeichentragende Systeme Wirklichkeit konstruieren, Bedeutung vermitteln und kulturelle Wertesysteme transportieren.
- Grundlagen der Semiotik und zeichentheoretische Modellbildungen
- Analytische Verfahren zur Untersuchung von Texten und Medialität
- Die Rolle von Rhetorik, Tropen und erzähltheoretischen Strukturen in Medien
- Das Zusammenspiel von kulturellem Wissen, Diskursen und Denksystemen
- Die kritische Reflexion von Medienwirklichkeiten und die Entwicklung von Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
Tropen
Ersetzung eines eigentlichen, aber in der Rede/der Formulierung absenten Begriffs, durch einen uneigentlichen Ausdruck, der aus dem sprachlichen Kontext erkannt werden kann, da er in diesem Kontext eine Abweichung von „normaler“ Rede darstellt.
Allen Tropen liegt ein Akt der Substitution (= Ersetzung) zu Grunde.
- Metapher
Der eigentliche Begriff b und der ihn ersetzende Begriff a haben einen gemeinsamen Merkmalsdurchschnitt, das sog. tertium comparationis.
A = gegeben, nicht eigentlich gemeint
Tc= tertium comparationis = gemeinsame, funktionalisierte Merkmale
B = nicht gegeben, eigentlich gemeint
Zusammenfassung der Kapitel
Medien, Semiotik und Kommunikation: Definiert zentrale Begriffe wie Medium, Medialität und Semiotik und führt in die wissenschaftliche Lehre der Zeichen ein.
Semiotische Grundlagen: Erläutert die verschiedenen Klassen von Zeichen sowie zentrale semiotische Begriffe wie Denotation, Konnotation und die Komponenten eines Zeichensystems.
Semiotische Grundlagen II/Semantik: Vertieft die poetische Sprachfunktion nach Jakobson und erläutert die Textkonstituierung durch Syntagma und Paradigma.
Sekundär semantische Verfahren I: Analysiert semantische Relationen wie Synonymie, Polysemie, Korrelation und verschiedene Formen der Opposition.
Sekundär semantische Verfahren II: Beleuchtet die klassische Rhetorik sowie den Aufbau einer Rede und überträgt diese auf die Analyse von Werbemedien.
Tropen: Klassifiziert und definiert verschiedene rhetorische Ersetzungsfiguren wie Metapher, Metonymie und Synekdoche.
Erzählen: Behandelt die Ebenen und Dimensionen des Erzählens sowie Lotmans Raumtopologiemodell zur Analyse von Raumstrukturen in Texten.
Medialität/Text-Bild-Beziehungen: Untersucht das Verhältnis zwischen der erzählten Geschichte und ihrer medialen Präsentation sowie spezifische Text-Bild-Relationen.
Kulturelles Wissen – Diskurs – Denksystem: Erörtert, wie kulturelles Wissen innerhalb von Denksystemen und Diskursen organisiert ist und analysiert wird.
Medienwirklichkeiten: Reflektiert das Verhältnis zwischen Medien und Realität, insbesondere im Hinblick auf Authentizitätssignale, Ideologievermittlung und Medienkompetenz.
Schlüsselwörter
Mediensemiotik, Zeichen, Signifikant, Signifikat, Medialität, Rhetorik, Tropen, Metapher, Erzähltheorie, Raumtopologie, Diskursanalyse, kulturelles Wissen, Medienwirklichkeit, Medienkompetenz, Ideologievermittlung
Häufig gestellte Fragen
Was ist der grundlegende Gegenstandsbereich dieser Mitschriften?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen der Mediensemiotik, also die Lehre von den Zeichen innerhalb von Medien, und wie diese zur Kommunikation und Konstruktion von Bedeutung beitragen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zu den Schwerpunkten zählen Zeichentheorie, Rhetorik, Analyse von Text-Bild-Beziehungen, Erzählstrukturen sowie das Zusammenspiel von Diskursen und kulturellem Wissen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Mechanismen aufzuzeigen, mit denen mediale Produkte Wirklichkeit entwerfen und durch die Rekonstruktion von Ideologien zur Medienkompetenz des Rezipienten beizutragen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt semiotische und rhetorische Analyseinstrumente sowie erzähltheoretische Modelle, wie etwa das Raumtopologiemodell nach Lotman.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Im Hauptteil werden systematisch die Grundlagen der Zeichenlehre, die rhetorische Gestaltung, narrative Strukturen und die mediale Konstruktion von Weltmodellen erarbeitet.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Begriffe wie Zeichen, Medialität, Denotation, Konnotation, Paradigma, Syntagma, Tropen und Diskurs bilden das theoretische Fundament der Arbeit.
Wie unterscheidet sich die Denotation von der Konnotation?
Die Denotation bezeichnet die kontextunabhängige Kernbedeutung eines Begriffs, während die Konnotation eine zusätzliche, kontextabhängige Bedeutungsebene beschreibt.
Was besagt das Konsistenzprinzip nach Lotman?
Es beschreibt den Ablauf von Weltzuständen: Von einer ereignislosen Grundordnung über einen ereignishaften, inkonsistenten Zustand hin zu einer neuen, konsistenten Ordnung.
Wie lässt sich der Begriff "Medienkompetenz" in diesem Kontext verstehen?
Medienkompetenz ist hier die Fähigkeit, die vermittelten Ideologien in Medien zu erkennen, deren Strategien zu durchschauen und die mediale Darstellung kritisch zur sozialen Wirklichkeit in Beziehung zu setzen.
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- Anna Maucher (Author), 2015, Grundlagen der Mediensemiotik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323416