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Untersuchung von Analystenprognosen: Güte und Einflussfaktoren

Title: Untersuchung von Analystenprognosen: Güte und Einflussfaktoren

Seminar Paper , 2004 , 21 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dennis Huchzermeier (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Analysten nehmen anhand öffentlich verfügbarer Informationen eine Beurteilung von Wertpapieren, Märkten und Branchen vor. Die Ergebnisse dieser Begutachtungen dienen Investoren als Grundlage für Anlage- bzw. Investitionsentscheidungen. Da Prognosen immer in die Zukunft gerichtet sind, sind sie auch stets mit Unsicherheit behaftet. Diese Tatsache und die Fähigkeit eines Analysten damit umzugehen, hat einen erheblichen Einfluss auf seine Prognosegüte. Spätestens nach einigen Anlage-Flops fragen sich Investoren, welche Qualität die Prognosen der Analysten wirklich haben und welchen Einflussfaktoren sie bei der Erstellung ihrer Prognosen unterliegen. Öffentliche Institutionen wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in Deutschland oder der Securities and Exchange Commission in Amerika geben den Analysten dazu klare Verhaltensregeln im Umgang mit möglichen Interessenkonflikten vor. Ihr Ziel ist die Objektivität von Wertpapieranalysen und die Markttransparenz sicherzustellen und damit das Vertrauen der Investoren in die Kapitalmärkte zu sichern, welches Analysten wie Henry Blodget, von der Investmentbank Merrill Lynch, in der Vergangenheit missbraucht haben. Henry Blodget galt an der Wall Street als „Entdecker“ der amazon-Aktie und genoss auch deshalb in der Öffentlichkeit eine große Aufmerksamkeit. Allerdings hat er diese Aufmerksamkeit dazu benutzt, öffentlich Wertpapiere zu empfehlen, um Gebühreneinnahmen für seine Bank zu generieren, die er intern als Schrott bezeichnet hat. Dies stärkte nicht gerade das Vertrauen der Investoren in die Qualität und Objektivität von Analysten und deren Prognosen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Abgrenzung von Sell-Side gegen Buy-Side Analysten

3. Einflussfaktoren von Analystenprognosen

3.1. Interessenkonflikte

3.2. Gesetzliche Regulierung

3.3. Entlohnung und Erfahrung

3.4. Psychologische Einflussfaktoren

3.5. Sonstige Einflussfaktoren

4. Qualität der Analystenprognosen

4.1. Qualität von Zins- und Wechselkursprognosen

4.2. Qualität von Aktienkursprognosen

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität von Analystenprognosen sowie die verschiedenen Einflussfaktoren, denen Analysten bei der Erstellung dieser Prognosen unterliegen, um deren Nutzen für Investoren kritisch zu hinterfragen.

  • Unterscheidung zwischen Sell-Side und Buy-Side Analysten
  • Analyse von Interessenkonflikten und regulatorischen Einflüssen
  • Einfluss von Entlohnung, Erfahrung und psychologischen Faktoren (Behavioral Finance)
  • Empirische Untersuchung der Prognosegüte bei Zins-, Wechselkurs- und Aktienmarktdaten

Auszug aus dem Buch

3.4. Psychologische Einflussfaktoren

Im Folgenden interessieren Verzerrungen in den Analystenprognosen, die psychologisch bedingt sind. Untersuchungen der allgemeinen psychologischen Phänomene, die in der verhaltenswissenschaftlichen Kapitalmarktforschung (Behavioral Finance) erforscht wurden, wie z.B. Über- und Unterreaktionen, Verankerungseffekte und selektive Wahrnehmungsprozesse beziehen sich in der Regel allerdings auf die Anlegerseite. Da aber „…die Ergebnisse aus verhaltenswissenschaftlichen Erkenntnissen abgeleitet wurden und Analysten auch Menschen sind, kann im Prinzip davon ausgegangen werden, dass die Phänomene auch bei dieser Gruppe vorzufinden sind.“ Das Analystenverhalten jedoch ist bis auf einige Ausnahmen noch nicht umfassend untersucht worden.

Analysten müssen bei Ihrer Arbeit zunehmend Entscheidungen unter Zeitdruck treffen, die zu Fehlern führen können. Deshalb bedienen sie sich Heuristiken. Diese sind ein Grund dafür, dass Individuen oftmals rationales Verhalten vermissen lassen und stellen Verfahren dar, um mit der begrenzten kognitiven Informationsverarbeitungskapazität des Menschen umzugehen. Die Informationskomplexität wird mit relativ geringem Aufwand reduziert, indem Faustregeln als Strategien angewendet werden. Besonders hervorzuheben sind in dieser Arbeit die Verankerungs- und Anpassungsheuristiken.

Die Analysten gehen dabei von Anfangsinformationen aus, die sie zu ihrer anfänglichen Prognose bringen. Erhalten sie nun neue Informationen, so werden diese nicht hinreichend genug berücksichtigt. Mit anderen Worten, die Analysten passen ihre Ausgangsprognosen in Bezug auf die neue Information nicht ausreichend an. Daher kommt es vor, dass Finanzexperten öfter eine Überraschung erleben, als sie erwarten. Auch werden aus einer Gesamtheit von Informationen vorwiegend die Inhalte wahrgenommen, die ein bestimmtes Bild von bereits vor gefassten Meinungen und Überzeugungen widerspiegeln, die also in ein bestimmtes Schema passen. Dieses Phänomen bezeichnet man als Repräsentativität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle von Analysten als Informationsquelle für Investoren und thematisiert die Problematik der Prognoseunsicherheit sowie den Vertrauensverlust durch Interessenkonflikte.

2. Abgrenzung von Sell-Side gegen Buy-Side Analysten: Dieses Kapitel differenziert zwischen Sell-Side Analysten, die Analysen für die Öffentlichkeit erstellen, und Buy-Side Analysten, die vorrangig für institutionelle Investoren tätig sind.

3. Einflussfaktoren von Analystenprognosen: Das Kapitel analysiert verschiedene interne und externe Faktoren, wie Interessenkonflikte durch Investmentbanking, rechtliche Regulierungen, Anreizstrukturen, Erfahrung und psychologische Verzerrungen.

4. Qualität der Analystenprognosen: Hier erfolgt eine empirische Evaluierung der Prognosegüte für Zinssätze, Wechselkurse und Aktienkurse unter Berücksichtigung verschiedener Studien.

5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über die insgesamt unzulängliche Qualität der Prognosen und unterstreicht die Notwendigkeit für Investoren, die Einflussfaktoren auf Analysten bewusster wahrzunehmen.

Schlüsselwörter

Analystenprognosen, Sell-Side Analysten, Interessenkonflikte, Prognosegüte, Behavioral Finance, Heuristiken, Verankerungseffekte, Kapitalmarkt, Finanzmarktforschung, Markttransparenz, Rendite, Kursbewegungen, Investmentbanken, Prognosehorizont, Effizienz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität von Finanzanalystenprognosen und der Frage, welche Faktoren deren Zuverlässigkeit beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Analystentypen, die Auswirkungen von Interessenkonflikten, regulatorische Maßnahmen, verhaltensökonomische Einflüsse sowie die empirische Überprüfung der Treffsicherheit von Vorhersagen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob Analystenprognosen eine verlässliche Entscheidungsgrundlage für Investoren darstellen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Literaturanalyse bestehender empirischer Studien aus der verhaltenswissenschaftlichen Kapitalmarktforschung.

Was wird im Hauptteil detailliert diskutiert?

Der Hauptteil analysiert, warum Analysten trotz ihrer professionellen Rolle häufige Prognosefehler begehen, bedingt durch institutionelle Abhängigkeiten, psychologische Verzerrungen und Marktdynamiken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Analystenprognosen, Interessenkonflikte, Prognosegüte, Heuristiken, Behavioral Finance und Effizienz von Kapitalmärkten.

Welchen Einfluss hat die "Regulation Fair Disclosure" auf die Analystenarbeit?

Die Arbeit zeigt, dass die US-amerikanische Reg FD zwar für Gleichbehandlung sorgen sollte, empirische Daten jedoch darauf hindeuten, dass dies die Genauigkeit der Prognosen teilweise verschlechtert hat, da der Informationsvorteil für Analysten weggefallen ist.

Warum schneiden Analysten in Performance-Wettbewerben oft nicht besser ab als der Zufall?

Die Analyse verdeutlicht, dass viele Empfehlungen Trends widerspiegeln oder dem Herdentrieb folgen, anstatt fundamentale Qualität zu liefern, und dass das Risiko der Analysten-Empfehlungen oft unverhältnismäßig hoch ist.

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Details

Title
Untersuchung von Analystenprognosen: Güte und Einflussfaktoren
College
University of Hannover  (Geld und Internationale Finanzwirtschaft)
Course
Seminar Empirische Finanzmarktforschung
Grade
2,0
Author
Dennis Huchzermeier (Author)
Publication Year
2004
Pages
21
Catalog Number
V32498
ISBN (eBook)
9783638332057
Language
German
Tags
Untersuchung Analystenprognosen Güte Einflussfaktoren Seminar Empirische Finanzmarktforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dennis Huchzermeier (Author), 2004, Untersuchung von Analystenprognosen: Güte und Einflussfaktoren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32498
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