Spezielle Didaktik. Anforderungen der Berufswelt an Fortbildung, Emotionale Kompetenz und Lebensereignisse


Hausarbeit, 2015
19 Seiten

Leseprobe

Inhalt:

Aufgabe 1:

Aufgabe 2:

Aufgabe 3:

Literatur

Aufgabe 1:

Erläutern Sie die gewandelten Anforderungen, die sich in der Berufswelt abzeichnen und diskutieren Sie die Konsequenzen für die Erwachsenenbildung sowie für handlungsorientiertes Lernen.

Ein der prägenden Strömungen des neuen Jahrtausends ist die schnelle Ausweitung des Wissens und des Zugangs zu Wissen. Die Menge des Menschheitswissens wächst schneller als jemals zuvor in der Geschichte. Noch deutlicher verändert wurde der Zugang zu Wissen, der zunehmend „demokratisiert“ wird. Die Anforderungen haben sich, von der Fähigkeit der Suche und Beschaffung von Wissen, hin zur Fähigkeit der Filterung nach Relevanz verändert. Niemand kann mehr alles relevante Wissen für die beruflichen Aufgaben besitzen. Folglich wird die Kompetenz zur Auswahl und Aufbereitung möglicher Quellen auf Zuverlässigkeit, Relevanz und Effizienz dieses Vorgangs im weiter in den Vordergrund gerückt.[1]

Lerntheorien haben sich von Grundformen des „Vormachens“ und „Nachmachens“[2] über Lernstufen und -ziele[3], Aufgliederung von Grundformen des Lernens[4] bis zu Orientierung am Transfer und der Betrachtung von Anwendungskompetenz[5] entwickelt. In diesem Zusammenhang zeigte sich die stetige Veränderlichkeit der Berufswelt der Vergangenheit. Technische Revolutionen waren in der Vergangenheit anders geartet als heute mit Internet, Miniaturisierung von Technik und Mobiltechnologien. Für die Menschen der jeweiligen Zeit waren Dampfmaschine, Eisenbahn, Verbrennungsmotor, motorisierter Flug und Kühlung ähnlich gravierende Veränderungen. Gesellschaftlich mag die Industrialisierung mit gesellschaftlichen Auswirkungen und der sozialen Frage des 19.Jahrhunderts noch immer der größere Wandel der Berufswelt gewesen sein, als die zum Internetzeitalter.

Ende der 1990er Jahre rückte die Umkehrung der Anforderungen in den Blickpunkt. In der Darstellung als Anforderungspyramide war früher Handlungswissen und Belastbarkeit von größerer Bedeutung, während Kreativität und Prozessdenken weniger gefordert waren. Inzwischen hat die Komplexität der Arbeitswelt dies umgekehrt, da schnelle Veränderungen der Rahmenbedingungen Handlungswissen schneller veralten lassen. Kreativität für die Anpassung an Veränderungen bleibt dagegen stets relevant für die Anpassungsfähigkeit.[6]

Innerhalb einer Handlung aus Informationsbeschaffung, Abwägung von Alternativen zur Handlung, Entscheidung, Durchführung, Kontrolle und Auswertung der Resultate, verschiebt sich der Fokus aus Durchführung mehr aus die ersten drei Stufen.[7] Durchführungen sind zunehmend technisiert, sowohl durch Robotik und Produktionsmaschinen, wie auch mit Computertechnik.

Die Veränderung der Rahmenbedingungen von Arbeit hat neben der informationstechnischen Seite[8] auch durch weitere Elemente geprägt. Der demografische Wandel ist geprägt von höherer Lebenserwartung, längerer Gesundheit und Arbeitsfähigkeit, wie auch geringer gewordener Geburtenrate, durch ältere Eltern nur noch eines Kindes. Aus dem demografischen Wandel wird die Entwicklung von Arbeitskräftemangel und den Notwendigkeit länger zu arbeiten erwartet.[9] Diese Entwicklung wirkt entgegengesetzt zur Mechanisierung ausführender Arbeit, die weniger Arbeitskräfte für gleiche Produktion erzeugte und im Rahmen der Verbreitung von 3D-Druck weiter fortgesetzt wird. Zu diesem Komplex des technischen und sozialen Wandels gehört auch die Entstandardisierung von Arbeit, der aber mehr Formalisierung erfordert.[10] In Verbindung mit der Veränderung von Wissen und der Globalisierung rückte die Kompetenz als Bildungsziel in den Vordergrund.[11] Kompetenz ist stets anwendungsbezogen.

Gesellschaftlich-politische Faktoren wie Demokratie und Partizipation, wie auch die gewünschte Ausschöpfung von Begabungsreserven werden unter dem Wettbewerb von Regionen und Nationen auch als wirtschaftlich relevante Faktoren gesehen.[12] In der Folge ist Lebenslanges Lernen und die Teilnahme weiter Teile der Bevölkerung an Weiterbildung gesamtwirtschaftlich gewünscht.

Der Konstruktivismus bringt zudem eine Teilnehmerorientierung und Wertorientierung in Verbindung mit der Handlungsorientierung.[13] Dies korrespondiert mit der Wertaneignung als Voraussetzung für Kompetenzentwicklung.[14] In der Folge wandelt sich der Erwachsenenbildner von Wissensvermittler zum Moderator, Berater, Coach und teils auch zum reinen Begleiter.[15] Der Referent bereit Fälle zur Bearbeitung vor, die dann von den Lernenden bearbeitet werden, wobei diese im Rahmen der Bearbeitungshandlung lernen.[16] Diese Bearbeitung ist eine Bewältigung von Problemen die Kompetenz, nicht bloß Wissen, erzeugen soll.[17] In etwas größerem Zusammenhang wird Interdisziplinarität, Selbstorganisation und Gruppenorientierung zur Projektmethode nach Dewey erweitert.[18] Planspiele gehen noch weiter und sollen die Realität simulieren.[19] Die Idee Realität zu simulieren oder gar eine gezielte Realität für Trainingssituationen zu erzeugen gipfelt in Outdoor-Trainings zur Team-Bildung und Team-Erfahrung, die echtes Erleben und Handeln ermöglichen sollen.[20] Weniger Fakten als vielmehr Handlung des Lernenden gerät zum Zentralbestandteil von Bildung.

Resultierend lässt sich zusammenfassen, Erwachsenbildner werden im Rahmen der neuen Anforderungen immer weniger Wissensvermittler und viel mehr Erzeuger der Rahmenbedingungen von Lernen für berufliche Kontexte.

[...]


[1] Vgl. Volk, Die Veränderlichkeit des Wissens in der Informationsgesellschaft

[2] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 24 bis 25 und Seite 31 bis 32

[3] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 21 bis 22

[4] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 23

[5] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 27 bis 30

[6] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Vgl. Seite 47 bis 48

[7] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 39

[8] Vgl. Volk, Die Veränderlichkeit des Wissens in der Informationsgesellschaft

[9] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 49

[10] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 49

[11] Vgl. Erpenbeck und Sauter, Kompetenzen erkennen und finden, Seite 1 bis 3

[12] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 49 bis 50

[13] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 53 bis 55

[14] Vgl. Erpenbeck und Sauter, Kompetenzen erkennen und finden, Seite 40 bis 45

[15] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 57 bis 60

[16] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 61 bis 63

[17] Vgl. Erpenbeck und Sauter, Kompetenzentwicklung ermöglichen, Seite 49 bis 51

[18] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 63 bis 64

[19] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 65 bis 67

[20] Vgl. Höffer-Mehlmer, Handlungs- und erfahrungsorientiertes Lernen in der Erwachsenenbildung, Seite 71 bis 76

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Spezielle Didaktik. Anforderungen der Berufswelt an Fortbildung, Emotionale Kompetenz und Lebensereignisse
Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Veranstaltung
Spezielle Didaktiken
Autor
Jahr
2015
Seiten
19
Katalognummer
V323639
ISBN (eBook)
9783668230699
ISBN (Buch)
9783668230705
Dateigröße
396 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Emotionale Intelligenz, Führung, Fortbildung, Führungsstil, Anforderungen der Berufswelt, Mitarbeitergespräche, Mitarbeiterförderung, Förderung von Mitarbeitern, Lebensereignisse, nicht-normative Lebensereignisse, normative Lebensereignisse
Arbeit zitieren
Markus Volk (Autor), 2015, Spezielle Didaktik. Anforderungen der Berufswelt an Fortbildung, Emotionale Kompetenz und Lebensereignisse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323639

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