Betrachtet man das World Wide Web vor 1994, so ist zu erkennen welchen Einfluss ein paar Studenten von der Stanford University mit der Idee hatten, ein Verzeichnis mit allen auffindbaren Websites zu veröffentlichen und ständig zu aktualisieren. Yahoo! hatte eine immense Bedeutung für die Art und Weise, wie Internetnutzer he ute nach Informationen suchen.1 Das Internet strebt in einem rasanten Wandel bereits der dritten Generation entgegen. Die Allgemeinheit nutzte das Internet der ersten Generation kaum oder lediglich als Basis für Newsgruppen basierend auf USENET. Mit dem Internet Explorer 4 und der Integration ins Betriebssystem Win95/98 wurde das Internet dann für jedermann zugänglich. Vorrangiges Ziel der Unternehmen in den letzten Jahren war es mit der Publikation einer eigenen Website erst einmal Präsenz im World Wide Web zu zeigen. Was anfangs mühsam im HTML-Syntax programmiert werden musste, kann heute komfortabel mit Web-Publishing Programmen gestaltet werden. In der zweiten Generation kommt der Faktor Umsatz zum Zuge. Mit einem eigenen Webshop wollen viele Firmen im Internet Geld verdienen. Die meisten Lösungen sind jedoch rudimentär, kompliziert, bieten zuwenige Informationen und werden deshalb kaum besucht. Professionelle Lösungen sind teuer und brauchen Werbeunterstützung. In der kommenden dritten Generation soll das Internet auf Serviceleistungen basieren. Die momentane Methode web-basierte Services zu finden, bedeutet oftmals dass Unternehmen bei der Implementierung und Verbindung in heterogenen Systemen, Protokolle offline miteinander abstimmen müssen und von manuellen Dokumentationen abhängig sind. Die Integration von Geschäftsprozessen innerhalb und außerhalb von Unternehmen bildet die Grundlage für die zukunftsträchtigen Web Services3. Die Arbeit geht erst kurz auf die Prozessintegration und die Web Services ein, um den Hintergrund für die etwas ungewöhnliche Abkürzung „UDDI“ zu verdeutlichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Business Process Integration
3. Web Services
4. Universal Description, Discovery and Integration
4.1 Die weißen, gelben und grünen Seiten des Internet
4.2 Technische Beschreibung
4.3 Registrierung
4.4 Nutzen
4.5 Risiken / Probleme
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, die Relevanz des Standards "Universal Description, Discovery and Integration" (UDDI) für die dritte Generation des Internets zu verdeutlichen. Dabei wird analysiert, wie UDDI als zentrales Verzeichnis und Framework zur Integration von Web Services in heterogenen Geschäftsumgebungen dient und welche Rolle es bei der effizienten Automatisierung von B2B-Prozessen spielt.
- Business Process Integration (BPI) und die Rolle von XML und SOAP
- Grundlagen und Architekturkonzepte von Web Services
- Detaillierte Funktionsweise der UDDI-Registry (Weiße, Gelbe und Grüne Seiten)
- Technischer Aufbau, Registrierungsprozesse und Nutzenpotenziale für Unternehmen
- Herausforderungen, Sicherheitsrisiken und Zukunftsperspektiven
Auszug aus dem Buch
Die weißen, gelben und grünen Seiten des Internet
Wer im Internet nach bestimmten Leistungen oder neuen Geschäftspartnern sucht, ohne die potentiellen Anbieter zu kennen, steht in der Regel vor folgenden Fragen:
Wie finde ich die richtigen Geschäftspartner?
Passt deren Angebot von Produkten oder Dienstleistungen zu meinem konkreten Bedarf?
Wie kann ich den Geschäftspartner qualitativ beurteilen und zu welchen Konditionen die Produkte oder Dienstleistungen beziehen?
Was sind die „elektronischen Fähigkeiten“ meines Partners? Welche Protokolle und Schnittstellenformate werden unterstützt?
Wie können Geschäftsprozesse gemeinsam effizient umgesetzt werden?
Die UDDI-Initiative versucht Antworten auf diese Fragen zu geben und greift daher die Idee eines zentralen, plattform-unabhängigen Firmenverzeichnisses auf. Der Zugriff auf das UDDI Business Registry kann entweder manuell über die von den Betreibern angebotenen Webseiten oder über den Austausch von XML-Dokumenten, die dem von UDDI vorgegebenen XML-Schema genügen, erfolgen. Die Informationen, die eine Firma im UDDI Business Registry publizieren kann verteilen sich auf sogenannte Weiße, Gelbe und Grüne Seiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Der Autor skizziert die historische Entwicklung des Internets von der ersten bis zur dritten Generation und führt in die Notwendigkeit von Serviceleistungen und Prozessintegration ein.
2. Business Process Integration: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit der Integration von Geschäftsprozessen und stellt XML und SOAP als technologische Grundlagen für den Datenaustausch vor.
3. Web Services: Hier wird der Begriff der Web Services definiert und ihr Potenzial als flexibler Software-Ansatz für E-Business-Anwendungen beschrieben.
4. Universal Description, Discovery and Integration: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte Analyse der UDDI-Architektur, ihrer technischen Komponenten, Registrierungsmechanismen sowie des Nutzens und der Risiken für Unternehmen.
4.1 Die weißen, gelben und grünen Seiten des Internet: Die Struktur der UDDI-Registry wird in die Kategorien weiße, gelbe und grüne Seiten unterteilt und erläutert.
4.2 Technische Beschreibung: Das Kapitel behandelt die technischen Grundlagen der UDDI-Spezifikation, einschließlich XML-Schema, SOAP-Bindings und Datenstrukturen wie Binding Templates.
4.3 Registrierung: Hier wird der Prozess beschrieben, wie Unternehmen sich bei einem UDDI-Anbieter registrieren und ihre Geschäftsfunktionen veröffentlichen können.
4.4 Nutzen: Dieses Kapitel beleuchtet den Mehrwert von UDDI für verschiedene Unternehmensgruppen bei der Suche nach Geschäftspartnern und der Automatisierung von Transaktionen.
4.5 Risiken / Probleme: Kritische Aspekte wie Missbrauch, Datenmüll, politische Machtkonzentration und markenrechtliche Fragen werden hier diskutiert.
5. Schlusswort: Das Fazit fasst die Rolle von UDDI als zentraler Klassifizierungsdienst zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung in Richtung Semantic Web.
Schlüsselwörter
UDDI, Web Services, B2B, Business Process Integration, XML, SOAP, WSDL, Service-Registry, E-Commerce, Geschäftsprozesse, Internet-Standard, XML-Schema, Business Entity, Binding Template, .Net
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung von UDDI (Universal Description, Discovery and Integration) als zentralem Standard zur Registrierung und Auffindung von Web Services im B2B-Bereich.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen Prozessintegration, Web-Service-Technologien, die Architektur von UDDI-Registern und die strategischen Vorteile für den elektronischen Geschäftsverkehr.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Konzept hinter UDDI zu erklären und aufzuzeigen, wie es die Integration von Geschäftsprozessen in heterogenen Systemumgebungen effizienter gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die technische Dokumentation bestehender Industriestandards und führt diese in einem betriebswirtschaftlichen Kontext zusammen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die technische Struktur von UDDI (Weiße, Gelbe, Grüne Seiten), die API-Spezifikationen, den Registrierungsprozess und bewertet kritisch die Potenziale sowie Risiken für Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie UDDI, Web Services, B2B, XML, SOAP und Business Process Integration definiert.
Was sind die "Grünen Seiten" im Kontext von UDDI?
Die "Grünen Seiten" beschreiben, wie Unternehmen elektronische Geschäfte abwickeln können, indem sie spezifische Web Services und deren technische Schnittstellen (WSDL) offenlegen.
Welche Risiken werden mit der Nutzung von UDDI in Verbindung gebracht?
Zu den genannten Risiken gehören potenzieller Missbrauch (wie betrügerische Einträge), die Herausforderung der Datenbereinigung sowie politische Bedenken hinsichtlich der Machtkonzentration bei den Betreibern der Root-Server.
- Quote paper
- Sebastian Lüttig (Author), 2002, UDDI - Mehr als nur gelbe Seiten für B2B, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32519