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Umweltbewusstsein und Umweltverhalten im Hinblick auf die Müllproblematik

Title: Umweltbewusstsein und Umweltverhalten im Hinblick auf die Müllproblematik

Term Paper , 2003 , 39 Pages

Autor:in: Birgit Brenncke (Author)

Psychology - General
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In der heutigen Konsumgesellschaft erweist sich das Thema „Müllvermeidung“ als ein wichtiger Punkt bei der Entwicklung von nachhaltigen Umweltschutzkonzepten, da die Produkt- und Verpackungsflut die Müllberge auf eine unabsehbare Größe anwachsen lässt. Verpackungen haben nicht nur die Aufgabe ein Produkt zu schützen oder zusammenzuhalten, sie sind vielmehr auch Träger von auffälligen Werbeinformationen und sollen durch ihre Aufmachung zum Kauf verführen. Dadurch bedingt kommen unterschiedliche Materialverbunde im Hausmüll zusammen und es entsteht neben dem hohen Müllaufkommen das Problem der Beseitigung oder Wiederverwertung. Es ist ersichtlich, dass das Verhalten jedes Einzelnen von Belang ist, dem zu hohen Müllaufkommen entgegenzuwirken. Die Fähigkeit und Bereitschaft, das eigene Verhalten im alltäglichen Leben hinsichtlich umweltschonender Alternativen zu überdenken und sich eventuell neu zu orientieren, ist eine wichtige Voraussetzung für die Verringerung des Abfalls. Jedoch werden oft erst durch gesetzliche Maßnahmen die erwünschten Verhaltenskonsequenzen erzielt. Durch das Inkraftreten der Verpackungsverordnung seit Anfang der 90er Jahre und dem damit eingeführten Dualen System Deutschland GmbH sahen sich viele Bürger gezwungen, die vom Gesetzgeber geforderten Sortierquoten einzuhalten. Es stellt sich hierbei natürlich die Frage, warum ein sichtlich geringeres Müllaufkommen erst durch gesetzliche Reglementierung bewirkt werden kann und ob die Mitwirkungsbereitschaft der Konsumenten zum umweltbewussten Verhalten auch auf anderem Wege zu erzielen ist? Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema des Umweltbewusstseins und -verhaltens bezüglich der Müllproblematik auseinander. Die Behandlung dieser Thematik erscheint mir als wichtig, da die Entwicklung der Umweltkrise bedrohliche Ausmaße angenommen hat, die sich nicht allein durch technologische Strategien lösen lassen, sondern insbesondere einen Werte- und Einstellungswandel in der Gesellschaft voraussetzen, damit sich ein bewussteres Abfallverhalten etablieren kann. Die Zielsetzung der Arbeit besteht darin, einen Überblick der psychologischen Zusammenhänge des Umweltbewusstseins und -verhaltens im Hinblick auf die Problemstellung des zu hohen Abfallaufkommens zu geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Beeinflussung des Abfallbewusstseins und -verhaltens durch psychologische Faktoren

2.1. Motive als Prädikatoren für Abfallbewusstsein und –verhalten

2.1.1. Motive für abfallbewusstes Verhalten

2.1.2. Die Motive für umweltschädigendes Abfallverhalten

2.2. Normen und ihre Wirkung hinsichtlich der Abfallproblematik

2.2.1. Die „Theory of Reasoned Action“ in Bezug auf die Abfallproblematik

2.2.2. Erklärung der Wirkung von Normen auf das Abfallbewusstsein bzw. -verhalten anhand der Normentheorie von Schwartz

2.2.3. Weitere Ergebnisse zu dem Einfluss von Normen auf das Abfallverhalten

2.3. Werte prägen das Abfallbewusstsein

2.4. Einstellungen beeinflussen das Abfallverhalten

2.4.1. Untersuchung des Zusammenhangs von Einstellungen und Abfallverhalten mittels des „Drei-Komponenten Modell der Einstellung“

2.4.2. Weitere Ergebnisse bezüglich der Einstellungen und dem Abfallverhalten

2.5. Die Wirkung von Umweltwissen auf das Abfallbewusstsein bzw. –verhalten

2.6. Der Einfluss von soziodemographischen Variablen auf das Abfallverhalten

3. Die Diskrepanz zwischen Abfallbewusstsein und -verhalten

3.1.Die Schwierigkeit der Umsetzung einer umweltbewussten Haltung

3.2.Erklärung von umweltschädigenden Abfallverhalten durch die Low-Cost-These und die „Allmende-Klemme“

3.3. Welche Bedingungen begünstigen umweltschädigendes Abfallverhalten?

4. Resümee

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht auf theoretischer Basis die psychologischen Einflussfaktoren, die das Umweltbewusstsein und das tatsächliche Müllvermeide- und Recyclingverhalten von Konsumenten prägen. Ziel ist es, die oft beobachtete Diskrepanz zwischen einer vorhandenen umweltbewussten Einstellung und einem umweltschädigenden Abfallverhalten durch psychologische Konzepte zu erklären.

  • Psychologische Prädikatoren wie Motive, Normen, Werte und Einstellungen.
  • Die Rolle von Umweltwissen und soziodemographischen Variablen.
  • Theoretische Erklärungsmodelle (z. B. Theory of Reasoned Action, Normentheorie von Schwartz).
  • Ursachen für die Diskrepanz zwischen Einstellung und Verhalten (Low-Cost-These, Allmende-Klemme).
  • Strategien zur Förderung eines bewussteren Abfallverhaltens.

Auszug aus dem Buch

2.1. Motive als Prädikatoren für Abfallbewusstsein und –verhalten

Es ist bekannt, dass Motive bzw. Motivation grundlegende Antriebskräfte für menschliches Handeln in Verbindung mit einer Zielorientierung sind. Hinsichtlich der Abfallproblematik stellt sich die Frage, warum sich Konsumenten in derselben Situation unterschiedlich verhalten. Um verhaltenswirksam zu werden, bedürfen Motive der Aktivation, so dass sich eine umweltbewusste Zielsetzungen im tatsächlichen Handeln der Konsumenten ausdrücken kann.

Ein Verhalten kann entweder durch intrinsische Motivation, bei der die Zielsetzung einer Handlung um ihrer selbst willen angestrebt wird, oder durch extrinsische Motivation, bei der man eine immaterielle oder materielle Belohnung erwartet, bedingt sein. Die Entstehung von ökologisch orientierten Motiven setzt ein gewisses Maß an Information über die Risiken der Umweltzerstörung voraus, auch wenn es sich hierbei um eine subjektive Einschätzung der Umweltsituation handelt. Auch das Bewusstsein über die Gefahren der Umweltverschmutzung spielt hierbei eine Rolle.

Bödege-Wolf (1994, S. 42) definiert das Umweltbewusstsein, als „...die Einsicht in die Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen durch diesen selbst, verbunden mit der Bereitschaft zur Abhilfe“. Bezüglich der Abfallvermeidung, -trennung oder -reduktion wird im Anwendungskontext empirischer Untersuchungen versucht, Motive zu identifizieren, anhand derer es sich erklären lässt, warum Konsumenten entweder wenig oder sehr häufig umweltfreundliches Müllverhalten zeigen. Im folgenden Kontext werden zunächst die Motive von Personen aufgeführt, die sich abfallbewusst verhalten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Müllproblematik in der modernen Konsumgesellschaft und stellt die Forschungsfrage, warum gesetzliche Reglementierungen oft effektiver sind als individuelle Verhaltensänderungen.

2. Darstellung der Beeinflussung des Abfallbewusstseins und -verhaltens durch psychologische Faktoren: Dieses Kapitel analysiert systematisch psychologische Einflussgrößen wie Motive, soziale Normen, Werte, Einstellungen und Umweltwissen sowie soziodemographische Variablen auf das Abfallverhalten.

3. Die Diskrepanz zwischen Abfallbewusstsein und -verhalten: Hier wird untersucht, warum trotz vorhandenem Umweltwissen oft nicht proökologisch gehandelt wird, unter Einbeziehung von Modellen wie der Low-Cost-These und der Allmende-Klemme.

4. Resümee: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, bereits frühzeitig durch pädagogische Ansätze ein nachhaltiges Abfallverhalten zu fördern.

Schlüsselwörter

Umweltbewusstsein, Abfallverhalten, Müllvermeidung, Recycling, Psychologische Faktoren, Motivation, Soziale Normen, Werte, Umwelteinstellungen, Umweltwissen, Low-Cost-These, Allmende-Klemme, Entsorgungsverhalten, Umweltpsychologie, Verhaltensänderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die psychologischen Hintergründe, die das Abfallbewusstsein und das tatsächliche Müllentsorgungs- bzw. Recyclingverhalten von Konsumenten beeinflussen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Auswirkungen von Motiven, Normen, Werten, Einstellungen und Umweltwissen auf den Umgang mit Abfall sowie die Erklärungsansätze für die Diskrepanz zwischen Wissen und Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis dafür zu gewinnen, warum sich Menschen trotz Wissens über die Umweltproblematik oft nicht umweltfreundlich verhalten, und psychologische Erklärungen für dieses Phänomen zu liefern.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten theoretischen Aufarbeitung aktueller Forschungsstudien und psychologischer Konzepte aus der Umweltpsychologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Einflussfaktoren (Motive, Normen etc.) detailliert besprochen und anschließend die Diskrepanz zwischen umweltbewusster Haltung und tatsächlichem Verhalten kritisch analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Umweltbewusstsein, Abfallverhalten, Low-Cost-These, Allmende-Klemme und psychologische Interventionsstrategien.

Wie erklären die Konzepte der „Low-Cost-These“ und der „Allmende-Klemme“ das Müllverhalten?

Die Low-Cost-These besagt, dass Menschen eher umweltbewusst handeln, wenn der Aufwand gering ist. Die Allmende-Klemme verdeutlicht, dass individuelle Gewinnmaximierung (Bequemlichkeit) der Gemeinschaft schadet, wenn das Handeln nicht kollektiv ökologisch ausgerichtet ist.

Welche Rolle spielt die „Bequemlichkeit“ für das Abfallverhalten?

Bequemlichkeit ist laut den zitierten Studien einer der Hauptgründe für umweltschädigendes Verhalten, da sie als immaterieller Kostenfaktor die Bereitschaft zur Mülltrennung oder Abfallvermeidung massiv senkt.

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Details

Title
Umweltbewusstsein und Umweltverhalten im Hinblick auf die Müllproblematik
College
University of Hagen  (Institut für Ökologische Psychologie)
Author
Birgit Brenncke (Author)
Publication Year
2003
Pages
39
Catalog Number
V32592
ISBN (eBook)
9783638332705
ISBN (Book)
9783638720182
Language
German
Tags
Umweltbewusstsein Umweltverhalten Hinblick Müllproblematik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Birgit Brenncke (Author), 2003, Umweltbewusstsein und Umweltverhalten im Hinblick auf die Müllproblematik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/32592
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