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Maskenwesen - Vom Wesen der Maske

Título: Maskenwesen - Vom Wesen der Maske

Tesis , 2002 , 70 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Geraldine Endrizzi (Autor)

Teatrología, danza
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Irgendwann als Kinder entdecken wir alle einmal die Magie der Verwandlung. Wir haben uns als Indianer, Artisten, Stars oder einfach nur als unsere Eltern ausprobiert, als Katzen, Helden und Clowns. Früher oder später machten wir dabei auch Erfahrungen mit Masken. Diese waren erdacht oder aufgemalt, gebastelt oder fertig gekauft und ich persönlich fand diese Form der Verwandlung immer besonders faszinierend, weil sie auch für andere die Verwandlung offensichtlich und konkret macht. Wenn ich mich als Kind maskierte, dann wollte ich nicht mehr hören. „Aah! Du bist ein Löwe.“, sondern: „Aah! Da ist ein Löwe.“ Ich wollte hinter der Maske verschwinden und auch in der Wahrnehmung anderer ganz zu dem werden was ich darstellte. Dazu gehörte auch, dass ich den Namen der Maskenfigur trug. Erst dieser neue Name machte die Verwandlung perfekt und bekräftigte die Tatsache, dass ich nicht „Geraldine als...“ war, sondern eben „wirklich“ eine Prinzessin, Robin Hood, Enidlareg... Manchmal ärgerte es mich regelrecht, wenn ich im Spiel eine andere Identität angenommen hatte und dann von meinen Eltern noch als Tochter erkannt und angesprochen wurde! Grundlage für die Verwandlung mit oder ohne Maske bildete für mich die Idee des veränderten Gesichtes und der daraus für mich logisch erwachsenden Konsequenz der Identitätsverschiebung. Mein Erleben von Persönlichkeit war stark mit dem Antlitz verknüpft und das wiederum mit meiner Vorstellungskraft. Irgendwie schien mir das Gesicht am nahesten zu meinem inneren Geschehen zu sein, als sitze mein inneres Ich tatsächlich wie in einer Kommandozentrale hinter meiner Stirn und projiziere sich auf die Fläche davor. Als Kind erlebte ich die Verwandlung im Spiel immer als etwas von innen kommendes, und egal ob Prinzessin oder Löwe, der Charakterdes erdachten Wesens oblag immer meiner freien Entscheidung. So hatte es für mich jedenfalls den Anschein. Ich stellte mir weder die Frage danach, wie frei ich im Maskenspiel sei noch machte ich mir Gedanken über ein mögliches „richtig“ oder „falsch“ im Spiel. Instinktiv richtete ich mich nach meinem Empfinden aus und gab mich dem angestoßenen Spiel hin. Lange Zeit vergaß ich dann das Spiel mit der Maske, als Teenager probierte ich zwar durch Schminke meinen Typ zu verändern aber ich verstand die Abänderungen immer als Spielarten meiner Persönlichkeit, der Name des in Erscheinung tretenden Wesens blieb immer der meinige. [...]

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist eine Maske?

1.1 Einführende Definition des Maskenbegriffs

1.2 Maske ist nicht gleich Maske

1.3 Kleinste gemeinsame Nenner

1.4 Die Maske als Verweissystem

1.4.1 Das Phänomen der Verdrängung

1.4.2 Verweis auf den maskierten Bereich

1.4.3 Verweis auf den unmaskierten Bereich

1.4.4 Der Verweis der Maske auf sich selber als nicht-solche

1.5 Zwischenfrage

1.6 Das Gesicht als Maske

1.7 Noch mehr Masken

1.8 Zorro und Supermann

1.9 Zusammenfassung

2. Das Geheimnis des Gesichts

2.1 Von Anfang an

2.2 Der Sitz der Gefühle

2.3 Das Wunder der Mimik

2.4 Was verraten unsere Gesichter?

2.5 Die Kunst, Gesichter zu lesen

2.6 Die Augen als Spiegel der Seele

2.7 Zusammenfassung

3. Die Gleichung: Maske + Mensch = Figur

3.1 Was der Zuschauer erlebt

3.1.1 Die „Neutrale Maske“ und wie Geschichten entstehen

3.1.2 Zwischenfragen zur Natur der Dinge

3.1.3 Die Maske wird zur Figur

3.1.4 Zusammenfassung

3.2 Seitenwechsel

3.3 Was der Maskenträger erlebt

3.3.1 Die Figurfindung von innen betrachtet

3.3.2 Was ist da passiert?

3.4 Wie wandelbar ist das Maskenwesen?

3.5 Tot oder lebendig?

3.6 Die Schritte zur Entstehung einer Maskenfigur

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das „Maskenwesen“ und die Rolle der Maske im darstellenden Spiel. Das zentrale Ziel ist es, die Wirkungsmechanismen zu ergründen, durch die eine starre Maske in Verbindung mit einem menschlichen Träger als lebendige Figur wahrgenommen wird, sowie die psychologischen und physiologischen Hintergründe der Maskierung zu verstehen.

  • Definition und Kategorisierung verschiedener Maskentypen.
  • Die psychologische Bedeutung des menschlichen Gesichts und der Mimik.
  • Wechselwirkungen zwischen Maske, menschlichem Träger und Zuschauer.
  • Der Prozess der Figurfindung und das Phänomen der „energetischen Maske“.
  • Die Abgrenzung zwischen Spielrealität und Alltagswirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

3.6 Die Schritte zur Entstehung einer Maskenfigur

Ich fasse im Folgenden noch einmal Die von mir erfahrenen Schritte zusammen und kommentiere kurz die Hintergründe. Die einzelnen Aspekte dauern im Spiel an, werden aber nicht immer bewusst wahrgenommen.

1. Mit dem Betreten der Bühne wird der Eintritt in die Spielrealität akzeptiert

Geschieht dies nicht bewusst, kann es passieren, dass die Grenzen zwischen Alltagsrolle und Rollenfigur verschwimmen. Je nach Disposition kann dies eine Identitätskrise hervorrufen, da Alltagsperson und Maskenperson nicht klar unterschieden werden.

2. Das eigene Gesicht wird abgedeckt, ein Identifizierungsfeld geht verloren, ein zweites kommt hinzu

Der Verlust einer Identitätssäule kann als angenehm oder unangenehm erfahren werden, besonders im Zusammenhang mit einer neuen Rollenidentität. Als angenehm empfundene Aspekte sind z.B.: Das Spiel mit der Gesichtslosigkeit/Anonymität. Ein Gegenüber wird verwirrt, seine bisherigen Beurteilungsgrundlagen brechen weg, man kann seine vielleicht als anstrengend/beengend oder langweilig empfundene Alltagsrolle ablegen, ebenso die Verantwortlichkeit für das eigene Tun verdrängen. Die Vorgelagerte „Identität“ kann über das Spiel hinaus im Erfahrungsschatz und bei der Persönlichkeitsbildung wirken. Sie kann sich auf eventuell unterdrückte Charaktereigenschaften der eigenen Person befreiend auswirken, da durch die Erfahrung mit ihnen im Spiel Vorurteile/Ängste abgebaut werden können. Neue, der Alltagsrolle fremde Handlungsmuster der Maskenfigur frischen eigene Reaktionsmuster auf, weisen Alternativen auf. Der Wahrnehmungsfokus ist ein anderer. Bestimmte eigene Wesenszüge erfahren durch die Maske eine Vergrößerung und Konzentration und können somit intensiver wahrgenommen und ausgespielt werden als in der Alltagsrealität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist eine Maske?: Dieses Kapitel untersucht verschiedene Begriffsdefinitionen und entwickelt ein Kategoriesystem, um Masken im engeren und weiteren Sinne voneinander abzugrenzen.

2. Das Geheimnis des Gesichts: Hier wird das menschliche Gesicht als zentrales Kommunikationsinstrument beleuchtet, wobei physiologische und psychologische Aspekte der Mimik und der Wahrnehmung im Vordergrund stehen.

3. Die Gleichung: Maske + Mensch = Figur: Dieses Hauptkapitel analysiert die Transformation vom Menschen zur Maskenfigur und beschreibt die Prozesse der Wahrnehmung beim Zuschauer sowie die Selbsterfahrung des Maskenträgers.

Schlüsselwörter

Maskenwesen, Maske, darstellendes Spiel, Mimik, Identitätsverschiebung, Maskenfigur, Wahrnehmungspsychologie, Physiognomik, Verwandlung, Spielrealität, energetische Maske, Maskenträger, Körperausdruck, Gesicht, Rollenspiel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Untersuchung des „Maskenwesens“ im darstellenden Spiel und der Frage, wie ein unbelebter Gegenstand wie eine Maske in Kombination mit einem Menschen eine lebendige Figur erzeugen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit verknüpft theaterpraktische Erfahrungen mit psychologischen Erkenntnissen über das menschliche Gesicht, die Rolle der Mimik, die Evolution des Sozialverhaltens und die Wahrnehmung von Fiktion und Realität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, die Wirkungsweise der Maske zu analysieren und zu erklären, warum und wie beim Betrachter die Illusion einer eigenständigen, lebendigen Persönlichkeit (der Maskenfigur) entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin kombiniert eine deskriptive Auswertung von Fachliteratur (Psychologie, Hirnforschung, Theaterwissenschaft) mit einer tiefgehenden Reflexion ihrer eigenen praktischen Erfahrungen im Maskenspiel während des Studiums.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei große Abschnitte: die begriffliche Definition der Maske, die Bedeutung des menschlichen Gesichts als Spiegel der Seele sowie eine detaillierte Analyse der Interaktion zwischen Maske, Träger und Publikum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Maskenwesen, Identitätsverschiebung, Maskenfigur, Verwandlung, Wahrnehmungspsychologie und Spielrealität.

Wie unterscheidet die Autorin zwischen Nutzmasken und Spielmasken?

Nutzmasken dienen primär funktionalen Zwecken (Schutz, Abdeckung), während Spielmasken bewusst eingesetzt werden, um einen aus dem Alltag herausgehobenen, fiktiven Raum zu schaffen, in dem eine energetische Verwandlung stattfindet.

Welche Rolle spielt die „Neutrale Maske“ in der Forschung?

Die neutrale Maske dient als Projektionsfläche, da sie spezifische Mimik verbirgt. Dies zwingt den Spieler, den Ausdruck über den gesamten Körper zu generieren, und zeigt dem Betrachter, dass Geschichten auch durch überpersönliche Gestik entstehen können.

Final del extracto de 70 páginas  - subir

Detalles

Título
Maskenwesen - Vom Wesen der Maske
Universidad
University of Applied Sciences Ottersberg  (Fachzweig Darstellende Kunst)
Calificación
1,3
Autor
Geraldine Endrizzi (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
70
No. de catálogo
V32423
ISBN (Ebook)
9783638331470
ISBN (Libro)
9783656760351
Idioma
Alemán
Etiqueta
Maskenwesen Wesen Maske
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Geraldine Endrizzi (Autor), 2002, Maskenwesen - Vom Wesen der Maske, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32423
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Extracto de  70  Páginas
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