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Weiblichkeitsbilder in Goethes Skandalroman "Die Wahlverwandtschaften"

Title: Weiblichkeitsbilder in Goethes Skandalroman "Die Wahlverwandtschaften"

Seminar Paper , 2004 , 17 Pages , Grade: 1

Autor:in: Sarah Kraushaar (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

In der folgenden Arbeit möchte ich Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ auf die darin enthaltenen Weiblichkeitsbilder untersuchen. Meine theoretische Leitlinie soll dabei der von Silvia Bovenschen entwickelte Rahmen zur Festschreibung von Weiblichkeitsbildern in ihrem Buch „Die imaginierte Weiblichkeit Exemplarische Untersuchungen zu kulturgeschichtlichen und literarischen Präsentationsformen des Weiblichen“ sein, das im Proseminar vorgestellt wurde. Goethes Roman wurde bei seinem Erscheinen im Herbst 1809 von der damals vorwiegend weiblichen Romanleserinnenschaft als „Skandalbuch“ aufgenommen. In einem Briefwechsel zwischen Pauline Wiesel und Rahel Varnhagen zeigt sich das Unbehagen, das beide Frauen bei der Lektüre überkommt. Ursula Krechel spricht von einem „misstrauischen Instinkt“ der in den zeitgenössischen Rezipientinnen beim Lesen der Wahlverwandtschaften erwacht. In diesem Zusammenhang fällt bei Krechel auch das Stichwort, das in der folgenden Beschäftigung mit den Theorien von Silvia Bovenschen noch eine Rolle spielen wird: Mythologisierung. Ein Begriff, der den Frauen der damaligen Zeit wohl nicht geläufig war, ein Symptom das Krechel aber durch Bettina von Arnim in einem Brief an Goethe treffsicher diagnostiziert sieht. (vgl. Krechel 1992, 19f)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. STRUKTUREN KULTURELLER REPRÄSENTANZEN DES WEIBLICHEN BEI SILVIA BOVENSCHEN (VGL. BOVENSCHEN 1980, 9-16)

I.1 DIE REDUKTIONSTHEORIEN: FRAUEN ALS SOZIALE „RANDGRUPPE“ (VGL. BOVENSCHEN 1980, 19-24)

I.2 DIE ERGÄNZUNGSTHEORIEN: DIE FRAU ALS MUSE (VGL BOVENSCHEN 1980, 25FF)

II. INWIEWEIT FINDEN SICH DIE ROLLENZUWEISUNGEN DER REDUKTIONS UND ERGÄNZUNGSTHEORIEN IN DEN WAHLVERWANDTSCHAFTEN?

II.1 DAS MÄDCHENPENSIONAT: GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASYLIERUNG ALS ERZIEHUNGSPRINZIP

II.2 DIE FRAU UND DIE KUNST: MÄNNLICHE EFFIZIENZ VERSUS WEIBLICHE METAPHYSISCHE NATUR

III. DIE WEIBLICHE REZEPTION DER WAHLVERWANDTSCHAFTEN ZEITGENÖSSISCH UND HEUTE: EIN RESUMÉE

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die in Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ enthaltenen Weiblichkeitsbilder auf Basis des von Silvia Bovenschen entwickelten theoretischen Rahmens. Das primäre Ziel besteht darin, die theoretischen Reduktions- und Ergänzungstheorien Bovenschens auf die literarischen Frauenfiguren anzuwenden und zu prüfen, ob die zeitgenössische Ablehnung des Werkes durch Leserinnen wie Pauline Wiesel und Rahel Varnhagen aus diesem Verhältnis von Wirklichkeit und Roman erklärbar ist.

  • Theoretische Grundlagen nach Silvia Bovenschen (Reduktion vs. Ergänzung)
  • Strukturen kultureller Repräsentation des Weiblichen in der Literatur
  • Analyse der Frauenfiguren in „Die Wahlverwandtschaften“ unter geschlechtsspezifischen Aspekten
  • Vergleich zwischen historischer weiblicher Wirklichkeit und literarischer Darstellung

Auszug aus dem Buch

Die Frau und die Kunst: Männliche Effizienz versus weibliche metaphysische Natur

Unter dieser Überschrift möchte ich das unter dem Punkt der Ergänzungstheorien zusammengefasste Bild erörtern, dass die Leistungen von Frauen und Männern mit zweierlei Maß gemessen werden müssen, da die dem männlichen Wesen zugeeignete Produktivität von Natur aus im Wesen der Frau so nicht veranlagt ist. Dieses Modell findet sich nach Bovenschen sowohl im Alltag als auch in der Kunst. Ich beziehe mich im folgenden auf die Bereiche Kunst und künstlerische Gestaltung, die in den Wahlverwandtschaften eine wichtige Rolle spielen. Beginnen möchte ich mit der Szene der Parkgestaltung in der sich, Scheler folgend, zwei Wertsysteme zeigen und eine Unterordnung des weiblichen Wertsystems unter das männliche geschieht. Anschließend möchte ich mich mit dem sogenannten Weihnachtsbild auseinandersetzen, in welchem es zur Mystifizierung Ottilies kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Es wird die Zielsetzung formuliert, Weiblichkeitsbilder in Goethes „Wahlverwandtschaften“ mithilfe von Silvia Bovenschens Theorien zur „imaginierten Weiblichkeit“ zu analysieren.

I. STRUKTUREN KULTURELLER REPRÄSENTANZEN DES WEIBLICHEN BEI SILVIA BOVENSCHEN (VGL. BOVENSCHEN 1980, 9-16): Dieses Kapitel führt die theoretischen Begriffe „Kunstweibliches“ sowie die Unterscheidung zwischen Reduktionstheorien und Ergänzungstheorien ein.

I.1 DIE REDUKTIONSTHEORIEN: FRAUEN ALS SOZIALE „RANDGRUPPE“ (VGL. BOVENSCHEN 1980, 19-24): Hier wird das Konzept der „geschlechtsspezifischen Asylierung“ und die Reduzierung von Frauen auf eine gesellschaftliche Minderheit erläutert.

I.2 DIE ERGÄNZUNGSTHEORIEN: DIE FRAU ALS MUSE (VGL BOVENSCHEN 1980, 25FF): Es wird aufgezeigt, wie Frauen in der Kunst primär als Inspirationsquelle für die männliche Produktivität instrumentalisiert werden.

II. INWIEWEIT FINDEN SICH DIE ROLLENZUWEISUNGEN DER REDUKTIONS UND ERGÄNZUNGSTHEORIEN IN DEN WAHLVERWANDTSCHAFTEN?: Die theoretischen Ansätze werden hier konkret auf die Romanfiguren und männliche Imaginationen übertragen.

II.1 DAS MÄDCHENPENSIONAT: GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ASYLIERUNG ALS ERZIEHUNGSPRINZIP: Das Kapitel analysiert die Erziehungsziele für Luciane und Ottilie im Hinblick auf ihre gesellschaftliche Einpassung.

II.2 DIE FRAU UND DIE KUNST: MÄNNLICHE EFFIZIENZ VERSUS WEIBLICHE METAPHYSISCHE NATUR: Anhand der Parkgestaltung und des Weihnachtsbildes wird die Abwertung weiblicher Arbeit gegenüber männlicher Gestaltungsmacht verdeutlicht.

III. DIE WEIBLICHE REZEPTION DER WAHLVERWANDTSCHAFTEN ZEITGENÖSSISCH UND HEUTE: EIN RESUMÉE: Dieses Kapitel vergleicht die kritische Haltung zeitgenössischer Leserinnen wie Rahel Varnhagen mit den Möglichkeiten einer modernen feministischen Literaturanalyse.

Schlüsselwörter

Feministische Literaturwissenschaft, Johann Wolfgang von Goethe, Die Wahlverwandtschaften, Silvia Bovenschen, Weiblichkeitsbilder, Reduktionstheorien, Ergänzungstheorien, Kunstweiblichkeit, Geschlechtsspezifische Asylierung, Rolle der Muse, Rahel Varnhagen, Pauline Wiesel, Literaturkritik, Patriarchat, Mythologisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Weiblichkeitsbilder in Johann Wolfgang von Goethes Roman „Die Wahlverwandtschaften“ und setzt diese in Bezug zu feministischen Literaturtheorien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die theoretischen Konzepte von Silvia Bovenschen, die Analyse von Geschlechterrollen im 19. Jahrhundert sowie die literarische Darstellung von Frauen in Goethes Werk.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist die Anwendung der Reduktions- und Ergänzungstheorien von Silvia Bovenschen auf die Romanfiguren, um die Ursachen für die zeitgenössische Ablehnung des Romans durch Leserinnen zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die feministische Theorien zur Kulturgeschichte und Literaturkritik als hermeneutischen Rahmen nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Romanstellen wie das Mädchenpensionat, die Parkgestaltung durch Charlotte und das Weihnachtsbild mit Ottilie vor dem Hintergrund der Rollenkonformität und -abwertung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Weiblichkeitsbilder, Reduktionstheorie, Ergänzungstheorie, Geschlechterrollen, feministische Literaturwissenschaft und Goethes Wahlverwandtschaften.

Wie wird die Figur der Ottilie im Kontext der Ergänzungstheorien bewertet?

Ottilie wird als Muse und Projektionsfläche des Architekten interpretiert, wobei ihre Erhebung in göttliche Sphären gleichzeitig eine Entmachtung ihrer realen Handlungsfähigkeit bedeutet.

Warum lehnten zeitgenössische Leserinnen wie Rahel Varnhagen das Werk ab?

Die Ablehnung wird als eine unbewusste feministische Kritik an den starren patriarchalen Rollenmustern und den als diffamierend empfundenen Weiblichkeitsbildern im Roman interpretiert.

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Details

Title
Weiblichkeitsbilder in Goethes Skandalroman "Die Wahlverwandtschaften"
College
University of Salzburg  (Fachbereich Germanistik)
Course
Einführung in die Fem. Literaturwissenschaft
Grade
1
Author
Sarah Kraushaar (Author)
Publication Year
2004
Pages
17
Catalog Number
V32368
ISBN (eBook)
9783638331036
ISBN (Book)
9783640827558
Language
German
Tags
Weiblichkeitsbilder Goethes Skandalroman Wahlverwandtschaften Einführung Literaturwissenschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sarah Kraushaar (Author), 2004, Weiblichkeitsbilder in Goethes Skandalroman "Die Wahlverwandtschaften", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32368
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