Die Weltbank: Entstehung, Struktur und Aufgaben


Hausarbeit, 2004
26 Seiten, Note: 1,6

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

LITERATURVERZEICHNIS

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

VERSICHERUNG

1. Einleitung

2. Entstehung der Weltbankgruppe
2.1 Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)
2.2 Internationale Finanz- Corporation (IFC)
2.3 Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)
2.4 Multilaterale Investitions- Garantie- Agentur (MIGA)

3. Struktur der Weltbankgruppe
3.1 Mittelbeschaffung der IBRD
3.2 Mittelbeschaffung der IFC
3.3 Mittelbeschaffung der IDA
3.4 Mittelbeschaffung der MIGA

4. Ausleihungen der Weltbank
4.1 Aktivitäten der IFC
4.2 Aktivitäten der MIGA

LITERATURVERZEICHNIS

- Deutsche Bundesbank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2002, Seiten 78 bis 113

- Deutsche Bundesbank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, April 1997, Seiten 68 bis 105

- Medienhandbuch Entwicklungspolitik 2002, Seiten 276 bis 283

- Die Weltbank, DIE WELTBANK & DIE INTENATINALE FINANZ-CORPORATION, Washington D.C., U.S.A.

- Driscoll, David D., IWF UND WELTBANK, Ihre Aufgaben in der Weltwirtschaft, Gemeinsamkeiten und Unterschiede

- Hino, Hiroyuki, Die Zusammenarbeit zwischen IWF und Weltbank, in: Finanzierung & Entwicklung, Sonderdruck, S. 21 bis 25

- Michalopoulos, Constantine, Die Kreditvergabe der Weltbank zur Strukturanpassung, in: Finanzierung & Entwicklung, Juni 1987, S. 7 bis 10

- o.V., Reorganisation der Weltbank, in: Finanzierung & Entwicklung, September 1987, S. 46f

- Paul, Samuel, Mitwirkung von Zielgruppen bei Weltbankprojekten, in: Finanzierung & Entwicklung, Dezember 1987, S. 20 bis 23

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

TABELLENVERZEICHNIS

Schaubild 1: Organisationsstruktur der Weltbank,

Schaubild 2: Organisationsstruktur der IFC,

Tabelle 1: Mittelbeschaffung der IFC,

Tabelle 2: Hauptschuldnerländer der Weltbank,

VERSICHERUNG

Ich versichere hiermit, daß ich die vorliegende Arbeit selbständig und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Hilfsmittel angefertigt habe. Alle Stellen, die wörtlich oder sinngemäß aus veröffentlichten und nicht veröffentlichten Schriften entnommen sind, sind alle als solche kenntlich gemacht. Die Arbeit ist in gleicher oder ähnlicher Form noch nicht als Prüfungsarbeit eingereicht worden.

Alexander Stiel Gießen, den 20. September 2004

Patricia Boos Gießen, den 20. September 2004

1. Einleitung

Die Weltbank ist in Wirklichkeit eine Weltbankgruppe, die aus unterschiedlichen Gesellschaften besteht. Diese Weltbankgruppe beinhaltet die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung[1] (IBRD), die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA), die Internationale Finanz-Corporation (IFC) und die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA). Eine Sonderolle nimmt das „Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten" (ICSID) ein.

Jede der Institutionen ist eigenständig und hat ihre eigene rechtliche Grundlage. Die Verbindung innerhalb der Weltbankgruppe ist durch einen gemeinsamen Präsidenten, dem Amerikaner James D. Wolfensohn, und verwaltungsmäßige Verflechtungen gewährleistet. Die Hauptverwaltung der Weltbank hat ihren Sitz in Washington D.C. mit einer Mitarbeiterzahl von 6500 Personen, wobei 5% des Mitarbeiterstabs auf nahezu 40 Länder verteilt sind.

Das Ziel der verschiedenen Einrichtungen ist die wirtschaftliche Unterstützung der unterentwickelten Mitgliedsstaaten durch finanzielle Zusagen, Beratungen und Förderung technischer Weiterentwicklungen. Eine weitere Funktion ist die Vermittlung von Entwicklungshilfe durch außenstehende Staaten und Einrichtungen. In der Umsetzung dieser Aufgaben besteht die wesentliche Arbeit der Weltbankgruppe.

2. Entstehung der Weltbankgruppe

2.1 Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD)

Die Entstehung der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ist auf die Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen, mit ihren 44 Mitgliedsstaaten, im Juli 1944 in Bretton Woods, New Hampshire, USA zurückzuführen. Diese Institutionen traten dem Abkommen nach im Dezember 1945 in Kraft, wobei die Bank ihre Tätigkeit im Juni 1946 aufnahm2. Der Hauptsitz der IBRD und des IWF ist seit der Gründung Washington D.C. (USA). Deutschland gehört der IBRD seit 1952 an. Die ursprüngliche Arbeit der Bank galt der Neuentwicklung in wirtschaftlicher Hinsicht und der Beseitigung der Kriegsschäden, die bei den Mitgliedern im Laufe des Zweiten Weltkriegs entstanden sind (Artikel 1 des IBRD-Übereinkommens). Es war die Schaffung von langfristigem Kapital nötig, um die oben aufgeführte Nachkriegsproblematik zu lösen. Nachdem mit dem Aufbau der wirtschaftlichen Stärke und der technische Standard der europäischen Mitgliedsnationen durch die Hilfe der USA begonnen wurde, wendete sich die Weltbank dem Ende der vierziger Jahre den wirtschaftlichen Problemen der Entwicklungsländer zu. Das aus dieser Veränderung heraus entstandene Hauptziel der Weltbank: "den wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt in den Entwicklungsländern durch einen Beitrag zur Steigerung der Produktivität zu fördern“.3

2.2 Internationale Finanz- Corporation (IFC)

Es war die Gründung einer Organisation nötig geworden, die ihre finanzielle Förderung nicht, wie die IBRD, ausschließlich an Regierungen weitergibt, sondern die Darlehen direkt in die schwächliche Privatwirtschaft der Entwicklungsländer einsetzt. Aus diesem Grund ist im Jahr 1956 die Internationale Finanz- Corporation (IFC) als Schwestergesellschaft der IBRD entstanden. Die finanzielle Unterstützung wird nur gewährt, wenn eine eigentlich produktive Privatwirtschaft über nicht genügend Eigenkapital verfügt, um eigene Projekte zu verwirklichen4. Ebenfalls hilft die IFC bei dem Aufbau und der Verbesserung privater Unternehmen, falls auch in diesen Bereichen nicht ausreichend Kapital aufgebracht werden kann. Deshalb versucht die Internationale Finanz- Corporation private Firmen und deren erfolgreiches Management aus dem Inland und Ausland gezielt einzusetzen und so das Management und die technische Weiterentwicklung in den schwächer entwickelten Mitgliedsstaaten zu verstärken. Im Allgemeinen wird die Funktion der IFC auch als Katalysator beschrieben, da versucht wird unter den privaten Unternehmen zu vermitteln, bevor der finanzielle Aspekt zum Tragen kommt. Jedoch ist anzumerken, daß die IFC nicht alleine in ein Projekt investiert, sondern darauf achtet mit anderen Unternehmen zusammengearbeitet wird. Einige weitere Absicherungen ist die Ablehnung von Regierungsgeldern und die Bedingung, daß Fördergelder nur in den Staaten, die Mitglied bei der IBRD sind, und der Schweiz ausgegeben werden dürfen.

2.3 Internationale Entwicklungsorganisation (IDA)

Diese Organisation wurde 1960 zu ähnlichen Zwecken wie die IFC eingerichtet, hat jedoch einen Unterschied in den Rückzahlungs-bedingungen. Den ärmsten Mitgliedsstaaten, die den Kreditauflagen der IBRD oder der IFC nicht mehr nachkommen können, wird eine wesentlich mildere Möglichkeit der Rückzahlung gewährt. Die Kredite sind entweder zinslos oder haben sehr niedrige Zinssätze, außerdem sind mehr tilgungsfreie Jahre möglich als bei der IBRD und der IFC. In den meisten Fällen liegt der Zeitraum der bei ungefähr zehn tilgungsfreien Jahren. Seit 1999 spielen bei der Mittelvergabe „Fragen der guten Regierungsführung“5 eine wichtige Rolle.

2.4 Multilaterale Investitions- Garantie- Agentur (MIGA)

Die Multilaterale Investition-Garantie-Agentur wurde im Oktober 1985 eingerichtet und ist somit das jüngste Mitglied innerhalb der Weltbankgruppe. Die Gründung war dann erst im April 1988, da es so lange dauerte bis die MIGA die erforderliche Anzahl an Mitgliedsstaaten erreicht hatte6.

Das Hauptziel der MIGA ist es, ausländische Direktinvestitionen in den Entwicklungsländern zu fördern. Sie sichert die Investitionen gegen die nichtkommerziellen Risiken wie z. B. Kriege, Vertragsbrüche und zivile Unruhen, welche eigentlich Investoren abhalten in ein Land zu investieren, ab. Durch diese Garantien in Form von Investitionsgarantieabkommen beziehungsweise Kapitalschutzabkommen gegen politische Risiken versucht die MIGA den Regierungen der Entwicklungsländer zu helfen, damit Direktinvestitionen in dem jeweiligen Land getätigt werden.

3. Struktur der Weltbankgruppe

Die Weltbankgruppe hat eine komplexe Struktur. Sie besteht aus zwei Hauptzweigen, der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA), sowie zwei angeschlossenen Nebenzweigen, der Internationalen Finanz- Corporation (IFC) und der Multilateralen Investitions-Garantie-Agentur (MIGA). Diese Nebenstellen der Weltbankgruppe sind jedoch juristisch und wirtschaftlich unabhängig von den anderen Organisationen. Die Verbindung zwischen den einzelnen Zweigen der Weltbankgruppe besteht in der Form eines Präsidenten, dem Amerikaner James D. Wolfensohn. Die Größe der Weltbankgruppe beläuft sich auf etwa 6500 Mitarbeiter die zu 95% am Hauptsitz in Washington D.C., USA, beschäftigt sind. Weiterhin arbeiten die Mitarbeiter der Weltbankgruppe in ungefähr 40 Büros in allen größeren Metropolen der Welt.

Es besteht ein breites Angebot an Fachkräften innerhalb der Beschäftigten, wie zum Beispiel Volkswirte, Juristen, Städteplaner, Ingenieure oder Statistiker7.

Um als Mitgliedstaat in die Weltbankgruppe aufgenommen zu werden, muß der jeweilige Staat ein Mitglied im Internationalen Währungsfonds (IWF) sein. Zuerst ist es dann von Nöten, daß dieser Staat Mitglied in der IBRD wird. Dann ist es möglich, den anderen Institutionen, IDA, IFC und MIGA, beizutreten. Im Juni 2002 gehörten der IBRD 184 Länder, der IDA 162 Länder, der IFC 175 Länder und der MIGA 157 Länder an.

Das höchste Organ in der Organisationsstruktur ist in allen Gesellschaften der Gouverneursrat. Jedes Mitgliedsland stellt einen Gouverneur und einen Stellvertreter, die zum größten Teil im eigenen Land das Amt des Wirtschafts- und Finanzministers innehaben. Der Gouverneursrat kann dem Exekutivdirektorium, nach Absprache sämtliche Befugnisse übertragen. Das Exekutivdirektorium besteht seit der Umstrukturierung im Herbst 1992 bei der IBRD, der IDA und der IFC aus 24 Personen. Die fünf Mitgliedsstaaten mit dem höchsten Kapitaleinsatz stellen jeweils eine Person und die restlichen neunzehn Personen werden alle zwei Jahre durch eine Wahl des Gouverneursrats in dieses Gremium hinein gewählt. Diese neunzehn Personen vertreten jeweils mehre Staaten, wobei Rußland, Saudi-Arabien und sie Volksrepublik China dauerhaft durch ein Mitglied des Exekutivdirektoriums vertreten sind. Aus diesem Grund kommt es in dem Exekutivdirektorium zu Stimmrechtgruppen: die fünf Länder mit dem größten Kapitaleinsatz haben jeweils eine Stimme und die restlichen Staaten sind in Gruppen eingeteilt, die einen Vertreter wählen, der ihre Stimme vertritt. Die Mitgliedsstaaten haben also eine gewisse Anzahl von Grundstimmen. Es besteht aber je nach Höhe des Kapitaleinsatzes der einzelnen Mitgliedsstaaten die Möglichkeit entsprechende Zusatzstimmen zu erhalten. Die MIGA handhabt es im Grunde genommen genauso, denn seit Ende Juni 2002 besteht das Exekutivdirektorium ebenfalls aus 24 Direktoren, vorher waren es 23 Direktoren, die einen Sitz inne hatten. Das Exekutivdirektorium gibt dem Präsidenten Weisungen über Geschäftstätigkeiten, die dieser dann ausführt. Der Präsident wird alle fünf Jahre von dem Exekutivdirektorium gewählt. Jedoch darf der Präsident weder einen Sitz im Gouverneursrat, noch im Exekutivdirektorium innehaben. Er übernimmt ohne Stimmrecht den Vorsitz des Exekutivdirektoriums und leitet den Mitarbeiterstab der gesamten Weltbankgruppe, außer bei der IFC und der MIGA, die einen eigenen Mitarbeiterstab unterhalten, und deshalb einen eigenen Vizepräsidenten einsetzen können, der eine geschäftsführende Funktion einnimmt8.

[...]


[1] Deutsche Bank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2003, S. 78

2 Deutsche Bank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2003, S. 78

3 Droscoll D. David, IWF und Weltbank, Ihre Aufgaben in der Weltwirtschaft, S. 2f

4 Deutsche Bank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2003, S. 79

5 Medienhandbuch Entwicklungspolitik 2002, S. 279

6 Deutsche Bank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2003, S. 79

7 Droscoll D. David, IWF und Weltbank, Ihre Aufgaben in der Weltwirtschaft, S. 5

8 Deutsche Bank, Weltweite Gremien und Organisationen im Bereich von Währung und Wirtschaft, März 2003, S. 82

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Die Weltbank: Entstehung, Struktur und Aufgaben
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Einführung in die Internationalen Beziehungen
Note
1,6
Autor
Jahr
2004
Seiten
26
Katalognummer
V32417
ISBN (eBook)
9783638331432
ISBN (Buch)
9783640867004
Dateigröße
600 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weltbank, Entstehung, Struktur, Aufgaben, Einführung, Internationalen, Beziehungen
Arbeit zitieren
Alexander Stiel (Autor), 2004, Die Weltbank: Entstehung, Struktur und Aufgaben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32417

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