Eines der weniger bekannten Oberjura-Plattenkalkvorkommen der Frankenalb, die Plattenkalke von Jachenhausen, fristet seit der Einstellung des Abbaus ein Schattendasein. Immerhin stammen von dort so herausragende Fossilfunde wie der kleine Raubdinosaurier Compsognathus longipes und das Haarlemer Exemplar des Urvogels Archaeopteryx lithographica. Hier soll dieses Vorkommen mit seinen Besonderheiten etwas näher vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Plattenkalke von Jachenhausen, Landkreis Kehlein, Bayern
2. Besonderheiten des Vorkommens
3. Fossilinhalt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit dient der wissenschaftlichen Dokumentation und Vorstellung des geologisch bedeutenden, jedoch wenig beachteten Plattenkalkvorkommens von Jachenhausen, wobei dessen spezifische sedimentologische Merkmale sowie der Fossilinhalt eingehend analysiert werden.
- Geologische Charakterisierung der Paintener Wanne
- Sedimentologische Besonderheiten und Deformationsstrukturen
- Phänomenologie der Lysodendren
- Dokumentation des Fossilinhaltes und der Erhaltungsbedingungen
- Erhalt und Zugänglichkeit des Steinbruchareals
Auszug aus dem Buch
Besonderheiten des Vorkommens
Die Plattenkalke von Jachenhausen stammen aus dem Randbereich der so genannten Paintener Wanne und wurden in geringer Entfernung eines Riffs abgelagert. Kieselschwamm Mikrobenriffe sind heute in südlicher Richtung, am Rande des Altmühltals, gut erkennbar. Die Paintener Wanne ist eine der größten zusammenhängenden Plattenkalkwannen. Durch diese spezielle Lage kann man in Jachenhausen die Randbereiche dieser Wanne begutachten. Daraus ergeben sich einige Besonderheiten. Altersmäßig wird das Vorkommen in das Unter Tithonium eingestuft. Der hier vorkommende Plattenkalktyp kann hier generell als „Lithographischer Plattenkalk“ angesprochen werden. Eine der Besonderheiten dieses Plattenkalks ist, dass weiche Mergellagen – von den Steinbrechern Fäulen genannt – welche in den Plattenkalk-Vorkommen von Solnhofen oder Eichstätt zwischen den harten Kalkplatten (Flinzen) auftreten können, hier nicht vorkommen. Weiterhin ist der Befund einer subaquatischen Deformation in einem Teilbereich dieser Plattenkalke erwähnenswert. Die Plattenkalkschichten wurden nach der Sedimentation durch Rutschungen in Richtung Wannenzentrum weitertransportiert und dabei gleitgefaltet. Interessant ist dabei, dass sich viele dieser Flinze trotz der Deformationen gut aufspalten lassen. Die Gleitstrukturen (Abb. 2) dürfen nicht mit Wellenrippeln oder Mikrobenmatten verwechselt werden, zeigen die Platten doch mehrfache Verbiegungen in unterschiedlicher Richtung, welche durch die Rutschungen entstanden sind (Abb. 2).
Zusammenfassung der Kapitel
Die Plattenkalke von Jachenhausen, Landkreis Kehlein, Bayern: Dieses einleitende Kapitel gibt einen Überblick über die geografische Lage und die Nutzungsgeschichte des Steinbruchareals, welches aufgrund von Verfüllungen als „Monte Canale“ bekannt ist.
Besonderheiten des Vorkommens: Hier werden die sedimentologischen Spezifika des Unter-Tithonium-Vorkommens analysiert, insbesondere die subaquatischen Deformationsstrukturen sowie die Entstehung der Lysodendren durch säurehaltiges Grundwasser.
Fossilinhalt: Dieser Abschnitt beschreibt das fossile Inventar der Fundstelle, das trotz der Nähe zu Riffen von einer moderaten Erhaltung geprägt ist und Vergleiche zu anderen bekannten Plattenkalkvorkommen zieht.
Schlüsselwörter
Plattenkalke, Jachenhausen, Frankenalb, Oberjura, Unter-Tithonium, Lithographischer Plattenkalk, Paintener Wanne, Sedimentation, Subaquatische Deformation, Gleitfaltung, Lysodendren, Fossilinhalt, Fossilien, Geologie, Steinbruch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der geologischen und paläontologischen Untersuchung der Plattenkalke von Jachenhausen in Bayern, die trotz ihrer wissenschaftlichen Bedeutung heute eher ein Schattendasein führen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Schwerpunkte sind die sedimentologische Einordnung des Vorkommens innerhalb der Paintener Wanne, die Analyse subaquatischer Deformationsprozesse und die Inventarisierung des vorfindbaren Fossilinhaltes.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Das Ziel ist es, das weitgehend in Vergessenheit geratene Vorkommen von Jachenhausen wissenschaftlich zu dokumentieren und dessen geologische Besonderheiten im Vergleich zu anderen bekannten Plattenkalkvorkommen hervorzuheben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus aktueller Beobachtung vor Ort, der Analyse von Deformationen und Fossilfunden sowie den Vergleich mit historischer Fachliteratur und früheren Grabungsberichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der geologischen Besonderheiten, wie die subaquatische Gleitfaltung und die Bildung von Lysodendren, sowie die systematische Auswertung der gefundenen Fossilien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Plattenkalke, Jachenhausen, Unter-Tithonium, Lithographischer Plattenkalk, subaquatische Deformation, Lysodendren und Fossilinhalt.
Was genau sind Lysodendren?
Es handelt sich um blumen- oder strauchartige Strukturen auf Kalkplatten, die durch das Einwirken von säurehaltigem Grundwasser durch das Kluftsystem entstanden sind und als Lösungserscheinungen klassifiziert werden.
Warum wird das Steinbruchareal von Einheimischen als „Monte Canale“ bezeichnet?
Der Name entstand, da große Teile des Steinbruchs in den Jahren 1980 bis 1983 mit Aushubmaterial aus dem Bau des nahegelegenen Rhein-Main-Donau-Kanals aufgefüllt wurden.
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- Martin Sauter (Author), 2016, Die Plattenkalke von Jachenhausen. Fossilienvorkommen in der Frankenalb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323583