Wirtschaftpolitik - Grenzen des Wachstums


Referat (Ausarbeitung), 2004

50 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wachstum
2.1 Begriff des Wachstums
2.2 Probleme der Messung des Wirtschaftswachstums
2.3 Bedeutung des Wachstums
2.3.1 Allgemeine Betrachtung
2.3.2 Wachstum als wirtschaftspolitisches Ziel
2.4 Einflussfaktoren des Wachstums
2.4.1 Produktivität und Bevölkerung
2.4.2 Bestimmungsfaktoren
2.4.3 Faktor: Kapital
2.4.4 Faktor: Arbeit
2.4.5 Faktor: Boden / Natürliche Ressourcen
2.4.6 Technologisches Wissen
2.4.7 Bevölkerungsanzahl

3 Wirtschaftswachstum und Umwelt
3.1 Sichtweise der neoklassischen Wirtschaftstheorie
3.2 Sichtweisen des Club of Rome
3.2.1 Der Club of Rome
3.2.2 Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ (1972)
3.2.3 Bericht „Jenseits der Grenzen des Wachstums“ (1988)
3.2.4 Bericht „Die neuen Grenzen des Wachstums“ (1992)
3.2.5 Bericht „Faktor Vier“ (1995 + 1997)
3.3 Nachhaltiges Wachstum

4 Ansatzpunkte für Wachstumspolitik
4.1 Quantitatives Wachstum
4.1.1 Begriff Quantitatives Wachstum
4.1.2 Faktor: Kapital
4.1.3 Faktor: Arbeit
4.1.4 Faktor: Boden / Natürliche Ressourcen
4.1.5 Technologisches Wissen
4.1.6 Bevölkerungsanzahl
4.1.7 Eigentumsrechte schützen
4.1.8 Freihandel fördern
4.2 Qualitatives Wachstum
4.2.1 Begriff des Qualitatives Wachstum
4.2.2 Internalisierung durch Haftungsrecht
4.2.3 Internalisierung durch Steuern und Subventionen
4.2.4 Umweltauflagen
4.2.5 Internalisierung durch Eigentumsrechte
4.3 Nachhaltigkeitspolitik

5 Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967 wurde das Wirtschaftswachstum verbindlich zum politischen Ziel der Bundesrepublik Deutschland erklärt. Dort heißt es im § 1: „Bund und Länder haben bei ihren wirtschafts- und finanzpolitischen Maßnahmen die Erfordernisse des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu beachten. Die Maßnahmen sind so zu treffen, dass sie im Rahmen der marktwirtschaftlichen Ordnung gleichzeitig zur Stabilität des Preisniveaus, zu einem hohen Beschäftigungsstand und außenwirtschaftlichen Gleichgewicht bei stetigem und angemessenem Wirtschaftswachstum beitragen.“[1]

Auf der anderen Seite stellen sich seit jeher Wirtschaftswissenschaftler bei Wachstumseinbrüchen, die auf den ersten Blick nicht mit Konjunktur-schwankungen begründet werden konnten, die Frage nach den möglichen Grenzen des Wachstums.[2]

Diese grundlegende Frage soll nachfolgend untersucht werden. Beginnend wird im Abschnitt 2 das Wirtschaftswachstum mit seinen Auswirkungen auf die individuelle Güterversorgung erklärt und betrachtet, ob bereits die Bestimmungsfaktoren des Wachstums begrenzt sind oder begrenzend wirken.

In der weltweiten Diskussion, ob Wirtschaftswachstum begrenzt ist oder begrenzt werden sollte, werden unterschiedliche Thesen vertreten. Der Anschnitt 3 beschreibt das Problem anhand der neoklassischen Wirtschafts-theorie und als Gegenpool die Sichtweisen des Club of Rome, welche man als ökologische Ökonomik bezeichnen könnte. Darüber hinaus soll erörtert werden, wie es sich mit einem nachhaltigen Wachstums, als Konsens beider Sichtweisen verhält.

Abschließend wird aufgezeigt, welche Ansatzpunkte es für eine auf Quantität oder Qualität des Wachstums ausgerichtete Politik gibt und wie sich die aktuelle Nachhaltigkeitspolitik dem Problem stellt.

2 Wachstum

2.1 Begriff des Wachstums

Unter Wirtschaftswachstum oder kurz Wachstum versteht man allgemein eine Veränderung der Produktion an Gütern und Dienstleistungen eines Jahres im Vergleich zum Vorjahr. Dies bedeutet natürlich, dass auch eine entsprechende Veränderung zum Vorjahr erfolgte. Das Produktionspotential stellt dabei die volkswirtschaftlichen Produktionsmöglichkeiten dar und kann somit auch als volkswirtschaftliches Leistungsvermögen beschrieben werden.[3] [4]

Man unterscheidet den Zuwachs als positives Wachstum und die Abnahme als negatives Wachstum.[5]

Andere volkswirtschaftliche Definitionen beschränken sich ausschließlich auf den positiven Begriff und bestimmen eine anhaltende Zunahme des Angebots an Gütern und Dienstleistungen oder bezeichnen den Anstieg des realen Bruttoeinkommens pro Kopf der Bevölkerung als Wachstum.[6]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist unter anderem ein Maß für dieses volkswirtschaftliche Leistungsvermögen. Es stellt den Marktwert aller für den Endverbrauch bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden, dar.[7]

Damit ist das BIP grundsätzlich geeignet um Veränderungen der volkswirtschaftlichen Leistung im Zeitablauf abzubilden und ist somit auch ein Indikator für wirtschaftliches Wachstum. Insbesondere das BIP pro Kopf dient zur Messung des Wirtschaftswachstums, um Einflüsse von Veränderungen der Bevölkerungszahl eines Landes auszuschließen.

2.2 Probleme der Messung des Wirtschaftswachstums

Das BIP als Indikator für Wirtschaftswachstum ist jedoch nicht unumstritten. Beispielsweise werden nur marktmäßige Leistungen erfasst. Das bedeutet, dass Leistungen aus dem Bereich der Selbstversorgung, wie Hausfrauentätigkeit, hobbymäßige Gartenarbeit oder auch Schwarzarbeit, die durchaus einen volkswirtschaftlichen Nutzen haben, nicht in das BIP einfließen und deshalb auch keinen Einfluss auf das so gemessene Wirtschaftswachstum haben. Die Leistungen des Staates werden nicht nach ihrem Nutzen bewertet, sondern fließen nur mit ihren Kosten ein. Belastungen der Umwelt oder auch ihr Nutzen sind schwer zu bewerten und deshalb nur bedingt im BIP enthalten.[8]

2.3 Bedeutung des Wachstums

2.3.1 Allgemeine Betrachtung

Wie bereits beschrieben, bedeutet Wirtschaftswachstum eine anhaltende Zunahme des Angebots an Gütern und Dienstleistungen. Durch die gestiegene Produktion ist es den Menschen möglich, ihre materiellen Bedürfnisse besser zu befriedigen. Vordringlich werden in vielen Ländern der Welt die elementaren Grundbedürfnisse befriedigt und in den entwickelten Industrienationen geht eher um eine größere Auswahl für die Konsumenten, um Freizeitaktivitäten, kulturelle Bedürfnisse oder Maßnahmen zur Erhaltung der Umwelt.

Es wird immer häufiger gefordert, das quantitative Wachstum zu verlangsamen und die Lebensqualität als ein qualitatives Wachstum zu fördern. Qualität schließt die Quantität des Wachstums aber nicht aus, sondern benötigt eine Mengenausweitung vielmehr. Ohne quantitatives Wachstum, fehlen die Mittel die qualitativen Vorhaben umzusetzen, ohne bestehende Besitzstände anzugreifen. Umweltschäden und andere negative Auswirkungen sind nicht durch das Wachstum an sich bedingt, es liegt hauptsächlich an der Struktur und der Wahl der Mittel.[9]

2.3.2 Wachstum als wirtschaftspolitisches Ziel

Anhand dieser allgemeinen Betrachtungsweise der Bedeutung des wirtschaftlichen Wachstums können nun verschiedene Punkte abgeleitet werden, die dazu führen, dass Wachstum zum erklärten Ziel der Wirtschaftspolitik wird.

Durch die verbesserte Güterversorgung, welche durch Wachstum bedingt ist, wird die Knappheit an Gütern und Dienstleistungen reduziert. Durch Wachstum werden die Finanzierung öffentlicher Güter und die Bereitstellung sozialer Sicherheit durch den Staat erleichtert, da sich durch Wirtschaftswachstum die Staatseinnahmen erhöhen. Des Weiteren steigt bei wachsender Wirtschaft die Nachfrage nach Arbeit, somit sinkt auch die Arbeitslosigkeit. Es wird auch angenommen, dass aufgrund der Zuwächse eine bessere Verteilung und Umverteilung möglich ist. Dieses bedeutet, dass sich die Einkommen harmonisieren können, auf globaler Ebene entsprechend durch Entwicklungshilfe. Auch war das Wirtschaftswachstum zum Vergleich von Wirtschaftsordnungen bis zum Zusammenbruch des „Ostblocks“ sehr beliebt. Heute dient es auch weiterhin als Maß zwischen einzelnen Staaten.[10] [11] [12]

Mit dem Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft vom 08.06.1967, wie einleitend aufgeführt, wurde das Wirtschafts-wachstum zum politischen Ziel erklärt.[13]

Es wird als erwiesen angesehen, dass die vier Ziele (Wirtschaftswachstum, Stabilität des Preisniveaus, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, hoher Beschäftigungsstand) nicht gleichzeitig erreicht werden können.[14]

Im angegebenen Gesetzestext ist vom angemessen Wachstum die Rede. Als angemessen in diesem Zusammenhang gilt eine Zuwachsrate der Produktion, die notwendig ist, um bestimmte andere wirtschafts- oder gesellschafts-politische Ziele zu erreichen.[15]

Mit Wirtschaftswachstum versucht die Wirtschaftspolitik oftmals grundlegende wirtschafts- und gesellschaftspolitische Ziele, wie z.B. Freiheit, soziale Gerechtigkeit und Sicherheit zu erreichen. Daher muss Wachstum nicht grundsätzlich als primäres Ziel betrachtet, sondern optimales Wachstum kann auch als Zwischenziel verfolgt werden.[16]

2.4 Einflussfaktoren des Wachstums

2.4.1 Produktivität und Bevölkerung

Das Bruttoinlandsprodukt ist der Marktwert aller für den Endverbraucher bestimmten Waren und Dienstleistungen, die in einem Land in einem bestimmten Zeitabschnitt hergestellt werden. Somit spiegelt das BIP den Lebensstandard eines Landes oder einer Gesellschaft wieder.[17]

Die Produktivität stellt dabei die Menge der Waren und Dienstleistungen dar, die innerhalb einer Arbeitsstunde herstellt werden. Produktivität ist somit ein maßgeblicher Einflussfaktor für den Lebensstandard eines Landes oder einer Gesellschaft. Das Produktivitätswachstum bestimmt das Wachstum des Lebensstandards und somit auch das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes.[18]

Die Frage ist jedoch, ob wir mit einer absoluten Zunahme des Wirtschaftswachstums zufrieden sind? Es kommt vielmehr darauf an, dass sich die individuelle Güterversorgung verbessert. Daher wird im Regelfall das BIP als Pro-Kopf-Wert angegeben, was bedeutet, dass ein weiterer maßgeblicher Einflussfaktor die Bevölkerungsanzahl bzw. das Bevölkerungswachstum ist.[19]

2.4.2 Bestimmungsfaktoren

Als Bestimmungsfaktoren des Wachstums können die Bevölkerungszahl und die Produktivität, welche durch die Kombination der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital sowie dem technischen Fortschritt beeinflusst wird, festgehalten werden. Arbeit und Kapital unterscheidet man weiterhin nach Qualität und Quantität und Boden nach Abbauboden, Anbauboden und als Standort.[20]

2.4.3 Faktor: Kapital

Das Kapital oder Realkapital umfasst den Bestand an produzierten Produktionsmitteln, die für die Erstellung von Waren und Dienstleistungen verwendet werden. Somit stellt Realkapital einen Input des Produktions-prozesses dar, der in der Vergangenheit bereits ein Output des Selbigen war.[21]

Der Produktionsfaktor Kapital wird in Einsatzmenge und Qualität unterteilt.

Eine Qualitätsverbesserung folgt einer technischen Neuerung, die nicht genau vorhersagbar ist, siehe auch Punkt 2.3.1.4. Die Erhöhung der Einsatzmenge von Kapital ist auf der anderen Seite planbar.[22]

Da der Bestand an produzierenden Produktionsmitteln, das Realkapital, wieder Kapital in Form von Waren und Dienstleistungen produziert, erneuert sich dieser Produktionsfaktor ständig selbst.[23]

Eine andere Entwicklung tritt auf, wenn zur Finanzierung im übermäßigen Umfang Kredite aufgenommen werden. Da diese durch Zinsen und Tilgung die zukünftigen Möglichkeiten für Investitionen wiederum einschränken.[24]

2.4.4 Faktor: Arbeit

Auch dieser Produktionsfaktor wird in Einsatzmenge und Qualität aufgeteilt.

Die Qualität der Arbeit lässt sich verbessern, man spricht auch hier von einem produzierbaren Produktionsfaktor, dem Humankapital. Humankapital verkörpert das Wissen und die Fähigkeiten, die Arbeitskräfte durch Ausbildung und Berufserfahrung erwerben. Humankapital erhöht wie Realkapital die Fähigkeit eines Landes zur Produktion von Waren und Dienstleistungen. Das Humankapital betrifft die Ressourcen, die aufgewendet werden, um den Arbeitskräften das Verständnis der Gesellschaft zu vermitteln. Nach Abzug des Aufwandes in Form von Lehrern oder auch der Zeit für das Lernen vergrößert sich der Faktor Arbeit somit ständig selbst.[25]

Unter der Annahme, dass langfristig alle Ressourcen menschlicher Arbeitskraft wirtschaftlich genutzt werden, kann man die Menge der im Produktionsprozess eingesetzten Arbeit nur durch Bevölkerungswachstum erhöhen. Da das Bevölkerungswachstum sich unmittelbar auf das Pro-Kopf-Wachstum auswirkt, kommt es auf das jeweilige Verhältnis an. Eine Bevölkerungsmehrung kann über die Mengenausweitung des Faktors Arbeit das Sozialprodukt stärker, gleich stark oder weniger stark als das Bevölkerungswachstum ansteigen lassen.[26]

2.4.5 Faktor: Boden / Natürliche Ressourcen

Natürliche Ressourcen sind bei der Produktion von Waren und Dienstleistungen eingesetzte Inputs, die von der Natur bereitgestellt werden. Dabei wird in zwei Arten unterschieden: regenerierbare und nicht regenerierbare Ressourcen. Unterschiede im Hinblick auf natürliche Ressourcen sind verantwortlich für einige der Unterschiede des Lebens-standards in der Welt. Natürliche Ressourcen sind wichtig für eine hohe Produktivität, jedoch nicht notwendig.[27]

Für die Bestimmungsfaktoren des Wachstums wurde der Produktionsfaktor Boden in drei Hauptbereiche aufgeteilt.

Mit Abbauboden sind natürlichen Ressourcen gemeint, die sich weiter in regenerierbare, z.B. Wald, und die nicht-regenerierbare, z.B. Erdöl, unter-scheiden. Wohingegen man einen gefällten Baum, durch einen Setzling, der dann zukünftig wieder geschlagen werden kann, ersetzt, ist dieses beim Erdöl nicht möglich. Nicht-regenerierbare Ressourcen sind nur begrenzt verfügbar.[28]

Mit Anbauboden bezeichnet man natürliche Ressourcen, die zur Ernährung bestimmt sind. Hier könnte man eine Unterscheidung nach Qualität und Quantität vornehmen. Unter der Annahme, dass langfristig bereits alle Ressourcen wirtschaftlich genutzt werden, kann eine Qualitäts- und Mengenverbesserung nur mit dem Eintritt einer technischen Neuerung zusammenfallen, siehe auch Punkt 2.3.1.4.

Der Boden als Standort beschreibt den Bereich der Erde, der den Menschen zum Produzieren, Befahren und zur Abfallbeseitigung zur Verfügung steht. Da dieser bereits durch größer werdende Güterproduktionskapazitäten im Verhältnis abnimmt, ist er auch als grundsätzlich begrenzt zu betrachten.[29]

2.4.6 Technologisches Wissen

Technologisches Wissen ist das Wissen der Gesellschaft um die besten Wege zur Herstellung von Waren und Dienstleistungen. Dieses Wissen kann enorm zur Steigerung der Produktivität führen. Durch technologisches Wissen oder auch technischen Fortschritt können in der Produktion Arbeitsvorgänge verbessert bzw. beschleunigt werden. So konnten z.B. in der Landwirtschaft hohe Ertragssteigerungen erzielt werden, da durch technologische Neuerungen, wie Kunstdünger oder Maschinen, nur noch ein Bruchteil der menschlichen Arbeitskraft benötigt wurde.[30]

Der Einritt eines Fortschrittes ist nicht erzwingbar und daher nicht planbar. Dieses kann jedoch zum Teil ausgeglichen werden, da durch Forschung die Wahrscheinlichkeit des Eintrittes erhöht werden kann. Es besteht dennoch eine Unsicherheit, ob ein Fortschritt eintritt. Wenn eine Innovation jedoch umgesetzt wird, zieht dieses zu meist weitreichende Konsequenzen nach sich.[31]

2.4.7 Bevölkerungsanzahl

Als Nenner bei einer Pro-Kopf-Gleichung bedeutet jede Erhöhung der Bevölkerungsanzahl eine tendenzielle Verschlechterung der Pro-Kopf-Güterversorgung.[32]

Im neunzehnten Jahrhundert, vor der Industriellen Revolution, nahm das Bevölkerungswachstum schubweise zu. Auf eine Innovation in der Landwirtschaft, zum Beispiel eine Ertragssteigerung des Bodens, folgte auch verzögert ein Bevölkerungsanstieg. Heutzutage nimmt die Bevölkerungsanzahl hauptsächlich in den weniger entwickelten Regionen der Erde zu. Man sagt auch: „Der Reichtum der Armen sind ihre Kinder.“[33]

Wenn jetzt noch die zusätzliche Bevölkerungsanzahl nicht in geeigneter Form als Faktor Arbeit mit Kapital und Boden kombiniert werden kann, bezeichnet man es als versteckte Arbeitslosigkeit. Für eine gegebene Menge an Arbeitsplätzen ist die Bevölkerung zu groß und somit können die Grenzerträge sinken.[34]

Einen möglichen Ausweg sah Friedrich Engels, er ging davon aus, dass ein Generationenvertrag die Altersabsicherung durch eigene Kinder überflüssig mache, da es günstiger sei, die eigene Altersversorgung anderen Kindern zu überlassen.[35]

Letztendlich ist das Wachstum immer, neben geographischen und klimatischen Grenzen, vom Pro-Kopf-Nahrungsangebot begrenzt. Wenn die Nahrungsmittel zu knapp werden, drohen Hungersnöte.[36]

Aber auch hier kann der Mensch Abhilfe schaffen. Der Handel kann meist dazu führen, dass es allen Beteiligten besser geht.[37]

Langfristig gesehen, wird das Bevölkerungswachstum jedoch durch den Wohlstand gebremst.[38] [39] Bei durchschnittlich höherem Einkommen geht die Geburtenrate zurück. Die sinkende Säuglingssterblichkeit und somit die steigende Lebenserwartung haben auf das Bevölkerungswachstum zwar einen gegenläufigen Trend, dieses wird jedoch bei immer höheren Einkommen kompensiert.[40]

Auch Investitionen in Bildung (Humankapital) können das Bevölkerungs-wachstum dämpfen. Dieses geht auch in Entwicklungsländern deutlich zurück, sofern Frauen eine Schulbildung erhalten.[41]

3 Wirtschaftswachstum und Umwelt

3.1 Sichtweise der neoklassischen Wirtschaftstheorie

In der neoklassischen Wachstumstheorie spielt die Umweltproblematik keine besondere Rolle. Man geht zum Unterschied zur klassischen Wachstumstheorie davon aus, dass alle Faktoren gegeneinander austauschbar sind. Also kann naturgeschaffenes Kapital auch permanent gegen menschengeschaffenes Kapital ausgetauscht werden, dieses verhindert das Zustandekommen von Wachstumsgrenzen. Ferner entsteht Wachstum unter diesen Voraussetzungen immer dann, wenn ein technischer Fortschritt eintritt und dieser nicht durch Bevölkerungswachstum und Kapitalabnutzung kompensiert wird. Bedingung hierfür ist, dass der Markt richtig auf die Veränderungen der Knappheits-verhältnisse reagiert.[42]

[...]


[1] Baßeler, U./Heinrich, J./Koch, W., Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 791

[2] Vgl. Maußner, A./Klump, R., Wachstumstheorie, 1996. S. 21

[3] Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 413 f.

[4] Vgl. Baßeler, U./Heinrich, J./Koch, W., Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 743 f.

[5] Vgl. Schubert/Klein, Das Politiklexikon, 2001, (Internet)

[6] Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419

[7] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 522 f.

[8] Vgl. Siebert, H., Einführung in die VWL, 2003, S. 379 f.

[9] Vgl. Teichmann, U., Wirtschaftspolitik, 1993, S. 90 ff.

[10] Vgl. Siebert, H., Einführung in die VWL, 2003, S. 379 f.

[11] Vgl. Teichmann, U., Wirtschaftspolitik, 1993, S. 95 f.

[12] Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 745

[13] Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 791

[14] Vgl. Clement, R./Terlau, W., Grundlagen der angewandten Makroökonomie, 1998, S. 100 f.

[15] Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419

[16] Vgl. Neubäumer, R./Hewel, B., VWL: Grundlagen der VWL und VWL-Polit., 2001, S. 419

[17] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 522 f.

[18] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 562 f.

[19] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 24ff.

[20] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 24ff.

[21] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 564.

[22] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 27f.

[23] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 564

[24] Vgl. Baßeler/Heinrich/Koch, Grundlagen und Probleme der VWL, 2002, S. 880

[25] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 564 f.

[26] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 25f.

[27] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 565

[28] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 565

[29] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 26f.

[30] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S. 566 f.

[31] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 28

[32] Vgl. Bartling, H./Luzius, F., Grundzüge der VWL: Einführung in die Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik, 2002, S. 25f.

[33] Vgl. Becker-Boost, E./Fiala, E., Wachstum ohne Grenzen, 2001, S. 85

[34] Vgl. Siebert, H., Einführung in die Volkswirtschaftslehre, 2003, S. 360 f.

[35] Vgl. Becker-Boost, E./Fiala, E., Wachstum ohne Grenzen, 2001, S. 87 f.

[36] Vgl. Becker-Boost, E./Fiala, E., Wachstum ohne Grenzen, 2001, S. 85 ff.

[37] Vgl. Mankiw, N.G., Grundzüge der VWL, 2001, S.9 f.

[38] Vgl. Meadows, D./Meadows, D./Randers, Die neuen Grenzen des Wachstums, 2001, S. 55

[39] Vgl. Becker-Boost, E./Fiala, E., Wachstum ohne Grenzen, 2001, S. 87 ff.

[40] Ebd.

[41] Vgl. Fischer Weltalmanach, 2004, S. 1349 f.

[42] Vgl. Frenkel, M./Hemmer, H.-R., Grundlagen der Wachstumstheorie, 1999, S. 324 ff.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftpolitik - Grenzen des Wachstums
Hochschule
Fachhochschule Braunschweig / Wolfenbüttel; Standort Wolfsburg
Note
1,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
50
Katalognummer
V32583
ISBN (eBook)
9783638332613
Dateigröße
588 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftpolitik, Grenzen, Wachstums
Arbeit zitieren
Ralf Babuke (Autor), 2004, Wirtschaftpolitik - Grenzen des Wachstums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32583

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