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Armutsentwicklung in Deutschland. Eine vergleichende Rezension von Zeitschriftenartikeln zum Thema „Armut“

Ein Vergleich der Artikel von Schulze (2015), Haupt und Nollmann (2014) sowie Giesselmann und Goebel (2013)

Titel: Armutsentwicklung in Deutschland. Eine vergleichende Rezension von Zeitschriftenartikeln zum Thema „Armut“

Seminararbeit , 2016 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Pauline Kasimir (Autor:in)

Soziologie - Methodologie und Methoden
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wie entwickelt sich Armut in Deutschland? Diese Frage stellt sich den politisch Verantwortlichen ebenso, wie den Betroffenen. Seit den neunziger Jahren war in Deutschland eine rückläufige Entwicklung des Armutsrisikos, bedingt durch den Ausbau der sozialen Sicherungssysteme und der Verbreitung des Massenwohlstands, zu verzeichnen. Jedoch ist seit 2005 eine Trendwende zu beobachten und seitdem ist Armut wieder ein medial sowie politisch breit diskutiertes Thema.

Besonders dem sozialwissenschaftlichen Personal kommt bei der Armutsdebatte eine besondere Verantwortung zu, wenn sie anfangen zu kategorisieren und zu zählen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass gerade in der Armutsforschung Methodenfragen eine zentrale Rolle spielen und auch zu Auseinandersetzungen führen. In der Auswahl der hier zu besprechenden Zeitschriftenartikel wird dies deutlich.

Daher stellt sich die Frage, welche neuen methodischen Vorgehensweisen und theoretischen Zugänge haben sich ergeben? Welche zusätzlichen neuen Erkenntnisse liefern aktuelle Untersuchungen, die über die aus den zitierten Armutsberichten bekannten sozio-demographischen Beschreibungen der Armutspopulation hinausreichen? Ich will diese Fragen auf Basis einer Auswahl von Zeitschriftenartikeln zum Thema „Armut“ diskutieren.

Den Anspruch an einen neuen thematischen Erkenntnisgewinn erfüllt der Artikel von Schulze (2015) mit dem bisher wenig berücksichtigten soziodemographischen Strukturwandel und dessen Beitrag zur Armutsentwicklung. Währenddessen Haupt und Nollmann (2014) ein Methodeninstrument vorstellen, welches ökonomische und strukturelle Veränderungen simultan betrachtet, um so den Anstieg der Armutsrisikoquote zu erklären. Die Dekomposition unbedingter Quantilregressionen ist ein bisher selten angewandtes Methodeninstrument in der deutschen Armutsforschung.

Der Artikel von Giesselmann und Goebel (2013) wurde gewählt, weil dieser eine ausführliche und definitorische Einführung in die Armutsthematik sowie eine Übersicht des aktuellen Forschungsstandes bietet und zudem auch eine methodenkritische Argumentationsweise zeigt. Bei der Artikelauswahl wurde versucht auf unterschiedliche Zeitschriften zurückzugreifen, um verschiedene Perspektiven auf die Armutsforschung zu berücksichtigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis der rezensierten Publikationen

1. Soziale Ungleichheit in Deutschland in der Längsschnittperspektive. Befunde zur Armutsproblematik auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP)

2. Warum werden immer mehr Haushalte von Armut betroffen?

3. Der Beitrag des sozialen und demographischen Strukturwandels zur Armutsentwicklung in Deutschland

Zielsetzung & Themen der Analyse

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit drei ausgewählten wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln auseinander, die sich mit der Armutsproblematik und deren Entwicklung in Deutschland beschäftigen. Ziel ist es, die unterschiedlichen theoretischen Zugänge, empirischen Methoden und Befunde der Autoren zu vergleichen, ihre Stärken und Schwächen methodisch einzuordnen und den Erkenntnisgewinn für die aktuelle ungleichheitssoziologische Debatte zu bewerten.

  • Methodenvergleich zwischen Längsschnitt- und Querschnittsanalysen
  • Einfluss von sozio-demographischem Strukturwandel auf Armutsrisiken
  • Diskussion statistischer Verfahren wie OLS-Regression, Fixed-Effect-Modelle und unbedingte Quantilregressionen
  • Rolle kritischer Lebensereignisse für die individuelle Armutsentwicklung
  • Bewertung sozialpolitischer Handlungsperspektiven und Zukunftsprognosen

Auszug aus der kritischen Analyse

Die methodische Herausforderung der Armutsforschung

Die Armutsforschung in Deutschland hat sich in den neunziger Jahren nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ zu einem wichtigen Bereich der empirischen Soziologie entwickelt. In methodischer Hinsicht hat sich in den letzten Jahrzehnten auf diesem Gebiet viel getan. Zum einen sind die Konturen der Armut und noch offene Fragen deutlich erkennbar, zum anderen werden detaillierte theoretische Erklärungsansätze herausgearbeitet, um Armut und ihre Verlaufsform und ihre gesellschaftlichen Implikationen zu erklären (Grabka und Frick 2010).

Wie entwickelt sich Armut in Deutschland? Diese Frage stellt sich den politisch Verantwortlichen ebenso, wie den Betroffenen. Seit den neunziger Jahren war in Deutschland eine rückläufige Entwicklung des Armutsrisikos, bedingt durch den Ausbau der sozialen Sicherungssysteme und der Verbreitung des Massenwohlstands, zu verzeichnen. Jedoch ist seit 2005 eine Trendwende zu beobachten und seitdem ist Armut wieder ein medial sowie politisch breit diskutiertes Thema. Um die Frage von Armut und Unterversorgung zu erfassen und entsprechende Maßnahmen einleiten zu können, werden kommunal, aber auch bundesweit Armuts- und Reichtumsberichte erfasst, durch die ersichtlich wird, dass Armut nur über die Vielgestaltigkeit und die Interpendenz der ökonomischen Armutslage mit anderen Lebensbereichen (Wohnen, Nachbarschaft, Gesundheit, soziokulturelle Teilhabe, Bildung) soziologisch gehaltvoll erschließbar ist (Hauser 2008).

Zusammenfassung der Kapitel

Soziale Ungleichheit in Deutschland in der Längsschnittperspektive. Befunde zur Armutsproblematik auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP): Der Artikel bietet eine definitorische Einführung in die Armutsthematik und untersucht die Auswirkungen kritischer Lebensereignisse auf das individuelle Armutsrisiko mittels Längsschnittdaten.

Warum werden immer mehr Haushalte von Armut betroffen?: Diese Studie nutzt die Dekomposition unbedingter Quantilregressionen, um den Anstieg der Armutsrisikoquote durch das simultane Zusammenspiel ökonomischer Lagen und demographischer Veränderungen zu erklären.

Der Beitrag des sozialen und demographischen Strukturwandels zur Armutsentwicklung in Deutschland: Hier wird analysiert, wie sich Veränderungen der Alters-, Bildungs- und Haushaltsstruktur zwischen 1992 und 2008 auf die Armutsentwicklung auswirken, wobei vor allem die aggregierte Perspektive im Vordergrund steht.

Schlüsselwörter

Armutsforschung, Sozio-ökonomisches Panel, Armutsrisikoquote, Längsschnittanalyse, soziale Ungleichheit, demographischer Wandel, Quantilregression, Fixed-Effect-Methode, Arbeitsmarktpolitik, Armutsberichte, Haushaltsäquivalenznettoeinkommen, soziologische Zeitdiagnose, Lebensereignisse, Einkommensstruktureffekt, Sozialstruktur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit bietet eine kritische Rezension und einen methodischen Vergleich dreier ausgewählter Zeitschriftenartikel, die verschiedene Aspekte der Armutsentwicklung in Deutschland untersuchen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung von Armutsrisiken unter Berücksichtigung von demographischem Wandel, Arbeitsmarktveränderungen und der methodischen Validität der verwendeten statistischen Verfahren.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Evaluation des Erkenntnisgewinns der gewählten Studien sowie die Einordnung ihrer methodischen Ansätze, um den "Gestaltwandel" sozialer Ungleichheiten besser zu verstehen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in den untersuchten Artikeln verwendet?

Die Autoren nutzen diverse Methoden wie OLS-Regressionen, Fixed-Effect-Modelle für Längsschnittdaten sowie unbedingte Quantilregressionen zur Untersuchung komplexer Verteilungszusammenhänge.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die einzelnen Studien detailliert vorgestellt, ihre theoretischen Grundlagen diskutiert, die methodische Vorgehensweise kritisch hinterfragt und die Ergebnisse bezüglich Armutsursachen und gesellschaftlicher Strukturveränderungen gegenübergestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Armutsforschung, SOEP, Längsschnittanalyse, soziale Ungleichheit, Armutsrisikoquote und struktureller Bevölkerungswandel.

Warum wird die Studie von Haupt und Nollmann als besonders lesenswert hervorgehoben?

Die Rezensentin bewertet diese Studie als besonders gelungen, da sie die methodische Vorgehensweise am transparentesten darstellt, methodenkritisch argumentiert und ihre eigenen Ergebnisse einer kritischen Reflexion unterzieht.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Bildung auf die Armut?

Es wird aufgezeigt, dass die Studien hier zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen; während eine Studie einen positiven Effekt der Bildungsexpansion betont, sehen andere den negativen Einfluss des Arbeitsmarktes als dominierender an.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Armutsentwicklung in Deutschland. Eine vergleichende Rezension von Zeitschriftenartikeln zum Thema „Armut“
Untertitel
Ein Vergleich der Artikel von Schulze (2015), Haupt und Nollmann (2014) sowie Giesselmann und Goebel (2013)
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Empirische Studien lesen und verstehen
Note
1,0
Autor
Pauline Kasimir (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V323967
ISBN (eBook)
9783668229013
ISBN (Buch)
9783668229020
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rezension vergleich Armut Deutschland Statistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pauline Kasimir (Autor:in), 2016, Armutsentwicklung in Deutschland. Eine vergleichende Rezension von Zeitschriftenartikeln zum Thema „Armut“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/323967
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Leseprobe aus  13  Seiten
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