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Kommunikation mit und von Sehgeschädigten

Título: Kommunikation mit und von Sehgeschädigten

Trabajo Escrito , 2004 , 43 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Anja Hartmann (Autor)

Trabajo social
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„Als Lena 8 Jahre alt war, wusste sie nicht, dass andere Menschen herumgingen, ohne dabei die Hand des anderen zu halten. Sie wusste nicht, wie andere auch, dass sich andere Menschen selbständig von einem Ort zum anderen bewegen. Seit Jahren hatte sie die Erfahrung gemacht, dass jemand sie bei der Hand nimmt und sie zum Esstisch oder woanders hin führt. Deshalb folgerte dieses blinde Mädchen, dass sich jeder nur bewegt, wenn er geführt wird und dass sie sich ohne Führung nicht bewegen sollte, selbst, wenn sie dazu imstande war.“ (Nielsen 1992, S.99)

Dieses Denken ist ein Interaktionsresultat, welches aus den persönlichen Eigenschaften als Ausdruck der Erwartungen des derzeitigen Kommunikationsverhältnisses in Wechselwirkung entstanden ist (vgl. Schulz von Thun 1981, S.82f.). Systemtheoretisch betrachtet wird vor diesem Hintergrund die Eigendynamik jeder Kommunikation sichtbar. Der Umgang mit dem Ausfall der visuellen Informationsaufnahme muss demnach auch von beiden Seiten, also aus Sicht der Sehenden und der Sehgeschädigten fixiert werden.
Es ergibt sich die Frage, welche Informationen von Sehenden als allgemeingültig und bekanntermaßen vorausgesetzt werden. Inwieweit können Sehbehinderte an normalen kommunikativen Prozessen beteiligt sein und auf welcher Grundlage kommt es auch bei Sehbehinderten zur Erfassung und Verarbeitung der gegebenen Sachverhalte, die durch den eingeschränkten visuellen Sinn anders wahrgenommen werden? Wie kann Kommunikation mit Blinden und von Blinden zu einem adäquaten Informationsaustausch führen?
Ziel soll sein, Sensibilisierung dafür zu schaffen, welche Informationen sich Blinde mühsam aneignen müssen bzw. welche Vorstellungen sehbehinderte Menschen von der Welt haben und wie diese im kommunikativen Zusammenhang stehen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Zum Begriff der Sehschädigung allgemein – die Bedeutung des Sehens

2. Kommunikation und Sehbehinderung

3. Kommunikationsstörungen

4. Unterschiede in der Wahrnehmung

4.1.Allgemeine Unterschiede in der Wahrnehmung zu Sehenden

4.2.Visuelle Informationsaufnahme

4.3.Taktile Informationsaufnahme

4.4. Auditive Informationsaufnahme

5. Unterschiede in der Entwicklung blinder und sehender Kinder

5.1.Allgemeine Unterschiede in der Entwicklung

5.2.Sprache und Sprachentwicklung

5.3.Nachahmung

5.4.Bewegung / Körpersprache und Gestik

6. Einstellungen und Vorstellungen von der Welt

7. Raum und Raumbewusstsein

8. Mimik, Gesicht und Blickkontakte

9. Kontakte und soziale Interaktion

9.1.Pyramidenmodell der sozialen Interaktion

9.2.Soziale Interaktion und Kontakte

9.3.Stereotype, auffällige Ausstellungen und ihre Folgen

9.4.Adäquate Interaktion und Kommunikation durch Erlernen von Verhaltensweisen

10. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Auswirkungen einer Sehschädigung auf den Prozess der menschlichen Kommunikation. Das primäre Ziel ist es, Sensibilisierung dafür zu schaffen, welche Kommunikationsbarrieren durch den Ausfall des visuellen Sinns entstehen und wie Sehgeschädigte durch den Einsatz alternativer Wahrnehmungs- und Ausdrucksformen adäquate Interaktionsmöglichkeiten entwickeln können.

  • Bedeutung des Sehens für die allgemeine kommunikative Entwicklung
  • Auswirkungen von Sehbehinderung auf Wahrnehmungsprozesse und kognitive Entwicklung
  • Analyse von Kommunikationsstörungen und Kompensationsstrategien
  • Bedeutung nonverbaler Signale, Mimik und Gestik im zwischenmenschlichen Kontakt
  • Entwicklung sozialer Interaktionskompetenzen bei blinden Kindern und Erwachsenen

Auszug aus dem Buch

4.2. Visuelle Informationsaufnahme

Die Wahrnehmung visueller Informationen ist bei jedem Sehgeschädigten auf spezifische Weise eingeschränkt und muss sich bei jedem Menschen erst sukzessive entwickeln. „Allerdings verfügt das ungeborene Kind bereits über die Fähigkeit, Lichtimpulse wahrzunehmen. Neugeborene zeigen schon Reaktionen auf optische Reize, so dass zu diesem Zeitpunkt bereits eine Hell-Dunkel-Wahrnehmung anzunehmen ist. Als Reaktion auf Reize ist der Pupillenreflex beobachtbar.“ (Krug 2001, S.40) Bei einer vorhandenen Sehschädigung kommt es, wie im Kapitel 1 beschrieben zum Ausfall bestimmter Sehleistungen, die in enger Korrelation mit der Verbindung zur sehenden Außenwelt stehen. Sehgeschädigten stehen Umweltreize nur bedingt zur Verfügung, der Aufbau eines Umweltmodells durch die damit verbundene Reduktion des Umweltbezugs und des Realitätskontakts sind erschwert (vgl. Krug 2001, S.40).

„Die direkte verbale Kommunikation kann durch hochgradige Sehbehinderung insofern behindert werden als visuelle Verstehenshilfen, wie das Ablesen von den Lippen, das z.B. in einer geräuschvollen Umgebung (...) an Bedeutung gewinnt, schlecht oder gar nicht möglich sind.“ (Rath / Hudelmayer 1985, S.269) „Aufgrund des Mangels an Stimuli können sich Verarbeitungsmechanismen im Gehirn nicht optimal entwickeln. Angemessene Anpassungsreaktionen auf Reizinput sind nicht möglich, sie wären jedoch für die sensorische Integration und die Verarbeitungsprozesse im Gehirn entscheidend.“ (Köhler-Krauß in Krug 2001, S.40) Das Gehirn ist nicht in der Lage, „...den Zustrom sensorischer Impulse in einer Weise zu verarbeiten und zu ordnen, die dem betreffenden Individuum eine gute und genaue Information über sich selbst und seine Umwelt ermöglicht.“ (Ayres in Krug 2001, S.40f.)

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Interaktionsdynamik bei Sehbehinderungen und definiert das Ziel, die Sensibilisierung für die Welt Sehgeschädigter zu fördern.

1. Zum Begriff der Sehschädigung allgemein – die Bedeutung des Sehens: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Sehschädigung sowie verschiedene Stufen und pädagogische Aspekte von Sehbeeinträchtigungen.

2. Kommunikation und Sehbehinderung: Hier wird der Prozess der menschlichen Kommunikation in Bezug auf die fehlende visuelle Wahrnehmung analysiert.

3. Kommunikationsstörungen: Das Kapitel behandelt die Gründe für Kommunikationsstörungen, die durch eine perzeptive Einseitigkeit und fehlende nonverbale Signale entstehen.

4. Unterschiede in der Wahrnehmung: Hier werden die qualitativen Unterschiede in der Informationsaufnahme (visuell, taktil, auditiv) zwischen Sehenden und Blinden dargestellt.

5. Unterschiede in der Entwicklung blinder und sehender Kinder: Dieses Kapitel vergleicht die Entwicklung von Sprache, Nachahmung und Motorik bei blinden und sehenden Kindern.

6. Einstellungen und Vorstellungen von der Welt: Hier wird untersucht, wie Menschen ihre Wirklichkeit konstruieren und welche Rolle dabei die fehlende visuelle Bestätigung spielt.

7. Raum und Raumbewusstsein: Es wird analysiert, wie Blinde Räume erschließen und welches Verständnis sie für räumliche Dimensionen wie Höhe und Tiefe entwickeln.

8. Mimik, Gesicht und Blickkontakte: Das Kapitel thematisiert die Herausforderung der Nutzung von Mimik und Blickkontakten als nonverbale Kommunikationsmittel.

9. Kontakte und soziale Interaktion: Dieser Abschnitt befasst sich mit der sozialen Interaktion und den typischen Verhaltensweisen sowie Stereotypen bei Blinden.

10. Resümee: Die Schlussbetrachtung fasst die Möglichkeiten der Kompensation und die Notwendigkeit der Anpassung im kommunikativen Miteinander zusammen.

Schlüsselwörter

Sehbehinderung, Blindheit, Kommunikation, Wahrnehmung, soziale Interaktion, nonverbale Kommunikation, taktile Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, Sprachentwicklung, Raumbewusstsein, Mimik, Gestik, Kompensationsstrategien, Inklusion, pädagogische Förderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Herausforderungen und Techniken der Kommunikation mit und von sehgeschädigten Menschen im Vergleich zu Sehenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Wahrnehmung, Sprachentwicklung, soziale Interaktion sowie den Auswirkungen des Sehverlustes auf das Raumbewusstsein und den mimischen Ausdruck.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Hauptziel besteht darin, aufzuzeigen, wie Sehgeschädigte trotz fehlender visueller Kanäle durch andere Sinnesmodalitäten eine adäquate Kommunikation und Teilhabe erreichen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender sonderpädagogischer, psychologischer und kommunikationswissenschaftlicher Konzepte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil wird detailliert auf die Unterschiede in der Wahrnehmung, die Entwicklung blinder Kinder, die Bedeutung von Körpersprache und die sozialen Konsequenzen einer Sehschädigung eingegangen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Sehbehinderung, Kommunikation, soziale Interaktion, Wahrnehmungskompensation und nonverbale Kommunikation.

Wie gehen blinde Kinder mit dem Erlernen von Nachahmung um?

Blinde Kinder nutzen primär auditive und taktile Kanäle statt visueller Beobachtung, was den Prozess des Nachahmungslernens anfangs verzögern kann und besondere pädagogische Begleitung erfordert.

Was bedeutet die "psychomotorische Schablone" bei Erwachsenen?

Sie bezeichnet charakteristische Bewegungsmuster bei Blinden, wie steife Haltung oder stereotype Bewegungen, die aus der fehlenden visuellen Kontrolle und einer ständigen inneren Anspannung resultieren können.

Final del extracto de 43 páginas  - subir

Detalles

Título
Kommunikation mit und von Sehgeschädigten
Universidad
University of Applied Sciences Jena  (Sozialarbeit)
Curso
Verbale und Nonverbale Kommunikation
Calificación
2,0
Autor
Anja Hartmann (Autor)
Año de publicación
2004
Páginas
43
No. de catálogo
V32491
ISBN (Ebook)
9783638331982
ISBN (Libro)
9783638703840
Idioma
Alemán
Etiqueta
Kommunikation Sehgeschädigten Verbale Nonverbale Kommunikation
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anja Hartmann (Autor), 2004, Kommunikation mit und von Sehgeschädigten, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32491
Leer eBook
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