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Der Ordensstaat und seine Ideologisierung bei Treitschke

Ein historisch-politischer Aufsatz und seine Wirkung auf das nationale deutsche Geschichtsbild des Deutschen Ordens

Título: Der Ordensstaat und seine Ideologisierung bei Treitschke

Trabajo Escrito , 2016 , 13 Páginas , Calificación: 1.0

Autor:in: Enrico Schierer (Autor)

Historia de Europa - Edad Media, Edad Moderna
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Diese ideologiekritische Untersuchung behandelt das Bild des Deutschen Ordens in der nationalen deutschen Geschichtswissenschaft seit Treitschke. Das 1862 veröffentlichte Essay "Das deutsche Ordensland Preußen" sorgte für Aufsehen – und machte Heinrich von Treitschke zu einem der erfolgreichsten, aber auch umstrittensten deutschen Historiker.

An diesem Beispiel lässt sich besonders eindrücklich zeigen, wie die Vergangenheit verzerrt und ideologisiert werden kann, um für Gegenwart und Zukunft legitimierend zu wirken. Vor allem die Vermischung von Wissenschaft und Publizistik ebnete dieser Schrift den Weg zur breiten Masse der Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund der "kleindeutschen" und "Großdeutschen" Frage fand Heinrich von Treitschke den perfekten Gegenstand für sein eloquentes Historiendrama, welches die Führungsrolle Preußens im werdenden deutschen Nationalstaat betonen soll.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gründung, Wahrnehmung und Selbstbild des Ordensstaates

3. Treitschkes Ordensbild zwischen Nationalismus und Rassismus

4. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Verzerrung und Instrumentalisierung der Geschichte des Deutschen Ordens in der deutschen Geschichtsschreibung. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf dem Einfluss von Heinrich von Treitschkes Essay „Das deutsche Ordensland Preußen“ (1862) und dessen Wirkung auf das nationale Geschichtsbild vom Kaiserreich bis in die Zeit des Nationalsozialismus.

  • Die Entstehung und ideologische Aufladung des Begriffs „Deutscher Drang nach Osten“.
  • Die historische Rolle des Deutschen Ordens und sein Selbstverständnis im Mittelalter.
  • Heinrich von Treitschkes Interpretation des Ordensstaates als Vorbild für preußische Machtansprüche.
  • Die Auswirkungen nationalistischer und rassistischer Geschichtsmythen auf die deutsche Politik.
  • Der Missbrauch mittelalterlicher Traditionen durch die Ideologie des Nationalsozialismus.

Auszug aus dem Buch

3. Treitschkes Ordensbild zwischen Nationalismus und Rassismus

Der deutsche Historiker Heinrich von Treitschke prägte mit seinem 1862 veröffentlichtem Essay Das deutsche Ordensland Preußen das Bild des Ordensstaates im nationalen und später im nationalsozialistischen Deutschland maßgeblich, nicht wenige sehen in ihm sogar den ideologischen Vordenker des Faschismus. Wenn seinem Wirken daher die bereits angedeutete Aufmerksamkeit zukommt, dann ergründet sich dies aus dem hervorstechendem hohen Grad seiner Ideologisierung, die nicht nur sinnbildlich die Tendenzen und Deutungsmuster der nationalistischen und nationalsozialistischen Geschichtsschreibung wiedergibt, sondern maßgeblich an deren Entstehung mitgewirkt hat.

Bei der Lektüre des Aufsatzes von 1862 wird ersichtlich, dass sich Treitschke bezüglich einer „deutschen Mission“ im Osten um die Betonung einer Traditionslinie bemüht, in der das moderne Preußen stehen würde. Zu den bekanntesten Sätzen seines Essays zählen etwa folgende:

„Wir lachen des hämischen Geredes über die willkürliche Entstehung des preußischen Staates, wenn wir die deutsche Großmacht der modernen Welt auf demselben Boden gefestet schauen, wo einst das neue Deutschland unserer Altvordern, die baltische Großmacht des Mittelalters sich erhob. Und wer mag das innerste Wesen von Preußens Volk und Staat verstehen, der sich nicht versenkt hat in jene schonungslosen Rassenkämpfe, deren Spuren, bewußt oder unbewußt, noch in den Lebensgewohnheiten des Volkes geheimnisvoll fortleben? Es webt ein Zauber über jenem Boden, den das edelste deutsche Blut gedüngt hat im Kampfe für den deutschen Namen und die reinsten Güter der Menschheit.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die ideologische Verzerrung der Geschichte durch Traditionen und Schlagworte wie den „Deutschen Drang nach Osten“, wobei die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung von Treitschkes Essay dargelegt wird.

2. Gründung, Wahrnehmung und Selbstbild des Ordensstaates: Dieses Kapitel stellt das realhistorische Wirken des Deutschen Ordens sowie die Entwicklung seines Machtstatus zwischen Papst, Kaiser und dem Kampf im Baltikum dar.

3. Treitschkes Ordensbild zwischen Nationalismus und Rassismus: Der Fokus liegt hier auf Heinrich von Treitschkes Essay von 1862, dessen rassistisch und nationalistisch geprägte Deutung des Ordensstaates als ideologisches Fundament für spätere politische Bestrebungen analysiert wird.

4. Ausblick: Der abschließende Teil verdeutlicht, wie die Mythen um den Deutschen Orden im Kaiserreich und Nationalsozialismus instrumentalisiert wurden, um imperialistische Ansprüche und eine spezifische Weltanschauung zu rechtfertigen.

Schlüsselwörter

Deutscher Orden, Ordensstaat, Heinrich von Treitschke, Geschichtsbild, Nationalismus, Rassismus, Preußen, Deutscher Drang nach Osten, Ideologie, Kulturträgertheorie, Nationalsozialismus, Mittelalter, Geschichtsschreibung, Ritterorden, Legitimation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die Geschichte des Deutschen Ordens durch Historiker, insbesondere Heinrich von Treitschke, ideologisch umgedeutet wurde, um nationalistische und machtpolitische Ziele zu legitimieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die historische Entwicklung des Ordensstaates, die Entstehung nationalistischer Mythen im 19. Jahrhundert und die Rezeption dieser Mythen durch das Kaiserreich und das NS-Regime.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die ideologischen Verzerrungen im deutschen Geschichtsbild des Ordensstaates aufzuzeigen und deren prägende Wirkung auf die deutsche Geschichtswissenschaft und Politik darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer ideologiekritischen Untersuchung, die historische Quellen sowie die zeitgenössische Rezeption von Treitschkes Aufsätzen analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des realhistorischen Wirkens des Ordens, die detaillierte Analyse von Treitschkes ideologischer Auslegung und deren weitreichende Konsequenzen für das deutsche Geschichtsbewusstsein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Deutscher Orden, Ideologisierung, Nationalismus, Preußen, Rassismus und die „deutsche Mission“ im Osten.

Wie bewertet der Autor Treitschkes Rolle?

Der Autor sieht in Treitschke einen maßgeblichen Historiker und Publizisten, der durch seine populäre, nationalistische Geschichtsdeutung einen entscheidenden Beitrag zur ideologischen Vorbereitung für spätere politische Entwicklungen bis hin zum Nationalsozialismus leistete.

Warum wird der Begriff „Rassenkampf“ bei Treitschke kritisch hinterfragt?

Der Begriff wird kritisch untersucht, da er in Treitschkes Schriften bereits biologistische Züge aufweist, die aus heutiger Sicht als rassistisch und als Vorläufer für die „Blut-und-Boden“-Ideologie des Nationalsozialismus eingestuft werden.

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Detalles

Título
Der Ordensstaat und seine Ideologisierung bei Treitschke
Subtítulo
Ein historisch-politischer Aufsatz und seine Wirkung auf das nationale deutsche Geschichtsbild des Deutschen Ordens
Universidad
Justus-Liebig-University Giessen  (Historisches Institut Mittelalter)
Curso
Deutscher Orden und Landesausbau im Preußenland und im Baltikum (13.-16. Jh.)
Calificación
1.0
Autor
Enrico Schierer (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
13
No. de catálogo
V323546
ISBN (Ebook)
9783668226999
ISBN (Libro)
9783668227002
Idioma
Alemán
Etiqueta
ordensstaat ideologisierung treitschke aufsatz wirkung geschichtsbild deutschen ordens
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Enrico Schierer (Autor), 2016, Der Ordensstaat und seine Ideologisierung bei Treitschke, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323546
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