Das Thema dieser Hausarbeit ist „Blindheit und Sehbehinderung im kindlichen Alter“. Mit der Frage: „Wie können blinde und sehbehinderte Kinder mit Hilfe von frühförderlichen Maßnahmen in ihrer Entwicklung unterstützt werden?“ soll vor allem der Bereich der Frühförderung von Kindern im Alter von null bis sechs Jahren aufgezeigt werden.
Zunächst jedoch werden die allgemeinen Grundlagen zum Thema Blindheit und Sehbehinderung dargestellt. Angefangen wird mit medizinischen Grundlagen und der Beschreibung der Hilfsmittel die blinden und sehbehinderten Kindern zur Verfügung stehen. Anschließend wird auf den pädagogischen Umgang eingegangen und die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik näher erläutert. Das Augenmerk dieser Hausarbeit liegt auf dem Thema der allgemeinen und speziellen Frühförderung von blinden und sehbehinderten Kindern, die im vierten Kapitel beschrieben wird.
Durch die Fähigkeit des Sehens gelangen wir an Informationen über unsere unmittelbare Umgebung. Wir lernen Gegebenheiten und Standorte außerhalb unserer Reichweite kennen. Das Sehen dient der dreidimensionalen Orientierung, welches dem Mensch ermöglicht sich räumlich zurechtzufinden. Visuelle Reize stimulieren den Mensch sich fortzubewegen und sich mit seiner Umwelt aktiv zu beschäftigen. Die Exploration ist eine grundsätzliche Bedingung für die motorische Entwicklung, die Begriffsbildung und die Entfaltung der Persönlichkeit eines Kindes. Sehschädigungen wirken sich oftmals auf die Persönlichkeitsstruktur eines Menschen aus und gehen mit einem verminderten Selbstwertgefühl einher.
Um Isolation als Folge und eine Verzögerungen der Entwicklung zu vermeiden, ist es wichtig, betroffene Kinder frühzeitig zu fördern und anzuleiten. Blinde und sehbehinderte Kinder benötigen deshalb spezielle Fördermaßnahmen, die sich aber als langwierige und schwierige Prozesse darstellen. Jedoch hat sich die Gestaltung dieser Maßnahmen durch die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik im Laufe der vergangenen Jahre stark entwickelt und deutlich verbessert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Allgemeine Grundlagen zu Blindheit und Sehbehinderung
2.1 Aufbau und Funktion des Auges
2.2 Schädigungen des Auges
2.3 Definitionen und Klassifikation nach ICD-10
2.4 Ursachen
2.5 Diagnose und Früherkennung
2.6 Hilfsmittel bei Blindheit und Sehbehinderung
3. Blindheit und Sehbehinderung aus pädagogischer Sicht
3.1 Der Pädagogische Umgang mit blinden und sehbehinderten Menschen
3.2 Einführung in die Blinden- und Sehbehindertenpädagogik
3.3 Erziehung, Bildung und Rehabilitation von sehbehinderten und blinden Menschen
4. Frühförderung
4.1 Allgemeine Frühförderung
4.2 Frühförderung sinnesbeeinträchtigter Kinder und Jugendlicher
4.3 Anwendung und Ziele der pädagogischen Frühförderung
4.4 Inhalt der Frühförderung
4.4.1 Die Frühförderung der Wahrnehmung:
4.4.2 Die Förderung der Mobilität, Motorik und der Selbstständigkeit
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten, blinde und sehbehinderte Kinder im Alter von null bis sechs Jahren durch frühförderliche Maßnahmen in ihrer Entwicklung optimal zu unterstützen, um Entwicklungsverzögerungen zu minimieren und eine erfolgreiche Teilhabe zu ermöglichen.
- Medizinische und pädagogische Grundlagen der Sehschädigung
- Entwicklung und Bedeutung der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik
- Konzepte und Modelle der allgemeinen und speziellen Frühförderung
- Fördermethoden in den Bereichen Wahrnehmung, Mobilität und lebenspraktische Fähigkeiten
- Die Rolle der Elternarbeit und interdisziplinäre Kooperation
Auszug aus dem Buch
Beispiel eines Trainings von lebenspraktischen Fähigkeiten:
Das Training lebenspraktischer Fähigkeiten verhilft blinden und sehbehinderten Kindern zur Selbstständigkeit. Zudem verbessert es die Motorik und die Wahrnehmung. Meist übernehmen speziell ausgebildete Rehabilitationslehrer/-innen das Training und beginnen dieses zum Beispiel mit dem Abholen des Kindes und der Begleitung in einen für das Training ausgestatteten Raum. Hier lernen die Kinder mit alltäglichen Gegenständen umzugehen. Beispielsweise sind die Schränke einer Küche in Brailleschrift gekennzeichnet, damit sich die Kinder orientieren können. An einem gedeckten Tisch hat jedes Utensil seinen eigenen gekennzeichneten Platz. Beispielsweise liegen die Servierte und das Besteck vom Teller aus gesehen immer auf drei Uhr. Das Glas steht auf ein Uhr und das Brot auf elf Uhr.
So können sich die Kinder mit Hilfe des Trainings orientieren und lernen selbstständig im Alltag zurechtzukommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Sehens für die kindliche Entwicklung ein und benennt die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich der Unterstützungsmöglichkeiten für betroffene Kinder durch Frühförderung.
2. Allgemeine Grundlagen zu Blindheit und Sehbehinderung: Das Kapitel erläutert medizinische Aspekte des Auges, definiert Sehschädigungen, beleuchtet Ursachen sowie Diagnostik und stellt gängige Hilfsmittel wie die Brailleschrift vor.
3. Blindheit und Sehbehinderung aus pädagogischer Sicht: Hier wird der fachliche Ansatz der Blinden- und Sehbehindertenpädagogik beschrieben und das pädagogische Handeln sowie die schulische und rehabilitative Bildung für betroffene Kinder diskutiert.
4. Frühförderung: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der pädagogischen Frühförderung, ihren Modellen und den speziellen Inhalten zur Förderung von Wahrnehmung, Motorik und Selbstständigkeit bei blinden und sehbehinderten Kindern.
5. Schluss: Der Schluss reflektiert die Notwendigkeit der Frühförderung als interdisziplinäre Komplexleistung, betont die Bedeutung der Elternarbeit und würdigt die Strategien betroffener Kinder zur Lebensbewältigung trotz der Herausforderungen durch ihre Sehbehinderung.
Schlüsselwörter
Blindheit, Sehbehinderung, Frühförderung, Sonderpädagogik, Wahrnehmungsförderung, Mobilitätstraining, Brailleschrift, Kindesentwicklung, Rehabilitation, Inklusion, Orientierung, Selbstständigkeit, Sehschädigung, pädagogische Konzepte, interdisziplinäre Förderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation blinder und sehbehinderter Kinder und der Frage, wie diese durch spezielle pädagogische Frühfördermaßnahmen in ihrer Entwicklung unterstützt werden können.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den medizinischen Grundlagen, der pädagogischen Sichtweise, den Modellen der Frühförderung sowie dem gezielten Training lebenspraktischer Fähigkeiten und der Mobilität.
Was ist das zentrale Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine rechtzeitige und fachlich fundierte Frühförderung Entwicklungsverzögerungen bei Kindern von null bis sechs Jahren vermieden und die Selbstständigkeit der Betroffenen gefördert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis aktueller Fachpublikationen, Studien und Expertenempfehlungen zur Blinden- und Sehbehindertenpädagogik systematisch Argumente und Konzepte zusammenführt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit vermittelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und medizinische Einordnung von Sehbehinderungen, die pädagogische Methodik zur Unterstützung im Alltag sowie spezifische Förderinhalte für Wahrnehmung und Motorik.
Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Blindheit, Sehbehinderung, Frühförderung, Selbstständigkeit sowie Orientierungs- und Mobilitätstraining.
Warum spielt die Elternarbeit in der Frühförderung eine so bedeutende Rolle?
Die Eltern sind Experten für ihre Kinder; ihre Anleitung und Unterstützung ist essenziell, damit sie in der häuslichen Umgebung als stabilisierende Kraft agieren und die im Förderprogramm erarbeiteten Maßnahmen nachhaltig umsetzen können.
Wie unterscheidet sich die spezielle Frühförderung von allgemeinen Förderangeboten?
Während die allgemeine Frühförderung breiter auf Lern- und Entwicklungsstörungen ausgerichtet ist, fokussiert die spezielle Frühförderung gezielt auf die Kompensation der fehlenden visuellen Wahrnehmung durch den Einsatz von Restsinne und spezieller Hilfsmittel.
- Arbeit zitieren
- Katharina Ketzer (Autor:in), 2015, Blindheit und Sehbehinderung im kindlichen Alter. Wie können blinde und sehbehinderte Kinder mit Hilfe von frühförderlichen Maßnahmen in ihrer Entwicklung unterstützt werden?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323746