1. Einleitung
Die Hanse war eine Handelsmacht zur See, der hansische Handel und die hansische Schiffahrt sind seit den frühesten Anfängen der hansischen Geschichte nicht voneinander zu trennen.
Deutlich wird diese Tatsache vor allen Dingen in einer Aussage, die Karl-Friedrich Olechnowitz 1960 getroffen hat:
”Auf welchen Gebieten auch immer man sich der hansischen Geschichte nähert, immer ist sie meerbezogen und meerbedingt,[....].”
Ohne die Schiffahrt selbst, und natürlich die Entwicklung der Schiffahrt, wäre also eine Ausdehnung, wie sie die Hanse über die Jahrhunderte erlebt hat, nicht möglich gewesen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand
2. Die Schiffahrt der Hanse
2.1 Die Kogge
2.2 Kogge oder Holk – eine Kontroverse
2.2.1 Der Holk
2.3 Das Kraweel
3. Die Binnenschiffahrt
4. Tragfähigkeiten der hansischen Schiffe
4.1 Geschwindigkeiten
5. Seerecht
5.1 Bordorganisation und Besatzung
6. Die Navigation der Hanse
6.1 Das Seebuch
7. Die hansischen Schiffe im Kampf
8. Schlußbetrachtung
9.Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung und Bedeutung der hansischen Schiffahrt während des Mittelalters. Das primäre Ziel ist es, den engen Zusammenhang zwischen dem wirtschaftlichen Aufstieg der Hanse und der evolutionären Entwicklung ihrer Schiffstypen sowie der begleitenden nautischen und rechtlichen Rahmenbedingungen darzulegen.
- Analyse der prägenden Schiffstypen Kogge, Holk und Kraweel.
- Untersuchung der Bedeutung der Binnenschiffahrt für den Warenverkehr.
- Erläuterung der nautischen Orientierung und des Seerechts.
- Darstellung der Rolle hansischer Schiffe in kriegerischen Auseinandersetzungen.
Auszug aus dem Buch
Die Kogge
Die ersten , den Koggen ähnliche, Schiffe werden in das hohe 12. Jahrhundert datiert, entstanden also etwa zeitgleich mit der Gründung Lübecks 1143 und kamen mit den friesischen Händlern nach Haithabu (bei Schleswig). Ihr Ursprung oder ihre Herkunft ist bei den friesischen Wattenseglern zu suchen.
Die Koggen tauchte gegen Ende des 12. Jahrhunderts bald überall im Norden als breitbauchige Schiffe auf. Der Parzifal Wolframs von Eschenbach kennt um 1197-1210 den „kocken“ als großes Transportschiff der Kreuzfahrer. Im Jahre 1188 werden bei der Abfahrt von Köln vier große Schiffe genannt, deren Tragfähigkeit jeweils auf über 80 Last geschätzt werden kann und die Kreuzfahrer ins Heilige Land trugen.
Einen ersten Urkundenbeleg hat man für das Jahr 1206. Der Chronist Heinrich von Lettland berichtet, daß die Stadt Riga durch Ankunft zweier Koggen, „bis zum Kragen voll mit Getreide“, vor der Hungersnot gerettet worden sei.
Wir treffen somit die Koggen im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts sowohl als Frachtschiffe mit Verpflegung und Getreide, also Massengut, an Bord als auch beim Transport von Kreuzfahrerheeren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die untrennbare Verbindung zwischen der Hanse als Handelsmacht und der Entwicklung ihrer Schiffahrt.
2. Die Schiffahrt der Hanse: Das Kapitel behandelt die Entwicklung der wichtigsten Schiffstypen, von der Kogge über den Holk bis hin zum Kraweel.
3. Die Binnenschiffahrt: Hier wird die hohe Bedeutung des Transports auf Flüssen und künstlichen Wasserwegen für den reibungslosen Warenverkehr erörtert.
4. Tragfähigkeiten der hansischen Schiffe: Dieser Abschnitt analysiert das Wachstum der Schiffsgrößen und deren Geschwindigkeiten im Verlauf des Mittelalters.
5. Seerecht: Das Kapitel erläutert die Entstehung und Anwendung des hansischen Seerechts sowie die Hierarchien an Bord.
6. Die Navigation der Hanse: Hier wird beschrieben, wie sich die Schiffer anhand von Landmarken und dem Seebuch orientierten.
7. Die hansischen Schiffe im Kampf: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Handelsschiffe in Kriegszeiten zu Transport- und Hilfsschiffen umfunktioniert wurden.
8. Schlußbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz über die Entwicklung zur Seemacht und die Bedeutung der Schiffsarchäologie für die moderne Forschung.
Schlüsselwörter
Hanse, Schiffahrt, Kogge, Holk, Kraweel, Binnenschiffahrt, Seerecht, Navigation, Seebuch, Handel, Seekriegsführung, Hanseschiff, Schiffsarchäologie, Warenverkehr, Schiffsbautechnik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der hansischen Schiffahrt und deren zentrale Rolle für den Aufstieg und Erfolg der Hanse im Mittelalter.
Welche Schiffstypen stehen thematisch im Mittelpunkt?
Die Untersuchung konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Kogge als das typische Hanseschiff, sowie auf den Holk und das Kraweel.
Was ist das zentrale Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage befasst sich damit, wie die Entwicklung spezifischer Schiffstypen und nautischer Praktiken die hanseatische Expansion und Seemacht über Jahrhunderte hinweg ermöglichte.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Autor setzt auf eine historische Analyse unter Auswertung von Urkunden, zeitgenössischen Chroniken, archäologischen Funden wie der „Bremer Kogge“ sowie grundlegender historischer Fachliteratur.
Welche Inhalte umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil behandelt die technischen Entwicklungen im Schiffbau, die Bedeutung der Binnenschiffahrt, rechtliche Aspekte des Seeverkehrs, Methoden der Navigation sowie den Einsatz hansischer Schiffe bei militärischen Konflikten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Hanse, Kogge, Seerecht, Handel, Navigation und Schiffbautechnik definieren.
Welche Rolle spielte das „Seebuch“ für die Navigation?
Das Seebuch war für hansische Kapitäne ein unverzichtbares Nachschlagewerk, das wichtige Informationen über Landmarken, Gezeiten, Bodenbeschaffenheiten und Fahrwasser enthielt.
Wie veränderte die Kraweelbauweise den mittelalterlichen Schiffbau?
Die Kraweelbauweise ersetzte die Klinkerbauweise durch eine glatte Außenhaut, was Schiffe dichter und schneller machte und den Bau deutlich größerer Einheiten ermöglichte.
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- Axel Möhring (Author), 1999, Die Hansische Schifffahrt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3260