Sowohl das deutsche Handelsrecht (§ 253 Abs.1 HGB) als auch das Steuerrecht (§ 6 Abs.1 EStG) besagt, dass alle Vermögensgegenstände zunächst entweder mit Anschaffungskosten oder mit Herstellungskosten in der Bilanz angesetzt werden müssen. Die Herstellungs-/Anschaffungskosten bilden die Bewertungsgrundlage für die Abschreibungen, die dann regelmäßig, sprich am Ende jeder Wirtschaftsperiode, vorgenommen werden. Ferner ist dem § 253 Abs.1 HGB zu entnehmen, dass die obere Bewertungsregelung sowohl die Wirtschaftsgüter des Anlage- als auch des Umlaufsvermögens betreffen. Weiterhin kommt es in der Praxis kommt auch dem Teilwert eine große Bedeutung zu.
In meiner Arbeit möchte ich mich jedoch lediglich auf die Anschaffungs- und Herstellungskosten konzentrieren. Ich zeige ihre handels- und steuerrechtliche Ermittlung, schildere dabei jeweils die Unterschiede zwischen dem Handels- und dem Steuerrecht und schließlich vergleiche die Anschaffungs- und Herstellungskosten miteinander.
Gliederung
1. Bewertung der Vermögensgegenstände nach HGB und EStG
2. Anschaffungskosten
2.1. Begriff der Anschaffungskosten nach HGB
2.2. Begriff der Anschaffungskosten nach EStG
2.3. Bestandteile der Anschaffungskosten
3. Herstellungskosten
3.1. Begriff der Herstellungskosten nach HGB
3.2. Bestandteile der Herstellungskosten nach HGB
3.2.1. Wertuntergrenze
3.2.2. Wertobergrenze
3.3. Begriff der Herstellungskosten nach EStG
3.4 Bestandteile der Herstellungskosten nach EStG
3.4.1. Pflichtbestandteile
3.4.2. Wahlbestandteile
3.5 Wertuntergrenze und Wertobergrenze nach HGB und EStG – Vergleich
4. Anschaffungs-, und Herstellungskosten – Vergleich
5. Übungsaufgaben
5.1. Herstellungskosten
5.2. Anschaffungskosten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die handels- und steuerrechtliche Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten darzulegen, dabei auftretende Unterschiede zwischen den Rechtsnormen (HGB und EStG) aufzuzeigen und diese methodisch miteinander zu vergleichen.
- Grundlagen der Bewertung von Vermögensgegenständen
- Strukturelle Zusammensetzung der Anschaffungskosten
- Differenzierung zwischen Wertuntergrenze und Wertobergrenze bei den Herstellungskosten
- Gegenüberstellung der Ansätze in Handels- und Steuerbilanz
- Praktische Anwendung durch Übungsaufgaben zur Kostenermittlung
Auszug aus dem Buch
2.1. Begriff der Anschaffungskosten nach HGB
Nach § 255 Abs.1 Satz 1 HGB umfasst der Begriff der Anschaffungskosten alle Aufwendungen, die geleistet werden, um einen Vermögensgegenstand zu erwerben und ihn in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Die Aufwendungen müssen dabei dem Vermögensgegenstand einzeln zugerechnet werden können.
Hierzu ist zu bemerken, dass die Anschaffungskosten die Bewertungsbasis für die erworbene (nicht selbsterstellte) Wirtschaftsgüter ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bewertung der Vermögensgegenstände nach HGB und EStG: Einführung in die gesetzliche Verpflichtung zur Bewertung von Vermögensgegenständen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten als Basis für Abschreibungen.
2. Anschaffungskosten: Definition und systematische Aufschlüsselung der Bestandteile von Anschaffungskosten gemäß Handels- und Steuerrecht.
3. Herstellungskosten: Detaillierte Analyse der handels- und steuerrechtlichen Bewertung bei selbst erstellten Wirtschaftsgütern unter Einbeziehung von Wertunter- und Wertobergrenzen.
4. Anschaffungs-, und Herstellungskosten – Vergleich: Synoptische Gegenüberstellung beider Bewertungsmethoden und Diskussion der Unterschiede bei der Einbeziehung von Gemeinkosten.
5. Übungsaufgaben: Anwendung der theoretischen Grundlagen anhand von Fallbeispielen zur Berechnung von Herstellungs- und Anschaffungskosten.
Schlüsselwörter
Anschaffungskosten, Herstellungskosten, HGB, EStG, Bilanzierung, Wertuntergrenze, Wertobergrenze, Handelsbilanz, Steuerbilanz, Pflichtbestandteile, Wahlbestandteile, Gemeinkosten, Einzelkosten, Anschaffungspreis, Aktivierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die systematische Bewertung von Vermögensgegenständen in der Bilanz durch die Ermittlung von Anschaffungs- und Herstellungskosten unter Berücksichtigung der deutschen Gesetzesvorgaben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen in der handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Definition sowie der Berechnung der Bestandteile dieser Kostenarten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist die Klärung der Unterschiede zwischen handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Vorschriften bei der Kostenansatzpflicht und dem Ansatzwahlrecht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse von Gesetzestexten (§ 255 HGB, EStG) und einschlägiger Fachliteratur sowie einen praxisorientierten Vergleich anhand von Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Definition von Anschaffungskosten, die Bestimmung der Herstellungs-Wertgrenzen und einen direkten Vergleich der Bilanzierungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anschaffungskosten, Herstellungskosten, HGB, EStG, Wertuntergrenze und Wertobergrenze.
Warum weichen Handels- und Steuerbilanz bei Herstellungskosten oft voneinander ab?
Dies resultiert vor allem aus den unterschiedlichen Regelungen bezüglich der Gemeinkosten, da das Handelsrecht für bestimmte Kostenarten Wahlrechte einräumt, während das Steuerrecht strengere Ansätze vorgibt.
Wie werden Fremdkapitalzinsen bei der Berechnung der Herstellungskosten behandelt?
Grundsätzlich zählen sie nicht zu den Herstellungskosten, können jedoch unter spezifischen Bedingungen (auftragsbezogene Realisierung und Zurechenbarkeit auf den Herstellungszeitraum) angesetzt werden.
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- Malgorzata Krieger (Author), 2003, Anschaffungskosten und Herstellungskosten nach HGB und EStG, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32485