Konfliktmanagement im Projekt. Die Rolle des Projektleiters


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

2. Definitorische Grundlagen
2.1 Begriffsbestimmung Konflikt
2.2 Begriffsbestimmung Projekt
2.3 Konfliktmanagement - Die Rolle Des Projektleiters

3. Konfliktursachen anhand unterschiedlicher Konfliktausprägungen

4. Konfliktwahrnehmung
4.1 Konflikterkennung
4.2 Wahrnehmungsweise von Konflikten als Chance oder Risiko

5. Konfliktbewältigung

6. Konfliktprävention

7. Fazit

Literaturverzeichnis

Stichwortverzeichnis

Thesen

1. Einführung

1.1 Problemstellung

Der Konfliktbegriff ist fest im alltäglichen Sprachgebrauch verankert. Auftreten kann er hierbei in unterschiedlichen Variationen, wie beispielsweise im politischen Dialog über den Nahostkonflikt oder auch im Privatleben bei Konflikten innerhalb der Familie. Als sehr konfliktanfällig, mit meist weitreichenden negativen Konsequenzen, erweisen sich auch Projekte und Projektzusammenschlüsse. „Mit 90 Prozent sind Konflikte am Scheitern von Projekten beteiligt.“1 Um die Negativspirale zu durchbrechen und mögliche positive Auswirkungen von Konflikten innerhalb von Projekten nutzen zu können, ist ein effizientes Konfliktmanagement unerlässlich.

1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es die unterschiedlichen Facetten des Konfliktmanagements aufzuzeigen. Des Weiteren soll die Notwendigkeit eines funktionierenden Konfliktmanagements innerhalb von Projekten und die untrennbar damit verbundene Rolle des Projektleiters verdeutlicht werden.

Kapitel zwei beschreibt einleitend die definitorischen Grundlagen der Untersuchungsthematik. Anschließend werden Ursachen für die Entstehung von Konflikten anhand unterschiedlicher Konfliktausprägungen analysiert. Kapitel 4 erläutert essentielle Aspekte der Konfliktwahrnehmung und leitet damit in die Thematik der konstruktiven Konfliktbewältigung unter Betrachtung des Konflikteskalationsmodells von Friedrich Glasl über. Ihre Abrundung findet diese Arbeit durch die Thematik der Konfliktprävention in Kapitel 6. Zudem wird übergreifend über alle untersuchten Themengebiete die besondere Rolle des Projektleiters hervorgehoben.

2. Definitorische Grundlagen

2.1 Begriffsbestimmung Konflikt

Der Begriff Konflikt entstammt dem lateinischen Substantiv „conflictus“ und kann mit Zusammenstoß beziehungsweise Streit übersetzt werden.2 Eine allgemeingültige und damit einheitliche Definition wird allerdings durch eine breite Variation an unterschiedlichen Auffassungen innerhalb der Literatur erschwert.

David Berlew beispielsweise spricht dann von einem Konflikt, „wenn man untereinander eine Uneinigkeit hat.“3 Diese Definition beschreibt eine sehr weitläufige Interpretation des Konfliktbegriffes. Eine mögliche Kritik an Berlew’s Auffassung könnte durchaus sein, dass Meinungsverschiedenheiten nicht zwangsläufig in einem Konflikt enden müssen. Häufig werden diese bei bleibender Uneinigkeit auch einfach akzeptiert.

Grundlage für die Ausführungen dieser Arbeit bildet die folgende, von Michael Gessler treffender formulierte, Definition: „Ein Konflikt ist eine Spannungssituation, die durch das Aufeinanderprallen unterschiedlicher Meinungen, Erwartungen und Interessen entsteht. Es entstehen verschiedene Parteien, von denen zumindest eine sich unwohl und verhindert fühlt und sich Sorgen macht ihre Ziele nicht oder schwieriger erreichen zu können.“4

2.2 Begriffsbestimmung Projekt

Um sich der Thematik des Konfliktmanagements innerhalb von Projekten zu

nähern, erscheint eine Abgrenzung der Begrifflichkeit Projekt, zu anderen Vorhaben und Aufgaben der alltäglichen Arbeitsroutine, als sinnvoll. Laut DIN 69901 zeichnet sich ein Projekt vor allem durch die Einmaligkeit der Bedingungen, der Existenz von Zielvorgaben und durch zeitliche, finanzielle, personelle oder andere Einschränkungen aus.5 Folglich dient ein Projekt der Verfolgung eines bestimmten Zieles, ist innovativ und neuartig und mit begrenzten Ressourcen ausgestattet.

2.3 Konfliktmanagement - Die Rolle Des Projektleiters

Projektleiter sehen sich mit zunehmenden Rollenanforderungen konfrontiert. Häufig werden sie mit der Rolle des Strategen, des Beraters, des Planers, des Sachexperten oder auch mit der Rolle der Führungskraft betraut.6

Als eine weitere Zentrale Rolle des Projektleiters wird in der Literatur auch die des Konfliktmanagers angeführt. Konfliktmanagement wird hierbei folgendermaßen definiert: „Konfliktmanagement ist die zielorientierte, bewusste Gestaltung und Steuerung von Konfliktfeldern und Konfliktprozessen.“7 Ein effektives Konfliktmanagement erspart dem Unternehmen nicht nur Zeit und Geld, sondern ist auch unumgänglich um den zum Ziel gesetzten Projekterfolg nicht zu gefährden. Unerlässlich ist hierbei die rechtzeitige Erkennung, Analyse und konstruktive Bearbeitung von Konflikten.8 Diese Prozessschritte fallen wiederum in das Aufgabengebiet des Projektleiters und seiner zugeschriebenen Rolle des Konfliktmanagers. Zur konstruktiven Gestaltung eines Konfliktmanagements im Projekt sollte jedoch zunächst eine Verständnisgrundlage für die Ursachen des Entstehens von Konflikten geschaffen werden.

Grundsätzlich ist jedes Projekt an sich einzigartig, verschieden und mit neuen Herausforderungen verbunden. Bestimmte Konfliktursachen können jedoch für nahezu alle Projekte definiert werden.9 Diese sollen im Folgenden anhand unterschiedlicher Konfliktausprägungen der Sach- und Psychosozialebene analysiert werden.

Werden bestimmte Zielsetzungen angestrebt, die jedoch nicht vereinbar sind, können sogenannte Ziel- bzw. Richtungskonflikte auftreten.

Ursachen stellen meist Unklarheiten über die Projektziele, fehlende Absprachen und ungenügende Aufgabenabstimmungen dar.10

Sollten Konfliktparteien unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Methodik zur Zielerreichung eines Projektes vertreten, wird von einem Wahrnehmungsoder auch Beurteilungskonflikt gesprochen. Mangelnde Fähigkeiten sich in die Lage seines Projektpartners hineinzuversetzen oder auch unzureichende Informations- und Kommunikationsflüsse und ein daraus folgender ungleicher Kenntnisstand, zählen zu den häufigsten Ursachen.11

Verschiedene Rollenerwartungen oder auch nicht eindeutig definierte Zuständigkeiten beziehungsweise Kompetenzen führen wiederum zu Rollenund Erwartungskonflikten.

Stets vorhandener Zeitdruck, so wie weitere begrenzt zur Verfügung stehende Ressourcen wie zum Beispiel Budget- oder Personaleinschränkungen können in Verteilungskonflikten münden. Zurückzuführen sind diese auf eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Verfügbarkeit der Mittel und den vertretenen Ansprüchen an diese.12

Veränderungs- und Sicherheitskonflikte entstehen, wenn gewisse Veränderungen innerhalb des Projektablaufs zu Verunsicherungen führen und von den Projektmitgliedern nicht nachvollzogen werden können. Diese treten häufig im Rahmen von Reorganisationsmaßnahmen oder nach Abschluss des Projektes bei der Reintegration von Projektmitarbeitern in die Linienstruktur auf.13

Projektmitglieder die das Verhalten eines andern Teammitglieds als unangemessen oder anmaßend empfinden, entwickeln häufig Beziehungsoder Statuskonflikte.14 Vorurteile, Misstrauen oder auch bestehende Antipathien stellen meist Ursachen hierfür dar.

Zusätzlich ist die Zusammenstellung interdisziplinärer Teams aus Mitarbeitern mit unterschiedlichsten Charakterzügen, Meinungen und Arbeitsgewohnheiten als stetige Herausforderung für alle Projektbeteiligten zu sehen. Folglich zählen menschliche und nicht technische Schwierigkeiten zu den häufigsten Auslösungsfaktoren für Konflikte oder andere weitreichende negative Konsequenzen innerhalb von Projekten.15

Als die übergreifende Ursache für Konflikte innerhalb von Projektabläufen führt die Literatur zudem gehäuft ein Versagen des Projektleiters an.16 Diese Betrachtung ist jedoch kritisch zu bewerten. Grundlegend kann der Projektleiter durch eine unzureichende Erfüllung von Aufgaben in seinem Verantwortungsbereich, durchaus als Ursache von Konflikten gesehen werden. Jedoch stellen häufig spezifische Rahmenbedingungen oder auch unvorhersehbar, durch den Projektleiter nicht beeinflussbare, widrige Umstände die Grundursache für Konflikte innerhalb von Projekten, dar.17

Grundsätzlich ist sich somit von der Ansicht des Projektleiters als übergreifende Konfliktursache zu distanzieren. Eine gründliche und umfassende Analyse der Konfliktursachen sollte durch diesen dennoch durchgeführt werden. Zukünftig präventive Maßnahmen, sowie Ansatzpunkte für eine Optimierung von Prozessen und Rahmenbedingungen können dadurch erkannt werden.

4. Konfliktwahrnehmung

4.1 Konflikterkennung

Meist bahnen sich Konflikte über einen längeren Zeitraum an und treten selten als plötzliches Ereignis auf. Folglich ist es entscheidend, dass der Projektleiter mögliche Anzeichen frühzeitig wahrnimmt. Konflikte zu erkennen und sie auch richtig zu deuten bedarf eines gewissen Gespürs. Ein Verlassen rein auf die fachlichen Kompetenzen ist deshalb nicht zu empfehlen. Stattdessen ist die Entwicklung von Sensibilität für zwischenmenschliches Agieren erforderlich, wenn sich Projektleiter mit besagten Situationen konfrontiert sehen.

[...]


1 S. Straube Roland/Müller Petra/ Leuschner Hans, Konfliktmanagement für Projektleiter, 2008, S.26.

2 S. Dudenredaktion, Duden, 2005, S.550.

3 S. Berlew, David E./ Hall, Douglas T., The management of tension in organization, 1964, S.33 ff.

4 S. Gessler, Michael, Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), 2009, S.1920.

5 S. DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Projektmanagement, 2013, S.155.!

6 S. Bernecker, Michael/ Eckrich, Klaus, Handbuch Projektmanagement, 2003, S.167.

7 S. Krüger, Wilfried, Konfliktsteuerung als Führungsaufgabe, 1973, S.15.

8 S. Straube, Roland/ Leuschner, Hans/ Müller, Petra, Konfliktmanagement für Projektleiter, 2008, S.27.

9 S. Kellner, Hedwig, Projekte konfliktfrei führen, 1996, S.34.

10 S. Gamber, Paul, Konflikte und Aggressionen im Betrieb, 1995, S.19 ff.

11 S. Gamber, Paul, Konflikte und Aggressionen im Betrieb, 1995, S.19 ff.

12 S. Gamber, Paul, Konflikte und Aggressionen im Betrieb, 1995, S.21.

13 S. Gessler, Michael, Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), 2009, S.1928.

14 S. Gessler, Michael, Kompetenzbasiertes Projektmanagement (PM3), 2009, S.1928.

15 S. Litke, Hans-Dieter/ Kunow, Ilonka, Projektmanagement, 2007, S.10 f.

16 S. Gregor-Rauschtenberger, Brigitte/ Hansel, Jürgen, Innovative Projektführung, 1993, S.59.

17 S. Kessler, Heinrich/ Hönle, Claus, Karriere im Projektmanagement, 2002, S.208.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Konfliktmanagement im Projekt. Die Rolle des Projektleiters
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
18
Katalognummer
V324076
ISBN (eBook)
9783668232808
ISBN (Buch)
9783668232815
Dateigröße
780 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Projekt, Projektmanagement, Konfliktmanagement, Konflikt, Ursachen, Konfliktprävention
Arbeit zitieren
Katja Steinhauser (Autor), 2015, Konfliktmanagement im Projekt. Die Rolle des Projektleiters, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324076

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