Das Konzept der Ecocity. Sechs ausgewählte Massnahmen


Hausarbeit, 2014
17 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Methodik

2. Konzeptzusammenfassung
2.1 Definition von Ecocity
2.2 Hauptziele und Eigenschaften einer Ecocity

3. Massnahmen
3.1 Kontext
3.2 Stadtstruktur
3.3 Verkehr
3.4 Energiefluss
3.5 Sozio-Ökonomie

4. Sechs ausgewählte Massnahmen
4.1 Minimierung des primären Wasserverbrauchs durch ökonomische Installationen. Sammeln von Regenwasser und Verwendung des Grauwassers
4.2 Benutzung von umweltfreundlichen, natürlichen, wiederverwendbaren, energiesparsamen und energiespendenden Baumaterialien
4.3 Wiederverwendung des Landes fördern und Land- und Baunachfrage senken mit Baustrukturen
4.4 Planung von Gebäude-Mischnutzungen mit Gleichgewicht zwischen Wohn-, Arbeits- . und pädagogischer Nutzung. Eine gesunde Mischung aus Verteilungs-, Lieferungs- und Erholungseinrichtungen anstreben
4.5 Minimierung von Distanzen zwischen Arbeitsort und Wohnräumen damit
die Reisenachfrage reduziert werden kann
4.6 Erhöhung des Anteils von erneuerbaren Energiequellen und -managementsystemen

5. Umsetzungsbeispie

6. Reflektion

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ecocity Hauptziele

Abbildung 2: Ecocity Eigenschaften

Abbildung 3: Verkehrskonzept Übersicht

1. Einleitung

Vor dem Hintergrund der zunehmend wichtiger werdenden nachhaltigen Entwicklung von Immobilien wird in diesem Bericht das „Ecocity“ Stadtkonzept analysiert und zusammengefasst sowie der Frage nachgegangen, was Facility Management zur nachhaltigen Entwicklung beitragen kann. Das „Ecocity“ Stadtkonzept wurde ausgewählt, weil es sehr gute Ansätze zur nachhaltigen Entwicklung enthält und sich wie das Facility Management selbst in einer Entwicklungs- und Wachstumsphase befindet. Das Konzept umfasst wichtige ökologische, ökonomische und soziale Aspekte und fast unbegrenzte Ansätze, die eine nachhaltige Entwicklung initiieren können. Die vielschichtigen Konzepte verlangten für die griffige Begriffsdefinition von „Ecocity“ vorab aufwändige Aussortierarbeiten: a) die Vielzahl der stets noch zunehmenden Konzeptvarianten musste auf gemeinsam wichtige Punkte mittels zeit- intensiven Analysen und Literaturrecherchen reduziert werden b) die so gefundenen zahlreichen Hauptpunkte aus Berichten mussten sinnvoll zusammengetragen, gebündelt und strukturiert werden c) ein allgemeiner Ausgangspunkt musste gefunden werden für die Vielzahl der Sub-Konzepte, damit eine einheitliche Begriffsdefinition entstehen konnte d) aus den vielfältigen Anwendungsmöglich- keiten von „Ecocity“ wurden schlussendlich die wichtigsten Ziele und Massnahmen herausgeschält.

1.1 Zielsetzung

Derzeit gibt es keine offizielle und internationale Begriffsdefinition zu „Ecocity“. Diese Arbeit versucht einerseits einen internationalen Begriff von „Ecocity“ zu finden sowie die Ziele und Massnahmen verschiedener „Ecocity“-Initiativen vergleichbar zusammenzufassen, um eine Konzeptübersicht zu gewinnen. Insbesondere soll im Hinblick auf das Stadtkonzept „Ecocity“ die Möglichkeiten der aktiven Mitwirkung und Gestaltung des Public Facility Managements hinsichtlich des zukünftigen Stadt-, Quartier- resp. Areal-Managements benannt, beschrieben und reflektiert werden.

1.2 Methodik

Das Konzept „Ecocity“ umfasst insgesamt ca. 178 verschiedene Einzel-Initiativen. Die Gemeinsam- keiten der wichtigsten Initiativen werden analysiert und auf Zentrales reduziert zusammengetragen. Es sollen möglichst konkrete Muster zu den Gemeinsamkeiten gefunden werden, um ein präziseres und homogeneres Bild zu „Ecocity“ herauszuschälen. Das Bild ermöglicht schlussendlich eine griffige Definition. Die Musterbildung aus verschiedenen Initiativen filtert und kombiniert die wichtigsten Hauptziele, Massnahmen und Eigenschaften aus den vielseitigen Ansätzen des „Ecocity“ Stadt- konzeptes. Ausgangslage dafür ist das EU-Forschungsprojekt ECOCITY (2002―2005). Es wird in Kapitel 2 vorgestellt. Aus den wichtigsten Massnahmen werden 6 benannt und detaillierter erläutert. Als Umsetzungsbeispiel von „Ecocity“ wird das Verkehrskonzept in Tübingen-Derendingen gewählt. Die Resultate werden im Hinblick auf den Beitrag von Facility Management reflektiert mit Schwerpunkt auf den Public-Sektor. Das methodische Vorgehen basiert auf der Literaturrecherche gemäss Literaturverzeichnis im Anhang. Die Quellenangaben im Text werden mit dem Buchstaben Q und dem Zahlensystem in Klammern verlinkt.

2. Konzeptzusamenfassung

Das Bestreben, die Städte nachhaltig zu entwickeln und aufrecht zu erhalten ist nicht neu. Dieses Bestreben führte vor kurzem zum Schlagwort „Ecocity“. Der Begriff geht zurück auf Mitte der 70er Jahre, wo er erstmals im Kontext der zunehmenden Umweltbewegung verwendet wurde. Im Laufe der 80er und Anfang der 90er Jahre blieb „Ecocity“ hauptsächlich ein innovationsfreudiger Begriff mit praktischen Beispielen. Der internationale Gipfel der Vereinten Nationen (Rio de Janeiro, 1992), und das daraus resultierende Entwicklungsprogramm (Tagesordnung 21) waren die Grundlage einer ersten Welle von praktischen „Ecocity“ Initiativen. Curitiba (Brasilien), Waitakere (Neuseeland) und Schwabach (Deutschland) sind Beispiele der Eco-Städte der ersten Generation. „Ecocity“ wurde langsam aber sicher populär (Q: 12,13,16,19). 2009 wurde eine erste globale Übersicht von 79 „Ecocity“ Initiativen veröffentlicht (Q: 12); per 2011 waren es schon 178 (Q: 13). In der Übersicht von 2011 wurden die Gemeinsamkeiten der Initiativen aktualisiert und analysiert (Q: 13,16,19). Es wurden nur diejenigen Daten erfasst, deren Informationen, Quellen und Querverweise überprüfbar waren. Da- durch wurden weniger Initiativen im 2011 berücksichtigt als in der Literatur gefunden. Der Begriff „Ecocity“ wird im allgemeinen auf 4 verschiedene Art und Weise verwendet:

1. als Beschreibung für eine hohe Mischnutzung von neuen nachhaltigen Entwicklungen, die nicht eine direkte städtische Ausdehnung haben (z.B. Dongtan);
2. als beigefügter Begriff zu einem besonderen Gebietsnamen oder als Ausdehnung einer existierenden Stadt, welche auf nachhaltige Art und Weise entwickelt oder umgestellt wurde resp. nachgerüstet wird (z.B. Barcelona, Trinita);
3. als beigefügter Begriff zu einem Stadtnamen als Ganzes, um auf eine Eco-Initiative in einem abgegrenzten Gebiet dieser Stadt hinzuweisen (z.B. Grenoble);
4. als Hinweis von Ortsbehörden für verschiedenartige nachhaltige Initiativen (Regenschirm-Etikett), die in einer Stadt stattfinden aber nicht zwingend Bauarbeiten mit einschliessen (z.B. Aberdeen).

Um gegenwärtige Tendenzen und Muster einer „Ecocity“ wahrzunehmen wurden die Eco-Initiativen mit nachfolgenden Variablen kategorisiert. Jede Initiative hat eigene individuelle Variablen (Q: 13).

„Ecocity“ Entwicklung Entwicklungsphase Schlüsselfunktion

I. Neuentwicklung 1. Planung a. technologische Innovation
II. Erweiterung des Stadtgebietes 2. im Bau b. integrierte Nachhaltigkeitsvision
III. Nachrüst-Entwicklung 3. Abgeschlossen c. Bürgerbeteiligung

Das EU-Projekt ECOCITY befindet sich in Stadium II und III (Entwicklung) mit den Schlüssel- funktionen a, b und c sowie verschiedenen Entwicklungsphasen. Es beabsichtigt, die Hindernis- und Erfolgsfaktoren für Eco-Stadt-Entwicklungen zu identifizieren (Q: 7, 8). Schwerpunkt des Projektes waren vordergründige Siedlungsflächenentwicklungen und Verkehrskonzepte. Wegen eines integrierten Nachhaltigkeitsverständnisses wurden aber auch andere wichtige Planungssektoren wie Energie, Materialflüsse, Wasser, Sozioökonomie sowie die Partizipation der Bürger mitberücksichtigt.

Dies im Unterschied zu anderen Eco-Projekten, die meistens einen einseitigen aber starken und detaillierten Fokus auf einen Bereich bzw. Faktor legen (Q: 16, 19). Dieses Projekt berücksichtigt die drei wichtigsten Bereiche einer Ecocity (Ökologie, Ökonomie, Soziale Themen) sowie die relevanten Stakeholders, die eine Kooperation mit örtlichen Kommunen und Bürgerbeteiligungen ermöglichen. Deshalb wurde das Projekt als Ausgangslage für die „Ecocity“ Definition bestimmt (Q: 14).

2.1 Definition von Ecocity

Das Wort „Ecocity“ ist englisch und stellt eine Verbindung zwischen den Wörtern Ökologie und Stadt her. Eine Eco-Stadt ist eine ökologisch gesunde Stadt. Der Begriff bezeichnet die Verpflichtung von Städten und Siedlungen, eine ökologisch nachhaltige Bewirtschaftung zu erzielen, aufrecht zu erhalten oder laufend zu verbessern und so den kleinstmöglichen ökologischen „Fussabdruck“ zu hinterlassen, damit das Ziel der Maximierung des menschlichen Wohlergehens heute und in Zukunft erreicht werden kann (Q: 6,10,11,17). Der Planungsgrundsatz von „Ecocity“ stützt sich auf das Prinzip einer dezentral konzentrierten Flächennutzung mit ausgeglichenem Verhältnis zwischen verschiedenen Nutzungstypen innerhalb einer kompakten Struktur, die kurze Distanzen ermöglicht (Q: 3). Das Konzept fördert die Urbanisierung und die internationale Zusammenarbeit, um allgemeine nachhaltige Entwicklungen voranzutreiben (Q: 11). Laut einem UN-Report von 2012 liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit vor allem in den Konzepten von „Ecocity“ oder „Greencity“ (Q: 20). Es gibt bisher keine Stadt, auch keine Teilgebiet einer Stadt, die alle Anforderungen einer „Ecocity“ erfüllte. Es existieren lediglich Teillösungen in Mustersiedlungen oder in später umgestellten Dörfern.

2.2 Hauptziele und Eigenschaften einer Ecocity

Die Ecocity Hauptziele wurden aus dem ökologischen, ökonomischen und sozialen Bereich der nachhaltigen Entwicklung abgeleitet und den passenden Sektoren einer Stadtplanung im Kontext zugeordnet (vgl. Abbildung 1 auf der nächsten Seite). Das Rahmenwerk zeigt die Hauptziele, welche die verschiedenen Sektoren betreffen. Manche Ziele betreffen alle Sektoren und manche nur einzelne oder mehrere. Beispielsweise ist die Minimierung der Beeinträchtigung von Umwelt und Gesundheit für alle Sektoren gleich wichtig. Die Minimierung des Mobilitätsbedarfs ist für die beiden Sektoren „Stadtstruktur“ und „Verkehr“ relevant. Die Schaffung eines Rahmens für eine verantwortungsbe- wusste (Selbst-) Verwaltung und Regierung sind nur für einzelne Sektoren von Bedeutung. Desweiteren ist der lokale Kontext zu berücksichtigen. Dies wird z.B. mit dem Hauptziel „Rücksichtnahme auf die natürliche und anthropogene Umgebung“ verdeutlicht (Q: 3).

Abbildung 2 legt die „Ecocity“ Eigenschaften offen. Alle Eigenschaften stehen miteinander in Beziehung und beeinflussen sich gegenseitig. Die „Stadt der kurzen Wege“ ist die wichtigste Eigenschaft einer „Ecocity“. Sie ergibt sich aus den „Ecocity“ Hauptzielen, weil alle drei erwähnten Bereiche der nachhaltigen Entwicklung betroffen sind. In Bezug auf den sozialen Aspekt des Zusammenlebens wird z.B. eine gute Erreichbarkeit der lokalen Einrichtungen verlangt. In ökologischer Hinsicht wird eine Verkehrsreduzierung angestrebt und in ökonomischer Betrachtungsweise wird eine effektive technische Infrastruktur mitberücksichtigt und optimiert (Q: 3,7,8).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Ecocity Eigenschaften (aus: Eble & Messerschmidt, 2006, S.5)

3. Massnahmen aus dem „Ecocity“ Konzept

Die wichtigsten Massnahmen werden nachfolgend zusammengefasst und erläutert. Sie sind essentiell für die Erreichung der Hauptziele des Konzeptes. Die Auflistung ist nicht vollständig und die Erfassung aller Massnahmen ist derzeit unmöglich, weil stets neue Initiativen entstehen (Q: 16,19).

3.1 Kontext

Natürliche Umgebung:

- Die Nutzung der Umgebungslandschaft als soziale und ökonomische Quelle aufrechterhalten
- Abgestimmte Bauplanung auf klimatische, topographische und geologischen Gegebenheiten
- Schutz der Umgebungslandschaft durch minimieren von Schadstoffen und Siedlungs-Ausdehnung

Verbaute Umgebung:

- Eine polyzentrisch kompakte und orientierte Durchfahrts-Struktur in der Stadt ermöglichen
- Den Gebrauch, die Wiederverwendung und Revitalisation des kulturellen Erbes fördern

3.2 Stadtstruktur

Landnachfrage:

- Wiederverwendung des Landes fördern und Land- und Baunachfrage senken mit Baustrukturen - Hochdichte-Strukturen im ökologischen, ökonomischen und sozialen Kontext entwickeln

Landschaft:

- Natürliche Elemente und Zyklen ins städtische Gewebe integrieren (z.B. Lebensräume für Tiere) - Landschaftsmuster mit sozialem Nutzen schaffen (z.B. Erholungs- und Spielzonen für Kinder)

Landgebrauch:

- Eine Mischnutzungs-Struktur planen mit einem Gleichgewicht zwischen Wohn-, Beschäftigungs- und pädagogischer Nutzung resp. Verteilungs-, Lieferungs- und Erholungseinrichtungen - Kleinmassstäbliche Mischnutzung von Gebäuden der Nachbarschaft ermöglichen

Städtischer Komfort:

- Einen hohen Aussenkomfort fördern mit z.B. grünen Dächern, grünen offenen Räumen, Wasseranlagen sowie verbesserten städtischen Ventilation, Reduzieren von Industriegebrauch - Lärmbelästigungen minimieren (z.B. bei Bauarbeiten) mit aktiven und passiven Massnahmen

Öffentliche Räume:

- Attraktive und lebenswerte öffentliche Räume für das alltägliche Leben bereitstellen (z.B. Park)
- Berücksichtigung von Lebensqualität, Übersichtlichkeit und Konnektivität von öffentlichen Raummustern (z.B. mit Schaffung von Nachbarschafts-Zentren für Begegnungen)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Das Konzept der Ecocity. Sechs ausgewählte Massnahmen
Autor
Jahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V324175
ISBN (eBook)
9783668237223
Dateigröße
982 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Ecocity
Arbeit zitieren
Marko Vasic (Autor), 2014, Das Konzept der Ecocity. Sechs ausgewählte Massnahmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324175

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Das Konzept der Ecocity. Sechs ausgewählte Massnahmen


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden