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Jugend im Holocaust. Wie Schüler den Holocaust durch Kinder- und Jugendliteratur verstehen lernen

Title: Jugend im Holocaust. Wie Schüler den Holocaust durch Kinder- und Jugendliteratur verstehen lernen

Textbook , 2016 , 287 Pages

Autor:in: Julia Bleffert (Author), Maria Kalaitzi (Author), Anne-Maria Lenhart (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Summary Excerpt Details

Über 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verlieren die Gräueltaten des Holocaust für die Schülergenerationen von heute an Bedeutung. Es wird zunehmend schwieriger für junge Menschen, einen Zusammenhang zu der eigenen Lebenswelt herzustellen. Wie dieser Band zeigt, sind Werke der Kinder- und Jugendliteratur ein geeignetes Gegenmittel gegen das Vergessen.

Die hier behandelten Titel, das „Tagebuch der Anne Frank“, „Ich bin ein Stern“ von Inge Auerbacher und Uri Orlevs „Lauf, Junge, lauf“, erzählen den Holocaust aus der Perspektive von Kindern und jungen Erwachsenen. Die Protagonisten bieten eine Identifikationsfläche für die Schüler und helfen ihnen, den Holocaust bereits in jungem Alter zu verstehen. Doch wie lässt sich der Holocaust für die Schule didaktisch aufbereiten? Wie sähen geeignete Unterrichtskonzepte aus? Der Band zeigt beispielhaft, wie eine didaktische Umsetzung dieses sensiblen Themas gelingen kann.

Aus dem Inhalt:
- Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur
- Historischer Hintergrund
- Didaktische Aufbereitungsmöglichkeiten
- Mögliche Unterrichtskonzepte
- Analyse von Beispieltexten
- „Ich bin ein Stern“, „Das Tagebuch der Anne Frank“, „Lauf, Junge, Lauf“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust

Einleitung

Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur

Der Holocaust – eine Begriffsbestimmung

Historische Phasierung von 1945 bis in die Gegenwart

Die Schwierigkeiten in der Kinder- und Jugendliteratur: Ein wissenschaftlicher Diskurs

Literaturwissenschaftliche Kriterien

Analyse eines ausgewählten Beispiels: Ich bin ein Stern

Inhaltliche Einordnung

Analytischer Teil

Didaktische Aufbereitung in der Grundschule

Rahmenbedingungen

Die didaktische Vermittlung

Diskussion: Ist eine Thematisierung des Holocaust in der Grundschule sinnvoll?

Uri Orlevs Jugendroman „Lauf, Junge, lauf“ Die Darstellung des Holocaust in der fiktionalen Kinder- und Jugendliteratur

Einleitung

Grundlegende terminologische und literatur-historische Aspekte der Thematik

Terminologische Problematik

Das historische Ereignis – Formen der literarischen Überlieferung

Fiktionalität versus Historizität – die narrative Vergegenwärtigung des Holocaust

Theoretische Überlegungen zur Vermittlung des Themas „Holocaust“

Psychologische Erinnerungsbarrieren und deren Folgen für die erzieherische Arbeit

Diskussion über psychische Voraussetzungen von Grundschulkindern für die Thematisierung des Holocaust oder „Ist Überforderung noch ein Argument?“

Die Rolle der Pädagogik bei der Aufarbeitung des Holocaust

Didaktisch-methodisches Vorgehen bei der Umsetzung im Unterricht

Lehrer- und Erzieherrolle bei der Vermittlung des Holocaust

Selbstreflexion der Lehrperson und die Rolle der Eltern

Wie sag ich es? Zur Vermeidung von Sprachlosigkeit

Unterrichtsgestaltung

Literaturtheoretische Betrachtungen

Kinder- und Jugendliteratur – Definition und Genese

Narrative Texte als Zugang zum Holocaust und das Dilemma der Ästhetisierung

Besondere Aspekte des Themas in der Kinder- und Jugendliteratur

Beurteilungskriterien für die literarische Analyse von Kinder- und Jugendbüchern nach Ernst Cloer

Narratologische Analyse des Jugendromans Lauf, Junge, lauf

Einleitende Informationen und formaler Aufbau des Buches

Autorenporträt

Aufbau und Bewertung nach Cloers Beurteilungsraster

Fachdidaktische Überlegungen und Vorschläge für die Umsetzung der Unterrichtseinheit im Deutschunterricht

Begründung für den Einsatz des Romans im Deutschunterricht

Wege eines gelungenen Einstiegs in den Roman

Textanalytisches Vorgehen

Produktionsorientierter Unterricht

Handlungsorientierter Unterricht

Legitimation der Thematik im Literaturunterricht durch den Lehrplan der Haupt- und Realschule des Hessischen Kultusministeriums

Schlussbetrachtung und Ausblick

Das Tagebuch der Anne Frank Eine Analyse der Tagebuchaufzeichnungen im Hinblick auf die Entwicklung von Jugendlichen in extremen Situationen

Einleitung

Der Historische Zusammenhang

Tagebuch und Literatur. Ein kurzer Entwicklungsbericht

Die Entwicklung des Tagebuches als Teil von Literatur

Das Tagebuch der Anne Frank

Die Niederländischen Ausgaben

Die Deutschen Ausgaben

Anne Frank wird zur Legende – Die Wirkung des Tagebuches in Europa und Amerika

Das Schreiben als Weg in die „Freiheit“

Was wusste Anne Frank vom Krieg

Anne Frank

Der Lebenslauf von Anne Frank

Anne Frank – Wem gehört sie?

Die Persönlichkeit von Anne Frank

Die letzten Monate von Anne Frank

Das Leben im Versteck

Was ist ein Versteck?

Die Beziehungen von Anne Frank zu den einzelnen Bewohnern im Versteck

Die Familie Frank

Die Familie van Pels

Fritz Pfeffer

Die Beziehungen zu den Helfern

Johannes (Jo) Kleiman

Victor Kugler

Bep Voskuijl

Johan Voskuijl

Miep Gies

Jan Gies

Der Verrat

Wer hat die Untergetauchten verraten?

Die Fälschungsdebatte um die Echtheit des Tagebuches

Die Ergebnisse der Handschriften sowie Textdokumente der Anne Frank

Die editorische Gestaltung des Tagebuches

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen einer didaktischen Aufarbeitung des Holocausts in der Grundschule durch den Einsatz von Kinder- und Jugendliteratur. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Balance zwischen historischer Wahrhaftigkeit und kindgerechter Vermittlung, um Traumatisierungen zu vermeiden und stattdessen ein verantwortungsvolles Geschichtsbewusstsein zu fördern.

  • Holocaust-Thematisierung in der Primarstufe
  • Einsatz autobiografischer Texte im Unterricht
  • Didaktische Konzepte und Methoden (Holocaust Education vs. Konfrontationsdidaktik)
  • Analyse und Interpretation des Jugendromans "Lauf, Junge, lauf"
  • Analyse der Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank

Auszug aus dem Buch

Die Schwierigkeiten in der Kinder- und Jugendliteratur: Ein wissenschaftlicher Diskurs

Der Holocaust in der KJL muss sich mehreren Problematiken stellen, die in einer kindgerechten literarischen Vermittlung zu diesem Thema auftreten. Zwangsläufig entsteht hier der Konflikt, die Historie zu verfälschen oder den Kindern eine zu wahrheitsgetreue Abbildung der damaligen Schrecken zu liefern. Dabei muss jedoch zwischen den literarischen Arbeiten und der darauf basierenden wissenschaftlichen Sekundärliteratur differenziert werden. Die Primärliteratur zu diesem Thema soll im Folgenden nicht diskutiert werden, da deren Thematisierung den Umfang dieser Arbeit erheblich übersteigen würde. Dieses Kapitel dient vielmehr dazu, die wissenschaftlichen Kontroversen aufzuzeigen, die es allgemein zu dem Thema Holocaust in der KJL gibt, dabei beziehen sich einige Verfasser auf Studien, die sich auch mit den konkreten Werken beschäftigt haben.

Die historische KJL bewegt sich häufig zwischen zwei Angelpunkten: Zum einen wird versucht, den Kindern einen umfangreichen Einblick in die damals bestehenden Lebensverhältnisse zu gewähren und dabei ein altersadäquates Denk- und Sprachniveau beizubehalten. Zum anderen kann aber auch die erzieherische Intention vom Autor in der Geschichte Überhand nehmen, so wird häufig wörtlich nach falschem und richtigem Verhalten unterschieden, um damit die moralische Botschaft der Erzählung auszurichten.

Zusammenfassung der Kapitel

Kinder- und Jugendliteratur über den Holocaust: Einleitende Betrachtung der Thematisierung des Nationalsozialismus und des Holocaust in der Literatur für junge Leser.

Der Holocaust in der Kinder- und Jugendliteratur: Historische Einordnung des Begriffs Holocaust und Diskussion der Schwierigkeiten bei der kindgerechten Darstellung.

Analyse eines ausgewählten Beispiels: Ich bin ein Stern: Anwendung literaturwissenschaftlicher Kriterien auf die autobiografische Erzählung von Inge Auerbacher.

Didaktische Aufbereitung in der Grundschule: Untersuchung der Voraussetzungen und curricularer Möglichkeiten für eine Holocausterziehung in der Primarstufe.

Diskussion: Ist eine Thematisierung des Holocaust in der Grundschule sinnvoll?: Erörterung der Für- und Wider-Argumente sowie der didaktischen Verantwortung der Lehrkräfte.

Uri Orlevs Jugendroman „Lauf, Junge, lauf“: Detaillierte Analyse des Romans und seiner Darstellung in der fiktionalen Jugendliteratur.

Grundlegende terminologische und literatur-historische Aspekte der Thematik: Vertiefung der sprachlichen und historischen Problematiken bei der Erzählung über den Völkermord.

Theoretische Überlegungen zur Vermittlung des Themas „Holocaust“: Analyse psychologischer Barrieren und der pädagogischen Rolle bei der Aufarbeitung.

Didaktisch-methodisches Vorgehen bei der Umsetzung im Unterricht: Praktische Ansätze für die Vermittlung und Selbstreflexion der Lehrperson.

Literaturtheoretische Betrachtungen: Definition und Genese der Kinder- und Jugendliteratur im Kontext der NS-Thematik.

Narratologische Analyse des Jugendromans Lauf, Junge, lauf: Untersuchung der Erzählstruktur und Darstellungsmittel des Romans.

Fachdidaktische Überlegungen und Vorschläge für die Umsetzung der Unterrichtseinheit im Deutschunterricht: Konkrete methodische Umsetzungsvorschläge für den Schulalltag.

Das Tagebuch der Anne Frank: Analyse der Tagebuchaufzeichnungen hinsichtlich der Entwicklung der Jugendlichen unter extremen Bedingungen.

Schlüsselwörter

Holocaust, Kinder- und Jugendliteratur, Grundschule, Didaktik, Nationalsozialismus, Anne Frank, Uri Orlev, Erinnerungskultur, Zeitzeugenschaft, Autobiografie, Erziehung, Antisemitismus, Literaturunterricht, Geschichtsbewusstsein, Identitätsprozesse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der Thematisierung des Holocausts in der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) und untersucht kritisch deren didaktische Aufbereitungspotenziale für die Grundschule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die literaturwissenschaftliche Analyse von Holocaust-Literatur, die pädagogische Rolle bei der Vermittlung, die entwicklungspsychologischen Voraussetzungen von Grundschulkindern sowie konkrete Unterrichtskonzepte.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie eine altersgerechte Holocausterziehung in der Grundschule sinnvoll gestaltet werden kann, um Schülern demokratische Werte und vorurteilsfreie Verhaltensweisen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse auf Basis des Zweiebenen-Modells nach Peter Wenzel, eine didaktische Diskursanalyse sowie eine inhaltliche Untersuchung der Werke von Inge Auerbacher, Uri Orlev und Anne Frank.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse der Holocaust-Literatur sowie einen fachdidaktischen Teil, der konkrete Methoden wie produktions- und handlungsorientierten Unterricht vorschlägt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Holocaust, Didaktik, Grundschule, Kinder- und Jugendliteratur, Erinnerungskultur, Identität und Zeitzeugenschaft.

Warum ist die Wahl des Buches „Ich bin ein Stern“ für die Analyse besonders relevant?

Das Buch bietet eine authentische, aus Kindersicht erzählte Lebensgeschichte, die es ermöglicht, Identifikationsprozesse einzuleiten und gleichzeitig die Grausamkeiten des Nationalsozialismus ohne Überforderung in kindgerechter Sprache zu thematisieren.

Welche Rolle spielt die „Holocaust Education“ im Vergleich zur „Konfrontationsdidaktik“?

Die „Holocaust Education“ setzt auf Empathie und individuelle Identifikation, um durch die Bewahrung der Erinnerung an den Einzelnen aufzuklären, während die kritisch betrachtete „Konfrontationsdidaktik“ durch das bloße Zeigen von Grausamkeiten oft zu Abwehrhaltungen und Traumatisierungen bei Kindern führt.

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Details

Title
Jugend im Holocaust. Wie Schüler den Holocaust durch Kinder- und Jugendliteratur verstehen lernen
Authors
Julia Bleffert (Author), Maria Kalaitzi (Author), Anne-Maria Lenhart (Author)
Publication Year
2016
Pages
287
Catalog Number
V323725
ISBN (eBook)
9783668224230
ISBN (Book)
9783956879203
Language
German
Tags
jugend holocaust schüler kinder- jugendliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Bleffert (Author), Maria Kalaitzi (Author), Anne-Maria Lenhart (Author), 2016, Jugend im Holocaust. Wie Schüler den Holocaust durch Kinder- und Jugendliteratur verstehen lernen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323725
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