Römer und Germanen. Arbeit mit Primärquellen (10. Klasse, Geschichte)

Erfahrungen mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive


Unterrichtsentwurf, 2014

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Detaillierte Planung einer Einzelstunde
1.1 Bedingungsanalyse
1.2 Didaktische Analyse
1.2.1 Begründung der Themenwahl
1.2.2 Didaktische Reduktion
1.2.3 Lernziele
1.3 Methodische Reflexion
1.4 Stundenverlaufsplan
1.5 Evaluation der Stunde
1.6 Materialanhang

1. Detaillierte Planung einer Einzelstunde

1.1 Bedingungsanalyse

Meine zu erteilende Einzelstunde ist der Themenreihe „Erfahrungen mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive“ zuzuordnen. Hierbei handelt es sich um eine neue Thematik, die extra für den neuen Einführungsjahrgang der Oberstufe konzipiert wurde. Die Reihe kann anhand von unterschiedlichen Konflikt- bzw. Kontaktsituationen aus historischen Ereignissen besprochen werden. Das konkrete Thema der Stunde lautet daher „Römer und Germanen – Arbeit mit Primärquellen“. Ich werde mit den Schülern hierfür zwei Quellentexte mit den Titeln „Q1: Die Germanen – Ein ganz anderer Menschenschlag“ sowie „Q2: Unüberwindliche Riesen aus dem Norden?“ (siehe Anhang) besprechen. Beide Quellen stammen aus Caesars Bellum Gallicum, wobei es sich um eine Übersetzung von Georg Dorminiger handelt und im Schulbuch „Geschichte und Geschehen Einführungsphase“ des Klett Verlags abgedruckt wurden. Die Klasse beschäftigt sich bereits seit ein paar Wochen mit der Kontaktsituation der Germanen und Römer um 100 v. Chr. bis 500 n. Chr., weshalb ich auf ein gewisses Vorwissen bei den Schülern zurückgreifen kann. Der Quellentext Q1 wurde bereits in der vorherigen Stunde gelesen und oberflächlich behandelt. Den Quellentext Q2 sollten die Schüler als Hausaufgabe für die geplante Stunde gelesen haben. In der geplanten Einzelstunde sollen die genannten Quellen nun im Einzelnen besprochen, verglichen und vor allem analysiert sowie kritisiert werden. Eine Sicherung der Ergebnisse wird zum Schluss ebenfalls erfolgen. Als Hausaufgabe soll der Kurs den Quellentext „Q6: Die Germanen – moralisch überlegen?“ (siehe Anhang) lesen, um mit der Thematik in der darauffolgenden Stunde fortfahren zu können.

Bei der Klasse, wo der Unterricht erteilt werden soll, handelt es sich um den Einführungsjahrgang der Oberstufe, das heißt um eine 10. Klasse. Der Kurs hat eine Größe von 24 Schülern im Alter von etwa 15 bis 16 Jahren, wobei sich die Anzahl an Schülerinnen und Schülern die Waage hält. Weil sich die Schüler erst zu Anfang der Oberstufenzeit befinden und bisher scheinbar wenig bis gar keinen Kontakt zu Quellenarbeit hatten, muss ich von wenig Sensibilität für eine quellenkritische Herangehensweise ausgehen und dementsprechend die Stunde gestalten. Nichtsdestotrotz sind einige der Kursteilnehmer recht leistungsstark und beteiligen sich durch regelmäßige und qualitativ gute Wortmeldungen am Unterricht. Das trifft jedoch nicht auf alle Schüler zu, etwa die Hälfte des Kurses kommt nicht an diese Leistungen heran und auch die Quantität ist mit null bis zwei Meldungen pro Stunde deutlich geringer.

1.2 Didaktische Analyse

1.2.1 Begründung der Themenwahl

Die Stunde ist innerhalb der thematischen Reihe „Erfahrung mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive anhand des Germanenbildes aus römischer Sichtweise“ zu verorten. Laut dem Kernlehrplan der Sekundarstufe II für das Fach Geschichte geht das Inhaltsfeld aus historischer Sicht den Fragen nach: Was ist Fremdsein? Wo beginnt die Fremde? Was erfährt man in der Fremde? Damit eröffnet das Inhaltsfeld einen zentralen Zugriff auf Menschen- und Weltbilder von Gesellschaften in zeitlicher Tiefe und räumlicher Breite. Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Vorstellungen über als fremd wahrgenommene Kulturkreise und Angehörige anderer Religionen und Zivilisationsformen erfahren die Schülerinnen und Schüler den Konstruktcharakter des Begriffs „Fremdsein“ und die „Grenzlinien“ früherer wie auch heutiger Selbst- und Fremdwahrnehmungen.[1]

Wie bereits erwähnt, möchte ich die Schüler im Speziellen an die kritische Auseinandersetzung mit Primärquellen bzw. Quellen im Allgemeinen heranführen. Gleichzeitig soll vermittelt werden, welches Bild der Germanen uns durch römische Geschichtsschreibung vermittelt wird. Des Weiteren sollen Argumentationsstrukturen in den Quellentexten erkannt werden. Durch meine Themen- bzw. Textwahl lassen sich mehrere Kompetenzbereiche abdecken die im Kernlehrplan des Fachs Geschichte definiert werden. So gehört zu den allgemeinen Bildungszielen in der gymnasialen Oberstufe u.a. das wissenschaftspropädeutische Lernen, das durch Methodenbewusstsein, Problematisierung und Distanz gekennzeichnet ist. Zu den Fachspezifischen Lernzielen in der Sekundarstufe II gehört es u.a. den Schülern Sachkompetenzen, Methodenkompetenzen sowie Handlungskompetenzen zu vermitteln und anzueignen.

Die Quellentexte sind kurz und relativ leicht verständlich, weshalb sie als Heranführung an Quellenarbeit gut geeignet sind.

1.2.2 Didaktische Reduktion

Das Augenmerk meiner Unterrichtseinheit soll auf die wissenschaftspropädeutische Komponente, also die Methodenarbeit, gelegt werden. Dieser Aspekt setzt allerdings Sachwissen voraus, welches sich die Schüler in den vorherigen Wochen bereits aneignen konnten. Die Förderung von Sachkompetenz geschieht zwar automatisch, soll daher aber nur zweitrangig sein. Das primäre Ziel liegt also neben einem tiefgründigen Textverständnis, auf der kritischen Reflexion von Quellen und der Erkenntnis der Textintention. In Bezug auf die Sozialformen soll die mündliche Mitarbeit im Vordergrund stehen und Schreibaufträge außen vor gelassen werden.

1.2.3 Lernziele

Hauptlernziele (Methodenkompetenz):

Hauptlernziel stellt die kritische Auseinandersetzung mit Textquellen dar. Die Schüler sollen dabei zunächst in der Lage sein eine Primär- von einer Sekundärquelle zu unterscheiden und dies begründen zu können. Im Weiteren sollen die Schüler dazu sensibilisiert werden wesentliche und unwesentliche Informationen im Text zu erkennen, um diesen angemessen paraphrasieren zu können. Außerdem lernen die Schüler zu hinterfragen, ob die vorliegende Quelle glaubwürdig ist, indem sie zum einen nach dem Verfasser des Textes sowie dem Adressaten fragen und zum anderen zweifelhafte Informationen im Text erkennen. Die Kursteilnehmer sollen in diesem Zusammenhang lernen die Intention des Verfassers, in diesem Falle also Caesars, zu erkennen. Abschließend soll den Schülern klar gemacht werden, dass Caesar ein Germanenbild zeichnet, welches diese funktionalisiert und instrumentalisiert und damit stark konstruiert ist. Dadurch wird den Lernenden bewusst gemacht, wie wichtig der kritische Umgang mit Quellen im Besonderen und mit Texten im Allgemeinen ist.

Teillernziele (Sachkompetenz und Handlungskompetenz):

Auch wenn ein kritischer Umgang von Nöten ist, lernen die Schüler auf Sachkompetenzebene das Leben einiger Germanenstämme kennen.

Zudem erkennen sie, dass das von Caesar einheitlich konstruierte Bild der Germanen zu der Herausbildung von Klischees und Stereotypen führt, was mit Bezug auf die Gegenwart auch heute, genauso wie früher, zu Problemen führen kann, wenn es z.B. um Kontaktsituationen zu anderen Kulturen geht. Das kann zur Verbesserung eines interkulturellen Verständnisses beitragen.

1.3 Methodische Reflexion

Da es sich in der Einzelstunde zum einen um eine Sicherungs- und Vertiefungsphase zu bereits gelesenen Texten und zum anderen um eine Einführung in die Quellenkritik handelt, entscheide ich mich im Hinblick auf die Sozialformen dazu, den Unterricht zum größten Teil im gemeinsamen Unterrichtsgespräch durchzuführen. So besteht die Möglichkeit Ergebnisse und Erkenntnisse aus den Quellentexten gemeinsam zu sammeln, zu besprechen und an der Tafel zu sichern.

Auf diese Weise können alle Schüler von den Wortbeiträgen der Mitschüler profitieren

Zwischenzeitlich gebe ich den Schülern jedoch auch Zeit sich in einem Murmelgespräch in Partnerarbeit, vorerst in einem geschützten Rahmen, auszutauschen, bevor es ins Unterrichtsgespräch geht.

1.4 Stundenverlaufsplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Vgl. Kernlehrplan für die Sekundarstufe II Gymnasium/Gesamtschule in Nordrhein-Westfalen für das Fach Geschichte

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Römer und Germanen. Arbeit mit Primärquellen (10. Klasse, Geschichte)
Untertitel
Erfahrungen mit Fremdsein in weltgeschichtlicher Perspektive
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen  (Institut für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften)
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V324309
ISBN (eBook)
9783668234390
ISBN (Buch)
9783668234406
Dateigröße
3157 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
römer, germanen, arbeit, primärquellen, klasse, geschichte, erfahrungen, fremdsein, perspektive
Arbeit zitieren
Emanuel Schmidt (Autor), 2014, Römer und Germanen. Arbeit mit Primärquellen (10. Klasse, Geschichte), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/324309

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