Erinnerungskultur in Deutschland. Das Luftbrückendenkmal in Wilhelmshaven


Referat / Aufsatz (Schule), 2014
19 Seiten, Note: 13 Punkte

Leseprobe

Inhalt

1. Einführung

2. Berlin-Blockade und Luftbrücke
2.1 Der Weg zur Blockade
2.2 Die Berlin-Blockade
2.3 Die Luftbrücke

3. Die Berliner Mauer
3.1 Vorgeschichte
3.2 Warum der Mauerbau?
3.3 Der Mauerbau

4. Das Wilhelmshavener Denkmal

5. Andere Denkmäler

6. Bezug zur Erinnerungskultur

7. Quellenverzeichnis
7.1 Internetquellen:
7.2 Literatur

8. Anhang

1.Einführung

In diesem schriftlichen Referat im Rahmen des Geschichtsunterrichts und insbesondere des Themenfeldes „Erinnerungskultur“ werde ich das Wilhelmshavener „Luftbrückendenkmal“ vorstellen.

Das genannte Denkmal habe ich für meine Ausarbeitung ausgewählt, da es sich in meiner Heimatstadt, in unmittelbarer Nähe meines Zuhauses und damit an einem Ort befindet, an welchem ich nahezu täglich vorbeigehe, was meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Ebenso finde ich die historischen Geschehnisse und deren Bedeutung für die Geschichte Deutschlands, aber auch den Einfluss dieser auf das Leben einzelner Personen sehr interessant.

Strukturiert habe ich mein Referat folgendermaßen; ich beginne mit einer Darstellung der geschichtlichen Ereignisse, an welche das Wilhelmshavener „Luftbrückendenkmal“ erinnern soll. Dabei handelt es sich um die Berlin-Blockade und die folgende Luftbrücke nach West-Berlin sowie nach einer Erneuerung um die Berliner Mauer. Folglich werde ich das Denkmal genauer vorstellen und auf ähnliche Denkmale an anderen Standorten eingehen. Abschließend stelle ich einen Bezug zu dem Semesterthema meines Geschichtskurses, welches „Erinnerungskultur“ lautet, her.

2.Berlin-Blockade und Luftbrücke

2.1Der Weg zur Blockade

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Aufteilung Deutschlands zwischen den Siegermächten, der Sowjetunion, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Frankreich in Besatzungszonen (siehe Anhang I.I). Gleichermaßen wurde die Hauptstadt aufgeteilt (siehe Anhang I.II), obwohl sie als neutrale Zone gelten sollte. Geografisch lag Berlin jedoch in der sowjetischen Besatzungszone, welche nun alleinigen Anspruch auf die Stadt forderte.[1] [1]

Auf der Potsdamer Konferenz war die wirtschaftliche Einheit des gesamten Deutschlands vereinbart worden. Die Realität dagegen sah anders aus; jede der Besatzungsmächte betrieb im eigenen Gebiet eine eigenständige Wirtschaftspolitik, sodass die einzelnen Zonen zunehmend voneinander isoliert wurden.[2] [2]

Aufgrund hoher Kriegskosten und einer inflationären Geldpolitik, welche zustande kam, nachdem seit 1933 von den Nationalsozialisten viel mehr Geld im Umlauf gebracht worden war, als der eigentlichen Wirtschaftsleistung und der Kaufkraft entsprochen hätte, verlor die mittlerweile fast wertlose Reichsmark nach dem Krieg ihre Geltung als offizielle Währung. Eine Währungsreform war also dringend notwendig, sodass am 20. Juni 1948 im Westen Deutschlands die Deutsche Mark eingeführt wurde. Die Westsektoren Berlins wurden dabei zunächst ausgeschlossen, da die Stadt von allen vier Alliierten gemeinsam verwaltet wurde und so auch eine gemeinsam kontrollierte Währung angemessen schien. Die Sowjetunion jedoch führte am 23. Juni desselben Jahres in ihrer Zone sowie im gesamten Berlin ihre Währungsreform der Ostmark durch. Dies wurde allerdings im westlichen Stadtgebiet für ungültig beschlossen, sodass dort die westliche Deutsche Mark eingeführt werden konnte. Diese geteilte Währungsreform verstärkte die deutsche Spaltung enorm und Berlin geriet dabei in das Zentrum der Auseinandersetzungen.[3] [3]

2.2Die Berlin-Blockade

Die Gegenreaktion der Sowjetunion folgte unmittelbar. In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 wurde die gesamte Stromversorgung nach West-Berlin durch das Großkraftwerk Zschornewitz unterbrochen.[4] [4]

Am Morgen folgte eine Fortsetzung der Blockade; eine Unterbrechung des gesamten Versorgungsverkehrs, sodass weder Straßen oder Bahnlinien, noch Schifffahrtswege zwischen Berlin und den Westzonen genutzt werden konnten. Die sowjetische Besatzung strebte dabei auf eine Teilung Berlins hin, indem sie Berlin so von den Westzonen trennte bzw. die Westmächte dazu drang, ihren Anspruch auf Berlin vollkommen abzugeben.Aufgrund der großen Zerstörungen, welche der Krieg in West-Berlin hinterlassen hatte, war eine eigene Versorgung mit allen notwendigen Mitteln nicht möglich, sodass Westberlin sich in einer besonders kritischen Lage befand.[5] [5]

2.3Die Luftbrücke

Diese Reaktion der Blockade verletzte den Viermächtestatus Berlins, welcher auf der Potsdamer Konferenz vertraglich geregelt worden war. So beschlossen die Westmächte die Versorgung der Westberliner über eine Luftbrücke.[6] [6] Die Nutzung der drei Luftkorridore, welche als einzige Möglichkeit der Versorgung übrig geblieben war, war durch ein schriftliches Abkommen gesichert.[7] [7] Schließlich waren 927 Flugzeuge aus Großbritannien, Frankreich und den USA im Einsatz, welche im Abstand von 90 Sekunden auf dem Flughafen Tempelhof landeten, Tag und Nacht (siehe Anhang I.III). Befördert werden konnten so große Mengen an Lebensmitteln, Medizin, Kohle und vieler anderer Mittel, welche zur Erhaltung der Berliner selbst und ihrer Wirtschaft notwendig waren.[8] [8]

Schließlich gaben die Sowjets nach, da die Besatzungsmächte und die Westberliner durchhielten und ihr Plan der Übernahme ganz Berlins scheiterte. Man konnte wieder auf dem Landweg nach Westberlin fahren, sodass die Luftbrücke eingestellt wurde. Vom 24. Juni 1948 bis zum 12. Mai 1949 wurden die Westberliner also ausschließlich aus der Luft mit Nahrung und anderen Gütern beliefert.6 In diesen elf Monaten der Blockade wurden auf dem Luftweg in über 250.000 Flügen etwa 2,5 Millionen Tonnen Güter nach Berlin geschafft. Die Luftbrücke rettete die Westberliner vor dem Verhungern, einige Menschen mussten jedoch dafür sterben.8 „20 Amerikaner und 29 Briten gaben ihr Leben dafür hin, dass zwei Millionen Menschen nicht Freiheit und Menschenrechte einer Diktatur opfern mussten.“

- Notiz von Reportern[9] [9]

3.Die Berliner Mauer

3.1Vorgeschichte

Im Jahr 1949 trug sich die Gründung eines doppelten Staates bei, welcher zunächst nur vorläufigen Charakter haben sollte. Dabei wurde die westliche Trizone am 23. Mai zur Bundesrepublik Deutschland (BRD), die sowjetische Besatzungszone, der Osten Deutschlands am 7. Oktober desselben Jahres zur Deutschen Demokratischen Republik (DDR) mit Berlin als Hauptstadt.[10] [10]

Ab 1952 gab es eine Art Abriegelung der DDR zum Westen hin durch die sowjetische Regierung. Diese innerdeutsche Grenze, welche etwa 1400 km lang war und so von Bayern bis an die Ostsee reichte, bestand aus Sicherungen durch Zäune, Alarmvorrichtungen und Bewachungen sowie eine mehrere Kilometer breite Sperrzone (siehe Anhang II.I). Zudem gab es Kontrollen auf den in den Westen führenden Straßen durch die Volkspolizei. Die Grenze teilte Landschaften und Siedlungen und zerschnitt Straßen- sowie Eisenbahnlinien, sodass Bewohner aus der unmittelbaren Nähe der innerdeutschen Grenze in andere Wohnhäuser umgesiedelt werden mussten. Weiter wurde im Westteil Berlins die Telefonverbindung gekappt. Die innerdeutsche Grenze prägte bereits das Leben von Millionen Menschen.[11] [11]

3.2Warum der Mauerbau?

Die DDR kämpfte mit dem Problem der Grenzgänger und Flüchtlinge. So gab es Ost-Berliner, welche legal in den Westsektoren arbeiten konnten und einen Teil des Einkommens in der westlichen Währung D-Mark erhielten. Dadurch konnten sie sich Urlaubsreisen nach Westdeutschland oder in das westliche Ausland, aber auch Anschaffungen von hochwertigen Westwaren finanzieren. Zwischen 1949 und 1961 gab es einen Flüchtlingsstrom aus der DDR und Ost-Berlin, welcher etwa 2,7 Millionen Menschen umfasste und zu einem großen Teil aus jungen, qualifizierten Leuten bestand. Für die DDR bedeutete dieser Flüchtlingsstrom eine Verstärkung der Wirtschaftskrise und des Arbeitskräftemangels in sehr kritischem Maße, sodass die DDR ganz kurz vor dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenbruch stand.[12] [12]

Zuletzt gab es sogar 3190 Flüchtlinge an nur einem einzigen Tag.10

3.3Der Mauerbau

Während der Chef der Sozialistischen Einheitspartei Deutschland, der regierenden Partei der DDR im Juni 1961 noch öffentlich versicherte, keine Mauer bauen zu wollen, sah es im August schon ganz anders aus.

„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!“

- Walter Ulbricht, SED-Chef, 15. Juni 1961[13] [13]

Nachdem am 12. August 1961 zunächst harmlos erscheinende Planungen angekündigt worden waren, wurden am frühen Morgen des folgenden Tages vorläufig provisorische Absperrungen an der Grenze eingerichtet.

„Zur Unterbindung der feindlichen Tätigkeit der revanchistischen und militaristischen Kräfte Westdeutschlands und West-Berlins wird eine solche Kontrolle an der Grenze der Deutschen Demokratischen Republik einschließlich der Grenze zu den Westsektoren von Groß-Berlin eingeführt, wie sie an den Grenzen jedes souveränen Staates üblich ist.

- Ministerrat der DDR, 12. August 1961[14] [14]

Durch die Volkspolizei, sogenannte Betriebskampfgruppen und die Nationale Volksarmee wurde die Grenze erst einmal aus Betonpfeilern und Stacheldraht errichtet.[15] [15] Von einem Tag auf den anderen waren so Straßen, Plätze und Wohnanlagen geteilt sowie der Nahverkehr unterbrochen. Viele Menschen wurden plötzlich und unangemeldet von Familie und Freunden getrennt und konnten sich nicht mehr von einem in einen anderen Stadtteil bewegen.

"(...) Der Senat von Berlin erhebt vor aller Welt Anklage gegen die widerrechtlichen und unmenschlichen Maßnahmen der Spalter Deutschlands, der Bedrücker Ost-Berlins und der Bedroher West-Berlins (...)."

-Bürgermeister Brandt, am Abend des 13. August14

In den nächsten Tagen und Monaten entstand eine etwa 43 Kilometer lange Mauer aus bis zu vier Meter hohen Betonplatten sowie um ganz Westberlin befestigte Sperranlagen. Die Mauer wurde begrenzt von Gräben, später kamen zudem Selbstschussanlagen sowie Laufanlagen für Wachhunde und Wachtürme zum Einsatz. Die Sperranlagen wurden immer weiter ausgebaut bis das Kontrollsystem perfektioniert war und die Grenze nahezu unüberwindbar.Als „antifaschistischen Schutzwall“ feierte die Führung der DDR den Mauerbau als „Sieg des sozialen Lagers über den westlichen Imperialismus“[16] [16]. Zwischen den Jahren 1961 und 1988 versuchten mehr als 100.000 Bürger der DDR über die Grenze zu fliehen. Mehr als 600 Menschen starben dabei bei den Fluchtversuchen oder wurden von Grenzsoldaten erschossen.[17] [17]

Es gab jedoch auch immer wieder Berichte über gelungene Fluchtversuche, so wurden beispielsweise alte Sport- und Agrarflugzeuge zur Überwindung der Elbe genutzt. Auch gab es professionelle Fluchthelfer, welche Flüchtlinge durch die Sperranlagen leiteten.[18] [18]

3.4Der Mauerfall

Nachdem ab Mai 1989 in Ungarn ohne Absprache ein Abbau der Sperranlagen an der Westgrenze begonnen wurde, gab es gewaltige Flüchtlingsbewegungen. Seit September des Jahres galt das Überschreiten der Grenze sogar als legal, sodass täglich Tausende nach Ungarn reisten. Proteste und Demonstrationen sowie sogar Friedensgebete in der DDR nahmen zu, die DDR-Regierung geriet so immer mehr unter Druck. Am Abend des 9. November 1989 auf einer Pressekonferenz gab Günther Schabowski, der Sprecher der DDR-Regierung „in einer überstürzten und missverständlichen Aktion“[19] [20] die freie Reisemöglichkeit in den Westen und somit über die Grenzen bekannt. Die Nachfrage eines italienischen Journalisten nach dem Zeitpunkt der Gültigkeit des eben verkündeten neuen Reisegesetzes beantwortete Schabowski mit dem berühmten Satz: „Das tritt nach meiner Kenntnis...

[...]


[1] Vgl. Die Berliner Luftbrücke; 11.04.2014

[2] Vgl. Geschichte und Geschehen 5/6;S. 165

[3] Vgl. Geschichte Kompakt; 11.04.2014 ;Geschichte und Geschehen 5/6; S.165

[4] Vgl. Wikipedia: Berlin-Blockade; 11.04.2014

[5] Vgl. Die Berliner Luftbrücke; 11.04.2014

[6] Vgl. Geschichte Kompakt; 11.04.2014

[7] Vgl. Geschichte und Geschehen 5/6; S.166

[8] Vgl. Buchwald, Tom: Berlin; S. 48/49

[9] zitiert nach Buchwald, Tom: Berlin, S.49

[10] Vgl. Wikipedia: Berlin-Blockade; 14.04.2014

[11] Vgl. ebenda; Planet Wissen: Die Berliner Mauer; 14.04.2014

[12] Vgl. Berlin.de: Der Bau der Berliner Mauer ; Planet Wissen: Die Berliner Mauer; 14.04.2014

[13] Zitat nach Planet Wissen: Die Berliner Mauer; 14.04.2014

[14] Zitat nach Berlin.de: Der Bau der Berliner Mauer; 14.04.2014

[15] Vgl. Planet Wissen: Die Berliner Mauer; 14.04.2014

[16] Zitat nach Berlin.de: Der Bau der Berliner Mauer; 14.04.2014

[17] Vgl. Berlin.de: Der Bau der Berliner Mauer; 14.04.2014

[18] Vgl. Geschichte und Geschehen 5/6; S. 233

[19] Zitat nach Geschichte und Geschehen 5/6; S.266

[20] Vgl. ebenda; N24: Mauerfall und Wiedervereinigung; 18.04.2014

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Erinnerungskultur in Deutschland. Das Luftbrückendenkmal in Wilhelmshaven
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V324059
ISBN (eBook)
9783668273139
ISBN (Buch)
9783668273146
Dateigröße
1617 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geschichte, Luftbrücke, Wilhelmshaven, Denkmal, Erinnerungskultur, Berlin-Blockade, Nationalsozialismus, Berliner Mauer, DDR, Mauerfall, Geschichtsbewusstsein, Heimat, Nordsee, Friesland, Berliner Platz
Arbeit zitieren
Nathalie Möller (Autor), 2014, Erinnerungskultur in Deutschland. Das Luftbrückendenkmal in Wilhelmshaven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324059

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