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Pensionsreform, Steuerreform, Budgetpolitik: Gegenkonzepte der österreichischen Sozialdemokratie zu Reformvorhaben der ÖVP-FPÖ-Regierung

Title: Pensionsreform, Steuerreform, Budgetpolitik: Gegenkonzepte der österreichischen Sozialdemokratie zu Reformvorhaben der ÖVP-FPÖ-Regierung

Seminar Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: Sehr gut

Autor:in: Mag. Hannes S. Auer (Author)

Politics - Region: Western Europe
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Der „Reformkanzler“ und seine „Reformregierung“ geben Gas: Unter der Devise „Speed kills“ soll Althergebrachtes gründlich erneuert, modernisiert werden. Dass die in ihrem Selbstverständnis konservativen Koalitionäre nun die eigentlich traditionell progressive Oppositionspartei SPÖ als einen Haufen „alter Bewahrer“ betiteln, zeichnet ein bezeichnendes Bild der momentanen Situa tion. 1

Einer Regierung aus Erneuerern, die behauptet, mittels der Durchführung dringend notwendiger Maßnahmen nicht nur den Sozialstaat sondern ganz Österreich vor dem Verfall retten zu wollen, steht eine offenbar ziemlich hilflose Sozialdemokratie gegenüber, die, wohl auch hervorgerufen durch eine katastrophale Kommunikationspolitik, für die die Riege um Vorsitzenden Alfred Gusenbauer verantwortlich ist, in der Bevölkerung als machtlose Verhindererin dieser erforderlichen Schritte dasteht.

Mit der Budgetkonsolidierung, während derer die Marke „Nulldefizit“ als Geniestreich des politischen Marketing etabliert wurde, setzte die Regierung die ersten einschneidenden Veränderungen in der österreichischen Innenpolitik und stieß auf heftigen Widerstand in der Opposition. Stufe 2 der nationalen Verwirrung wurde mit der Ausrufung der Pensionsreform gezündet, gegen die Hunderttausende auf die Straßen gingen. Die Steuerreform, zu der sich die Regierungsparteien erst vor kurzem durchringen konnten, verursachte trotz o ffensichtlicher Bevorzugung der umsatzstarken Unternehmer (Kapitalgesellschaften) gegenüber Kleinverdienern weniger Wind, der Widerstand scheint endgültig gebrochen.

Doch, wie sehen die Konzepte zu diesen kontroversiellen Themen, so vorhanden, der größten Oppositionspartei aus, welche sie im Falle einer Regierungsbeteiligung umsetzen würde? Dieser zentralen Frage soll in dieser Arbeit nachgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Fragstellung

2. Budgetpolitik

2.1 Die Budgetpolitik der Regierung

2.2 Budgetpolitik der SPÖ

2.2.1 „Wachstum ohne Schulden“ – aus dem Wirtschaftsprogramm der SPÖ

3. Pensionspolitik

3.1 Aktuelle Problemlage

3.2 Das Pensionsmodell der SPÖ

4. Steuerreform

4.1 Die Steuerreform von Schwarz-Blau

4.2 Das Gegenkonzept der SPÖ

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die wirtschafts- und sozialpolitischen Gegenkonzepte der SPÖ im Vergleich zu den Reformvorhaben der damaligen ÖVP-FPÖ-Regierung. Dabei wird analysiert, welche alternativen Lösungsansätze die größte Oppositionspartei für die Bereiche Budgetpolitik, Pensionssystem und Steuerreform in das politische Geschehen einbringt.

  • Analyse der restriktiven Budgetpolitik der Regierung versus SPÖ-Ansätze
  • Evaluation der Pensionsreformdiskussion und des SPÖ-"Fairness-Modells"
  • Gegenüberstellung der steuerpolitischen Maßnahmen von Schwarz-Blau und SPÖ
  • Kritische Betrachtung von Belastungseffekten bei Arbeitnehmern und Unternehmen

Auszug aus dem Buch

3.2 Das Pensionsmodell der SPÖ

Die Kernpunkte einer Pensionsreform, wie Alfred Gusenbauer sie gerne präsentieren würde, sehen folgendermaßen aus: Harmonisierung der verschiedenen Pensionssysteme mit sofortigem Beginn, lebenslange Durchrechnung mit verbesserter Aufwertung, Solidaritätsbeitrag zur Dotierung eines Pensionssicherungsfonds. In Zahlen: Mit 45 Beitragsjahren würden 80 Prozent des durchschnittlichen Lebenseinkommens als Pensionseinkommen erreicht.

SPÖ-Vorsitzender Gusenbauer spricht sich für das Umlageverfahren und gegen die von der ÖVP ins Treffen geführte private Vorsorge aus. Der Aktienmarkt sei mit seinen Schwankungen keine taugliche Grundlage für eine Alterssicherung, sondern ein „Lotteriespiel“. Als Beispiel nannte der SPÖ-Vorsitzende die Pensionskassa des ORF: 2002 habe es ein Minus von sieben Prozent gegeben, 2003 sei es um zehn Prozent gekürztworden. Gusenbauer plädiert darum für ein Umlageverfahren, das an die neue Zeit angepasst werden müsse und so auch in Zukunft sichere und faire Pensionen garantiere.

Die SPÖ-Fairness-Pension sehe im Gegensatz zu den Vorschlägen der Regierung eine nachhaltige Sicherung der Pensionen, ein gerechtes und einheitliches Pensionssystem für alle, eine faire Pension für Frauen und einen Solidarbeitrag für sehr hohe Pensionen vor. „Unser Modell hält jeder Nachprüfung stand“, so Gusenbauer, „weil es nicht mit dem Anspruch und der Ambition gemacht wurde, kurzfristig die Budgetlöcher des Finanzministers zu stopfen, sondern weil es mit der Absicht gemacht wurde, für heutige und künftige Pensionistengenerationen faire und sichere Pensionen zu garantieren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Fragstellung: Einleitung in die politische Situation Österreichs und die Rolle der SPÖ als Oppositionspartei gegenüber dem Reformkurs der Regierung.

2. Budgetpolitik: Diskussion des staatlichen Konsolidierungskurses und der SPÖ-Forderung nach Wachstum statt reinem Nulldefizit.

2.1 Die Budgetpolitik der Regierung: Darstellung der Regierungsziele zur Senkung des Defizits und Stabilisierung des Staatshaushalts.

2.2 Budgetpolitik der SPÖ: Erläuterung des SPÖ-Wirtschaftsprogramms mit Fokus auf Investitionen und faire Chancen.

2.2.1 „Wachstum ohne Schulden“ – aus dem Wirtschaftsprogramm der SPÖ: Detaillierte Auflistung der ökonomischen Hauptzielsetzungen der SPÖ.

3. Pensionspolitik: Analyse der Gefährdung des langfristigen Pensionssystems durch demografische und wirtschaftliche Faktoren.

3.1 Aktuelle Problemlage: Beschreibung der Finanzierungsrisiken aufgrund von Arbeitslosigkeit und Bevölkerungsalterung.

3.2 Das Pensionsmodell der SPÖ: Präsentation des SPÖ-Konzepts der "Fairness-Pension" mit Fokus auf Umlageverfahren und einheitlichen Regeln.

4. Steuerreform: Vergleich der schwarz-blauen Reformschritte mit dem kritischen Gegenentwurf der Opposition.

4.1 Die Steuerreform von Schwarz-Blau: Übersicht über die Entlastungsmaßnahmen für Wirtschaft und Bürger durch die Regierung.

4.2 Das Gegenkonzept der SPÖ: Darstellung der SPÖ-Forderungen zur Senkung der Lohnnebenkosten anstelle von Körperschaftssteuersenkungen.

Schlüsselwörter

Pensionsreform, Steuerreform, Budgetpolitik, SPÖ, ÖVP-FPÖ-Regierung, Nulldefizit, Wirtschaftswachstum, Fairness-Pension, Umlageverfahren, Lohnnebenkosten, Konsolidierung, Beschäftigung, soziale Gerechtigkeit, Körperschaftssteuer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die politischen Gegenpositionen der österreichischen Sozialdemokratie (SPÖ) zu den wirtschafts- und sozialpolitischen Reformen der damaligen Regierung unter Wolfgang Schüssel.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Mittelpunkt stehen die drei Bereiche Budgetpolitik, Pensionspolitik und Steuerreform, in denen die SPÖ alternative Konzepte zu den Maßnahmen der Koalition aus ÖVP und FPÖ präsentierte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche konkreten Gegenkonzepte die SPÖ in der Opposition entwickelte und wie diese im Falle einer Regierungsbeteiligung umgesetzt werden könnten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse auf Basis von Parteiprogrammen, Regierungserklärungen, aktuellen Medienberichten und wirtschaftlichen Kennzahlen aus dem Jahr 2004.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Gegenüberstellung der offiziellen Regierungspläne mit den jeweiligen Alternativvorschlägen der SPÖ, inklusive der Argumentationslinien der Parteispitze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sozialstaat, Budgetkonsolidierung, Umlageverfahren, Fairness-Pension sowie Steuergerechtigkeit und Lohnnebenkosten.

Wie begründet die SPÖ ihr Festhalten am Umlageverfahren bei Pensionen?

Die SPÖ argumentiert, dass private Vorsorgeformen an den Aktienmärkten zu unsicher (Lotteriespiel) seien und ein Umlageverfahren bei entsprechender Anpassung die gerechtere und verlässlichere Form der Alterssicherung darstelle.

Was ist der Kernunterschied in der Steuerpolitik zwischen Regierung und SPÖ?

Während die Regierung auf eine Senkung der Körperschaftssteuer zur Stärkung des Standorts setzt, fordert die SPÖ eine gleichwertige Senkung der Lohnnebenkosten, um direkt die Kaufkraft der Arbeitnehmer zu stärken und kleine Betriebe zu entlasten.

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Details

Title
Pensionsreform, Steuerreform, Budgetpolitik: Gegenkonzepte der österreichischen Sozialdemokratie zu Reformvorhaben der ÖVP-FPÖ-Regierung
College
University of Vienna  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Von der Sozialisierung zur Modernisierung. Von der Modernisierung zur kämpferischen Konzeptlosigkeit. Sozialdemokratische Wirtschaftspolitik von Otto Bauer bis Alfred Gusenbauer
Grade
Sehr gut
Author
Mag. Hannes S. Auer (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V32350
ISBN (eBook)
9783638330954
Language
German
Tags
Pensionsreform Steuerreform Budgetpolitik Gegenkonzepte Sozialdemokratie Reformvorhaben Sozialisierung Modernisierung Konzeptlosigkeit Sozialdemokratische Wirtschaftspolitik Otto Bauer Alfred Gusenbauer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Hannes S. Auer (Author), 2004, Pensionsreform, Steuerreform, Budgetpolitik: Gegenkonzepte der österreichischen Sozialdemokratie zu Reformvorhaben der ÖVP-FPÖ-Regierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32350
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