Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland. Die Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern


Hausarbeit, 2015

18 Seiten

Greta Gunst (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mobilitätschancen für Lehrer
2.1 Mobilität- Begriffsbestimmung
2.2 Ausgangslage
2.3 Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern
2.4 Der Beschluss vom Kultusminister vom 5.10.1990

3 Kurzer Blick in die Anerkennungspraxis der deutschen Länder
3.1 Die Rechtslage in den ostdeutschen Ländern
3.2 Die Rechtslage in den westdeutschen Ländern

4 Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 07.03.2013

5 Resümee

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Mobilität der deutschen Lehrkräfte stellt ein wichtiges Thema in der heutigen modernen Gesellschaft dar. Mobil zu sein bedeutet heute mehr den je, weil das Ausmaß an Mobilität Folgen für das Individuum und seine soziale Integration hat. Bis vor 2013 konnte von beruflicher Mobilität der Lehrer kaum die Rede sein. Obwohl die gegenseitige Anerkennung der Lehramtsabschlüsse allgemein gefordert wurde, konnte das nicht umgesetzt werden. Es gibt schon eine EU-Richtlinie, die den Lehrern europaweit berufliche Mobilität garantiert. Innerhalb Deutschlands schaut das anders aus. Aufgrund unterschiedlicher Regelungen der Lehrerausbildung in den 16 Bundesländern, haben Lehramtsabsolventen und Lehramtsabsolventinnen mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen, wenn sie zwischen Bundesländern wechseln möchten. (Spiegel Online, 2013)

Diese Arbeit versucht aufzuzeigen, wie sich die Regelungen der Kultusminister Konferenz von 1989 bis heute geändert haben und Rückschlüsse auf die Mobilität der Lehrer in Deutschland zu ziehen. Um das zu verdeutlichen geht das Schreiben auf manche Regelungen unterschiedlicher Bundesländer ein um so die großen Gefälle zwischen ihnen zu zeigen.

In dem ersten Teil wird ein kurzer Überblick über die Vielfältigkeit der Mobilitätsbegriffe geschaffen.

Der Fokus liegt auf eine Studie aus 1989 über die Praxis der gegenseitigen Anerkennung von Lehramtsprüfungen zwischen den Bundesländern. Als Teil des Forschungsschwerpunkts „Qualifizierung von Personal im Bildungswesen“ erläutert die Projektgruppe eventuelle Probleme oder neue Lösungen bezüglich der Mobilität der Lehrer, die aus der deutschen Einigung entstanden sind. Erstens schildert die Arbeit die länderübergreifende Rechtslage hinsichtlich der Anerkennung von Lehramtsprüfungen. Daraus wird es deutlich, dass Wandern für Lehrer eine lange Zeit mit großen Gefahren verbunden war.

Der Beschluss vom Kultusminister vom 5.10.1990 über die „Gegenseitige Anerkennung von Lehramtsprüfungen und Lehramtsbefähigungen“ brachte durch mildere Anerkennungsvoraussetzungen große Hoffnungen in die Richtung Mobilität.

Das folgende Kapitel wirft einen kurzen Blick auf die Anerkennungspraxis der ost- und westdeutschen Länder. Mit Hilfe der ausgewählten Beispiele wird dieses große Gefälle zwischen den Regelungen verdeutlicht.

„Die große“ Änderung kommt am 07.03.2013 mit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz. Dieser schafft zum ersten Mal Transparenz und erleichtert erheblich die Lehrermobilität.

Ein Resümee fasst alle wichtigen Informationen auf einem Blick zusammen und gibt ein, welche weiteren Untersuchungen nötig wären um neue Informationen über die Mobilität der Lehramtsabsolventen oder Lehrkräften zu gelangen.

Das Schreiben stützt sich hauptsächlich auf das Werk von Avenarius, Döbert, Döbrich und Schade „Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland und Europa“. Sie konzentrieren sich auf die deutschen Verfahren der Anerkennung von Lehramtsprüfungen, die in anderen Bundesländern und in anderen Ländern abgelegt wurden und zeigt somit die großen Unterschiede zwischen ihnen.

2 Mobilitätschancen für Lehrer

2.1 Mobilität - Begriffsbestimmung

Die Soziologie versteht unter Mobilität die "Bewegungsvorgänge von Einzelpersonen, Gruppen und Kollektiven innerhalb einer Gesellschaft in sozialer und regionaler Hinsicht“. (Hillmann 2007: 578)

Subjektive oder objektive Faktoren können die Mobilität bestimmen. Darunter zählen individuelle Faktoren ( z.B. wie das Bildungsniveau und das Alter), familien- oder schichtenspezifische Traditionen, epochale Zeitumstände, sozialer Wandel, technologische und wirtschaftliche Inovationen, Veränderungen von Kultur und das Wohlstandsgefälle zwischen verschiedenen Regionen. (Hillmann 2007: 578)

Es gibt in der wissenschaftlichen Literatur eine Fülle von Mobilitätsbegriffe. Es wird in der Regel zwischen räumlicher Mobilität und sozialer Mobilität unterschieden, wobei „soziale Mobilität“ mehr Betrachtung als „räumliche Mobilität“ findet. Die räumliche Mobilität bezeichnet Bewegungen, die von Ort zu Ort stattfinden. Verändert ein Individuum seine sozialstrukturelle Position, ist er sozial mobil - im Raum der sozialstrukturellen Positionen einer Gesellschaft. Der Mobilitätsforscher Sorokin unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Mobilität. Bei der horizontalen Mobilität geht es um die horizontalen Bewegungen zwischen Positionen, die auf einer gleichen Ebene liegen. Vertikale Mobilität meint Bewegungen zwischen höheren oder niedrigeren Positionen bzw. soziale Aufstiege oder Abstiege. Außerdem unterscheidet man zwischen Generationen- und Karrieremobilität, individueller und kollektiver Mobilität, Struktur- und Zirkulationsmobilität usw. (Geißler 2013: 311- 312)

Auf die innerhalb eines Interviews gestellten Frage: „Warum müssen viele Menschen heute beruflich mobil sein?“ nennt der Professor Schneider verschiedene Ursachen. Erstens der Strukturwandel des Arbeitsmarktes, der Mobilität fordert . Ein Beispiel hierfür stellt die Werftenkrise oder die Stahlkrise im Saarland und Ruhrgebiet dar. Zweitens die Globalisierung.

Diese bedeutet einerseits verstärkte Vernetzung und Internationalisierung des Handels und supranationalen Organisationen, anderseits Fortschritte in der Verkehrstechnologie, die eine globale Mobilität möglich machen. Im Vergleich zu der USA, die eine viel höhere Mobilitätsbereitschaft aufweist, hält sich diese bei den Deutschen in Grenzen, die eher sesshaft sind. Aber gibt es viele Deutsche, die mobil sein müssen.

2.2 Ausgangslage

1989 macht eine Arbeitsgruppe des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) einen Bericht über die Praxis der gegenseitigen Anerkennung von Lehramtsprüfungen zwischen den Bundesländern. Dadurch wird deutlich, dass Wandern für Lehrer mit Gefahren verbunden ist. Es scheint nicht sicher, ob ein Lehrer nach der Ersten Staatsprüfung zum Vorbereitungsdienst in einem anderen Bundesland zugelassen wird oder ob er dort nach der zweiten Lehramtsprüfung eine Stelle findet.

Ein wichtiger Einflussfaktor ist, dass es keine einheitliche Lehrerausbildung für alle Länder gibt. Man unterscheidet zwischen einer schulformbezogenen und einer stuffenbezogenen Ausbildung.

Ein anderer Grund geht auf die vorgeschriebenen Fächer oder Fächerverbindungen zurück, die nicht in allen Ländern Verwendung finden. (vgl. Avenarius u.a. 1996:11)

Ein Blick in die nahe Geschichte macht deutlich, dass in Zeiten wo es an Lehrern mangelte, solche wie oben dargestellten „Probleme“ nicht existierten. Es lässt sich vermuten, dass das eigentliche Problem das Überangebot an Lehrkräften ist.

Mittlerweile ist die Zeit gekommen ein Fazit zu ziehen. Die Projektgruppe des DIPF zusammengesetzt aus Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen befasst sich erneut nach ca. fünf weiteren Jahren mit der Anerkennung von Lehramtsprüfungen zwischen Bundesländern. Als Teil des Forschungsschwerpunkts „Qualifizierung von Personal im Bildungswesen“ erläutert die Projektgruppe eventuelle Probleme oder neue Lösungen, die aus der deutschen Einigung entstanden sind. Außerdem versucht sie herauszufinden, wie sich die Ende 1988 verabschiedete EG-Richtlinie zur Anerkennung von Hochschulabschlüssen auf die Mobilitätschancen der Lehrkräfte ausgewirkt hat. (vgl. Avenarius u.a. 1996:12)

Die ausgewerteten Informationen basieren sowohl auf den landesspezifischen Rechtsnormen und Verwaltungsvorschriften als auch auf die Interviews mit qualifiziertem Personal der Kultusministerien (oder Senatsverwaltungen) oder Vertreter der Landesverbände verschiedener Lehrerorganisationen. Die Interviews finden 1994 statt. Die Entwürfe der Länder werden den Kultusministerien im Februar 1996 mit der Bitte um Stellungsnahme zugesandt. Am 25.April 1996 findet in der Anwesenheit von Ländervertretern und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie ein Auswertungsgespräch statt.

Der Bericht bezieht sich auf die wichtigsten Lehrämter. Im Vergleich zu dem Bericht aus dem Jahr 1989 betrachtet die Forschungsgruppe zusätzlich die Anerkennung in der DDR. Berücksichtigung finden auch Lehramtsbefähigungen aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie aus anderen Vertragsstaaten des Europäischen Wirtschaftsraum. (vgl. Avenarius u.a. 1996: 11-12) Der folgende Kapitel schildert die länderübergreifende Rechtslage hinsichtlich der Anerkennung von Lehramtsprüfungen.

2.3 Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern

Jedes Bundesland hat das Recht die Anerkennung der Lehramtsprüfungen selbst zu regeln. Ob eine Berechtigung außerhalb eines Landes wirksam ist oder nicht, entscheidet die Regelung des jeweiligen Ziellandes.

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Details

Titel
Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland. Die Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V323768
ISBN (eBook)
9783668228801
ISBN (Buch)
9783668228818
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mobilität, Lehrer, Lehramt, Lehrkräfte, Kultusminister, Lehrerausbildung
Arbeit zitieren
Greta Gunst (Autor), 2015, Mobilitätschancen für Lehrer in Deutschland. Die Anerkennungsproblematik zwischen den Bundesländern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323768

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