Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, zu identifizieren, inwieweit es der Aktienanalyse, insbesondere der fundamentalen Aktienanalyse, gelingt, den Investoren und Anlegern ein geeignetes Instrumentarium zur Bewertung von Aktien beziehungsweise der Kaufwürdigkeit darzustellen und welche Bedeutung hierbei ausgewählten fundamentalen Aktienkennziffern zugesprochen werden kann, die einen Bestandteil der Wertpapieranalyse bilden. Des Weiteren soll im Rahmen dieser Arbeit aufgezeigt werden, welche Grundstrategien der Aktienanalyse grundsätzlich voneinander unterschieden werden und in welchen Kontext zu anderen Wertpapieranalyseverfahren die fundamentale Aktienanalyse einzuordnen ist. In diesem Zusammenhang wird außerdem auf die Frage eingegangen, welche Anwendbarkeit die Analysemethoden in der Praxis zugesprochen bekommen.
"Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind." Mit diesem Zitat von Warren Edward Buffett, einem US-amerikanischen Großinvestor, Unternehmer und Gründer von Berkshire Hathaway Inc. wird bereits der Grundgedanke der fundamentalen Aktienstrategie deutlich. Investoren kaufen Aktien, die nach ihren Einschätzungen als unterbewertet bzw. fundamental günstig anzusehen sind und spekulieren darauf, dass der Markt diese Unterbewertung erkennt und durch steigende Aktienkurse wieder korrigiert, so dass sich der Aktienkurs dem fairen bzw. inneren Wert des Unternehmens wieder annähert. Trotz des legendären Erfolgs des sogenannten Aktiengurus Warren Buffet, welcher der beste praktische Beweis für die Gültigkeit dieser Strategie sein mag, stellt sich zunehmend jedoch die Frage, ob Börsenerfolg als Zufall angesehen werden kann oder aber in welchem Umfang die Aktienmärkte die gesamtwirtschaftliche Entwicklung inklusive der einfließenden Determinanten reflektieren und sich infolgedessen mit Hilfe der fundamentalen Aktienanalyse Anlegerchancen und Risiken einzelner Wertpapiere, Marktsegmente aber auch ganzer Märkte für einen festgelegten Anlagezeitraum unter Einbeziehung aller verfügbaren und relevanten Informationen prognostizieren lassen sowie Investoren damit einhergehend bei ihren Anlageentscheidungen unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN UND ABGRENZUNGEN
2.1 Die Aktienanalyse im Überblick
2.2 Einordnung und Ziele der fundamentalen Aktienanalyse
3 SYSTEMATIK DER FUNDAMENTALANALYSE
3.1 Bottom-Up-Ansatz
3.2 Top-Down-Ansatz
4 KENNZAHLEN ZUR ERMITTLUNG DES FAIREN AKTIENKURSES
4.1 Klassische Bewertungskennzahlen
4.2 Moderne Bewertungskennzahlen
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die fundamentale Aktienanalyse als Instrument zur Aktienbewertung und Kaufwürdigkeitsprüfung, analysiert deren methodische Ansätze und prüft die Anwendbarkeit in der Praxis sowie die Bedeutung verschiedener Kennzahlen.
- Grundlagen und Abgrenzung der fundamentalen Aktienanalyse
- Methodische Systematiken: Top-Down- vs. Bottom-Up-Ansatz
- Klassische vs. moderne Bewertungskennzahlen
- Ermittlung des fairen Wertes (Intrinsic Value) von Aktien
- Praktische Relevanz und kritische Würdigung der Analyseverfahren
Auszug aus dem Buch
3.2 Top-Down-Ansatz
Beim Top-Down-Ansatz, der überwiegend im Einklang mit der Kapitalmarkttheorie steht, wird hingegen in verkehrter Reihenfolge bei der Analyse vorgegangen. Die Globalanalyse auf Basis makroökonomischer Daten und globaler Trends bildet hierbei den Ausgangspunkt und wird anschließend branchenspezifisch beispielsweise in Bezug auf die volkswirtschaftliche Situation in einem Land relativiert. In einem weiteren Schritt werden die objekt- und unternehmensspezifischen Daten zur weiteren Relativierung sowie Konkretisierung der globalen Gesamtmarktanalyse herangezogen.
Der Hintergrund diese Herangehensweise wird in der Literatur damit begründet, dass ohne einen guten Nährboden als Grundvoraussetzung, in Form von guten sowie optimistischen Global- und Branchensituationen, auch auf betrieblicher Ebene nicht von einer erfolgsversprechenden Entwicklung ausgegangen werden kann.
Abschließend sollte jedoch festgehalten werden, dass die einzelnen Schritte innerhalb der beiden vorgestellten Vorgehensweisen nicht isoliert voneinander betrachtet werden sollten, sondern als Bestandteile eines komplexen Prozesses angesehen werden können. Des Weiteren kann es durchaus sinnvoll sein, beide Betrachtungsweisen miteinander zu kombinieren, um die bei einer isolierten Sichtweise unter Umständen auftretende Gefahr, relevante Informationen sowie Einflussfaktoren zu vernachlässigen, zu minimieren. Dennoch erfordert vor allem die Assetmanagementpraxis eine Schwerpunktlegung, so dass immer eine stärkere Gewichtung für eine der beiden Betrachtungsweisen vorliegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND ZIELSETZUNG: Einführung in die fundamentale Aktienanalyse und Darlegung der Forschungsfragen sowie Zielsetzungen der Arbeit.
2 BEGRIFFLICHE GRUNDLAGEN UND ABGRENZUNGEN: Definition der zentralen Begriffe und Abgrenzung der fundamentalen Aktienanalyse gegenüber der technischen Analyse.
3 SYSTEMATIK DER FUNDAMENTALANALYSE: Vorstellung der beiden Hauptansätze Bottom-Up und Top-Down zur Strukturierung der Einflussfaktoren.
4 KENNZAHLEN ZUR ERMITTLUNG DES FAIREN AKTIENKURSES: Detaillierte Untersuchung klassischer und moderner Kennziffern für die Bestimmung des Unternehmenswerts.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND FAZIT: Synthese der Ergebnisse und kritische Reflexion über die Bedeutung der Analyseinstrumente in der Praxis.
Schlüsselwörter
Fundamentalanalyse, Aktienbewertung, Kurs-Gewinn-Verhältnis, Bottom-Up-Ansatz, Top-Down-Ansatz, Fair Value, Aktienanalyse, Bewertungskennzahlen, Kurs-Buchwert-Verhältnis, Unternehmensbewertung, Cashflow, Kapitalmarkt, Anlagestrategie, Dividendenrendite, Aktienmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die fundamentale Aktienanalyse als zentrales Instrument, um die Kaufwürdigkeit von Aktien zu beurteilen und deren fairen Wert zu bestimmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die theoretischen Grundlagen der Aktienanalyse, die Systematik der Analyseansätze sowie die praktische Anwendung von Bilanz- und Bewertungskennzahlen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Eignung der fundamentalen Aktienanalyse zur Bewertung von Aktien darzustellen und aufzuzeigen, wie sie in den Kontext der Wertpapieranalyse einzuordnen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und strukturierte Aufarbeitung der verschiedenen Ansätze und Bewertungskennziffern aus der Finanzwissenschaft und Praxis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Vorgehensweisen (Bottom-Up/Top-Down) sowie einer Klassifizierung und Erläuterung verschiedener Bewertungskennzahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Fundamentalanalyse, Fair Value, Bewertungskennzahlen und Kapitalmarktanalyse einordnen.
Warum unterscheidet der Autor zwischen klassischen und modernen Kennzahlen?
Die Unterscheidung erfolgt aufgrund der verschiedenen methodischen Herangehensweisen, wobei moderne Verfahren wie DCF-Modelle als Ergänzung zu den oft statischen klassischen Kennzahlen dienen.
Welche Bedeutung kommt dem Vergleich zwischen dem „Hund“ und dem „Spaziergänger“ zu?
Dieses Bild von André Kostolany verdeutlicht die theoretische Grundannahme, dass der Aktienkurs (der Hund) langfristig immer wieder zum inneren Wert (dem Spaziergänger) zurückkehrt.
Wird die fundamentale Analyse als alleiniges Instrument empfohlen?
Nein, der Autor plädiert für eine flexible Kombination, da sowohl die Fundamentalanalyse als auch technische Ansätze komplementäre Vorteile bieten.
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- Anonym (Author), 2013, Fundamentale Aktienanalyse und deren Anwendbarkeit in der Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323887