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Kinder und Frauen in den neuen Kriegen. Entgrenzte Gewalt und die Chancen neuerlicher Eingrenzung

Titel: Kinder und Frauen in den neuen Kriegen. Entgrenzte Gewalt und die Chancen neuerlicher Eingrenzung

Essay , 2004 , 11 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dirk Meixner (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kinder und Frauen in den neuen Kriegen verdienen eine besonders aufmerksame Betrachtung. Denn ihnen wird eine spezielle, unfreiwillige Rolle in den Gewaltkonflikten zuteil. Frauen sind Opfer einer Strategie der Gewaltanwendung zum einen, Kinder kostengünstige Gewaltanwender zum anderen. Alleine in Ruanda wurden zwischen 250.000 und 500.000 Frauen während des Genozids 1994 vergewaltigt. In Bosnien und Herzegowina wurden während des fünfjährigen Konfliktes alleine im Jahre 1992 20.000 - 50.000 Frauen vergewaltigt (Amnesty International). Nach Schätzungen der UN wird alleine in Afrika die Zahl der unter Waffen stehenden Kinder auf 120000 geschätzt. Weltweit sollen es mehr als 300000 sein. Genaue Zahlen kennt allerdings niemand, denn viele der Kinder wachsen während der lange andauernden Konflikte aus dem Kindesalter heraus. Andere sterben, Neue kommen hinzu, ohne dass es jemand registriert. Diese Zahlen zeigen eindeutig, dass es sich nicht um beiläufige Phänome handelt. Der Text beschreibt die besonders perfinde Rolle, die Frauen und Kindern seit einigen Jahren als zentraler Bestandteil kriegerischer Gewaltstrategien zukommt. Und dies, obwohl ihnen laut internationalem Kriegsrecht aus gutem Grund besonderer Schutz zusteht.




Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Sexuelle Gewalt gegen Frauen:

3. Kinder in den neuen Kriegen:

4. Schluss:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die veränderte Natur sogenannter "neuer Kriege", in denen die Grenzen zwischen politisch motivierter Gewalt, organisiertem Verbrechen und massiven Menschenrechtsverletzungen verschwimmen. Dabei wird analysiert, wie Frauen als strategisches Angriffsziel missbraucht werden und welche sozioökonomischen Faktoren Kinder in die Rolle von Kindersoldaten drängen.

  • Verschwimmen der Grenzen in neuen Kriegen und Entstehung von Gewaltökonomien
  • Funktion sexueller Gewalt gegen Frauen als gezielte Kriegsstrategie
  • Rekrutierung und Instrumentalisierung von Kindern in bewaffneten Konflikten
  • Kosten-Nutzen-Rechnungen von Warlords und Kriegsherren
  • Versagen klassischer Entwicklungshilfe bei der Ursachenbekämpfung
  • Notwendigkeit einer kosmopolitischen Rechtsordnung als Lösungsansatz

Auszug aus dem Buch

Kinder in den neuen Kriegen:

Die Kämpfer in den neuen Kriegen sind bedauerlicherweise häufig Kinder und Jugendliche. Sie sind Opfer und Täter zugleich. Opfer, alleine deshalb, weil sie nahezu ausschließlich unfreiwillige Akteure in einem bewaffneten Konflikt darstellen, der sie aus den verschiedensten Gründen, aber im weitesten Sinne nahezu ausschließlich durch äußere Zwänge, zu Teilnehmern dieser werden ließ. Neben diesen Beweggründen der Teilnahme an bewaffneten Konflikten, ist auch die zwangsweise Rekrutierung zu erwähnen. Hierbei handelt es sich oft um Kinder und Jugendliche, die ihre Familienangehörigen verloren haben oder entführt wurden. Sie finden in der Gesellschaft der Gleichaltrigen eine neue Familie, die ihnen Schutz bietet, und vielleicht sogar so etwas wie Geborgenheit.

Hauptsächlich werden Jungen rekrutiert, aber vereinzelt sind auch Mädchen anzutreffen. Sie werden oft als Sexsklavinnen missbraucht oder sammeln Brennholz, kochen und waschen. Die Karrieren der Kindersoldaten verlaufen alle ähnlich. Je nach Alter werden sie anfangs für einfache Tätigkeiten eingeteilt. Sie arbeiten als Späher, Meldegänger, Spion oder Lastenträger. Wenn sie alt und stark genug sind ein Gewehr zu tragen, werden sie bewaffnet und man lässt sie an Kampfhandlungen teilnehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Phänomen der neuen Kriege als Übergang zu einer Gewaltökonomie, in der Zivilisten primäre Angriffsobjekte sind, um politische Kontrolle durch Angst zu erzeugen.

2. Sexuelle Gewalt gegen Frauen: Dieses Kapitel erläutert, wie Vergewaltigungen gezielt als strategisches Mittel eingesetzt werden, um soziale Strukturen zu zerstören oder den Widerstandswillen der Bevölkerung durch psychologische Folter zu brechen.

3. Kinder in den neuen Kriegen: Hier wird analysiert, wie Armut und Perspektivlosigkeit dazu führen, dass Kinder als billige und leicht zu beeinflussende Krieger rekrutiert werden, für die der Krieg oft die einzige soziale Aufstiegschance darstellt.

4. Schluss: Der Schluss kritisiert klassische Hilfsmaßnahmen als reine Symptombehandlung und fordert die Etablierung einer kosmopolitischen Rechtsordnung, um die strukturellen Ursachen der Gewalt zu beseitigen.

Schlüsselwörter

Neue Kriege, Kindersoldaten, sexuelle Gewalt, Kriegsstrategie, Gewaltökonomie, Warlords, Menschenrechtsverletzungen, Demobilisierung, Reintegration, kosmopolitisches Recht, Gewaltmonopol, soziale Anerkennung, Identitätspolitik, Krisengebiete.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die spezifischen Gewaltformen in sogenannten "neuen Kriegen", wobei der Fokus insbesondere auf der Ausbeutung und Instrumentalisierung von Frauen und Kindern liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Transformation von Kriegführung in eine Gewaltökonomie, der strategischen Nutzung sexueller Gewalt sowie den soziologischen Hintergründen der Rekrutierung von Minderjährigen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Gewalt gegen Frauen und Kinder kein zufälliges Begleitphänomen ist, sondern eine bewusste, kalkulierte Strategie der Akteure darstellt, und Lösungsansätze über die reine Nothilfe hinaus zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und politikwissenschaftliche Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Sekundärliteratur und Fachstudien zu internationalen Konflikten basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von sexueller Gewalt als Instrument zur Zerstörung gesellschaftlicher Strukturen und in eine Analyse der Motive und Lebensrealitäten von Kindersoldaten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Zentrale Begriffe sind die Gewaltökonomie, das Fehlen staatlicher Gewaltmonopole, der Einsatz von Kindersoldaten und der Bedarf an trans- bzw. supranationalen Rechtsstrukturen.

Warum wird sexuelle Gewalt in diesen Kriegen nicht nur als Triebtäter-Verhalten gewertet?

Die Arbeit stellt dar, dass sexuelle Gewalt oft eine funktionale, strategische Komponente besitzt, um die Reproduktionsfähigkeit und die Ehre gegnerischer Gemeinschaften gezielt zu zerstören.

Weshalb ist die klassische Entwicklungshilfe laut der Arbeit oft kontraproduktiv?

Die Autorin argumentiert, dass Hilfslieferungen in Krisengebieten häufig von Warlords vereinnahmt werden und somit indirekt die Kriegsparteien alimentieren, anstatt die strukturelle Legitimität wiederherzustellen.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kinder und Frauen in den neuen Kriegen. Entgrenzte Gewalt und die Chancen neuerlicher Eingrenzung
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (ISW)
Veranstaltung
Neue Kriege, Asymmetrie, Kommerzialisierung, Staatszerfall
Note
1,0
Autor
Dirk Meixner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
11
Katalognummer
V32549
ISBN (eBook)
9783638332392
ISBN (Buch)
9783638761321
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kinder Frauen Kriegen Entgrenzte Gewalt Chancen Eingrenzung Neue Kriege Asymmetrie Kommerzialisierung Staatszerfall
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dirk Meixner (Autor:in), 2004, Kinder und Frauen in den neuen Kriegen. Entgrenzte Gewalt und die Chancen neuerlicher Eingrenzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32549
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Leseprobe aus  11  Seiten
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