Das Selfie – man könnte behaupten, jeder kennt es und fast jeder hat bereits eines gemacht. Selfies sind alltäglich, durch technische Entwicklungen, wie Smartphones und mobiles Internet, ist es heute nahezu jedem möglich, zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt ein Selfie zu machen und es in den sozialen Netzwerken hochzuladen. Das Phänomen ist in unserer heutigen Gesellschaft so präsent, dass sich unter anderem Literatur und Musik damit auseinander setzen.
In der Sphäre des Selfies zwischen der Selbstdarstellung und der Frage nach Schönheit, ist diese Arbeit zu verorten. Dabei wird der These nachgegangen, inwiefern das Selfie Mittel zur Selbstdarstellung ist und welche Rolle es bei der Entwicklung des jugendlichen Schönheitsideals spielt. Dabei stehen die sozialen Netzwerke als Publikationsplattform von Jugendlichen im Fokus der Analyse. Zur Darstellung und Begründung dieser These wird wie folgt vorgegangen:
Am Anfang wird das Thema Schönheit und Schönheitsideale erläutert, wobei nicht nur das aktuelle Schönheitsbild von Gesellschaft und speziell der Zielgruppe der Jugendlichen untersucht, sondern auch ein historischer und kultureller Abriss unternommen wird, um der Frage nachzugehen, wie sich das Streben nach Schönheit entwickelt hat. Es folgt die Betrachtung von Social Media als Publikationsorgan und enorme Einflussgröße auf das jugendliche Leben. Hierbei werden vorab Angebotsformen und Funktionen von Social Media dargestellt, bevor konkret auf das Verhältnis von Jugend und sozialen Medien eingegangen wird.
Auf den zwei Kapiteln von Schönheit und Social Media aufbauend, stellt sich konkret das Themengebiet Selfie dar, wobei immer wieder Bezüge zu den Grundlagenkapiteln hergestellt werden. Im dritten Kapitel wird das Selbstporträt zunächst, fernab der digitalen Zeit, in historischer Perspektive betrachtet. Es folgt die allgemeine Erläuterung zu Bildern in sozialen Netzwerken, bevor konkret die Selfies von Jugendlichen und ihren medialen Vorbildern analysiert werden. Abschließend wird kurz dargestellt, welche Rolle Selfies zwischen der Fremd-Beeinflussung und Selbstdarstellung einnehmen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Schönheit und Schönheitsideale
1.1. Definitionen
1.1.1. Schönheit
1.1.2. (Schönheits-)Ideal
1.2. Historischer und kultureller Abriss – Streben nach Schönheit
1.3. Schönheitsideale in der Gesellschaft
1.4. Schönheitsideal und Schönheitshandeln bei Jugendlichen
2. Social Media – die soziale Lebenswelt Jugendlicher?
2.1. Definition und Angebotsformen
2.2. Funktionen
2.3. Jugend und soziale Medien
3. Selfie – das Bild zur Selbstdarstellung
3.1. Begriffsbestimmung
3.2. Geschichte des Selbstporträts
3.3. Bilder in sozialen Netzwerken
3.4. Analyse des Bilderflut
3.4.1. Mediale Selbstdarstellung der „Promis“
3.4.2. Mediale Selbstdarstellung Jugendlicher
3.5. Bildbearbeitung
3.6. Zwischen Fremd-Beeinflussung und Selbstdarstellung
Schlussworte und Conclusio
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Selfie“ im Kontext sozialer Netzwerke, mit dem primären Ziel, dessen Rolle als Mittel zur Selbstdarstellung sowie seinen Einfluss auf die Entwicklung jugendlicher Schönheitsideale zu analysieren.
- Historische Entwicklung von Schönheitsidealen und deren kulturelle Varianz.
- Analyse der Funktionen und Wirkmechanismen von sozialen Netzwerken für Jugendliche.
- Typologisierung von Selfie-Formen bei Prominenten und Jugendlichen.
- Untersuchung der psychologischen Komponente zwischen Fremdbeeinflussung und Selbstdarstellung.
- Die Rolle von Bildbearbeitungstechniken bei der medialen Identitätskonstruktion.
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Schönheit
Was ist Schönheit? Der Begriff der Schönheit ist im wissenschaftlichen Sinne schwer zu definieren. Der Definitionsansatz im Duden versteht unter „schön“ ein „[…]Aussehen, das so anziehend auf jemanden wirkt, dass es als wohlgefällig, bewundernswert empfunden wird.“ Außerdem bedeutet „schön“, eine „[…]Art, die jemandem sehr gut gefällt, die jemandes Geschmack entspricht“ und als „[…] Art, die Anerkennung verdient, die als positiv, erfreulich empfunden wird“ und „so beschaffen [ist], dass Lob durchaus angebracht ist“.
Der Begriff der „Schönheit“ ist in sich sehr komplex und deshalb schwierig zu definieren. Dennoch muss für diese Ausarbeitung eine Arbeitsdefinition getroffen werden. Hunger (2010) unterscheidet in diesem Kontext vorab allgemein zwischen ästhetischen Eigenschaften des Inneren und des Äußeren. Das Innere verbindet Hunger mit dem Charakter, das Äußere bezieht sich auf Reize des Symptomatischen wie Gesundheit, Jugend und Fruchtbarkeit. Erst im nächsten Schritt werden diese inneren und äußeren Aspekte des Ästhetischen auf den Menschen übertragen, wodurch diese eine Allgemeinbedeutung, unabhängig von epochaltypischen Erscheinungen und Kultur, erhalten. Schönheit ist folglich allgemein nach Hunger (2010):
„[…] eine positive ästhetische Eigenschaft, die in einer besonderen Strukturiertheit des zugrundeliegenden Objektes besteht, die eine einheitliche Geschlossenheit vielfältiger Elemente in gegenseitiger Stimmigkeit bedeutet. Diese Strukturiertheit ist dabei ein prominent und deutlich wahrnehmbarer Aspekt des Objekts; die Stimmigkeit der Elemente untereinander bewirkt ein Gefühl von ‚Richtigkeit‘.“
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Phänomens Selfie, Einordnung in den theoretischen Rahmen der Praktischen Theologie sowie Darlegung der Forschungsfragen und methodischen Vorgehensweise.
1. Schönheit und Schönheitsideale: Erläuterung theoretischer Definitionsansätze von Schönheit und ein historisch-kultureller Überblick über die Wandelbarkeit von Schönheitsidealen.
2. Social Media – die soziale Lebenswelt Jugendlicher?: Analyse von Social Media als Publikationsplattform, Kategorisierung von Angebotsformen und Untersuchung der Bedeutung für Jugendliche.
3. Selfie – das Bild zur Selbstdarstellung: Praktische Analyse verschiedener Selfie-Typen, der historischen Verbindung zum Selbstporträt sowie der Mechanismen von Bildbearbeitung und Einflussnahme auf die Selbstdarstellung.
Schlussworte und Conclusio: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung des Selfies für Jugendliche und Zusammenfassung der Chancen und Risiken der medialen Kommunikation.
Schlüsselwörter
Selfie, Schönheitsideal, Selbstdarstellung, Soziale Netzwerke, Identität, Jugendliche, Mediale Kommunikation, Bildbearbeitung, Körperbild, Praktische Theologie, Prominente, Instagram, Schönheitshandeln, Aufmerksamkeit, Inszenierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das populäre Phänomen des „Selfies“ und untersucht dessen Funktion als Werkzeug zur medialen Selbstdarstellung sowie dessen Einfluss auf jugendliche Schönheitsideale.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen die soziologische Definition von Schönheit, die historische Entwicklung des Selbstbildnisses, die Dynamiken sozialer Medien und die psychologische Bedeutung der Selbstdarstellung im digitalen Raum.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ergründen, inwiefern Selfies die Identitätskonstruktion bei Jugendlichen beeinflussen und welche Rolle dabei externe Schönheitsideale sowie mediale Vorbilder spielen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, einer systematischen Einordnung von Begriffsdefinitionen und einer qualitativen Kategorisierung von Selfie-Typen anhand aktueller Beispiele aus den sozialen Medien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Bereiche: die theoretische Fundierung von Schönheit, die Analyse der Struktur von Social Media als Lebenswelt und eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Selfie als visuelles Mittel, inklusive einer Kategorisierung von Promi- und Jugend-Selfies.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Selfie, Schönheitsideal, Selbstdarstellung, mediale Identitätskonstruktion und soziale Netzwerke maßgeblich charakterisiert.
Welche Bedeutung kommt der Bildbearbeitung laut der Autorin zu?
Bildbearbeitung wird als ein alltägliches Mittel zur Optimierung der eigenen Darstellung verstanden, welches in der Jugendszene oft dem Gebrauch von Kosmetika gleichgesetzt und somit als akzeptiertes Schönheitshandeln wahrgenommen wird.
Welche Rolle spielen Prominente für die jugendliche Selbstdarstellung?
Prominente fungieren als mediale Vorbilder, deren Art der Selbstinszenierung durch Selfies (z.B. Spiegel-Selfies, Lifestyle-Selfies) die Trends setzt, an denen sich Jugendliche orientieren und messen lassen.
- Arbeit zitieren
- Franziska Feß (Autor:in), 2016, Selfie. Das Selbstporträt in den sozialen Netzwerken als Selbstdarstellung und Indikator jugendlichen Schönheitsideals, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324036