Die Hausarbeit Untersucht das Schulbuch "English G21" auf die Darstellung des Fremden. Der aktuelle Forschungsstand wird vorgestellt und auf das Schulbuch angewendet.
Migration und ihre Auswirkungen sind in der aktuellen Flüchtlingsdebatte eine Thematik, die exzessiv in den Medien, der Schule und der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Gleichzeitig ist ein differenzierter Austausch kaum möglich, da persönliche Meinungen, Zukunftsängste und Überforderung oft Einfluss auf den Diskurs haben. Hinzu kommt, dass ein ‚schwarz-weiß‘ oder ‚falsch-richtig‘ Denken an der Realität der Debatte vorbei geht, da die Thematik zu facettenreich ist und die Herausforderungen, die die große Anzahl an Flüchtlingen mit sich bringen, zu groß sind. Besonders spannend wird sein, in welchem Umfang und in welcher Art und Weise die vielen schulpflichtigen Kinder von Geflüchteten integriert und im deutschen Bildungssystem gefördert werden.
Dieser Bezug macht die Debatte um die Darstellung von Migration in Schulbüchern umso aktueller. Anhand eines weitverbreiteten Schulbuchs sollen in dieser Hausarbeit Beispiele für den Umgang der Migrationsthematik erbracht und Problematiken mit der Darstellung von Ausländern untersucht werden. Hierfür wurde das English G 21 Band A 1 für die fünfte Klasse am Gymnasium1 von Cornelsen ausgewählt. Desweiteren soll die Hausarbeit im Rahmen der Schulbuchuntersuchung einen kurzen Überblick über den aktuellen Forschungsstand geben sowie Teile der Problematik beleuchten.
Besonderes Augenmerk gilt der Betrachtung einer Lektion im Schulbuch vor dem Hintergrund derjenigen Kritik, die in der aktuellen Fachliteratur an Schulbüchern geübt wird. Es soll anhand von klaren Beispielen reflektiert werden, wie Migration dargestellt wird, wie damit umgegangen wird und in welche fachliche Migrationspädagogik Theorie das Schulbuch eingeordnet werden kann. Das interkulturelle Lernen soll anhand eines Beispiel-Schulbuchs auf den Prüfstand gestellt und eine Bewertung abgegeben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Schulbuch English G 21
2.1. Das Schulbuch auf dem Prüfstand
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie Migration in modernen Englisch-Schulbüchern dargestellt wird und inwieweit das Lehrwerk „English G 21“ den Ansprüchen der interkulturellen Pädagogik gerecht wird, um ein realistisches und vorurteilsfreies Bild von Vielfalt zu vermitteln.
- Darstellung von Migration in Fremdsprachenlehrwerken
- Analyse von Rollenbildern und sozialen Hintergründen im Schulbuch
- Interkulturelle kommunikative Kompetenz im Englischunterricht
- Kritische Reflexion von Stereotypen in Unterrichtsmaterialien
- Vergleich zwischen den Schulbuchgenerationen „English G 2000“ und „English G 21“
Auszug aus dem Buch
2.1. Das Schulbuch auf dem Prüfstand
In den Erläuterungen zum interkulturellen Lernen des Handbuchs für den Unterricht wird der Motivationsfaktor als treibende Kraft für die Beschäftigung mit anderen Kulturen gesehen. Jedoch wird darauf hingewiesen, dass „sich der Fremdsprachenunterricht nicht im Erwerb von Kenntnissen über das Zielland erschöpfen darf.“ Es wird zwar über eine andere Kultur geredet und bestimmte Merkmale werden erlernt, doch soll die „Eigenkultur einbezogen und mit der fremden vergleichend in Beziehung gebracht werden.“ Es wird also klar eine Grenze zwischen Fremd/Eigen und Wir/Sie gezogen. Trotzdem sollen beide Seiten in der Betrachtung zusammen behandelt und als etwas Zusammengehöriges gesehen werden. Die Grenzen des deutschen und englischen Sprachraums sollen im Rahmen des europäischen Gedankens gelockert und erweitert werden. Das Schulbuch stellt den Anspruch, ein wichtiges pädagogisches Ziel zu erfüllen: „Die Fähigkeit, Verschiedenheit zu akzeptieren, mithilfe von Sprache eine neue Kultur zu entdecken und die eigene neu zu sehen lernen.“ So soll das Toleranzverhalten des einzelnen Schülers gefördert, Vorurteile abgebaut und eine eigene Identität in der vielfältigen Welt entwickelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz der Migrationsdebatte im schulischen Kontext und definiert das Ziel der Untersuchung anhand des Schulbuchs English G 21.
2. Das Schulbuch English G 21: Dieses Kapitel erläutert die Konzeption des Schulbuchs im Hinblick auf interkulturelles Lernen und stellt das theoretische Netzwerk der Unterrichtskomponenten dar.
2.1. Das Schulbuch auf dem Prüfstand: Hier erfolgt die kritische Analyse des Lehrwerks hinsichtlich der Darstellung von Migration, Familienmodellen und des Umgangs mit Stereotypen.
3. Fazit: Das Fazit resümiert, dass das Schulbuch zwar wichtige Ansätze der Vielfaltspädagogik umsetzt, jedoch durch die normative Gestaltung des Materials an konzeptionelle Grenzen stößt.
Schlüsselwörter
Migration, Englischunterricht, Interkulturelles Lernen, Schulbuchanalyse, English G 21, Fremdsprachenunterricht, Stereotype, Vielfaltspädagogik, Migrationspädagogik, Landesbilder, Interkulturelle Kompetenz, Eurozentrismus
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Migration und kultureller Vielfalt in dem Englisch-Schulbuch „English G 21“ für die fünfte Klasse und untersucht, wie dieses Werk zur interkulturellen Bildung beiträgt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die Vermittlung interkultureller Kompetenz, der Umgang mit sozialen Stereotypen im Fremdsprachenunterricht und die kritische Betrachtung der Darstellung von Einwandererfamilien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, zu reflektieren, ob das ausgewählte Lehrwerk in der Lage ist, ein vorurteilsfreies Bild von Migration zu vermitteln und den Schülerinnen und Schülern einen Perspektivenwechsel zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine qualitative Schulbuchanalyse, die das Lehrwerk mit fachdidaktischen Konzepten der interkulturellen Pädagogik abgleicht und die Ergebnisse mit vorhandener Forschungsliteratur verknüpft.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Mittelpunkt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Analyse der Lektionen, der Vorstellung der Hauptcharaktere im Buch und der theoretischen Einordnung des „ganzheitlichen Lernens“ im Englischunterricht.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interkulturelle Pädagogik, Fremdsein, Perspektivenwechsel, Landesbilder und die didaktische Aufbereitung von Migration.
Wie schneidet die Figur Ananda Kapoor im Vergleich zu anderen Charakteren ab?
Ananda Kapoor wird als Beispiel für den „schmalen Grat“ zwischen Realitätsnähe und Stereotypisierung angeführt, da ihre Darstellung zwar stimmig ist, aber die Chance verpasst, Identitätsmerkmale jenseits klassischer Herkunftszuschreibungen zu zeigen.
Inwiefern beeinflusst der „Wir“-Diskurs die Gestaltung des Lehrwerks?
Die Analyse zeigt, dass das Lehrwerk oft eine eurozentrische Perspektive einnimmt, bei der ein „Wir“ (Europa/Deutschland) auf die „Anderen“ blickt, was eine klare Abgrenzung zwischen Eigenem und Fremdem begünstigt.
- Quote paper
- Janina Franke (Author), 2015, Die Darstellung des Fremden im Schulbuch im Kontext aktueller Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324092