Die virtuelle Währung Bitcoin. Wegweiser einer bargeldlosen Zukunft oder nur ein zeitweiliger Trend?


Bachelorarbeit, 2014

42 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen im Allgemeinen
2.1. Die Geschichte des Geldes
2.2. Bedeutung und Funktion des Geldes

3. Virtuelle Währungen- Grundlagen
3.1. Definition von "virtuell"
3.2. Was sind virtuelle Währungen?
3.3. Entstehung von virtuellen Währungen
3.4. Bitcoin- Der Urvater von virtuellen Währungen
3.4.1. Eigenschaften von Bitcoin
3.4.2. Wie erhält man Bitcoin?
3.4.3. Kursentwicklung des Bitcoin
3.4.4. Risiken von Bitcoin

4. Methodologisches Vorgehen
4.1. Experteninterview
4.2. Datenerhebung per Umfrage

5. Diskussion der Problemstellung
5.1. Vorstellung der Umfrage
5.2. Ergebnisse der Umfrage
5.3. Auswertung der Umfrage / Vergleich mit dem Experten-Interview
5.4. Erörterung der Problemstellung / Pro vs. Contra Bitcoin

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Webseitenverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 : Formen von Geld nach Samuelsen und Nordhaus

Abbildung 2 : Prognose der Bitcoin-Menge

Abbildung 3 : Kursentwicklung Bitcoin (BTC / € )

Abbildung 4 : Das Bitcoin-Logo

Abbildung 5 : prozentuelle Anteile Frage

Abbildung 6 : Angaben woher man Bitcoin kennt

Abbildung 7 : Übersicht über die Frage 5

Abbildung 8 : Übersicht über die Frage 6

Abbildung 9 : Übersicht über das Alter der Teilnehmer

Abbildung 10: Diagramm- Bildungsabschluss

Abbildung 11: Prozentualer Anteil männlich/weiblich

Abbildung 12: Prozentualer Anteil über die Einwohnerverhältnisse

Abbildung 13: Prozentualer Anteil über die Einkommensverhältnisse

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Durch den technologischen Fortschritt, der sich seit Ende der 90er Jahre immer stärker in jede Branche eindringt, entwickeln sich neue Märkte, deren Relevanz nicht zu unterschätzen ist1. Das Internet und die Online-Welt ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Einen Beweis liefern die Daten für die Nutzung von sozialen Netzwerken. 74 Prozent der Internetnutzer sind in mindestens einem sozialen Netzwerk angemeldet; 66 Prozent sind aktive Nutzer.2

Die Welt dreht sich aber nicht nur um soziale Netzwerke. Auch Online-Portale, OnlineShopping und auch Online-Working3 werden immer populärer und gängiger.

Etwa 65 Prozent der Bundesbürger kauften 2013 im Internet ein, europaweit sind es lediglich 45 Prozent. Insgesamt ist Online-Shopping in den vergangenen Jahren deutlich beliebter geworden. 2008 waren es 53 Prozent in Deutschland und ca. 32 Prozent im EU-Durchschnitt.

Dieses Phänomen ist auch auf die Einführung und Weiterentwicklung von Online-Banking zurückzuführen. Nahezu alle Banken der Welt bieten inzwischen das Online-Banking an.

Die ersten Bausteine auf dem Weg zu den virtuellen Währungen sind Online- Bezahlsysteme wie PayPal, Paysafecard oder Skrill. Durch diese und ähnliche Bezahl- Systeme empfängt derjenige, der Geld bekommt, sofort sein Geld, noch bevor vom Konto des Überweisers Geld rausgegangen ist. Dies ermöglicht schnelles und reibungsloses Bezahlen.

Nun wurden virtuelle Währungen wie unter Anderem Bitcoin, Litecoin und PPCoins eingeführt. Alle virtuellen Währungen, die derzeit entstehen, werden in einem Rechnernetz dezentral geschöpft und verwaltet, sie basieren auf einem Peer - to - Peer - Netzwerk.4

Diese Entwicklungen in der Online-Welt lassen Fragen aufkommen, ob das Bargeld noch nötig ist5. Gerade, weil auch virtuelle Währungen eingeführt worden sind, mit denen man handeln, ausgeben und auch sparen kann. Die Einführung der Online Zahlungsmittel haben Vorteile und auch Nachteile, die im Rahmen dieser Arbeit ausdiskutiert werden. Werden virtuelle Währungen den Durchbruch schaffen und unser Bargeld in Zukunft komplett ergänzen oder sind sie ein weiterer Trend, der sich nur zeitweilig durchsetzt und Geschichte wird? In dieser Arbeit wird dieser Fragestellung auf den Grund gegangen. Im Kapitel 2 wird auf den Grund des Geldes eingegangen. Wie und wo und vor allem warum Geld überhaupt existiert, wieso es sich durchgesetzt hat sind hier die Fragen, die geklärt werden. Kapitel 3 gibt einen Überblick über die Theorie der virtuellen Währungen. Vor allem Bitcoin kommt in diesem Kapitel zum Vorschein und begleitet uns durch die gesamte Ausarbeitung. Im nächsten Kapitel, also Kapitel 4, geht es um das Methodologische Vorgehen, was in der Forschungsarbeit angewandt ist. Der Hauptteil dieser Arbeit ist das Kapitel 5. Dort geht es in die Thematik und damit auch in die Forschungsarbeit mit quantitativen Methoden und Interviews. Dort wird eine Auswertung einer Umfrage mit einer Experten-Meinung gegen gestellt. Darüber hinaus werden die Vor- und Nachteile des Bitcoins erörtert. Mit dem Fazit wird dann die Arbeit abgeschlossen.

2. Theoretische Grundlagen im Allgemeinen

Im folgenden Kapitel wird der Begriff "Währung" theoretisch näher betrachtet. Es wird auf den Grund des Geldes eingegangen und die Geschichte sowie die Funktionen und Bedeutung ans Licht geführt. Von der Entstehung des Geldes bis hin zu virtuellen Währungen werden verschiedene Stadien durchblickt.

2.1. Die Geschichte des Geldes

Um in die Geschichte von Währung durchzudringen, ist es unumgänglich, sich die Geschichte des Geldes anzugucken. Denn Währungen basieren auf Geld und beide würden ohneeinander nicht existieren.6

Die ersten Gesellschaftsformen von Jäger und Sammler benötigten kein Geld. Sie haben davon gelebt, was sie jagten oder sammelten.7 Die Gesellschaftsform von Jäger und Sammler entwickelte sich erst mit der Zeit zum Ackerbau und Viehzucht. Mit der Zunahme an Bevölkerung erschließten sich Dörfer und Städte. Diese Entwicklung wird auch als Neolithische Revolution bezeichnet und begann vor ca. 10 000 Jahren. Diese Gesellschaft basiert auf Arbeitsteilung.8 Nach Walker ist Arbeitsteilung wie folgt definiert :

"Arbeitsteilung erfordert indessen den Austausch von Leistungen, im fortgestrittenen Stadium einen entwickelten Handel".9

Der Handel in der Geschichte begann mit Tauschgeschäften. Zum Beispiel hat ein Barbier für ein Stück Brot einen Haarschnitt angeboten.10 Doch mit weiterer Zunahme an Bevölkerung, wurden Tauschgeschäfte immer undurchsichtiger und die Einführung von Geld als Tauschmittel immer nötiger. Doch bevor Geld, so wie wir es heute kennen, eingeführt worden war, gab es andere Tauschmittel, die die Funktion des Geldes erfüllten. Es wurden in erster Linie Tauschgüter wie Vieh, Muscheln, Häute, Sklaven und Metalle jeder Art als Geld benutzt.11 Metalle wie Silber wurden schon im 7.Jahrhundert von Assyrer und Ägypter als Tauschmittel eingesetzt. Auch Stangen, Barren mit Stempel wurden eingesetzt, deren Entwicklung sich bis zur Münzen reichte.12 Diese ersten Münzen wurden von Lydier erstellt und angewandt. Die Erfindung des Geldes hatte den Handel erleichtert und Aufblühen der Wirtschaft ermöglicht. Schnell musste die Menge der vorhandenen Geldmenge um viele Male erhöht werden. Doch die Ungleichmäßigkeit der benutzen Metalle für die Münzen und deren tatsächlicher Wert, führte auch schnell zur Ressourcenknappheit. Dies hatte zur Folge, dass Papiergeld eingeführt wurde.

Das erste Papiergeld stammte aus China13. Es war jedoch nicht anwendbar für die Allgemeinheit, so wie wir es heute kennen. In Europa war Schweden Vorreiter bei Einführung von Papiergeld als Zahlungsmittel. Sie haben es im Jahre 1658 eingeführt. Frankreich hat unter Ludwig XV., um den hochverschuldeten Staat zu retten, Papiergeld eingeführt. Dies brachte zunächst viele Vorteile und viel Vorsprung gegenüber den anderen Staaten mit sich. Doch nach übertriebenen Druck von Papiergeld, machte sich der Begriff Inflation einen Namen. 141873 wurde in Deutschland die Reichgoldwährung eingeführt. Die Banknoten konnten jederzeit in Gold umgetauscht werden.15 Nach dem Weltkrieg herrschte Hyperinflation, die zum Abkehr vom Goldstandard geführt hat. Dadurch wurde die Reichsmark gedruckt und zum Leben erweckt.

Aus diversen Gründen wurde mit der Zeit das Papiergeld in das Leben gerufen und hielt Bestand. Gegenstände und Vieh wurden von Münzen abgelöst und Münzen von dem Papiergeld.

Aber mit Papiergeld war noch nicht Schluss. Es wurde auch das Buchgeld eingeführt. "Buchgeld sind Kontoguthaben auf Girokonten, die wiederrum den Zahlungsverkehr ermöglichen. Elektronisches Geld ist eine Abwandlung des Buchgeldes und stellt vorausbezahlte Zahlungsmittel dar"16. Schon im Jahr 1609 wurde von der Bank von Amsterdam Buchgeld eingeführt. Damals wurde das Geld in Büchern eingetragen, daher kommt der Name Buchgeld zustande. Das Besondere an Buchgeld ist, dass die Guthaben auf Sicht jederzeit in Bargeld umgetauscht werden können.17

Es gibt drei Arten von Buchgeld. Durch Einzahlung von Bargeld auf das Bankkonto, durch Überweisung von einem anderen Konto und durch Aufnahme eines Kredits.18

Das Buchgeld findet in verschiedenen Formen eine Verwendung. Die Überweisung auf ein anderes Konto, durch Auszahlung in Bargeld, durch Tilgung eines Kredites und durch Ausstellen von Schecks und Wechseln.19

2.2. Bedeutung und Funktion des Geldes

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Formen von Geld nach Samuelsen und Nordhaus

Nach der geschichtlichen Betrachtung des Geldes wird nun der Standpunkt und die Verwendung des Geldes näher erläutert. Was aber ist Geld genau?

Geld kann nach Mankiw zwei verschiedene Formen haben. Zum einen kann es in Form von Warengeld und zum Anderen in Form von Nominalgeld eingesetzt werden.20 Als Warengeld werden Waren mit einem inneren Wert bezeichnet, wie zum Beispiel Gold. Nominalgeld hat keinen inneren Wert, der Wert wird nach dem gedruckten Betrag eingestuft.

Wie in Abbildung 1 zu sehen, trennen Samuelsen und Nordhaus das Geld in drei Formen. Das Warengeld ist Tauschmittel Geld wie zum Beispiel Rinder, Olivenöl, Kupfer oder Gold. Das Papiergeld bezieht sich auf seinen Wert und ist in begrenzter Anzahl vorhanden. Sie wird auch allgemein akzeptiert. Unter Buchgeld versteht man die Einlagen bei der Bank.21 Nach Samuelsen und Nordhaus wird ersichtlich, dass das Geld sich von Warengeld über Papiergeld hinzu Buchgeld entwickelt hat. Geld hat einige Funktionen zu erfüllen, um als Geld betitelt werden zu können. " Unter den Geldfunktionen versteht man diejenigen Anforderungen, bei deren Wirksamkeit man einem Zahlungsmittel den Charakter von Geld zuschreibt".22

Es gibt drei allgemeingültige Funktionen, die das Geld erfüllen muss, um als Geld betitelt zu werden:

- Wertaufbewahrungsfunktion: Der Transfer von Jetzt bzw. von der Gegenwart in die Zukunft. Das bedeutet, dass ich das Geld nicht sofort ausgeben muss, sondern es aufsparen kann, um in der Zukunft auszugeben.23 "Dies ist allerdings nur bei ausreichender Stabilität des Geldes möglich, wenn die Umsatz- und Zahlungstermine ohne Risiko einer zwischenzeitlichen Wertungsgleichheit gewählt werden können"24
- Recheneinheitsfunktion: " Tauschrelationen sind realwirtschaftlich
Mengenverhältnisse, in denen Waren gegeneinander getauscht werden. Preise sind damit Tauschrelationen, die auf eine Recheneinheit bezogen werden"25
- Tauschmittelfunktion: "Es ist viel bequemer mit Geld zu bezahlen, als mit
Naturalien, die schlecht zu transportieren sind, schlecht zu portionieren und deren Wert für Außenstehende manchmal schwierig abzuschätzen ist"26

Über den Funktionen des Geldes hinaus, gibt es nach Keynes drei verschiedene Motive zur Geldhaltung:

- Transaktionsmotiv: "das heißt, der Notwendigkeit von Kasse nach den laufenden persönlichen und geschäftlichen Austausch"27
- Vorsichtsmotiv: " das heißt, dem Verlangen nach Sicherheit über den zukünftigen Barwert eines gewissen Teiles des Gesamtvermögens"28
- Spekulationsmotiv: " das heißt, der Absicht aus einer besseren Kenntnis der Zukunft, als sie der Markt hat, einen Gewinn zu erzielen"29

Diese drei Motive können in der Praxis nicht exakt getrennt werden. Die Trennung kann man lediglich theoretisch machen, um die Nachfrage nach Geld zu überprüfen.30 Darüber hinaus werden diese drei Motive auch als Kassen bezeichnet.

Die Transaktionskasse dient dazu, laufende Zahlungsverpflichtungen in einer Periode nachzukommen.31 Die Vorsichtskasse ist als Sicherheitskasse gedacht. Im Fall einer unvorhergesehenen Zahlungsunfähigkeit, tritt die Vorsichtskasse ein.32 Die Spekulationskasse hingegen, ist die Kasse für mögliche Vermögensanlagen bzw. Investitionen.33

3. Virtuelle Währungen- Grundlagen

Bis jetzt sprachen wir von Warengeld, welche sich auf Gegenstände oder Vieh bezog, von Münzgeld, von Papiergeld und auch von Buchgeld. Der technologische Fortschritt scheint noch nicht Halt zu machen. Nun gibt es virtuelle Währungen wie Bitcoin, die ohne Banken und ohne gedruckt zu werden existieren. Sie sind nur digital vorhanden. Was genau sind aber virtuelle Währungen? Wieso gibt es sie und was kann man mit denen machen? Werden sie die Währungen der Zukunft sein oder sind sie ein Trend der heutigen Gesellschaft?

Um all diese Fragen wird es in diesem und in den folgenden Kapiteln gehen. Beginnend mit einer allgemeinen Definition von dem Begriff "virtuell", wird im Kapitel 3.2. die virtuelle Währung vorgestellt. Im Kapitel 3.3. wird in die junge Geschichte der virtuellen Währungen eingegangen. Im Kapitel 3.4. geht es um die virtuelle Währung "Bitcoin". Die Funktionalität wird genauer erklärt. Auch auf die Besonderheiten und Risiken der digitalen Währung wird eingegangen.

3.1. Definition von "virtuell"

Das Wort "Virtuell" kommt vom Französischen Wort virtuel in unser Sprachgebrauch. Virtuel bedeutet fähig zu wirken, möglich. Im deutschen Wörterbuch ist der Begriff wie folgt definiert : " a.(bildungssprachlich) entsprechend seiner Anlage als Möglichkeit vorhanden, die Möglichkeit zu etwas in sich begreifend b. nicht echt, nicht in Wirklichkeit vorhanden, aber echt erscheinend"34

3.2. Was sind virtuelle Währungen?

Virtuelle Währungen sind Währungen, die ohne Bargeld funktionieren. In den vergangenen Jahren haben sich in der Online-Welt immer mehr virtuelle Währungen entwickelt. Sie werden durch ihre Einfachheit immer beliebter bei den Usern. Sie ermöglichen leichter online zu bezahlen.35

Virtuelle Währungen entstehen meist durch Anbieter einer Web-Seite. Durch das Einzahlen von realem Geld kann man virtuelles Geld erlangen. Man tauscht im Prinzip zwischen zwei Währungen. Auch virtuelle Güter oder Dienstleistungen kann man sich mit dem virtuellen Geld anschaffen.36

3.3. Entstehung von virtuellen Währungen

Das Konzept einer dezentralen Währung, die weder von Banken noch von Regierungen kontrolliert und mit der anonym umgegangen werden kann, ist schon länger bekannt.37 Wenn man von virtuellen Währungen redet, redet man fast nur von Bitcoin. Unter den virtuellen Währungen hat Bitcoin ein Marktvolumen von 90%, 4,5 % entfallen dem Litecoin und die restlichen 5,5 % allen anderen virtuellen Währungen.38 Bitcoin ist die erste virtuelle Währung, die sich auch bislang unter den anderen digitalen Währungen durchgesetzt hat. Sie ist eine neuartige digitale Währung, die 2009 von einem unbekannten Softwareentwickler unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto ins Leben gerufen wurde. Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe ähnlicher Währungen, die meist auf den gleichen Prinzipien beruhen wie ihr Urvater Bitcoin. Diese ähnlichen Währungen werden unter dem Oberbegriff "Altcoin"39 subsummiert. Die Sicherheit all dieser Währungen beruht auf kryptographischen Methoden. Deshalb werden sie auch als Kryptocoins bezeichnet.40

3.4. Bitcoin- Der Urvater von virtuellen Währungen

Bitcoin ist die bekannteste virtuelle Währung. Sie wird am meisten gekauft und auch am meisten gehandelt. Was Bitcoin von anderen Währungen unterscheidet ist, dass es keine zentrale Stelle wie etwa eine herausgebende Bank oder einen Verwaltungsserver gibt.41 Stattdessen finden Bitcoin-Transaktionen direkt zwischen den beteiligten Nutzern bzw. deren Rechnern statt. Dieses Prinzip des direkten Datenaustauschs ist auch aus Filesharing- Systemen unter der Bezeichnung "Peer-to-Peer" (P2P) bekannt.42

Was den direkten Austausch angeht, ist Bitcoin dem Bargeld ähnlicher als jedes andere elektronische Zahlungssystem. Lediglich die Geldkarte und eCash, welches Ende der 90er Jahre von der Firma DigiCash angeboten wurde, hatten eine direkte Übertragung von Währungseinheiten zwischen Händler und Kunde möglich gemacht. Bei beiden muss aber der Händler im Anschluss daran das erhaltene Geld bei der ausgebenden Bank wieder einlösen. Eine Weitergabe an Dritte ist, anders als beim Bitcoin, dagegen nicht vorgesehen.43

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen Bitcoin und herkömmlichen Zahlungssystemen ist, dass das Bitcoin nicht an eine staatliche Währung geknüpft ist.44 Die Geldkarte wird mit Euro oder Dollar Beträgen aufgeladen. Lastschriften, Kreditkartenzahlungen oder Paypal-Transaktionen werden ausschließlich in staatlichen Währungen durchgeführt. Bitcoin-Transaktionen dagegen lauten ausschließlich auf Beträge in Bitcoin. Das Bitcoin ist demnach als eine eigene, unabhängige, nicht-staatliche Währung anzusehen.

3.4.1. Eigenschaften von Bitcoin

Bitcoin verbindet Eigenschaften von Buchgeld, welches rein elektronisch auf Konten der Banken verfügbar ist und die Anonymität von Bargeld. Es gibt viele spezifische Eigenschaften von Bitcoin. Folgende Eigenschaften zeichnet Bitcoin aus:

- Verteilung von Bitcoin: Bitcoins werden nicht wie das übliche Geld von Instanzen wie Banken van irgendwem verteilt, sie müssen erzeugt per Mining erzeugt werden.45  Dezentral: Das Bitcoinsystem ist als Peer-to-Peer-Netz aufgebaut.46  Fälschungssicher: Transaktionen werden mit asymmetrischen Schlüssel und einem Timstamp genannten Verfahren gesichert.47
- Limitiert: Die Menge der Bitcoin ist auf 21 Millionen limitiert.48
- Transaktionsnachweis: Jede Überweisung wird in der Blockchain gespeichert und ist für jeden einsehbar.49
- International: Bitcoin nutzt für Überweisungen lediglich das Internet und kennt daher keine Landesgrenzen.50
- Anonymität: Die Bitcoin-Transaktionen verlaufen mehrheitlich im Bitcoin-Netz. Daher kann eine hohe Anonymität erreicht werden.51
- Unumkehrbarkeit: Eine ausgeführte Transaktion kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.52

[...]


1 vgl. F.A.Z. Artikel vom 06.02.2010

2 vgl. https://www.bitkom.org/files/documents/SozialeNetzwerke.pdf

3 vgl Peters (2013), S. 12

4 vgl. http://www.bitcoininfo.eu/bitcoin-was-ist-das.php

5 vgl. Kuhn (2013), Zeitungsartikel

6 vgl. http://www.freitag.de/autoren/claudia-kaessner/kredit-geld-kreislauf?seite=2

7 vgl. Ferguson (2011), S.21

8 vgl. Reichholf (2010), S.223 ff.

9 Walker (2009) , S. 10

10 vgl. Herzog (2009), S. 69-70 11 vgl. Heredot (2011), S.411

12 vgl. Walker (2009), S. 10

13 vgl. Metz (2007), S. 15

14 vgl. Walker (2009) , S.10

15 vgl. North (2009), S.8

16 Tolkmitt (2007), S.106

17 vgl. North (2009) , S.191

18 vgl. http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Dossier/Service/schule_und_bildung_kapitel_3.html?nsc=true&docId =147694&notFirst=true&view=render%5BDruckversion%5D

19 vgl. http://www.sozialekompetenz.org/oetsch/publikationen/weiglda.pdf

20 vgl. Mankiw (2000), S. 179-180

21 vgl. Samuelsen und Nordhaus (1998), S. 179-180)

22 vgl. Borchert (2003) , S.27

23 vgl. Mankiw (2000), S. 179

24 vgl. Borchert (2003), S. 29

25 vgl. Borchert (2003), S. 28

26 Gischer/Herz/Menkhoff (2012), S.4

27 Keynes (2009) , S.144

28 Keynes (2009), S.144

29 Keynes (2009), S.144

30 vgl. Heertje/Wenzel (2008), S.235 ff.

31 vgl. Heertje/Wenzel (2008), S. 235

32 vgl. Hanusch/Kuhn/Cantner (2002), S. 338

33 vgl. Dorn/ Fischbach/ Letzner (2010), S.25

34 http://www.duden.de/rechtschreibung/virtuell

35 vgl. http://www.gruenderszene.de/lexikon/begriffe/virtuelle-waehrung

36 vgl. http://www.syracom.de/uploads/media/Banken_Partner_Virtuelle_Waehrungen_Jahrbuch_2014.pdf

37 vgl. Kerscher (2013), S. 7

38 vgl. Caroline Kruse (Bitcoin-Expertin), Interview

39 Kurzwort für "alternative Coins"

40 vgl. Conrad (2013), S. 3

41 vgl. Nakamoto (2008), S.1

42 vgl. Conrad (2013), S.9

43 vgl. Conrad (2013), S.10

44 vgl. Conrad (2013), S. 3

45 vgl Blockexplorer.com (2012)

46 vgl. Nakamoto (2008), S. 1

47 vgl. Bitcoin.org (2012)

48 vgl. Bitcoin.org (2012)

49 vgl. Nakamoto (2008), S. 6

50 vgl. Bitcoin.org (2012)

51 vgl. Nakamoto (2008) S.6

52 vgl. Bitcoin.org (2012)

Ende der Leseprobe aus 42 Seiten

Details

Titel
Die virtuelle Währung Bitcoin. Wegweiser einer bargeldlosen Zukunft oder nur ein zeitweiliger Trend?
Hochschule
Universität Hamburg  (Fachbereich Sozialökonomie)
Veranstaltung
Strategische Unternehmsführung
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
42
Katalognummer
V323963
ISBN (eBook)
9783668241626
ISBN (Buch)
9783668241633
Dateigröße
1045 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bitcoin virtuelle währung elektronische Zahlungsmittel
Arbeit zitieren
Aziz Ayyildiz (Autor), 2014, Die virtuelle Währung Bitcoin. Wegweiser einer bargeldlosen Zukunft oder nur ein zeitweiliger Trend?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323963

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