Die Versorgung mit Hilfsmitteln ist ein wichtiger Bereich für Menschen mit einer körperlichen Behinderung und daher auch in den Schulen für Körperbehinderte relevant für Schüler, aber auch für die Lehrkräfte und andere Fachkräfte. Neben der Vielfalt der verschiedenen Hilfsmittel und deren Beschaffung soll es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit insbesondere um die Sichtweise gehen, die diese Personen von Hilfsmitteln haben und welche Bedeutung sie für die Betroffenen haben. Durch Umfragen an verschiedenen Schulen soll geklärt werden, wie Hilfsmittel von den Beteiligten bewertet werden und wie sie sie sehen. Neben dem subjektiven Erleben der Schüler selbst, sollen auch die Einstellungen und diesbezüglichen Erfahrungen der Lehrer und anderer Fachleute, wie Therapeuten und Mitarbeiter von Orthopädiefachgeschäften dargelegt werden. Durch die Befragung der Schüler soll herausgefunden werden, was ihnen ihre Hilfsmittel bedeuten, welche sie besitzen, welche davon ihnen angenehm sind oder nicht, durch welche und ob sie sich eher freier oder eingeschränkter fühlen und ob es Probleme in der Handhabung gibt. Gleiches soll aus der Sicht des Lehrer-/ Therapeutenkollegiums festgestellt und zudem die Einstellung der Eltern aus der Sicht der Mitarbeiter in der Schule erfragt werden. Die Befragung eines Mitarbeiters eines Orthopädiefachbetriebs soll eine weniger pädagogischere Perspektive aufzeigen. Kapitel 2 klärt die Begriffe Hilfsmittel und Körperbehinderung. In Kapitel 3 werden verschiedene Arten von Hilfsmitteln vorgestellt. Kapitel 4 beschreibt relativ grob den Weg der Beschaffung von Hilfsmitteln. Die Kapitel 5 -7 beschreiben die Befragungen der verschiedenen Personengruppen und legen die Ergebnisse dar, die dann in Kapitel 8 zusammenfassend dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
Vorbemerkung
1. Einleitung
2. Begriffsklärungen
2.1 Körperbehinderung
2.1.1 Formen körperlicher Behinderung
2.2 Hilfsmittel
2.2.1 Gesetzestext
2.2.2 Weitere Definitionen
3. Arten von Hilfsmitteln
3.1 Fortbewegungshilfen
3.1.1 Gehhilfen
3.1.2 Rollstühle
3.1.3 Transportmittel
3.1.4 Fahrräder
3.2 Lagerungshilfen
3.3 Sitzhilfen
3.4 Stehhilfen
3.5 Kommunikationshilfen
3.6 Alltagshilfen
3.6.1 Hilfen zur Nahrungsaufnahme
3.6.2 Hilfen zur Hygiene
3.6.3 Hilfen zur Computersteuerung
3.6.4 Sonstige Hilfsmittel
4. Die Hilfsmittelversorgung
4.1 Gründe zur Versorgung mit Hilfsmitteln
4.2 Kriterien zur Anpassung und Auswahl von Hilfsmitteln
5. Vorüberlegungen zur Befragung
5.1 Anliegen der Befragungen
5.2 Methodik der Befragungen
5.3 Konzeption der Fragebögen
5.3.1 Fragebogen für Schüler der Schule für Körperbehinderte
5.3.2 Fragebogen für Mitarbeiter an der Schule für Körperbehinderte
5.3.3 Leitfaden für das Interview mit einem Mitarbeiter eines Orthopädiefachgeschäftes
6. Beschreibung der Befragungssituationen
6.1 Befragung der Schüler
6.2 Befragung der Mitarbeiter
6.3 Befragung eines Mitarbeiters eines Orthopädiefachgeschäftes
7. Auswertung der Befragungen
7.1 Auswertung der Fragebögen für Schüler
7.1.1 Persönliche Angaben
7.1.2 Fragen zu den Hilfsmitteln
7.2 Auswertung der Fragebögen für Mitarbeiter an der Schule für Körperbehinderte
7.2.1 Persönliche Angaben
7.2.2 Fragen zu Schädigungsbildern und Hilfsmitteln
7.3 Befragung eines Mitarbeiters eines Orthopädiefachgeschäftes
8. Resümee
9. Literaturangaben
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die wissenschaftliche Hausarbeit untersucht die Bedeutung von Hilfsmitteln aus der subjektiven Perspektive körperbehinderter Schülerinnen und Schüler, deren Lehrkräfte sowie weiterer Fachleute. Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Hilfsmittel im schulischen und täglichen Alltag wahrgenommen, akzeptiert und bewertet werden sowie welche Auswirkungen sie auf die Selbstständigkeit und soziale Integration der Betroffenen haben.
- Systematik und Definition verschiedener Arten von Hilfsmitteln bei Körperbehinderungen.
- Analyse des Versorgungs- und Beschaffungsprozesses von Hilfsmitteln.
- Empirische Befragung von Schülerinnen und Schülern zu ihrer subjektiven Hilfsmittelnutzung und Akzeptanz.
- Sichtweise pädagogischer Fachkräfte auf den Einsatz und die Problematiken von Hilfsmitteln im Unterricht.
- Erfassung der fachlichen Perspektive von Orthopädiefachbetrieben auf die Auswahl, Anpassung und psychologische Einstellung der Nutzer.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Rollstühle
Rollstühle werden entweder durch die Muskelkraft des betroffenen Kindes oder elektrisch angetrieben und verfügen zum Teil über verschiedene Zusatzfunktionen, die den Kindern zum Beispiel ein Aufrichten im Stuhl ermöglichen.
Schieberollstühle, die durch Muskelkraft angetrieben werden dienen, außer zur Fortbewegung, auch der Aktivierung, Kräftigung und Steigerung der Kondition, und dies nicht nur im Rollstuhlsport. KALBE führt vier Aspekte zur Versorgung mit Rollstühlen an:
1. Indikationsstellung
Die Frage bei der Indikationsstellung ist, ob und wann eine Versorgung mit einem Rollstuhl bei einem Kind notwendig ist. Nicht nur Kinder, die gehunfähig sind benötigen einen Rollstuhl, sondern meist auch diejenigen, die sich ohne nur schwer und über kleine Distanzen fortbewegen können. Ihnen wird durch einen Rollstuhl ebenfalls die Fortbewegung erleichtert, ihr Aktionsradius entscheidend erweitert und damit auch die Persönlichkeitsentwicklung gefördert. Es wird ihnen ermöglicht, Umwelterfahrungen, räumliche Wahrnehmungen und soziale Kontakte zu erlangen, anstatt sich nur im häuslichen und familiären Umfeld zu bewegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse sowie die Relevanz der Hilfsmittelversorgung für die Lebensqualität und Selbstständigkeit körperbehinderter Schüler dar.
2. Begriffsklärungen: Definiert die zentralen Termini Körperbehinderung und Hilfsmittel unter Berücksichtigung medizinischer und rechtlicher Aspekte.
3. Arten von Hilfsmitteln: Gibt einen Überblick über verschiedene Kategorien wie Fortbewegungs-, Lagerungs-, Sitz-, Steh-, Kommunikations- und Alltagshilfen.
4. Die Hilfsmittelversorgung: Beschreibt den Prozess der Beantragung, Auswahl, Anpassung und Finanzierung von Hilfsmitteln durch Krankenkassen und Fachbetriebe.
5. Vorüberlegungen zur Befragung: Erläutert das methodische Vorgehen und das Anliegen der empirischen Datenerhebung bei Schülern, Lehrkräften und Fachpersonal.
6. Beschreibung der Befragungssituationen: Dokumentiert den konkreten Ablauf und die Besonderheiten bei der Durchführung der Interviews und Fragebögen.
7. Auswertung der Befragungen: Analysiert die Ergebnisse der Schüler- und Mitarbeiterbefragungen sowie die Erkenntnisse aus dem Fachgespräch mit einem Orthopädiefachgeschäft.
8. Resümee: Führt die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Daten zusammen und reflektiert die Bedeutung von Hilfsmitteln für die Selbstständigkeit der Betroffenen.
Schlüsselwörter
Körperbehinderung, Hilfsmittelversorgung, Rollstuhl, Stehständer, Kommunikation, Selbstständigkeit, Partizipation, Orthopädietechnik, Inklusion, Schulleben, Förderbedarf, Hilfsmittelakzeptanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von Hilfsmitteln für körperbehinderte Kinder und Jugendliche, insbesondere aus der Sicht der Betroffenen, ihrer Lehrkräfte und weiterer beteiligter Fachleute.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Neben einer theoretischen Einordnung der Hilfsmittelarten und des Versorgungsprozesses bildet die subjektive Wahrnehmung der Nutzung, die Akzeptanz und die Alltagstauglichkeit der Geräte den Kern der Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Hilfsmittel den Alltag und die schulische Teilhabe beeinflussen und welche Bedeutung sie für die individuelle Persönlichkeitsentwicklung und soziale Integration haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Es wird eine empirische Untersuchung durchgeführt, die sich auf strukturierte schriftliche Fragebögen bei Schülern und Mitarbeitern sowie ein mündliches Experteninterview mit einem Mitarbeiter eines Orthopädiefachgeschäftes stützt.
Welche Bereiche werden im Hauptteil ausführlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Darstellung verschiedener Hilfsmittelgruppen, eine Analyse der Versorgungsprozesse sowie die detaillierte Auswertung der durchgeführten Befragungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie körperliche Behinderung, Hilfsmittelversorgung, Selbstständigkeit, Partizipation und die subjektive Akzeptanz von Unterstützungssystemen geprägt.
Warum wird der Stehständer von vielen Schülern kritisch betrachtet?
Die Schüler bewerten den Stehständer oft negativ, da die Benutzung mit Schmerzen verbunden sein kann, das Anlegen viel Zeit in Anspruch nimmt und die Kinder auf fremde Hilfe angewiesen sind.
Welchen Einfluss haben Krankenkassen auf den Versorgungsalltag?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Krankenkassen aus ökonomischen Gründen die Bewilligung von Hilfsmitteln oft einschränken, was den Versorgungsprozess langwierig macht und häufig Kompromisse bei der Auswahl der Geräte erfordert.
- Citar trabajo
- Thomas König (Autor), 2004, Die Bedeutung von Hilfsmitteln aus der Perspektive betroffener, körperbehinderter Schülerinnen und Schüler deren Lehrkräfte und weiteren beteiligten Fachleuten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32419