Die internationale Ölwirtschaft im Umbruch. Peak-Oil-Debatte, Schieferölrevolution und Russlands Krise


Hausarbeit, 2015

23 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Zielsetzung
1.2 Methodisches Herangehen

2. Zahlen und Fakten zu Ölreserven und –verbrauch

3. Die Peak-Oil-Debatte

4. US-Schieferölrevolution

5. Die arabischen Golfstaaten

6. Ölsandgewinnung in Kanada

7. Russland Krise

8. Fazit

9. Abbildungen und Diagramme

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

Einer der wichtigsten Rohstoffe, die wir heute haben, ist Öl. Es ist sowohl für globalisierende Transportwirtschaften ausschlaggebend, als auch zur Herstellung anderer wichtiger Güter, wie zum Beispiel Plastik oder Gummi. Es gibt noch weitere, unzählige wichtige Sparten, die ohne Öl nur einen stark eingeschränkten Handlungsspielraum hätten. Die Problematik an diesem gewaltigen Bedarf ist, dass die Ölvorkommen unserer Welt eingeschränkt sind, d.h. dass es ein zeitliches Maximum der weltweiten Förderrate von Rohöl gibt. Man nennt dieses Maximum auch globales Ölfördermaximum (engl.:peakoil). Bereits heute versuchen Wissenschaftler zu prognostizieren, wann dieses Maximum eintreten wird. Daher gilt es, Ausweichmöglichkeiten zu Bilden, sowohl im Bereich der Gewinnung als auch bei dem Verbrauch. Da die Umstellung einer Wirtschaft von Öl auf alternative Energien viel Zeit benötigt, ist es umso wichtiger, sich bereits heute mit dem Thema auseinander zu setzen, wie die Bundesrepublik Deutschland und andere Industriestaaten am besten der Rohölknappheit entgegnen können.

Grob gesehen gibt es hierfür zwei Möglichkeiten: Zunächst kann die Wirtschaft sich alternativen Energien, sowohl erneuerbaren als auch nicht erneuerbaren, zuwenden. Dazu zählt auch, Öl in Zukunft vermehrt aus unkonventionellen Ölprodukten wie Ölsand, Ölschiefer oder Kohle herzustellen. Desweitern liegt die Alternative zur Diversifizierung der Energieträger im Sparpotenzial der Konsumentenländer. Es kann in vielen Bereichen Öl eingespart werden, doch dazu muss der politische und gesellschaftliche Wille vorhanden sein.

Die Problematik gegenüber anderer Energien liegt beim Rohöl darin, dass sich die größten Reserven in der Hand weniger Staaten befinden. Um einen stärkeren Einfluss auf dem Weltmarkt zu gewinnen, haben sich im Jahre 1960 in Bagdad die wichtigsten Staaten der Ölförderung zu einer kartellähnlichen Vereinigung zusammen geschlossen, die den Namen OPEC trägt. OPEC oder auch Organisation erdölexportierender Länder (engl.: Organizationofthe Petroleum Exporting Countries) hat seit 1965 seinen Sitz in Wien und wurde von den ursprünglichen Mitgliedern Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela gegründet[1]. Im laufe der Jahre haben sich dann immer weitere wichtige Ölförderungsländer der Organisation angeschlossen. Darunter Katar im Jahre 1961, Libyen im Jahre 1962, die Vereinigten Arabischen Emirate 1967 und Ecuador von 1973 bis 1992 und nun wieder seit 2007[2].

OPEC ist eine einzigartige Vereinigung in diesem Segment und fördert weltweit etwa 40 Prozent der Ölproduktion[3]. Dabei verfügen sie über drei Viertel der globalen Erdölreserven. Dadurch, dass die Ölfirmen in diesen Ländern meist staatliche oder halbstaatliche Unternehmen sind, verfügen die Machthaber über ein großes Druckmittel gegenüber den Industrieländern. Das demonstrierte OPEC erstmals 1973, indem sie damals die Förderung extrem drosselte und somit den Ölpreis um 70 Prozent[4] nach oben trieben. In Folge dessen trieb dies in vielen Ländern eine Rezession ein.

1.1 Zielsetzung

Die folgende Belegarbeit wird eine Analyse der wichtigsten und größten Öl-Förderungs- und Öl-Verbrauchsländer unter wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Blickwinkeln vornehmen. DerFokus wird darauf liegen, herauszufinden, wie sich neue Fördermethoden sowie Einsparmöglichkeiten auf den Preis und den Verbrauch auf dem Weltmarkt auswirken. Dabei wird aber auch betrachtet, wie es überhaupt zu dieser Abhängigkeit von Öl mit etwaigen Prognosen auf die Zukunft gekommen ist. Außerdem muss das Ausmaß neuer Förderungsmethoden auf die Umwelt in Blick genommen werden. Dabei werden die größten und wirtschaftlich einflussreichsten und somit wichtigsten Länder in Augenschein genommen. Inwieweit und vor allem wie lange die globalen Erdölreserven unseren Bedarf decken ist ebenfalls eine Frage ,die im Raum steht und auf die in dieser Arbeit in einigen Punkten eingegangen wird.

1.2 Methodisches Herangehen

Um dieZielsetzung optimal bearbeiten zu können, bedienen wir uns für entsprechende Informationen neben dem Internet auch einschlägiger Fachliteratur, sowie Berichten aus den großen Tages- und Wochenzeitungen, um eine möglichst aktuelle und genaue Arbeit liefern zu können. Des weiteren wurden Berichte und Nachrichten aus Fernsehen und Radio als verlässliche Informationsquelle hinzugezogen.

2. Zahlen und Fakten zu Ölreserven und –verbrauch

Weltweit ist Öl der für die Wirtschaft dominanteste Rohstoff des Planeten, da er in so vielen Sparten des Alltags zum Einsatz kommt. Im Jahre 2009 wurden 32,8 Prozent des globalen Energiebedarfs durch das „Schwarze Gold“ gedeckt.

Allein Russland fördert täglich etwa 10,7 Millionen Barrel und ist damit momentan der internationale Spitzenreiter[5]. Gefolgt wird der unter Putins Regierung stehende Staat von Saudi-Arabien mit 9,7 Millionen Barrel pro Tag und den vereinigten Staaten von Amerika mit 9,3 Millionen Barrel täglich. Dem folgt mit einem großen Abstand dann der Irak mit rund 4 Millionen Barrel pro Tag.

Ein Barrel Öl sind etwa 159 Liter und kostet zur Zeit rund 57 Dollar auf dem Markt. Saudi-Arabien hat dabei den lukrativsten Absatz, bei Ölförderungskosten von etwa 25 Dollar pro Barrel. Russland kostet der Barrel Öl hingegen ca. 45 Dollar und Amerika hat mit 51 Dollar das wohl kostenintensivste Verfahren bei der konservativen Gewinnung. Eine der neuesten und innovativsten Methoden der Erdölgewinnung kostet momentan etwa 76 Dollar pro Barrel und heißt Fracking. Näheres Eingehen zu dieser Methode in einem späteren Kapitel beschrieben. Die kanadische Ölsandgewinnung kostet rund 79 Dollar[6].

Der aktuelle Ölpreis von 57 Dollar ist auf einem Tiefstand und kann für einige Länder die existentielle Krise bedeuten, was auch ein Grund dafür ist, dass erste für diese Zeit überteuerte Ölförderprogramme auf Eis gelegt wurden. Länder wie Norwegen, welches einen Mindestpreis von 40 Dollar je Barrel Rohöl benötigt, um seinen Staatshaushalt im Ausgleich zu halten sind davon nicht betroffen. Wohingegen Saudi-Arabien bei 94 Dollar, Russland bei etwa 100 Dollar und Venezuela sogar bei 118 Dollar[7] pro Barrel Öl gerade in eine tiefe Depression fallen. In diesen Ländern droht dadurch der Staatsbankrott; Importe aus anderen Ländern können kaum mehr bezahlt werden.

Im Jahre 2010 importierten die 27 Staaten der Europäischen Union 565,6 Millionen Tonnen Rohölin Rohöleinheiten. Davon waren 32,2 Prozent aus Russland, 12,9 Prozent aus Norwegen, 9,5 Prozen aus Libyen gefolgt von Saudi-Arabien mit 5,5 Prozent, Iran mit 5,3 Prozent und Kasachstan mit 5,2 Prozent5. Die Europäische Union deckt seit dem Jahr 2004 mehr als die Hälfte des Energiebedarfs aus „Nicht-Europa-Staaten“ ab. Trotz Energieeinsparprogramme wurde im Jahr 2010 immer noch 52,7 Prozent aus anderen Kontinenten importiert. 35,1 Prozent davon sind Rohöl, 25,1 Prozent Erdgas und 15,9 Prozent Kohle[8].

Die größten Energieproduzenten der Welt[9] Abb 1

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Die Peak-Oil-Debatte

Der Begriff Peak-Oil prägte der amerikanische Geophysiker Marion King Hubbert, der damals leitender Ölexperte[10] bei Shell war.Er prognostizierte bereits im Jahre 1956, dass zwischen 1966 und 1972 die Spitze der Rohölförderung in den USA eintreten werde7. Als die Ölproduktion dann tatsächlich im Jahr 1970 ihr Maximum fand, erhielt der Wissenschaftler große Anerkennung von Experten und Kollegen. Seine Prognose für das globale Fördermaximum im Zeitraum von 1990 bis 2000 erwies sich zwar als zu pessimistisch, trotzdem legte er den Grundstein für detaillierte Forschungen und Diskussionen zum Maximum der globalen Ölproduktion, dem Peak-Oil[11]. So wird von vielen Wissenschaftlern seit Jahrzehnten drüber gestritten, wann genau dieser Zeitpunkt erreicht ist, an dem es kein Öl mehr geben wird.

Auf Grund von geologischen, energetischen, technologischen und ökonomischen Restriktionen wird die weltweite Ölförderung ab einem bestimmten Punkt abnehmen. Der Peak-Oil stellt also nicht den Zeitpunkt fest, an dem der „letzte Tropfen Öl“ verbraucht ist, sondern an dem ein gesellschaftlicher Wendepunkt stattfinden muss und markiert somit den Indikator als Beginn des postfossilen Zeitalters.

Die heutige Ernährung ist stark von günstiger Energie abhängig: Die Maschinen pflügen und säen. Sie bespritzen die Nutzpflanzen mit Pflanzenschutzmittel, die danach maschinell geerntet werden, zu den entsprechenden Orten transportiert werden und dort dann überwiegend durch Automatisierungstechnik verarbeitet werden.

Die Peak-Oil-Theorie wurde bereits vor der neuen und weltverändernden Fracking-Methode aufgestellt. Es gibt allerdings auch Kritiker, die behaupten, dass diese Theorie nicht der Wahrheit entspricht und nur dazu genutzt wird, hohe Ölpreise zu rechtfertigen und ein Umdenken anzutreiben, um den wirtschaftlichen Absatz neuer oder alternativer Energien anzukurbeln.

Am 27.11.2014 stellte das Ölkartell OPEC ihre Bemühungen ein, die Preise weiterhin in einen kontrollierten Zustand zu bringen. Einige Beobachter sind der Meinung, dass Saudi-Arabien damit jedoch nur den Markt testen will, um sicher zu gehen, auch in Zukunft den Preis stabil halten zu können. Im Allgemeinen betrachtet will OPEC die „Fracker“ aus den USA damit vom Markt drängen, um den Preis wieder unabhängig kontrollieren zu können[12]. Denn seitdem die vereinigten Staaten von Amerika durch das Fracking solche große Mengen Öl fördert, schwimmt die Welt geradezu in dem „schwarzen Gold“.

[...]


[1] dnd.de (letzter Zugriff 27.05.2015)

[2] dnd.de (letzter Zugriff 27.05.2015)

[3] dnd.de (letzter Zugriff 27.05.2015)

[4] Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 09.05.2015

[5] 3Sat.de gesehen am 27.05.2015

[6] Fitch Rating IWF gesehen am Mai 2015

[7] Fitch Rating IWF gesehen am Mai 2015

[8] bpb.de/energieimporte gesehen am 27.05.2015

[9] Abb 1 http://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/saudi-arabien-russland-usa-das-sind-die-groessten-energieproduzenten-der-welt_H120760202_75274/ gesehen am 17.06.2015

[10] wikipedia.de gesehen am 27.05.2015

[11] aus Heinberg (2008): 151-156

[12] Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 09.05.2015

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Die internationale Ölwirtschaft im Umbruch. Peak-Oil-Debatte, Schieferölrevolution und Russlands Krise
Hochschule
Technische Hochschule Wildau, ehem. Technische Fachhochschule Wildau
Note
2,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V324004
ISBN (eBook)
9783668269316
ISBN (Buch)
9783668269323
Dateigröße
776 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
internationale, ölwirtschaft, umbruch, peak-oil-debatte, schieferölrevolution, russlands, krise
Arbeit zitieren
Florian Köttig (Autor), 2015, Die internationale Ölwirtschaft im Umbruch. Peak-Oil-Debatte, Schieferölrevolution und Russlands Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324004

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