„Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.“
Viktor Frankl setzte sich schon früh mit der Motivationstheorie und der daraus abgeleiteten Logotherapie auseinander. In der folgenden Arbeit wird die Frage nach dem Grundantreiber des persönlichen Sinns erörtert.
Viktor Frankl erkannte früh, dass der Grundantreiber für das tägliche Überleben sowie das erfolgreiche und glückliche Dasein eines Menschen das Finden eines Sinns ist.
Gemäß Gallup (2009) fühlen sich in Westeuropa 80 bis 90 Prozent aller Mitarbeitenden nur schwach oder gar nicht an ihr Unternehmen gebunden. Ihr Motto: «Arbeiten geht man, um Geld zu verdienen, das wirkliche Leben beginnt nach der Arbeit!»
Wer Arbeit nur als Pflicht versteht, wirft täglich acht Stunden seines Lebens zum Fenster hinaus, und leitungsmäßig sind viele Unternehmen längst nicht dort, wo sie sein könnten.
Jedoch ist der Gedanke des Sinnfreien oder der Suche nach dem Sinn nicht nur in der Welt der Arbeit ein ständiger Begleiter, auch im Alltag der heutigen Zeit fragen viele Menschen nach Ihrem individuellem Sinn. Doch wie wichtig ist das Finden des persönlichen Sinnes? Wie wird dieser beeinflusst und was schafft er?
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffl.- systematische Grundlegung
2.1 Viktor Frankl
2.2 Logotherapie und Existenzanalyse
3 Die Grundtreiber
3.1 Die Suche nach dem Sinn
3.2 Der Wille zum Sinn
4 Sinn als Motivationsquelle im Unternehmen
4.1 Das Unternehmen als Sinnquelle
4.2 Sinn.- und leistungsorientierte Unternehmenskultur
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Bedeutung des persönlichen Sinns als zentralen Motivationsfaktor für den Menschen im Alltag sowie im beruflichen Kontext, basierend auf der Logotherapie und Existenzanalyse von Viktor Frankl.
- Die wissenschaftlichen Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse
- Die menschliche Grundsuche nach Sinn und der "Wille zum Sinn"
- Die Abgrenzung von sinn-orientierter Motivation gegenüber Macht- oder Luststreben
- Die Rolle von Unternehmen als Sinngeber für Mitarbeiter
- Merkmale einer sinn- und leistungsorientierten Unternehmenskultur
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Suche nach dem Sinn
Die Frage nach dem Sinn des Lebens, ist als eine eigentlich menschliche Frage zu bezeichnen. Der Mensch ist ein Wesen, das auf der Suche nach Sinn ist. Sei es ein Sinn, den er erfüllt, oder anderes menschliches Sein, dem er begegnet. „So oder so: Menschsein weißt immer schon über sich selbst hinaus, und die Transzendenz ihrer selbst ist die Essenz menschlicher Existenz.“ Motivationstheorien werden darauf ausgelegt dass der Mensch eigentlich und ursprünglich danach strebt Glücklich zu sein. Viktor Frankl jedoch sagt, dass was der Mensch wirklich will, ist letzten Endes nicht das glücklich sein an sich, sondern vielmehr einen Grund zum glücklich sein. „Sobald nämlich ein Grund zum Glücklich sein gegeben ist, stellt sich das Glück, stellt sich die Lust von selber ein.“
Die Sinnfrage in ihrer ganzen Radikalität kann einen Menschen geradezu überwältigen. Offen wird über die Sinnfrage in den Reifejahren, etwa der Pubertät gesprochen, aber auch in Zeiten des Schicksals, etwa durch ein erschütterndes Erlebnis. Ein weiterer wichtiger Faktor in der Sinnfrage ist die tägliche Arbeit. Gemäß Kelly-Services (2009) wären weltweit 50% aller Mitarbeitenden bereit, auf einen Teil ihres Salärs und auf beruflichen Status zu verzichten, könnten sie sinnvollere Arbeit leisten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Sinnsuche im Alltag sowie im Berufsleben ein und skizziert die Fragestellung nach dem Grundtreiber des persönlichen Sinns.
2 Begriffl.- systematische Grundlegung: Das Kapitel stellt die Person Viktor Frankl sowie die theoretischen Grundlagen der Logotherapie und Existenzanalyse vor.
3 Die Grundtreiber: Hier wird der menschliche Wille zum Sinn als primäre Antriebskraft analysiert und von kurzfristigen Zielen wie Lust oder Macht abgegrenzt.
4 Sinn als Motivationsquelle im Unternehmen: Dieses Kapitel erläutert, wie Unternehmen durch eine werteorientierte Mission und Unternehmenskultur als Sinnquelle für ihre Mitarbeiter fungieren können.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sinn die stärkste Motivationskraft für Höchstleistungen darstellt und der Mensch als ein wesenhaft nach Sinn suchendes Individuum zu verstehen ist.
Schlüsselwörter
Viktor Frankl, Logotherapie, Existenzanalyse, Sinnsuche, Wille zum Sinn, Motivation, Unternehmenskultur, Sinnquelle, Leistungsorientierung, Humanistische Psychologie, Lebenssinn, Sinnhaftigkeit, Arbeitswelt, Selbstverwirklichung, Transzendenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophischen und psychologischen Ansätze der Logotherapie nach Viktor Frankl und deren Anwendung auf die Motivation von Menschen im täglichen Leben und im Arbeitsumfeld.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Sinnsuche, der Wille zum Sinn, die Differenzierung zwischen Lust- und Sinnstreben sowie die Gestaltung einer sinngebenden Unternehmenskultur.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erörtern, inwiefern der „Wille zum Sinn“ der entscheidende Grundtreiber menschlichen Handelns ist und wie dieser in einer modernen Arbeitswelt motivierend wirken kann.
Welcher wissenschaftliche Ansatz wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf die humanistische Psychotherapie von Viktor Frankl, namentlich die Logotherapie und Existenzanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Frankls Lehre), die Analyse des menschlichen Strebens nach Sinn gegenüber dem Streben nach Macht oder Lust sowie die praktische Ableitung für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sinnsuche, Existenzanalyse, Motivation, Logotherapie, Unternehmenskultur und Werteorientierung.
Wie unterscheidet sich der „Wille zum Sinn“ vom „Willen zur Lust“?
Während der Wille zur Lust ein direktes Streben nach persönlicher Befriedigung ist, ist der Wille zum Sinn das fundamentale Bedürfnis, einen Grund für das eigene Handeln und Sein zu finden, woraus sich Zufriedenheit als Nebenwirkung ergibt.
Welche Rolle spielt die Unternehmenskultur für den Sinnbegriff?
Unternehmen können durch eine gelebte Mission, Vision und Werte als Sinnquellen fungieren, die über rein ökonomische Ziele hinausgehen und Mitarbeiter nachhaltig motivieren.
- Quote paper
- Tanja Lehrer (Author), 2015, Grundantreiber nach Viktor Frankl. Das Finden eines individuellen Lebenssinns, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323825