„Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP). Mögliche ökonomische Folgen und Effekte


Bachelorarbeit, 2015
77 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel und Aufbau der Bachelorarbeit
1.2 Die Komplexität des Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP)

2. Der Protektionismus
2.1 Die Gründe für Protektion
2.2 Die Instrumente des Protektionismus
2.2.1 tarifäre Handelshemmnisse
2.2.2 nicht-tarifäre Handelshemmnisse
2.3 Der Abbau des Protektionismus

3. Die Bewertung des „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ auf xxtheoretischer Grundlage
3.1 Die ökonomische Integration und deren Auswirkung
3.2 Partialanalysen
3.3 Gleichgewichtsmodelle
3.4 Gravitationsmodelle

4. Das „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP)
4.1 Theoretische Grundlagen des transatlantischen Marktes
4.1.1 Die Bedeutung im globalen Handel
4.1.2 Die wirtschaftliche Beziehung zwischen den USA und der Europäischen xxxxxUnion
4.2 Mögliche Inhalte des Transatlantischen Handels- und Investitionsabkommens
4.2.1 Mögliche Vorteile des TTIP
4.2.2 Mögliche Nachteile des TTIP
4.3 Die Verhandlungen bezüglich des „TTIP“
4.3.1 Die Senkung des Zolls
4.3.2 Der Abbau „nicht-tarifärer Handelshemmnisse“
4.3.3 Die Rechte der Investoren
4.4 Die möglichen gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen des „TTIP“ xxx
4.4.1 Ergebnisse von ausgewählten Studien
4.4.2 Kritik an den Spekulationen
4.5 Politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gesichtspunkte im Zusammenhang xxxmit den Auswirkungen des „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ xxx(TTIP) xxx
4.5.1 Zivilgesellschaftliche Darsteller im Rahmen des TTIP
4.5.2 Die Parteien des Bundestages
4.5.3 Gewerkschaften und wirtschaftliche Verbände

5. Ausblick und Fazit

VI. Quellenangabe/Literaturverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die möglichen Auswirkungen einer Exportsubvention

Abbildung 2: Beispielhafte Darstellung eines Wirtschaftskreislaufes auf Grundlage einer offenen Volkswirtschaft

Abbildung 3: Europäische Volkswirtschaften und der prozentuale Wert des Handels mit den Vereinigten Staaten von Amerika

Abbildung 4: Beispielhafte Volkswirtschaften und deren Handel mit den Vereinigten Staaten von Amerika

Abbildung 5: Die Exporte und Importe zwischen der EU und den USA im Jahr 2014

Abbildung 6: Ergebnisse dieser Tabelle beruhen auf CEPR 2013, ifo 2013, CEPII 2013 sowie Ecorys 2009 und stellen die Veränderungen im Vergleich zum Basiswert in Prozent dar.

III. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Im ersten Abschnitt dieser Arbeit werden einleitend, unter Punk 1.1 der Aufbau, der Gang und die Ziele dieser Bachelorarbeit ausgeführt. Der Unterpunkt 1.2 thematisiert die Komplexität des Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP).

1.1 Ziel und Aufbau der Bachelorarbeit

Um ein besseres Verständnis der gegenwärtigen Lage gewährleisten zu können, wird im Rahmen dieser Bachelorarbeit eine kurze Beschreibung der Komplexität des TTIP geboten. Hierbei wird nur ein kurzer Überblick auf Grundlagen wesentlicher Merkmale gewährt. Zum genaueren Verständnis des Freihandels und auf Grund der komplexen Thematik dieses Themas, wird ein Überblick über den Bereich der wirtschaftlichen Protektion gegeben. Hierbei wird auf die 2.2 Instrumente des Protektionismus sowie den Abbau von 2.2.1 tarifäre Handelshemmnisse und 2.2.2 nicht-tarifäre Handelshemmnisse eingegangen. Den Abschluss dieses Kapitels bildet eine Veranschaulichung von Möglichkeiten im Rahmen des 2.3 Abbaus des Protektionismus.

Im dritten Punkt der Arbeit werden Grundlagen der theoretischen und ökonomischen Beurteilung des „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ beleuchtet. Grundsätzlich wurde in drei Unterpunkte gegliedert. Zunächst befasst sich Punkt 3.1 mit ökonomischer Integration und den damit zusammenhängenden Auswirkungen. Hierbei wird genauer auf positive sowie negative Effekte der Integrationsprozesse eingegangen. Neben dem Abbau des Preisniveaus ist auch mit sinkenden Transaktionskosten zu rechnen. („ Transaktionskosten sind Kosten, die nicht bei der Gütererstellung, sondern bei der Ü bertragung von Gütern von einem Wirtschaftssubjekt zum anderen entstehen. Zunächst entstehen bei der Ü bertragung Informationskosten bei der Suche nach Transaktionspartnern, der Anbahnung von Transaktionen (z. B. Vertragsabschlu ß kosten, Versicherungsprämien) und der Transaktion selbst (z. B. Transportkosten). Bei zunehmendem Wettbewerb und abnehmender ist die Betrachtung der Transaktionskosten von besonderer Bedeutung. Der Transaktionskostensatz basiert auf den Ü berlegungen des Nobelpreisträgers Ronald Coase, welcher die Effizienz unterschiedlicher Transaktionsformen vergleicht, indem die innerorganisatorischen Transaktionskosten mit den Transaktionskosten auf dem Markt verglichen werden. Seine Studien lagen bereits 1937 vor. “ 1 ) Neben diesen möglichen positiven Effekten, sind u.a. Herabsetzungen von Umweltreglements als mögliche negative Folge zu benennen.

Nachfolgend werden einzelne Modelle im Detail vorgestellt, welche im Bereich der Wirtschaftstheorie Verwendung finden. Abschnitt 3.2 gibt eine detaillierte Ansicht über den Einsatz von Partialanalysen, deren Notwendigkeit und die hieraus resultierenden Kritikpunkte. Der Unterpunkt 3.3 befasst sich mit der Darstellung des Gleichgewichtsmodells, welches in Zusammenhang mit dem TTIP steht. Dieses Modell stellt eine ganzheitliche Betrachtung der volkswirtschaftlichen Veränderungen der Handelspolitik sowie die Einflussnahme des TTIP dar. Unter 3.4 wird das Gravitationsmodell vorgestellt, welches mögliche ökonomische Effekte des TTIP aufzeigt.

Mit den theoretischen Grundlagen des Freihandels, die zur Beurteilung und zum Verständnis des TTIP von großer Wichtigkeit sind, befasst sich der vierte Punkt dieser Bachelorarbeit, dem eigentlichen Kernbereich der Arbeit. Gegliedert in fünf Unterpunkte, befasst sich 4.1.1 mit der Bedeutung des globalen Handels. 4.1.2 beleuchtet die wirtschaftliche Beziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union, welche zusammen ca. 50% der weltweiten Wirtschaftsmacht ausmachen. Dieses wirtschaftliche Volumen und die damit zusammenhängende weltwirtschaftliche Dominanz wird zunehmen durch asiatische Wirtschaftsblöcke herausgefordert.

Der nachfolgende Unterpunkte 4.2 dieser Bachelorarbeit befasst sich mit den möglichen Inhalten des TTIP und die damit verbundenen Vor- und Nachteile dieses Freihandelsabkommens. Solche werden im Laufe folgender Unterpunkte aufgegriffen und im Detail, zuweilen anhand von Analysen genauer beleuchtet. Dieser Abschnitt soll ein Grundlagenverständnis möglicher Vor- und Nachteile dieses Handelsabkommens ermöglichen.

Der dritte Abschnitt des Kernbereichs der Arbeit (4.3), geht genauer auf inhaltliche Details des TTIP ein. Neben dem bereits niedrigen Steuerniveau, bezieht sich dieser Abschnitt auf die Verhandlungen und Anpassungen einiger Standards und den Abbau „nichttarifärer Handelshemmnisse“. (Nichttarifäre Handelshemmnisse „ sind alle Handelsbeschränkungen im Au ß enhandel, die nicht Z ö lle sind. Einige Erscheinungsformen sind beseitigt worden (z.B. Kontingente durch das GATT), wenngleich eine Reihe anderer staatlicher Ma ß nahmen (z.B. Bestimmungen zum Umweltschutz, zur Produktsicherheit usw.) in handelshemmender Weise wirken bzw. mi ß braucht werden. Beispiele: aufwendiges Formularwesen zur Export- bzw. Importabwicklung, Normen und Bestimmungen hinsichtlich Verpackung, Auszeichnung und Herkunftsbezeichnung, Subventionen, Begünstigung inländischer Anbieter bei staatlicher Auftragsvergabe usw. “ 2 ) Hierunter wäre unter anderem die Angleichung von DIN-Steckdosen oder einheitliche Blinkerfarben in allen PKWs zu benennen. Neben diesen möglichen neutralen Anpassungsmaßnahmen werden Standards debattiert, welche weitgehend auf gesellschaftlichen Widerstand treffen. Hierbei ist auch die Herabsetzung von giftigen, toxischen Grenzwertbestimmungen zu nennen. Auch im Bereich des Datenschutzes, welcher gegenwärtig auf europäischer Ebene höher ist, als der der US-Amerikaner, ist ein Unmut in der Gesellschaft zu verzeichnen. Eine weitere Befürchtung der Gegner des TTIP betrifft das juristische System. Vermutet wird, dass Unternehmen eine Möglichkeit eingeräumt wird staatliche Entscheidungen zu bekämpfen. Ein weiterer Unterpunkt (4.3.3)betrifft die mit dem TTIP einhergehende Veränderung von Investorenrechten.

Im fünften Punkt des Kernbereichs werden Standpunkte verschiedener Interessensgruppen erläutert, d.h. zivilgesellschaftliche Darsteller, Parteien des Bundestages, Gewerkschaften und wirtschaftliche Verbände werden berücksichtigt. Die Darstellung der einzelnen Interessengruppen soll die Aktualität des Themas hervorheben und einen detaillierten Überblick vermitteln.

Abschließend gibt die Arbeit, einen umfassenden Ausblick sowie eine Abwägung auf Basis des thematisierten Informationsstands. Dabei werden auch vorteilhafte wirtschaftliche Integrationsprozesse im Zusammenhang mit dem TTIP debattiert. Ziel der Bachelorarbeit ist eine Vermittlung theoretischen Wissens über den Themenbereich des „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP) und die diesbezüglichen Standpunkte in Industrie und Gesellschaft. Zudem sollen ökonomische Effekte und Auswirkungen des Freihandelsabkommens deskriptiv wiedergegeben und kritisch beurteilt werden.

1.2 Die Komplexität des Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP)

Die Verhandlungen im Rahmen des TTIP sind umfangreich und komplex. Sie beziehen sowohl den Lebensmittel-, Automobil-, Finanz-, Sozial- sowie Umweltsektor mit ein. Innerhalb einiger Sektoren werden äußerst sensible Themen behandelt. International gleiche Standards sollen Handelsbarrieren senken und zu Erleichterungen führen. Deshalb ist aus Sicht der Länder ein erfolgreicher Abschluss der Verhandlungen positiv zu bewerten. Parteien sowie Teile der Zivilgesellschaft sind hingegen der Meinung eine Gleichstellung der Standards, welche über Jahrzehnte etabliert und verbessert wurden und weiterbildende Einstellungen einer Gesellschaft widerspiegeln, würden beispielsweise zu negativen Veränderungen im Bereich des Verbraucherschutzes und der Umweltreglements führen. Die behauptete Souveränität des Einzelnen wird für die Interessen einiger weniger großer Konzerne geopfert.

Im Rahmen dieser Verhandlungen ist eine Reihe von Entscheidungen, Meilensteinen zu analysieren und zu berücksichtigten, um letztendlich eine positive Lösung für Wirtschaft und Gesellschaft gewährleisten zu können. Eine nicht minder schwere Herausforderung besteht theoretisch nämlich in möglichen ökonomischen Auswirkungen des Abkommens. Um solche theoretischen Hürden zu beseitigen, werden mathematische Funktionen angewandt, um Auswirkungen und politische Veränderungen sichtbar und somit greifbar zu machen. Damit werden Entscheidungsträger, d.h. Bewertungsgrundlagen gewonnen, um mögliche Rahmenbedingungen der europäischen und amerikanischen Wirtschaft besser festlegen zu können. Auf dieser Grundlage entsteht eine Vergleichbarkeit beider Märkte.

2. Der Protektionismus

Thematisiert man den Freihandel, so verspricht dieser viele Vorteile von denen alle Handelspartner profitieren. Ist eine bessere Verteilung der Handelswaren gewährleistet ergibt sich ein Ausgleich zwischen Überproduktion und Engpässen. Auch eine Beschwichtigung politischer Unruhen auf Grundlage eines Freihandelsabkommens erscheint möglich. Verändert sich jedoch die außenwirtschaftliche Lage einer oder mehrerer Nationen, sind protektionistische Maßnahmen seitens der Politik zu erwarten.3 Eine Einschränkung des Außenhandels auf Grundlage handelshemmender Instrumente ist zu erwarten, um nationale Produktionen und bestimmte Wirtschaftssektoren bzw. Produzenten vor internationaler Konkurrenz zu schützen.4

Der Einsatz protektionistischer Maßnahmen sowie deren Abbau sind von unterschiedlichen Vor- sowie Nachteilen geprägt. Im Laufe nachfolgender Untersuchungen, soll ein theoretischer Überblick über den Protektionismus zum besseren Verständnis des Freihandels geschaffen werden.

2.1 Die Gründe für Protektion

Die Begründung protektionistischer Maßnahmen ist einfach zu benennen, nämlich Abwehr ausländischer Handelswaren und Stärkung inländischer Erzeugnisse.5 Im Umkehrschluss sollen durch eine Förderung von Exporten, die Chancen des internationalen Absatzes einheimischer Waren verbessert werden. Ziel solcher Maßnahmen ist die Förderung des Wachstums im Bereich Beschäftigung und nationale Finanzflüsse. Umfassend wird somit eine Wohlfahrtssteigerung für die jeweilige Volkswirtschaft angestrebt.6

Es ist einer Volkswirtschaft jedoch untersagt, willkürliche protektionistische Eingriffe in den Mechanismen des Marktes vorzunehmen. Eine rechtliche Durchsetzbarkeit von protektionistischen Maßnahmen auf Basis ökonomischer Gründe ist schwer vorstellbar und unterliegt einer strikten Kontrolle der WTO (Welthandelsorganisation).7 Die WTO ist die wichtigste Organisation des Welthandels und damit Hauptakteur im Rahmen einer Förderung des Freihandels.8 Der Abbau von Handelshemmnissen, genießt oberste Priorität der WTO und führt so zu einer eingehenden Überprüfung aller protektionistischer Maßnahmen. Bezieht man sich auf die Richtlinien der World Trade Organization, ist es nur Entwicklungsnationen gestattet, sich auf ökonomische Ausnahmeklauseln zu berufen. Durch den generellen, schlechteren Stand vieler Nationen im Welthandel sollen diese Klauseln eine mögliche Hilfe bieten um am Welthandel teilzunehmen. Bezieht man sich jedoch auf Handelshemmnisse nicht-ökonomischer Natur, so sind diese nach den Reglements der WTO vertretbar. Beispielhaft hierfür ist der Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen und des Lebens. Hauptgrund aus heutiger Sicht für, die Durchführung handelshemmender Maßnahmen ist der Schutz der Umwelt.9 Betrachtet man weitere protektionistische Maßnahmen, so gehen diese immer einher mit Beschränkungen des internationalen Handels, auch wenn einige Argumente verbleiben, die Protektion legitimieren.

2.2 Die Instrumente des Protektionismus

In diesem Abschnitt werden die Instrumente des Protektionismus genauer beleuchtet. Die Außenhandelspolitik ist dauerhaft bestrebt, den internationalen Freihandel zu fördern und nationale Belange gleichermaßen zu vertreten. Die nationale Wirtschaft soll mit Hilfe protektionistischer Maßnahmen geschützt werden. Zur Aufrechterhaltung dieses Schutzes bedienen sich Volkswirtschaften realwirtschaftlicher Maßnahmen. Dieser Bereich wird fachlich in tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse unterteilt.

2.2.1 tarifäre Handelshemmnisse

Tarifäre Handelshemmnisse sind grundsätzlich alle bekannten Zölle. „ Z ö lle sind Abgaben die beim unmittelbaren Eingang von Waren in den Wirtschaftskreislauf (Einfuhrzoll) oder beim Verlassen des Wirtschaftskreislaufs (Ausfuhrzoll) erhoben werden. Vereinzelt werden auch Durchfuhrz ö lle erhoben, die allein an das Passieren einer Zollstelle oder eines Wirtschaftsgebietes anknüpfen. “ 10 G rundlegend sind zwei Motive für Importzölle zu definieren. Einerseits dienen sie der Verbesserung der Staatskasse. Bei dieser Art der Verzollung spricht man von Fiskalzöllen.11 Andererseits gibt es den sog. Wirtschaftszoll, der der inländischen Wirtschaft als Schutz vor Billigimporten ausländischer Konkurrenten dient. Diese Art Zoll, wird auch als Schutzzoll deklariert.12

Bezieht man sich auf die Aussagen des Wirtschaftstheoretikers Friedrich List (19. Jahrhundert), so erbrachte dieser bereits früh bedeutende Argumente für eine Implementierung von Schutzzöllen,13 wie z.B. der sog. Erziehungszoll,14 der zeitlich begrenzt ist. Er dient der Vorbereitung einheimischer Industriesektoren und soll zu mehr Stabilität auf dem Weltmarkt führen. Ist abzusehen, dass ein nationaler Anbieter einem ausländischen Produzenten standhalten kann, so werden die Schutzzölle kontinuierlich abgebaut. Der Schutzzoll dient somit der Unterstützung eines Marktbeitritts bei bestehenden Eintrittsschwierigkeiten und trägt zu einer maßgeblichen Verstärkung des Wettbewerbs inländischer Wirtschaft bei.15

Neben den Schutzzöllen, gibt es noch die sog. Retorsionszölle, die eine Reaktionsmaßnahme auf mögliche Zollerhebungen anderer Nationen sind.16 Die damit entstehende Gegenmaßnahme kann eingetretene Wohlfahrverluste teilweise oder in Gänze revidieren. Sie kann aber auch zu einem sog. gegenseitigen Zollkrieg führen. Eine weitere Möglichkeit der Zollerhebung ist der Anti-Dumping-Zoll. Dieser Ausgleichszoll stellt ebenso wie vorangegangene Beispiele, ein tarifäres Handelshemmnis dar. Er wird eingesetzt, wenn Volkswirtschaften sich durch ungerechtfertigte Subventionen oder Preisreduktionen anderer Nationen benachteiligt fühlen. So entsteht durch die Erhebung von Anti-Dumping-Zöllen ein normales Preisniveau für Billigimporte zum Schutz der heimischen Wirtschaft und des nationalen Wettbewerbs.17

Betrachtet man die Ausfuhr von Warenströmen, so ist eine Abgabe von Exportzöllen zu verzeichnen, welche von vielen Nationen erhoben werden. Diese unterteilen sich in Fiskalzölle und Schutzzölle.18 Die Erhebung von Exportzöllen wird vorangetrieben, wenn eine Reduktion eines bestimmten Gutes oder Rohstoffes angestrebt wird. Für diese Implementierung gibt es zwei Gründe: Nämlich den Schutz der Wertschöpfungskette innerhalb der eigenen Volkswirtschaft und der Güterversorgung nationaler Produktionen und die damit einhergehende Reglementierung des internationalen Wettbewerbs.19 Betrachtet man die Zollarten im Rahmen nicht tarifärer Handelshemmnisse, so sind Wertzölle und Mengenzölle zu erwähnen, wobei die Bemessungsgrundlage eines Wertzolls der Wert des Gutes ist. Dieser ermittelt sich auf Grundlage eines bestimmten Prozentsatzes. Der Mengenzoll ist ein festgeschriebener Betrag, bemessen an der Stückzahl der Güter, die in die Volkswirtschaft importiert werden sollen. Die Durchführbarkeit der Mengenzölle gestaltet sich einfacher als die des Wertzolls. Bei steigenden Güterpreisen besteht jedoch die Gefahr des Verlustes der Schutzwirkung.20 Erfolgt eine Implementierung beider Zollarten so spricht man von einem sog. gemischten Zoll.21

2.2.2 nicht-tarifäre Handelshemmnisse

Nicht-tarifäre Handelshemmnisse stellen mittlerweile eine gängige Form des Protektionismus dar.22 Sie werden differenziert in einige unterschiedliche Arten nicht-tarifärer Handelshemmnisse unterteilt. Zunächst werden die administrativen und formalen Handelsbeschränkungen im Rahmen der nicht-tarifären Handelshemmnisse im Detail betrachtet. Formale Handelshemmnisse sind Beschränkungen, die in Form von Lizenzvorschriften, Handelsquoten, Grenzzuschlägen, Gebühren oder Verboten auftreten.23 Länder, die Waren in andere Volkswirtschaften importieren möchten, müssen folglich mit maßgeblichen Einschränkungen oder Verboten rechnen. Demnach sind organisatorisch erschwerte Importe gleichzusetzen mit einer mengenmäßigen Beschränkung, die in vorteilhaften Effekten für das Inland resultiert. So werden Importe mit zusätzlichen Kosten belastet, ähnlich einer Zoll-Wirkung.24

Der internationale Handel wird auch zunehmend durch administrative Restriktionen reglementiert und erschwert. Die hieraus resultierende Problematik lässt sich in den meisten Fällen nicht eindeutig definieren. So könnten Beschränkungen eine intelligente Form der wirtschaftlichen Protektion zum Schutz der heimischen Wirtschaft darstellen. Es ist jedoch auch möglich, Beschränkungen mit der Intention die Bevölkerung zu schützen durchzuführen. Administrative Beschränkungen sind u.a. Subventionen oder staatliche Beihilfen, Umwelt-, Gesundheits- und Sozialbestimmungen sowie technische Normen.25 Die auf den ersten Blick legitim erscheinenden Beschränkungen zum Schutz und zur Sicherheit der einheimischen Wirtschaft, könnten bei genauerer Betrachtung einen restriktiven Einfluss auf die Entwicklung der eigenen Volkswirtschaft haben. Eine Erschwerung des internationalen Handels liegt auch in der zeitaufwendigen Bürokratie westlicher Nationen und den damit zusammenhängenden Kosten, die sich - um den nationalen Handel zu begünstigen - ergeben. Abschließend ist die Local-Content-Klausel zu erwähnen, welche ein Beispiel für administrative Restriktion darstellt. Die Klausel definiert, dass ein gewisser Teil eines Endproduktes aus nationaler Herstellung stammen muss.26

2.3 Der Abbau des Protektionismus

Betrachtet man Protektionismus als Schutz der eigenen Wirtschaft oder als Grundlage der Förderung nationaler Wirtschaft, so stellen nicht-tarifäre und tarifäre Handelshemmnisse ein aktives Eingreifen in den Freihandel dar. Nationale Schutzmaßnahmen verändern Marktentscheidungen und machen wirtschaftliche Anreize für Konsumenten oder Produzenten undurchsichtig, woraus wiederum eine Beschränkung des Außenhandels resultiert.27 Es ist wichtig der Leitlinie der Freihandelsprinzipien zu folgen, um Wohlstandsund Effizienzverluste zu vermeiden. Hieraus resultiert die Annahme, welche den durchdachten, schrittweisen Abbau von Handelshemmnissen vorgibt.

In vielerlei Hinsicht ist Protektionismus ein essentielles Werkzeug der Wirtschaftsregulierung, wie z.B. im Bereich des Schutzes von Umwelt-, Sozial-, Sicherheits- oder Gesundheitsstandards. Eine stetige Abschwächung solcher Standards ist Ziel vieler Konzerne. Hieraus würden mögliche Umsatz- und Produktionssteigerungen resultieren. Eine Folge wäre eine Gefährdung u.a. die Benachteiligung von Mensch, Tier und Natur. Im Idealfall sollte - neben dem Abbau nicht-tarifärer und tarifärer Handelshemmnisse und der Beachtung genereller Standards - wirtschaftlich verantwortlich und ohne Benachteiligung für Mensch, Tier und Natur gehandelt werden. Welche Möglichkeiten sind demnach vorstellbar, um mehr Freihandel verwirklichen zu können?

Einem Exporteur ist es vorerst gestattet, den Handel umzulenken, um auf weniger geschützten Märkten Waren zu veräußern. Die mögliche Umsetzbarkeit dieser theoretischen Reaktion ist jedoch unrealistisch. Zieht man die bisherigen Informationen zu Rate, ergibt sich, dass Lieferanten auferlegten Handelshemmnissen entsprechen. Des weiteren ist eine Veränderung der Handelsströme durch Handelsumlenkungen zumeist mit Reaktionen an anderer Stelle verbunden und lässt eine dynamische Anpassung des Protektionismus vorteilhafter erscheinen.28

Umgehen lässt sich Protektionismus durch die Senkung eigener Produktionskosten und Verbesserung eigener Produktqualität. Solche Maßnahmen machen Exporteuere trotz auferlegter Zölle wettbewerbsfähig, ebenso wie Direktinvestitionen. Importzölle werden nur auf importierte Güter erhoben und haben somit keinen Einfluss auf nationale Waren.29 Direktinvestitionen ihrerseits werden oft durch andere Schutzmaßnahmen wie z.B. Subventionen unterstützt. Das Zielland (Importland) wird daraufhin wegen möglicher Dumpingpreise hervorgerufen, durch Investitionen und Subventionen, dem Exportland erhöhte Einfuhrzölle (Schutzzölle) auferlegen.30 Worauf das Exportland seinerseits mit einer Erhöhung der Einfuhrzölle reagiert. Die Gefahr eines möglichen Zollkriegs liegt auf der Hand; mit Nachteilen für beide Seiten. Nur Verhandlungen zwischen den Handelspartnern kann Protektionismus aufheben, verschieben oder abschwächen. Um Vorteil beider Seiten (Freihandel/Protektion) zu realisieren, gehen Volkswirtschaften auf Gegenseitigkeit basierende Kooperationen ein, wie z.B. Sonderrechte und Freiräume in Belangen des Handels. Hieraus resultiert eine bessere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Drittstaaten und eine Förderung der eigenen Wirtschaft.31

Allgemein betrachtet ist diese Art der Kooperation eine Art wirtschaftlicher Integration, denn sie erfolgt schrittweise und wird allgemein als dynamischer Prozess interpretiert. Diese wirtschaftliche Integration findet auf regionaler Ebene statt, d.h. nur ausgewählte Volkswirtschaften schließen sich zu einem Wirtschaftsraum zusammen. Um gegenseitige Sicherheiten bieten zu können, schließen Nationen untereinander Verträge ab, die sog. Integrationsabkommen. Die Umsetzung eines solchen Integrationsabkommens führt vermehrt zu Handelserleichterungen und Vorteilen für beide Handelsparteien.32 So lch e Integrationsabkommen lassen sich auch unterteilen in Zoll, Wirtschafts- und Währungsunionen. Im Verlauf dieser Abschlussarbeit sollen einige Aspekte der Integration noch genauer beleuchtet werden.

Jede Freihandelszone für sich, lässt Vereinbarungen innerhalb des Bündnisses erkennen, Vereinbarungen die sich auf den Verzicht von Zöllen sowie anderen Handelsschranken beziehen.33 Durch die Aufhebung von Handelshemmnissen werden Freihandelsprinzipien sowie ein Abbau des Protektionismus gleichermaßen gewährleistet, was allen beteiligten Handelsparteien zugute kommt, mit dem Vermerk, dass protektionistische Maßnahmen gegenüber Drittstaaten aufrecht erhalten werden können. Somit bestehen für diese Volkswirtschaften weiterhin Handels und Zollbeschränkungen autonomer Art. Der bis dato mächtigste Integrationsraum ist der im Jahr 1994 mit dem NAFTA Abkommen geschaffene Freihandelsbereich, mit den Bündnispartnern USA, Kanada und Mexiko. Ein ähnliches plurilaterales Handelsabkommen soll mit dem TTIP folgen.

3. Die Bewertung des „Transatlantic Trade and Investment Partnetship“ auf theoretischer Grundlage

Der nachfolgende Abschnitt dieser Bachelorarbeit setzt sich eingehend mit den Auswirkungen und Formen von ökonomischer Integration auseinandersetzt und geht genauer auf die fünf von Balassa beschriebenen Integrationsstufen ein. Anschließend werden in den Unterpunkten 3.2 Partialanalyse, 3.3 Gleichgewichtsmodelle sowie 3.4 Gravitationsmodell, mögliche Bewertungsgrundlagen behandelt und im Detail erläutert.

3.1 Die ökonomische Integration und deren Auswirkung

Spricht man von ökonomischer Integration, so steht dieser Begriff für einen internationalen und einheitlich zusammengewachsenen Markt. Hierbei können die zwei Zustände, Prozess oder Ziel verstanden werden.34 Aufgabe ist es die „most desirable structure of international economy“35 zu kreieren, welche nach Aussage des ungarischen Wirtschaftswissenschaftlers Balassa, frei jeglicher Diskriminierung anderer, internationaler Handelspartner ist.36 Zwischen den beiden Extremen „Freihandel“ sowie „Autarkie“ gibt es fünf verschieden stark ausgeprägte „Tiefen“ der Integrationsform. Diese wurden von Balassa im Jahr 1961, in fünf Integrationsstufen untergliedert und in (1) Präferenzzonen, (2) Freihandelszonen, (3) Zollunionen, (4) gemeinsamen Märkten und (5) Währungs- und Wirtschaftsunionen eingeteilt.37 Hierbei ist in Bezug auf die ersten vier Stufen von einer funktionellen oder marktlichen Integration zu sprechen, in letzterer hingegen von einer politisch institutionellen Form.

Ist ein Abbau der Zölle von einzelnen Ländern auf gewisse Produkte oder Produktgruppen zu verzeichnen, so spricht man von der Entstehung einer Präferenzzone.38 Innerhalb einer Freihandelszone ist der Handel zwischen den Mitgliedsstaaten ohne Zölle oder Restriktionen möglich. Eine damit einhegende Verpflichtung der Teilnehmerstaaten entspricht dem kontinuierlichen Abbau von Handelshemmnissen und Handelsbarrieren. Außerhalb dieses Handelsbundes entscheidet jede Wirtschaftsnation autonom, d.h. die Handelspolitik gegenüber Drittsaaten ist variabel festsetzbar. Um den Import von Warenströmen über steuerbegünstigte Länder und einen damit verbundenen niedrigen Zollsatz zu vermeiden, müssen Waren durch Ursprungszertifikate deklariert werden. Dies dient dem Schutz der Wirtschaftsmächte und findet seine Umsetzung in erhöhten Importzöllen. Diese Regelung gewährleistet eine gleichbleibende Wettbewerbsposition und dient der Sicherung möglicher protektionistischer Maßnahmen, welche ohne diese Regelung faktisch unmöglich wären.39

Eine Freihandelszone ist konträr einer Zollunion, verwaltungstechnisch komplex, jedoch politisch einfach gestaltet. Während in einer FHZ gleiche Zölle innerhalb des Bundes, jedoch unterschiedliche Importzölle für nicht Teilnehmerstaaten herrschen, werden in Zollunionen einheitlich festgelegte Außenzölle der Mitgliedsländer bestimmt.40 Oberflächlich einfacher zu verwalten, birgt diese Art der Zollfestsetzung bürokratische Hürden in sich. Bei Beginn der Festsetzung des Zollniveaus muss ein mehrheitlich bestimmter Zollsatz festgesetzt werden. Neben der Einigung auf ein gemeinsames Zollniveau birgt auch die Abgabe der Zolleinnahmen auf die Mitgliedsstaaten ihre Hürden. Hierbei muss festgelegt werden, wie mit Zolleinnahmen verfahren wird, sowie deren Aufschlüsselung. Analog zu dieser gemeinsamen Zollpolitik werden Zollunionen von einer verstärkt harmonisierten Außenhandelspolitik beherrscht, d.h. von einer Senkung der nicht-tarifären Handelsbarrieren. Genauere Informationen bezüglich des Abbaus nicht-tarifärer Handelsbarrieren sind unter 3.4.2 zu finden.

Besteht neben einer Zollunion auch eine freie Faktormobilität, so spricht man fachlich von gemeinsamen Märkten. Ein wesentlicher Bestandteil dieser freien Faktormobilität ist unter anderem die sog. Arbeitnehmerfreizügigkeit. Diese gestattet Staatsbürgern eines Mitgliedsstaates ohne Einschränkungen in allen Mitgliedsländern des Bündnisses einer Arbeit nachzugehen. Neben dieser Freiheit der Bürger besteht ein uneingeschränkter Transfer von Kapital sowie eine Niederlassungsfreiheit für Unternehmen und freiberuflich beschäftigten u.o. selbständig tätigen Personen. Um Ansammlungen verschiedener Produktionsfaktoren in einer Volkswirtschaft zu verhindern, werden auf Basis der nationalen Wirtschaftspolitik Harmonisierungen z.B. in Belangen der Steuerpolitik nötig.41 Ein Zusammenschluss von Märkten ist auch innerhalb einzelner Branchen möglich. Ein passendes Beispiel dafür ist u.a. die GAP. Auf nationaler Ebene besteht ein gleiches Niveau der Marktordnung, welches ansässigen sowie ausländischen Unternehmen gleichbleibende Wettbewerbsbedingungen bietet.42

Der nachfolgende Absatz befasst sich eingehend mit Wirtschafts- und Währungsunionen. Ziel ersterer ist die erfolgreiche Vereinheitlichung wirtschaftspolitischer Maßnahmen, deren Koordination oder Harmonisierung. Die Eigenständigkeit bzw. Souveränität von Staaten wird teilweise überstaatlichen Institutionen überstellt, d.h. länderübergreifende Kartellämter sowie länderübergreifende Zentralbanken werden maßgebend.43 Die Anpassung und Vereinfachung im Bereich der Währungspolitik bezogen auf die Wechselkurse einzelner Währungen einer Wirtschaftsunion ist Ziel der Währungspolitik, was im Laufe der Zeit zu einer Einheitswährung im Rahmen dieser Wirtschaftsunion führen kann wie z.B. dem Euro in der EU. Bei den zwei genannten Unionsformen ist eine Separation der Währungsunion möglich. Hierbei würde eine Liberalisierung der Kapitalwerte sowie des Güterverkehrs entstehen. Die Fiskal- und Geldpolitik auf nationaler Ebene wäre hingegen harmonisiert.44

Der Übergang zwischen diesen unterschiedlichen Stadien ist in den meisten Fällen undurchsichtig und konturlos. So besteht die Möglichkeit des partiellen Bestands eines Faktormarktes innerhalb einer Freihandelszone u.o. Zollunion während Beschränkungen und Hemmnisse den Güterverkehr beherrschen.45 Die Bildung eines einzigen Staates oder einer einzigen wirtschaftspolitischen Union ist die vollkommene Form der Integration, welche auf Basis einer Währungs- und Wirtschaftsunion gebildet werden kann, unter vollkommener Aufgabe der eigenen politischen Handlungs- und Entscheidungskompetenz sowie deren Übertragung an eine gemeinschaftlich geschaffene Institution.46

Die oben beschriebenen Formen der Integration gehen einher mit unterstützenden Strategien, welche den Abbau staatlicher Diskriminierung fördern. Im Bereich der wirtschaftlichen Beziehungen gegenüber Nicht-Bündnispartnern bestehen weiterhin Möglichkeiten der Durchsetzbarkeit protektionistischer Maßnahmen. Diesen bestehenden Möglichkeiten zum Schutz der Union ist zu entnehmen, dass eine Integration keine zwangsläufige Wohlfahrtssteigerung anderer, Nicht-Bündnisnationen mit sich bringt. So spricht man wirtschaftswissenschaftlich im Bezug auf partielle Integration von der sog. „first-best- Lösung“, welche den Freihandel aller Länder unter- und miteinander definiert.47 Motive und Auswirkungen der ökonomischen Integration lassen sich anhand des Handelsschaffungs- und Handelsumlenkungskonzeptes nach Viner ermitteln.48 Ist ein vermehrter Import von vergleichsweise günstigen Gütern innerhalb der Freihandelszone zu verzeichnen, ermöglicht dies Handel. Im Rahmen der entstehenden Freihandelszone werden Hemmnisse, wie Zölle und Gebühren gesenkt oder vollständig abgebaut. Im Bezug auf Drittstaaten entsteht ein gleichbleibendes Niveau oder gar eine Erhöhung der Zölle. Diese nachteilige Position für Drittländer kann eine Substitution der importierten Güter zur Folge haben, die eine handelsumlenkende Wirkung der Interaktionen mit sich bringt. Eine Abwägung der positiven und negativen Effekte sowie deren Auswirkungen auf Basis des Saldos einer Integration bleibt zu prüfen.49

Die Analyse der Wohlfahrtswirkung muss Vor- und Nachteile gleichnamiger abwägen. Neben der besseren Verteilung von Rohstoffen durch Arbeitsteilung, dem Einsatz von Faktoren in der Produktion und den damit zusammenhängenden Kostenersparnissen durch Spezialisierungen ergeben sich durch den Freihandel weitere relevante Vorteile.50 51

- Transaktionskosten: Transaktionskosten sind Kosten, welche ausschließlich mit der Übertragung von Gütern zusammenhängen und sich nicht auf die Gütererstellung beziehen. So geben sinkende Zoll- und Grenzformalien einher mit der Herabsetzung von Markteintrittsbarrieren. Diese sorgen für eine verschärfte Wettbewerbssituation.
- Skalenerträge: Unter Skalenerträgen versteht man realisierte Erträge, die durch eine Verbesserung der Wettbewerbspositionen auf Basis eines vergrößerten Absatzmarktes entstehen.
- Konsum: Produkte von ausländischen Anbietern ergänzen das nationale Angebot. Hierdurch ist eine Verschärfung des Wettbewerbs zu verzeichnen. Neben dieser Auswirkung sind sinkende Skalenniveaus aufgrund preisgünstiger Produkte festzustellen.
- Innovation: Unternehmen sind aufgrund erschwerter Wettbewerbssituationen gezwungen, produkt- und verfahrenstechnische Innovationen einzuführen.
- Einsparungen: Ein einfacherer Austausch von Wissen und Innovationen im Bereich der Verfahrens- oder Produktpolitik verhindert Mehrfachausgaben in den Kernbereichen der Entwicklung und Forschung.
- Wachstumsimpulse: Wachstumsimpulse können Investitionen von Drittstaaten darstellen, welche eine Umgehung der nicht tarifären Handelshemmnisse des Integrationsbundes darstellt.
- Leistungsbilanz: Eine Verbesserung der Leistungsbilanz ist durch eine mögliche Erhöhung der sog. „Terms of Trade“ zu gewährleisten. „ Die Terms of Trade werden im zweidimensionalen Fall meist als das Verhältnis zwischen dem Preis des exportierten und dem Preis des importierten Gutes angegeben. Diese Gr öß e gibt an, wie viele Mengeneinheiten des Importgutes die heimische Ö konomik für eine Einheit des Exportgutes tauschen kann (reales Austauschverhältnis). Eine Verbesserung der Terms of Trade bedeutet, dass das Inland mehr Importgüter pro Einheit des Exportgutes erhält als vorher. Es führt zu einer Verbesserung des Au ß enbeitrags bzw. des Saldos der Leistungsbilanz. “ 52
- Internationale Verhandlungsposition: Die internationale Verhandlungsposition verbessert sich aufgrund immer größer werdender Relevanz gemeinsamer Wirtschaftsbündnisse und Wirtschaftsblöcke.

Integrative Prozesse können neben den oben genannten positiven Auswirkungen auch negative Auswüchse nach sich ziehen. So ist eine mögliche Folge der Integration eine Veränderung einzelner Wirtschaftssektoren. D.h. ist u.a. möglich, dass Wirtschaftsbereiche von einem Bündnis profitieren und wachsen, wohingegen andere Sektoren schrumpfen. Dieser Effekt ist regional sowie branchenbezogen möglich. Wird dieser Entwicklung nicht unter Einbeziehung von Anpassungsprozessen entgegengewirkt, erscheinen Auftreten oder eine Verschärfung regionaler Ungleichheiten (Disparitäten) möglich.53 Ein zweiter negativ zu bewertender Aspekt ist der ausbaufähige Schutz sich entwickelnder Industriesektoren. Durch einen barrierefreieren Eintritt, ist es Konzernen aus anderen Bündnisnationen möglich effizienteren Zugang zu erlangen. Diese Verbesserung des Marktzugangs und die damit einhergehende Bedrohung effizienterer agierender Unternehmen kann u.a. zu regionalen Ungleichheiten führen.54

Nach der Analyse positiver und negativer Aspekte der politischen u.o. wirtschaftlichen Integration stellt sich die Frage nach der empirischen Verifikation. Wirtschaftswissenschaftlich werden dabei drei theoretische Modelle zurande gezogen.55 In nachfolgenden Punkten dieser Bachelorarbeit werden nun im Detail die Einzelheiten dieser drei Modelle vorgestellt. Hierbei handelt es sich um das Gravitationsmodell, das partialmarktanalytische Modell und das allgemeinen Gleichgewichtsmodell.

3.2 Partialanalysen

Um die Implementierung eines Integrationsprozesses theoretisch analysieren zu können, werden partialanalytische Modelle zurate gezogen. Diese Modelle nehmen Bezug auf ganze Produktgruppen oder einzelne Produkte. Sie vergleichen hieraus resultierende Marktveränderungen sowie Gleichgewichte, vor, während und nach der Implementierung einer wirtschaftspolitischen Maßnahme. Rückwirkende gesamtwirtschaftliche Veränderungen sowie vermehrter Wettbewerbsdruck auf den Markt und eine Vergrößerung der Absatzmärkte bleiben in diesem Modell unberücksichtigt. Gesamtwirtschaftliche Rückwirkungen sind ebenso wie dynamische Effekte durch dieses Modell nicht berücksichtig.56 Gemäß der Annahme des Wirtschaftswissenschaftlers Piermartini bleiben äußere Faktoren konstant und die analysierten Märkte unbeeinflusst. Diese Aussage beruht auf den theoretischen Annahmen des „cetris paribus“57 nach Piermartini.

Beispielhaft werden die Wohlstandseffekte von Exportsubventionen anhand einer Partialanalyse dargestellt. Exportsubventionen lassen sich als Zahlungen an einzelne Personen oder Unternehmen, welche Güter ins Ausland exportieren, definieren. Der Unternehmer oder die Einzelperson, die den Subventionsempfänger darstellt, exportiert Waren, solange der bestimmte Binnenpreis des Gutes höher, als der Auslandspreis ist, z.B. bei dem Verkauf von Getreide. Angenommen der Binnenpreis für ein kg Getreide läge bei 5,00 € /kg, der Weltmarkt bei 4,00 € /kg und die Exportsubvention 1,50 € /kg, so würde der Getreidebauer seine Ware so lange exportieren, bis der Binnenpreis für 1 kg Getreide 5,50 € /kg übersteigt. Um dies zu veranschaulichen werden in Abbildung 1 die damit zusammenhängenden Wohlfahrtseffekte dargestellt. Die Subvention eines Gutes A führt kurzfristig zu einer Erhöhung des Preisniveaus im Exportland und auf den weltweit geltenden Handelspreis „PW“ gegenüber dem geltenden Inlandspreises „PS“. Der Preis der im Importland gehandelt wird, sinkt von „PW“ auf „PS“. Die damit einhergehende Preiserhöhung ist geringer als die damit verbundene Subvention. Die Konsumenten des Exportlandes verlieren durch vermehrte Preiszahlungen. Die Produzenten gewinnen durch einen künstlich hoch gehandelten Preis der Ware, welcher unter freien Markbedingungen nicht gehalten werden könnte.58 Der Staat verliert in diesem System ebenfalls, da dieser für mögliche Subventionen aufkommt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die Auswirkung einer Exportsubvention59

Die aus Abbildung 1 zu entnehmenden Verluste der Konsumentenrente ergeben sich aus der Addition der Flächen a + b und der Gewinne der Produzentenrente aus der Addition der Flächen a + b + c. Dabei nennt man die Differenz der Beträge auf einem Markt, welche ein Konsument bereit ist zu zahlen, in Bezug auf den wirklichen Preis, den er entrichten muss, um ein Gut auf dem Markt zu erwerben, wirtschaftswissenschaftlich „Konsumentenrente“.60 Gegensätzlich hierzu nennt man die Differenz zwischen dem Angebotspreis und dem höheren, auf dem Markt erzielbaren Preis, Produzentenrente.61 Das Volumen der staatlichen Subventionsmittel (Subventionshöhe * Exportvolumen) ist in der Grafik oben wiedergegeben und bezieht sich auf die Flächen b + c + d + e + f + g. Saldiert man diese Flächen, ergibt sich ein Nettowohlfahrtsverlust aus den addierten Flächen b + d + e + f + g. Exportsubventionen haben außerdem noch weitere Effekte. Es kann aufgrund niedrigerer Preise im Importland zu einer negativen Veränderung der sog. „Terms of Trade“ kommen. Dieser Verlust wird in oben befindlicher Abbildung 1 anschaulich dargestellt und entspricht den Flächen e + f + g. Diese Veränderung ergibt sich aus der Subtraktion (Pw - PS*) sowie dem Exportvolumen, welches subventioniert wird.62

Ein gutes Beispiel bietet der von der europäischen Union subventionierte Agrarsektor (GAP). Die Grundidee dieser heutigen Subvention ist eine „Aufkauf“-Garantie der Europäischen Union von Agrarprodukten Europäischer Bauern im Falle eines zu niedrigen Preisniveaus. Diese Maßnahme entpuppte sich zeitnah als Exportsubventionsprogramm zugunsten Europäischer Bauern, um dauerhaft hohe Preise garantieren zu können. Unterdessen wurden außerstaatliche Agrarprodukte mit hohen Importzöllen belegt, um ausgleichend auf den Weltmarktpreis einzuwirken. Die damit verbundenen Exportpreise sind jedoch exorbitant hoch und führen zu hohen Lagervorräten und Überschüssen aufgrund geringerer Kaufbereitschaft der Konsumenten. Um diesen hohen Lagerbeständen und Überschüssen entgegenzuwirken, wurden diese Agrargüter subventioniert.63

Ein weiteres ähnliches Beispiel ist der in den USA ansässige Zuckermarkt, dessen Produzenten von der Regierung der USA Mindestpreisgarantien zugesichert wurden. Die Nachfrage blieb jedoch höher als das Angebot und es entstand keine Überschussproduktion. Trotzdem wurde in diesem Fall ein Anstieg des Preisniveaus verzeichnet, hervorgerufen durch eine Importquote, d.h. einer sog. Mengenbeschränkung für den Import. Weltweit besitzen nur wenige Nationen das Recht, Zucker in die Vereinigten Staaten von Amerika zu exportieren, weil US-BAuern auf dem Weltmarkt nicht konkurrenzfähig wären. Nur durch den mit Importbeschränkungen hervorgerufenen, künstlich hochgehaltenen Zuckerpreis innerhalb der US-Wirtschaftszone ist es den Produzenten möglich, weiter am Markt zu bestehen. Der hieraus resultierende Gewinn der US-amerikanischen Zuckerindustrie wird überschattet von einem weitaus größeren Verlust der Konsumenten durch staatliche Subventionen.64

3.3 Gleichgewichtsmodelle

Anhand dieses Unterpunktes soll nun kritisch hinterfragt werden, welche potentiellen Effekte mit dem Streichen von Exportsubventionen oder der sog. Importquote verbunden sind. Eine rückwärts integrierte Auffassung der genannten Beispiele bietet Aufschluss. So wurde festgestellt, dass ein Streichen der sog. Importquote für Zucker den Wettbewerb auf die amerikanische Industrie erheblich erhöhen würde. Die weiterverarbeitenden Industriezweige und der Endverbraucher würden von einer Senkung der Preise allerdings profitieren.

[...]


1 Wirtschaftslexikon A

2 Wirtschaftslexikon B

3 Vgl. Altmann (2007) S. 502

4 Vgl. Kampmann (2010) S. 227

5 Vgl. Altmann (2007) S. 502

6 Vgl. Altmann (2007) S. 207

7 Vgl. Altmann (2007) S. 482

8 Vgl. Altmann (2007) S. 482 f.

9 Vgl. Altmann (2007) S. 502

10 Wirtschaftslexikon C

11 Vgl. Altmann (2007) S. 503

12 Vgl. Altmann (2007) S. 504 ff.

13 Vgl. Altmann (2007) S. 505 f.

14 Vgl. Altmann (2007) S. 505

15 Vgl. Altmann (2007) S. 505 ff.

16 Vgl. Altmann (2007) S. 505

17 Vgl. Altmann (2007) S. 505 f.

18 Vgl. Altmann (2007) S. 504

19 Vgl. Altmann (2007) S. 504 ff.

20 Vgl. Kampmann (2010) S. 231

21 Vgl. Altmann (2007) S. 505

22 Vgl. Kampmann (2010) S. 233

23 Vgl. Altmann (2007) S. 507

24 Vgl. Kampmann (2010) S. 234

25 Vgl. Altmann (2007) S. 507

26 Vgl. Krugman (2009) S. 271

27 Vgl. Kampmann (2010) S. 234

28 Vgl. Altmann (2007) S. 514

29 Vgl. Altmann (2007) S. 514

30 Vgl. Altmann (2007) S. 515

31 Vgl. Altmann (2007) S. 515 f.

32 Vgl. Kampmann (2010) S. 246

33 Vgl. Altmann (2007) S. 537

34 Vgl. Myrdal (1958)

35 Tinbergen (1965) S. 57

36 Vgl. Balassa (1973) S. 1

37 Vgl. Blank (1998) S. 30

38 Vgl. Baßeler (2010) S. 691

39 Vgl. Blank (1998) S. 57

40 Vgl. Krugman (2006) S. 306

41 Vgl. Blank (1998) S. 124

42 Vgl. Blank (1998) S. 33

43 Vgl. Baßeler (2010) S. 692

44 Vgl. Blank (1998) S. 34 f.

45 Vgl. Blank (1998) S. 124

46 Vgl. Baßeler (2010) S. 692

47 Vgl. Blank (1998) S. 35

48 Vgl. Viner (1950)

49 Vgl. Baßeler (2010) S. 693

50 Vgl. lank (1998) S. 36 ff.

51 Vgl. Baßeler (2010) S. 581

52 Wirtschaftslexikon D

53 Vgl. Blank (1998) S. 39

54 Vgl. Blank (1998) S. 39

55 Vgl. Piermartini (2005) S. 1

56 Vgl. Piermartini (2005) S. 4

57 Vgl. Piermartini (2005) S. 4 f.

58 Vgl. Krugman (2006) S. 252

59 o.V.

60 Vgl. Bass (2007) S. 14

61 Vgl. Bass (2007) S. 14 f.

62 Vgl. Krugman (2006) S. 252

63 Vgl. Krugman (2006) S. 253 f.

64 Vlg. Krugman (2006) S. 255 ff.

Ende der Leseprobe aus 77 Seiten

Details

Titel
„Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP). Mögliche ökonomische Folgen und Effekte
Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,3
Autor
Jahr
2015
Seiten
77
Katalognummer
V324229
ISBN (eBook)
9783668233744
ISBN (Buch)
9783668233751
Dateigröße
4243 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
BWL, Bachelorarbeit, TTIP, Transatlantic, Partnership, Germany
Arbeit zitieren
Timon Rottmüller (Autor), 2015, „Transatlantic Trade and Investment Partnership“ (TTIP). Mögliche ökonomische Folgen und Effekte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324229

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