Wahrnehmen mit allen Sinnen. Projektarbeit: Naturnaher Erlebnisraum im Kindergarten


Hausarbeit, 2002
27 Seiten, Note: 2,4

Leseprobe

Inhalt

1 Begründung für die Wahl des Projektthemas, Situation der Praxis

2 Theoretische Auseinandersetzung mit dem Projektthema, Hintergründe
2.1 Wahrnehmung, Was ist das eigentlich?
2.2 Welche Bereiche gehören zur Wahrnehmung?
2.3 Wahrnehmungsstörungen
2.4 Welche Förderungsmöglichkeiten gibt es ?

3 Ziele des naturnahen Erlebnisraum
-Kräuterspirale
-Weidentunnel mit Tastpfad
-Spiegelgebüsch mit Zerrspiegel
-Baumhaus
-Pavillon
-Allgemeine Ziele

4 Strukturplanung der praktischen Vorgehensweise (Verlaufsplanung)

5 Reflexion

Literatur

1. Begründung für die Wahl des Projektthemas, Situation der Praxis

Im Kindergarten XXX richtet sich die pädagogische Arbeit nach dem situationsorientierten Ansatz. Das bedeutet in Kurzform, dass das Kind im Mittelpunkt der Arbeit steht, genauso wie mit seinen Bedürfnissen, Wünschen und Interessen. Aus diesem Grund habe ich versucht die vielen kleinen Angebote im Alltag, die zum großen Projektthema gehören, dementsprechend der aktuellen Situation des Kindergartens XXX, angemessen umzusetzen.

Da bei Waldaktionen und bei Aktivitäten in der Natur die Erzieher feststellten, dass die Kinder intensives Interesse an Tieren und Pflanzen, sowie für die Umgebung in der Natur aufzeigten beschlossen sie diese naturnahe Umgebung im Rahmen des Außengeländes des Kindergartens zu schaffen.. Es waren nicht nur die auffällig häufigen Beobachtungen der Kinder ausschlaggebend und auch nicht nur das Interesse an Eigenschaften und Herkünften der Lebewesen, sondern die ganzheitliche Förderung stand genauso wie die Schaffung von neuen Erlebnisräumen direkt vor Ort im Mittelpunkt. Das alte Kindergartengelände bot den Kindern diese Möglichkeit an Erfahrungsraum nicht Aus diesem Grund entschloss sich das Kindergarten -Team, in Absprache mit dem Träger, zu einer Veränderung des Außengeländes.

Deshalb findet zur Zeit der Umbau und die Neugestaltung des Außengeländes statt. Er wird in drei Bereiche unterteilt:

Den Spielbereich für Fahrzeuge und der Spiellandschaft mit Sandbereich, die zu den aktiven Bewegungsbereichen gehören und zu dem naturnahen Spielbereich , der zu dem eher passiven Beobachtungsbereich zählt.

Ich habe mich aufgrund meiner Vorerfahrungen bei dem Umbau des Spielgeländes des Kindergartens YYY, dem naturnahen Bereich zugeordnet, um diesen mit den Kindern kreativ zu gestalten und aufzubauen.

Vgl. Von Grüneberg u. Hauser Erziehen als Beruf 2 Auflage ab Kap. C4./ Situationsorientierter Ansatz

Vgl. Von Freya Pausewang Dem Spiel Raum geben 1 Auflage Kapitel 6.2./ Schaffung von neuen Erlebnisräumen

Vgl. Von Natur- und Umweltschutz-Akademie des Landes Nordrhein- Westfalen Broschüre Kinderträume-Erlebnisräume 1 Auflage 1998/ Aktive Bewegungsbereiche / Umbau des Spielgeländes

Schwerpunkte des naturnahen Erlebnisraumes sind:

- Weidentunnel mit Tastpfad
- Kräuterspirale
- Spielgebüsch mit Zerrspiegel
- Baumhaus
- Pavillon der neu bepflanzt wird
- Weingewächs an der Hauswand

Ich übernahm vor allem den Aufgabenbereich, den Tastpfad mit den Kindern zu gestalten. Auch sollte gemeinsam ein Zerrspiegel errichtet werden.

Im naturnahen Erlebnisraum finden die Kinder Zeit sich mit der Natur und ihren Tieren und Pflanzen auseinander zusetzen. Die Kinder können beobachten und Veränderungen auf sich wirken lassen. Da dieser Umbau bzw. die Neugestaltung des Außengeländes sich im Alltag und der Situationsanalyse wieder spiegelte, habe ich beschlossen, mich mit dem Thema Wahrnehmung intensiver auseinander zusetzen, da dies die aktuelle Situation des Kindergartens betrifft.

2. Theoretische Auseinandersetzung mit dem Projektthema /Hintergründe

Wie schon im Punkt eins erwähnt, habe ich mit dem gewählten Thema an die aktuelle Situation des Kindergartens angeknüpft und deshalb den Themenkomplex Wahrnehmung gewählt.

Ich möchte näher darauf eingehen, was überhaupt Wahrnehmung bedeutet, welche Bereiche dazu gehören und anreißen, welche Störungen und Förderungsmöglichkeiten es zu diesem Themenkomplex gibt.

Vgl. Von Freya Pausewang Dem Spiel Raum geben 1 Auflage Kapitel 6.2/ naturnahe Erlebnisräume

Vgl. Von Hermann Hobmair Fachbuch Psychologie 2 Auflage ab Kapitel 3/ Wahrnehmung und Verhalten

2.1 Wahrnehmung; Was ist das eigentlich?

„Wahrnehmung ist die Funktion, die es dem Organismus mit Hilfe seiner Sinnesorgane ermöglicht, Informationen aus der Innen – und Außenwelt aufzunehmen und zu verarbeiten. Die Wahrnehmung steht unter dem Einfluss von Gedächtnis, Denken, Gefühlen und Erwartungen.“

Vgl. www.supplement.de/3dwahrnehmung

Vereinfacht bedeutet es, dass die Wahrnehmung durch Reize (Informationen) entsteht. Ein Reiz trifft auf ein Sinnesorgan. Es ist notwendig, dass dieser Reiz eine bestimmte Stärke aufweist, damit wir diesen überhaupt wahrnehmen können.

Hierbei spielt der Prozess der Aufmerksamkeit eine große Rolle. Würden wir alle Reize wahrnehmen, wäre es uns nicht möglich, von wichtigen Informationen und unwichtigen zu trennen, deshalb hat die Aufmerksamkeit die Aufgabe, solche Unterscheidungen vorzunehmen. Ansonsten wäre es für uns eine reine Reizüberflutung von unterschiedlichsten Informationen. Dieser Prozess des selektieren der Aufmerksamkeit besteht aus den Allohationsfaktoren. Dazu gehören die Intension des Wahrnehmenden, Merkmale der Situation und Bewertung der Anforderungen. Wir nehmen in erster Linie Dinge wahr, die uns interessieren, die in Farbe, Form oder Größe auffallen oder die uns zu anstrengend erscheinen.

Bei der Aufmerksamkeit handelt es sich um einen Prozess der mitbestimmt, welche Infos zur Verarbeitung ausgewählt werden und so zu unseren Brennpunkt unserer Aufmerksamkeit, als Reiz, werden.

Vgl. www.psychologiekurs.de von Gerd Mietzel

Vgl. supplement.de

Vgl. www.kindergarten-workshop.de Tabelle

Wahrnehmung ist die Aufnahme unterschiedlicher Reize durch die Sinnesorgane:

- Die Weiterleitung der Reize an das Gehirn
- Speicherung des Wahrgenommenen in entsprechende sensorische Zentren
- Vergleiche der reize mit bisher Wahrgenommenem
- Koordination der Einzelreize mit sensorischen Zentren (Organen)
- Verarbeitung der Reize, das richtige Einordnen in bisherigen Handlungen und Erfahrungen
- Reaktion auf Reize, die Reizbeantwortung/Wiedergabe eines Reizes
- Kontrolle über erfolgende Rückmeldungen der eigenen Reaktion

Vgl. www.kindergarten-workshop.de /entwicklung/wahrnehmung

2.2 Welche Bereiche gehören zur Wahrnehmung?

Wahrnehmungsmodalitäten/Organe:

- Visuelle Wahrnehmung (Augen)
- Auditive Wahrnehmung (Ohren)
- Vestibuläre Wahrnehmung (Ohren/Gleichgewicht)
- Olfaktorische Wahrnehmung (Nase)
- Geschmackswahrnehmung (Zunge)
- Haptisch-taktile Wahrnehmung (Tastsinn)
- Propriozetive Wahrnehmung (Muskeln/Sehnen)
- Taktile Wahrnehmung (Schmerz/Temperaturwahrnehmung, Berührungsempfinden)

Vgl. www.supplement.de

Die Aufschlüsselung der oben genannten Wahrnehmungsorgane bzw. Bereiche werde ich nun aufführen.

Visuelle Wahrnehmung (Augen)

Grundlage für die visuelle Wahrnehmung ist elektromagnetische Energie, die man als Licht bezeichnet. Es gibt unterschiedliche elektromagnetische Wellen, die nicht alle vom Menschen bzw. vom Auge wahrnehmbar sind. Die Wellenlänge des für den Menschen sichtbaren Lichts liegt zwischen 380 und 760 nm (Nanometer = milliardstell Meter).

Jede Farbe die wahrnehmbar ist, entspricht einer bestimmten Wellenlänge. Farbe und Gestalt eines Gegenstandes geben mehr Auskunft, als z.b. der Geschmackssinn, indem wir nur etwas über die Eigenschaft des Stoffes erfahren.

Vgl. www.regiosurf.net/3dwahrnehmung/index.htm Unterpunkt: Visuelle Wahrnehmung

Auditive Wahrnehmung (Ohren)

Die Grundlage des Hören sind Veränderungen des Luftdrucks (Schallwellen). Diese Schallwellen sind für uns Menschen nicht sichtbar. Sie entstehen, wenn Objekte sich bewegen und dadurch eine Veränderung der Luftmoleküle hervorrufen z. B. Lautsprechermembran, die durch Bewegung Luftmoleküle bewegt.

Schallwellen haben unterschiedliche Formen, die man Frequenzen nennt. Eine Frequenz ist die Schwingung eines Tons, die danach bestimmt wird, wie oft sie pro Sekunde auftritt.

Das Ohr besteht aus dem äußeren Ohr, dem Mittelohr und dem Innenohr. Im Gehörorgan des Innenohres befinden sich die Sinneszellen, die durch den Hörnerv mit dem Gehirn verbunden sind. Ähnlich wie beim Farbfernsehen, durch bestimmte Neuronen im visuellen System, wird unsere Wahrnehmung durch Geräusche, auch durch das Ausschütten von Neuronen im auditiven System (Ohren) bestimmt. Durch diesen Ablauf kann der Mensch Geräusche, Töne, Laute und Worte wahrnehmen.

Durch die Möglichkeit des Sprechens und Hörens kommt ein soziales Element in die Kultur.

Durch den Ton tritt die Eigennatur, das Individuelle des Körpers nach Außen und teilt sich anderen mit.

Vgl. www.regiosurf.net/supplement/hoeren/hoeren.htm

Vestibuläre Wahrnehmung (Ohren/Gleichgewicht)

Das Gleichgewichtsorgan befindet sich im Innenohr. Es balanciert Bewegungen aus und gibt Informationen über Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Mit dem Gleichgewichtssinn versetzt man sich in ein bestimmtes Verhältnis zum Raum. Außer dem Menschen gibt es kein anderes Lebewesen, welches sich aufrecht fortbewegt. Die eigene Standpunktbestimmung fordert Rücksichtnahme mit anderen Menschen in seiner Umwelt.

Vgl. www.regiosurf.net/supplement/hoeren/hoeren.htm

Olfaktorische Wahrnehmung (Nase)

Gerüche sind chemische Reize, die durch die Nase wahrgenommen werden. Die Reize sind in Gasen in unserer Umgebung vorhanden. Die Nase besteht aus dem äußeren (sichtbaren Teil) und dem inneren, den beiden Nasenhöhlen. In der Nase befinden sich Rezeptoren, die unterschiedlichste Gerüche aufnehmen. Über die Befeuchtung des Naseninnenraumes gelangen die Signale in das Gehirn. Bislang konnte noch nicht festgestellt werden, welche Rezeptoren in welchen Regionen in der Nase für die unterschiedlichen Gerüche verantwortlich sind. Dieser Sinn ist bei Tieren sehr stark ausgeprägt, doch bei uns Menschen ist er eher unterentwickelt. Gerüche werden in angenehm und unangenehm eingestuft, das hat zur Folge, dass Kinder ihre ersten Erfahrungen mit Objekten durch das Riechen in systematisch oder unsystematisch einordnen.

Vgl. www.kindergarten-workshop.de

Vgl. www.regiosurf.net/supplement/wahrn/riech/riechen.htm

Geschmackswahrnehmung (Zunge)

Auslöser des Schmeckens oder des Geschmackes sind chemische Reize, die auf die Zunge treffen. Diese müssen flüssig in ihrer Konstanz sein oder sich durch den Speichel lösen lassen, damit die Geschmacksknospen auf der Zunge sie wahrnehmen können. Rezeptoren zum Schmecken sind die Geschmacksknospen auf der Zunge. Diese Geschmacksknospen sind Regionen auf unserer Zunge, die wir als Unebenheiten erleben.(Papillen) Es gibt vier unterschiedliche Arten von Papillen auf unserer Zunge: -süß, -sauer, -salzig, -bitter. Nur im mittleren Teil der Zunge, der Filiform, befinden sich keine Geschmacksknospen. Die Zunge hat über 1000 Geschmacksknospen. Nur wo diese vorhanden sind, kann eine geschmackliche Wahrnehmung statt finden. Alle Geschmacksrichtungen sind Mischformen der vier Grundtypen (süß, sauer, salzig, bitter). Ein reiner Geschmack der Grundtypen tritt nie auf. Diese Signale gelangen zum Mittelhirn und von dort aus gehen sie zur Großhirnrinde. Über den Geschmackssinn prüft der Körper, was für ihn bekömmlich ist oder nicht.

Vgl. www.regiosurf.net/wahr/schmeck/schmecken.htm

Vgl. www.kindergarten-workshop.de/entwicklung/wahrnehmung/sinne/geschmack

Haptisch- taktile (Tasten) und

Taktile Wahrnehmung (Schmerzen/Temperatur/Berührungen)

Physikalische Reize, die auf die Haut treffen lösen unterschiedliche Reaktionen im Organismus aus, z.b. kann ein leichter Druck als Kitzeln oder Streicheln wahrgenommen werden und ein intensiver Druck kann zu Schmerzen oder sogar Verletzungen der Haut führen. Auch können wir über unsere Haut unterschiedliche Temperaturen wahrnehmen. Die Schicht der Haut, die wir sehen, wird als Epidermis bezeichnet, die relativ fest ist und aus abgestorbenen Hautzellen besteht. Die Aufgabe unserer Haut ist, uns vor Verschmutzungen die in unseren Körper gelangen könnten zu schützen. Außerdem ermöglicht sie uns, über das ausscheiden von Schweiß unsere Körpertemperatur zu halten. Die Hauptfunktion liegt jedoch darin, uns Informationen über reize zu geben, mit denen wir in Berührung kommen. Diese Wahrnehmung entsteht in den Rezeptoren, die direkt unter der Oberfläche der Haut vorhanden sind, in unserer Unterhaut (Depmis). Diese Rezeptoren sind in unterschiedlichen Größen und Schichten enthalten und senden Signale über Nervenfasern zum Mittelhirn bis hin zur Großhirnrinde. Bestimmte Rezeptoren in der Haut reagieren nur auf bestimmte Reizungen. Manche Rezeptoren reagieren nur bei 30 Grad und andere nur bei 40 Grad. Rezeptoren, die auf Druck auf unsere Haut reagieren, ermöglichen uns die Wahrnehmung von Berührungen. Sehr hohe Temperaturen, starker Druck oder Zerstörungen der Haut werden durch die Nerven, die zum Gehirn ein Schmerzsignal senden, wahrgenommen. Kurz gesagt nimmt man durch den Tastsinn Druck, Widerstand, Härte oder Weichheit wahr. Dabei erkennen wir jedoch noch nicht, wie ein Gegenstand aussieht. Das Kind kommt einerseits damit in Berührung mit der Welt, erfährt aber gleichzeitig seine Grenzen. Durch den Wärmesinn dringt man tief in das Innere der Stoffe ein (Körperwärme – kaltes Objekt). Ohne Wärme wäre keine Veränderung möglich. Der Wärmesinn meint auch die Bezugswärme zu einer Person z.b. Liebe zum Mitmenschen oder Wärme der Mutter in der zwischenmenschlichen Beziehung, in der das Kind Mitleid, Sympathie und Liebe erfährt. Berührungsempfindung ist die erste Erfahrung eines Neugeborenen mit der Mutter.

Vgl. www.regiourf.net/wahrn/tast/tast.htm

Vgl. www.kindergarten-workshop.de

Propriozeptive Wahrnehmung (Muskeln/Sehnen)

„ Das System der tiefen Sensibilisierung gibt Informationen über Glieder, Gliederstellung, Bewegung, Muskelkoordination, Vibration, Druck und Zug an Muskeln, Knochen und Sehnen (Bänder und Gelenkkapseln). Strömungen des propriozeptiven Systems sind meist gepaart mit Störungen der anderen Basissysteme.“

Vgl. www.kindergarten-workshop.de/wahrnehmung.de

2.3 Wahrnehmungsstörungen

Wahrnehmungsstörung ist kein Begriff, der eine Krankheit beschreibt, es ist ein Symptom gestörter neurologischer oder psychischer Funktionen. Häufig treten Wahrnehmungsstörungen als Teilleistungsschulungsstörung auf, die jedoch eine normale Grundintelligenz beinhalten. Wahrnehmungsstörungen können aber auch Begleitsymptome schwerer psychoorganischer Erkrankungen, sowie tiefgreifende Entwicklungsstörungen sein. Deshalb ist eine Störung im Wahrnehmungsbereich nicht mit einer anderen gleich zusetzen. Es muss immer genau differenziert betrachtet werden, da unterschiedlichste Kombinationen für Wahrnehmungsstörungen verantwortlich sein können. Wahrnehmung ist ein Vorgang, der bewusst und unbewusst geschieht. Diese Prozesse der Wahrnehmung sind sehr komplex und bauen durch verschiedene Organe miteinander auf, d.h. um etwas ganzheitlich wahrnehmen zu können, benötigt man nicht nur das Auge zum Sehen, sondern auch Ohren und Tastsinn. Die Wahrnehmung wird beeinflusst von angeborenen Aktivitätsmustern und neuronalen Schaltkreisen, Vorwissen, Motivation, Empfindungen und Klassifikation. Wahrnehmungsstörungen in den unterschiedlichsten Bereichen können den Wahrnehmungsprozess mehr oder nur geringfügig beeinträchtigen. Auch kann die Wahrnehmung indirekt Infolge von Veränderungen von Einflussfaktoren gestört sein. Am meisten sind die Wahrnehmungsbereiche der visuellen, -auditiven,- körperlichen,- Gleichgewichts- und der Sprachwahrnehmung eingegrenzt. Ursachen von Wahrnehmungsstörungen sind heterogen. Sie reichen von funktionellen, teils vorübergehenden und eventuell durch psychosoziale Faktoren bedingten Entwicklungs-– und Reifungsstörungen bis zu massiven neuroanatomischen Defekten in unterschiedlichen Hirnregionen/Hirnarealen, die angeboren oder erworben sein können. Oftmals sind es kognitive Entwicklungsstörungen oder Defizite der kognitiven Funktionen. Die Symptomatiken von Wahrnehmungsstörungen richtet sich nach Art und Umfang des gestörten Systems. Erkennbare Symptome sind nur selten eindeutig festzulegen, wie z.b. gestörte Malentwicklung oder Lesestörung (visuelle Wahrnehmungsstörung) Häufiger sind die Störungen motorischer, sprachlicher, mentaler oder sozialer Art der Entwicklung. Auch Verhaltensstörungen, wie z.b. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, ein gestörtes Sozialverhalten oder aber Vermeidungsstrategien können durch Wahrnehmungsstörungen verursacht werden und die Wahrnehmung beeinträchtigen. Um eine genaue Ursache feststellen zu können ist es notwendig, dass fachärztliche Tests durchgeführt werden um eventuell organische oder kognitive Defekte eingrenzen zu können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmen mit allen Sinnen. Projektarbeit: Naturnaher Erlebnisraum im Kindergarten
Note
2,4
Autor
Jahr
2002
Seiten
27
Katalognummer
V32428
ISBN (eBook)
9783638331517
ISBN (Buch)
9783638651554
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wahrnehmung, Kindergarten
Arbeit zitieren
Sonja Schlüter (Autor), 2002, Wahrnehmen mit allen Sinnen. Projektarbeit: Naturnaher Erlebnisraum im Kindergarten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32428

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